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Test: SanDisk Extreme PRO SSD (480 GB)

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Geschrieben von Martin Nürnberger
Veröffentlicht: 18. Dezember 2014

sandisk-extreme-pro-newsEin gutes Jahr nach dem Erscheinen der Extreme II ist vergangen, da schickt SanDisk das Nachfolgemodell Extreme PRO ins Rennen. Natürlich sind die Erwartungen entsprechend hoch, da der bereits erwähnte Vorgänger die Messlatte damals recht hoch gelegt hat. Wir durften uns das gute Stück etwas genauer ansehen und verraten unseren Lesern im nachfolgenden Testbericht, was sich getan hat und wie sich das Laufwerk auf unserer Teststation so schlägt.

Ein gutes Jahr ist es her, als SanDisk die Consumer-SSD namens Extreme II vorgestellt hat. Das Augenmerk lag damals auf der Einführung einer neuen Cache-Technologie, die als „nCache“ bezeichnet wird. Diese Technologie trägt dazu bei viele kleine Schreibbefehle zunächst zu sammeln um sie dann gebündelt in den Speicher zu schreiben, was einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil bringen soll.

Die SanDisk Extreme PRO verwendet diese Technologie ebenfalls, wobei im Vergleich zur Extreme 2 ein neuer NAND-Speicher Einzug findet. Der Hersteller befriedigt mit der Extreme Pro viele Bedürfnisse seiner Käufer, indem er zum einen die maximale Kapazität auf 960 GB sowie die Garantiezeit auf 10 Jahre erhöht hat. Darauf hat ganz sicher der ein oder andere gewartet, um nun in die Zukunft investieren zu können. Diese Eckdaten bietet derzeit beispielsweise nur die Samsung 850 PRO als weiteres Laufwerk, was für eine hohe Güte und Qualität des Produktes steht und somit für langfristige Kundenbindung sorgen dürfte.

Da SanDisk mehrheitlich an einer Flash-Speicher-Produktion mit Toshiba beteiligt ist (Joint-Venture namens „Flash Forward“), ergeben sich positive Effekte beispielsweise bei der Verfügbarkeit und den Kosten der sehr gefragten Halbleiterspeicher, was sich letzten Endes auch entscheident auf den Verkaufspreis am Markt auswirkt.

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 Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von SanDisk.

Autor: Martin Nürnberger


Lieferumfang

Im Lieferumfang der Extreme PRO finden sich neben einem Rahmen zur Anhebung der Einbauhöhe, auch einige Unterlagen zur Inbetriebnahme und Garantiebestimmungen wieder. Mit einem kleinen Zettel wird auf das SanDisk Dashboard für SSDs hingewiesen, mit dem die SSD ausgelesen und gegebenenfalls aktualisiert werden kann.

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Äußerlichkeiten

Die Verpackung der Extreme PRO kommt in den typischen Farben Schwarz und Rot daher und wirkt recht ansprechend. Auf überflüssiges Verpackungsmaterial wurde verzichtet, was dem positiven Ersteindruck jedoch keinen Abbruch bringt. Das Gehäuse besteht zum größten Teil aus einem dünnen Aluminiumblech, wobei dieses mit einer schwarzen Kunststoffunterseite verschraubt wurde. Beide Teile wirken durch die matte Oberfläche nahezu gleich, sodass man zunächst annimmt sie würden aus dem selben Material (Aluminium) bestehen. Erst im demontierten Zustand ergeben sich leichte Zweifel an der Stabilität der Einzelteile, was wir allerdings nicht als Negativpunkt werten können, da die Demontage generell nicht zu empfehlen ist und nur für unseren Test durchgeführt wurde. Im Auslieferungszustand ist davon nichts zu erkennen, was für das Endresultat am wichtigsten ist.

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Technische Daten

  SanDisk Extreme Pro SSD
Modellbezeichnung SDSSDXPS-480G-G25
Schnittstelle SATA 3.0 (6 Gbit/s)
weitere verfügbare Kapazitäten 240 / 480 / 960 GB
Spezifikationen
NAND-Flash SanDisk 19 nm NAND (MLC) 2. Generation
Cache
Micron 2x 256 MB (DDR3-1600)
Controller Marvel 88SS9187
Garantiezeit
10 Jahre eingeschränkte Garantie (siehe Hinweise)
Leistungsaufnahme

3,5 W (Betrieb)
0,15 W (Leerlauf)
Abmessungen und Gewicht
Breite x Höhe x Länge (mm) 69,85 x 7 x 100,5
Gewicht 59 g

 


 

Ein Blick unter die Haube

Nun wird es interessant, denn wir schauen in das Innere des Gehäuses, wo sich die entscheidenden Bauteile für eine leistungsstarke SSD auf einem PCB zusammenfinden. Mit der damals getesteten Extreme II wurde uns ein Controller von Marvell mit der Bezeichnung 88SS9187 präsentiert, der zusammen mit 19 nm NAND-Flash von SanDisk ziemlich gute Ergebnisse in unseren Benchmarks ablieferte. Umso gespannter sind wir, was SanDisk nach einem Jahr mit der Extreme PRO SSD für Veränderungen bereithält, die ein Nachfolgemodell in der Regel mit sich bringt.

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Die größte Veränderung bei der SanDisk Extreme PRO SSD dürfte wohl das PCB-Design sein, das wesentlich komprimierter wirkt (besonders an der Rückseite zu erkennen). Die Ähnlichkeiten zum Vorgängermodell Extreme 2 sind ansonsten sehr groß, da sogar der gleiche Controller erneut Verwendung fand. Beim NAND-Flash setzt SanDisk auf den moderneren 19 nm MLC NAND der zweiten Generation, dessen Langlebigkeit (im Sinne der Anzahl möglicher Schreibzyklen) grundlegend für die lange Garantiedauer ist. 

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Beim DDR3-RAM setzt SanDisk mit dieser SSD nun auf Micron statt auf Samsung. Dieser befindet sich direkt neben dem Controller und unterstützt ihn unter Verwendung der Technologie "nCache" beim Zugriff auf die acht NAND-Chips, welche sich allesamt auf einer Seite befinden und somit jeweils 64 GB reine Speicherkapazität besitzen.

 


 

Unser Datenträger Testsystem für die Messungen

Auf der Basis eines aktuellen Testsystems mit möglichst hohem Praxisbezug stellen wir die Messergebnisse der SanDisk Extreme Pro SSD vor. Wir verwenden dabei bewusst das Ende Oktober 2012 erschienene Microsoft Windows 8 mit Update auf 8.1 als Betriebssystem, da es zukünftig auf den meisten PC-Systemen zum Einsatz kommen wird. Die ausführliche Konfiguration kann im Artikel zum Datenträger Testsystem nachgelesen werden.

 

 

Intel Z77-Datenträger-Testsystem

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Prozessor:
Intel Core i7-3770K (Retail)
Mainboard: Gigabyte Z77MX-D3H
Kühlung: EKL-Stock Kühler
SSD: SanDisk Extreme Pro SSD - 480 GB
RAM:
4 x 4 GB Kingston HyperX (KHX1600C9D3/4G) @ 1600 MHz
Netzteil: beQuiet Pure Power L8-CM 430W
Grafikkarte:
Intel HD Graphics 4000 (onboard)
Betriebssystem: Microsoft Windows 8.1 Pro x64
 

 

Die SanDisk Extreme Pro wird wie gewohnt an den SATA3 Port mit entsprechendem SATA-Kabel an unser Mainboard angeschlossen, um die maximal mögliche Leistung abrufen zu können.

 


 

Benchmark: AS SSD

Kommen wir nun zu einem interessanten Test, der für die Durchführung zufällige Daten verwendet. Dadurch lässt sich die Leistung, die den Nutzer im Alltag erwartet, schon eher messen. Doch vorher ein kurzes Wort zum AS SSD Benchmark, der ausschließlich für die Bestimmung der Leistung von SSDs gedacht ist.

Neben der Messung von Lese- und Schreibgeschwindigkeit zufälliger Daten (nicht besonders gut komprimierbar) steht noch ein Kopier-Benchmark zur Verfügung, der drei Szenarien abbildet: ISO, Programm und Spiel. In jedem Fall werden die Dateien (ISO: 2 große Dateien; Programm: viele kleine und wenige große Dateien; Spiel: viele große und wenige kleine Dateien) gleichzeitig auf der SSD geschrieben und gelesen. Als letztes Werkzeug steht ein Kompressions-Benchmark zur Verfügung. Dieser verdeutlicht anschaulich wie hoch die Lese- und Schreibraten sind, wenn die Daten schlecht komprimierbar (X-Achse: 0%) bis sehr gut komprimierbar (X-Achse: 100%) sind. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

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Benchmark: Crystal Disk Mark

Ergänzend zum AS-SSD Benchmark setzen wir den Benchmark Crystal Disk Mark ein. Mit Crystal Disk Mark kann jede Art von Datenspeicher getestet werde. Nach Belieben kann man zwischen gut komprimierbaren Daten und zufälligen Daten wählen. Ein Unterschied zum AS-SSD Benchmark ist die wählbare Größe der Testdatei, wodurch man beispielsweise wunderbar unterschiedliche Größen bei USB Speicher Sticks bedienen kann. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

 

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Benchmark: PCMark 7 Advanced Edition

Wer kennt ihn nicht – den PCMark 7 von Futuremark. Mit ihm lassen sich praxisnahe Benchmarks durchführen und dessen Ergebnisse weltweit auf der Webseite von Futuremark mit anderen Systemen vergleichen. Für unsere Messungen verwenden wir nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Optionen, und zwar den Bereich system storage suite. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

 

PC-Mark7

 


 

Benchmark: IOmeter (12h)

In Anbetracht dessen, dass viele Ergebnisse in bisherigen Benchmarks nur noch geringe Unterschiede zwischen den Testkandidaten zeigen und eine Einschätzung der Qualitäten dadurch nicht immer so leicht fällt haben wir uns für die Aufnahme eines weiteren Benchmark entschieden, der über eine Dauer von 12 Stunden durchgeführt wird. Die größten Schwächen und Unterschiede zwischen den Laufwerken zeigen sich derzeit in der Schreibleistung, weshalb wir diese explizit in Augenschein nehmen werden.

Wir verwenden für diesen Test das Programm IOmeter, um die Abnahme der Anzahl von Schreiboperationen deutlich zu machen. Da Hersteller lediglich die maximalen IOPS ihrer Produkte angeben und nicht an der Darstellung der Operationen auf Dauer interessiert sind wollen wir diese für unsere Leser sichtbar machen. Es wird sich schnell zeigen, ob den Laufwerken frühzeitig die Puste ausgeht oder ob die Leistung über einen längeren Zeitraum gehalten werden kann.

Dabei sei erwähnt, dass diese Werte etwas theoretisch zu betrachten sind, da im Alltag derartig starke Belastung nach genau unserem Schema wahrscheinlich nicht anzutreffen sind. Der Test läuft so ab, dass für die Dauer von 12 Stunden in fünf Minuten Intervallen zufällige Daten mit der Größe von 4 KB geschrieben werden. Die Arbeitstiefe (QD) beträgt dabei 64, was die Anzahl gleichzeitiger Operationen bedeutet.

 

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Benchmark: IOmeter mixed workload

Wir sind der Überzeugung, dass es zukünftig nur noch schwierig sein wird die Leistung von SSDs anhand einfacher Benchmarks wie AS SSD, ATTO oder Crystal Disk Mark ermitteln zu können. Viel zu komplex sind die Arbeitsweisen moderner Halbleiterlaufwerke geworden, sodass die Ergebnisse mit zuvor Genannten Benchmarks-Programmen zwar einen grundlegenden Vergleich verschiedener Modelle zulassen, jedoch wenig Aussagekraft bezüglich Langzeitnutzung und Arbeitsleistung im Alltag bieten.

In unseren Tests wollen wir jedoch genau diese Eigenschaften möglichst genau untersuchen, was uns zu einem weiteren Benchmark mittels Iometer auffordert. Dabei wollen wir den sogenannten „mixed workload“ betrachten. Darunter versteht man die erbrachte Leistung einer SSD bei der Belastung  von unterschiedlichen Verhältnissen von Lese- und Schreibzugriffen im selben Moment.

Je nach Einsatz variiert das Verhältnis von Lese- und Schreiblast auf eine SSD, was hiermit nachgestellt wird. Ein normaler workload während des Surfens im Internet könnte bei 65%/35% (Lesen/Schreiben) liegen, wobei ein Action-Shooter eher in Richtung 95%/5% (Lesen/Schreiben) geht. Kopiert man eine Datei, wobei die Quelle und das Ziel auf demselben Laufwerk liegen, entspricht dies der 50%/50% Belastung, denn dieselbe Datenmenge, welche geschrieben werden muss, wird zuvor gelesen.

Die Messung wird in mehreren Schritten durchgeführt, wobei mit einer 100%igen Leseleistung ohne Schreibleistung begonnen wird. Die darauf folgenden Schritte stehen dann im Verhältnis von 95% zu 5%, 65% zu 35%, 50% zu 50%, 35% zu 65% und 5% zu 95%, bis der abschließende Schritt mit 0% Leseleistung zu 100% Schreibleistung erreicht wurde. In Iometer werden vier Worker angelegt, die gleichzeitig auf die SSD zugreifen. Die Summe der Leistung aller Worker ergibt das gezeigte Ergebnis in unserem Graphen.

Die Leistung einer SSD kann schlussendlich als gut bezeichnet werden, wenn das Verhältnis zwischen Lesen und Schreiben, das dem selbst definierten Einsatz entspricht, möglichst hoch ist. Dafür muss sich der Nutzer aber im Vorfeld im Klaren sein, wie dieser Einsatz aussieht. Die ideale SSD, die jedem Bedürfnis gerecht werden könnte, würde demnach von Anfang bis Ende eine gleichbleibende Gerade bilden, was aus technischer Sicht jedoch nicht vorkommen wird.

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Fazit

Die SanDisk Extreme PRO SSD sollte nach etwa einem Jahr als Neuauflage der Extreme 2 in Erscheinung treten. Leider hat sich seit der Extreme 2 bezüglich verwendeter Elektronik und Geschwindigkeit nicht viel verändert, da nach wie vor der selbe Controller im Gehäuse werkelt. Einzig der NAND-Flash hat ein Update erfahren, was in der Summe aber keinen großen Sprung darstellt. Ohne Zweifel ist die Leistung des Laufwerkes dennoch im oberen Mittelfeld angesiedelt und die Qualität kann sich auf jeden Fall sehen lassen.

Am stärksten dürfte die sehr lange Garantiezeit der Extreme PRO SSD auf sich aufmerksam machen, die mit 10 Jahren derzeit die Obergrenze bei SSDs darstellt. Preislich schlägt das 480 GB Modell aktuell mit rund 230,- EUR zu Buche. Wer auf ein paar Jahre Garantiezeit verzichten kann und gleichzeitig auch noch Geld sparen möchte, der sollte sich die schnellere Samsung 850 Evo - 500GB genauer ansehen. Die SanDisk Extreme PRO (480 GB) ist unter anderem bei Amazonhttp://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=as2&o=3&a=B00KHRYRLY erhältlich.

SanDisk Extreme Pro SSD mit 480 GB
Neuauflage der Extreme II mit nicht allzu viel Neuerungen, 18.12.2014

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Pro Contra finisher

+ gute Verarbeitung
+ durchschnittlich gute Lese- & Schreibwerte
+ sehr lange Garantiezeit von 10 Jahren

- nichts

Aufgrund der soliden Leistung, der guten Verarbeitung und sehr langen Garantiezeit, hat sich die SanDisk Extreme PRO SSD mit 480 GB unseren Silber-Award ohne Einschränkungen verdient.

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