Der neue LG 27GX790B-B ist ein weiterer OLED Gaming-Monitor aus dem Produktionsjahr 2026 und fügt sich als kleinere Adaption des größeren LG 39GX950B OLED ins bestehende Portfolio ein. Die Eckdaten: 480 Hz, 4. Generation des 4-Layer RGB Tandem OLED-Panel sowie neue Spitzenwerte bei der Helligkeit. Wie das zusammenarbeitet, haben wir ausführlich getestet.
Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, der 39 Zoll Curved Monitor im 21:9-Format – in Form des LG 39GX950B OLED (zum Testbericht) – wohlgemerkt ebenfalls aus 2026, konnte ebenfalls schon ein hervorragendes Gesamtbild abliefern. Dieser wird mit einer 5K-Auflösung bzw. „5K2K-Feature“ beworben. Wer es etwas kleiner mag und mit dem 16:9-Bildformat eher vertraut ist, der kann zu unserem Testgerät, dem LG 27GX790B-B greifen.
Dieser hat ebenfalls die neueste Generation (für den Monitor-Bereich!) verbauten Tandem RGB-Panel, welches man bereits aus dem TV-Segment kennt und bis zu 1500 nits an Spitzenhelligkeit bieten soll. Wichtig hierbei: Der Monitor darf und sollte nicht mit dem LG 27GX790A-B (zum Testbericht) aus 2025 verwechselt werden. Das hiesige Testgerät rangiert aktuell bei einem Straßenpreis von rund 750 Euro, ist also etwa rund 150 Euro teurer als der direkte Vorgänger, will aber einiges mehr an Leistung zu bieten haben.
Wie auch schon die Versionen der Jahre zuvor, ist auch beim „GX7“ ein weiteres zentrales Merkmal der integrierte Dual-Mode. Man kann zwischen der nativen WQHD-Auflösung (2560x1440) mit 460 Hz und einem schnelleren Modus (FullHD) mit 720 wählen. Inwiefern der zweite Wert in der Anwendung noch Sinn ergibt, dass muss allerdings jeder selbst für sich entscheiden. Ergänzend unterstützt das Display AMD FreeSync Premium Pro sowie die NVIDIA G-SYNC-Kompatibilität zur Reduzierung von Tearing und Rucklern. Jenen Modus hatten wir schon in 2024 erstmals beim LG 32GS95UX-B vorgestellt, der bekanntlich ebenfalls ein OLED‑Panel verbaut hatte.
Die AI-Upscaling-Funktion wie man sie in der Modellgeneration 2026 beim GX9 (LG 39GX950B) vorfindet, hat LG hier beim kleineren 27-Zoll-Ableger nicht integriert. Wichtig auch, Lautsprecher gibt es auch keine im Testgerät, aber dazu später nochmal im Detail dann mehr.
Das RGB Tandem OLED Panel der 4. Generation, oder besser gesagt die Art und Weise dieses Display-Aufbaus, kennen wir bereits aus den TV-Modellen, die seit 2025 und jetzt in 2026 damit ausgestattet wurden. Im TV-Segment spricht LG konkret sogar vom „Primary RGB Tandem“ OLED-Panel. Die 4. Generation wurde in den 2025er TV-Modelle verbaut und kam hauptsächlich beim Flaggschiff, dem LG OLED G5 zum Einsatz.
Im Kern handelt es sich dabei um ein 4‑schichtiges Stack-Panel, dem man einen zusätzlichen blauen Layer hinzugefügt hat. Theoretisch wäre es wohl möglich, damit Spitzenhelligkeiten von 4000 nits zu erzielen. Die Praxis sieht wie immer anders aus, bzw. was macht im Monitor-Umfeld überhaupt Sinn? Wie auch der LG 39GX950B (zum Testbericht) aus dem Jahr 2026, ist auch unser Testmodell (27GX790B) mit bis zu 1500 nits (in HDR) angegeben, was aktuell mit zu dem Besten gehört, was man in diesem Segment kaufen kann.
Ein weiterer positiver Nebeneffekt der zusätzlichen Farblayer-Schicht: Auch die grundlegende Farbdarstellung der jeweiligen Farbräume verspricht hier eine noch präzisere Darstellung, was letztlich der Bildqualität zugutekommt. Miteinher gehen auch die Zertifizierung für VESA DisplayHDR True Black 500 sowie eine Farbraumabdeckung von 99,5 Prozent im DCI-P3 Farbraum, die Reaktionszeit beträgt 0,03 ms (GtG) laut Hersteller. Das Panel selbst ist im Übrigen mit einem matten Coating versehen. Wem dies nicht zusagt, der kann sich den technisch fast baugleichen ASUS PG27AQWP-W einmal ansehen, der hat das besagte „Glossy“ Panel vorzuweisen.
Neben dem Monitor selbst, packt LG in den Karton noch ein HDMI-, DisplayPort- und USB-Kabel (Typ-B-Stecker) mit dazu. Die Stromversorgung wird über ein recht großes, externes Netzteil gelöst. Die üblichen Beipackzettel befinden sich ebenfalls mit dabei.
Im Lieferumfang enthalten sind folgende Dinge
- Monitor inklusive Standfuß
- ein HDMI-Kabel
- ein DisplayPort-Kabel
- ein USB-B-auf USB-A Kabel
- ein Kaltgerätekabel + Netzteil
- Montagematerial und Quick-Start-Guide
| Monitor im Überblick | |
| Bezeichnung | LG 27GX790B-B |
| LCD-Größe | 27 Zoll, Flat (26,5 Zoll) |
| Panel | OLED, Anti-Glare |
| Curved | nein |
| Auflösung | 2560x1080 (WQHD) (Dual-Mode, 111ppi) - umschaltbar |
| Pixeldichte | 111 ppi - nativ |
| Bildformat | 21:9 |
| Blickwinkel | 178° vertikal |
| Helligkeit | 335 cd/m² 1500 cd/m² (Spitzenhelligkeit) |
| Kontrast | 1.500.000:1 |
| Bildwiederholrate | 520 Hz (2560x1080) 720 Hz (1280x720) |
| Reaktionszeit | 0,03 ms GtG |
| Video-Anschlüsse | ▪ 1x DisplayPort 2.1 (48-540Hz via DisplayPort) ▪ 2x HDMI 2.1 (540Hz@2560x1440) |
| USB-Anschlüsse | ▪ 1x USB 3.0 (5Gb/s Upstream) ▪ 2x USB-A 3.0 (Downstream, 5Gb/s) |
| Audio | ▪ Lautsprecher ▪ 1x 3.5mm Klinke Line-Out |
| Gewicht | 9,8 kg Panel inklusive Standfuß |
| Energieverbrauch | Standby: 0,5W - max: 25 kWh/1000h |
| Netzteil | extern |
| Vesa-Standard | 100 x 100mm |
| Sonstiges | ▪ DCI-P3-Farbraum 99,5 % ▪ sRGB-Farbprofil ▪ DisplayHDR True Black 500 ▪ HDR10-Support ▪ Nvidia G-SYNC ▪ AMD FreeSync Premium ▪ Dual Mode (520 Hz / 720 Hz) ▪ Hexagon-Lighting an der Rückseite |
| Preis | 849 EUR UVP |
| Garantie | 2 Jahre Garantie |
| Hersteller-Homepage | www.LG.com |
Detailansicht
Wie inzwischen fast alle neuen Gaming-Ableger aus dem Monitor-Segment von LG, hat auch der 27GX790B den sehr flachen Standfuß mit dem flexiblen Ergonomie-Design erhalten. Der Vorteil liegt buchstäblich auf der Hand: Das große, sperrige Dreibein, welches wir noch von früheren Modellen kennen, wird hier nicht mehr verwendet. Unter dem Panel ist daher deutlich mehr Platz für andere Gegenstände vorhanden. Ein weiterer Nebeneffekt: Man kann das Display jetzt noch dichter an die Wand positionieren.
Das Gehäusedesign ist grundlegend nicht neu und kennt man bereits von anderen LG-Monitoren. Im Vergleich zum direkten Vorgänger – dem 27GX790A, unterscheidet sich dieses deutlich. Daran kann man im Übrigen beide Modelle ebenfalls unterscheiden. Ebenfalls wie bei vielen anderen LG-Displays vorhanden, ist die charmante Ambiente-Beleuchtung mit dem markanten Namen „Hexagon Lighting“. Diese frei definierbar und es stehen zahlreiche Effekte zur Auswahl im Monitor-Menü. Dabei wird in sehr dunklen Räumen hinter dem Panel eine angenehme Leuchtatmosphäre erzeugt. Eine Kabelführung ist nicht direkt vorhanden, ein kleiner Clip soll hier aber Abhilfe schaffen. Das Gehäuse selbst ist in Grau gehalten und präsentiert sich farblich unaufgeregt.
Nicht nur beleuchtet - sondern auch flexibel drehbar das Panel
Neben der kompletten Flexibilität nach vorn, nach hinten im Neigungsbereich, lässt sich das Display in der Höhe verstellen und zusätzlich auch hochkant drehen – ergo im Pivot-Format. Die perfekte Darstellungseinstellung ist daher möglich.
Pivot-Funktion: auch hochkant nutzbar
Auch bei der Konnektivität ist der 39GX950B zeitgemäß ausgestattet. Neben DisplayPort 2.1 (UHBR20) und HDMI 2.1 verfügt der Monitor über einen USB-C-Anschluss (USB 3.0). Anders als beim größeren GX9 ist dieser nicht mit DisplayPort-Alt-Mode ausgestattet und anstatt 90 Watt Power Delivery, lediglich 5 Watt. Notebooks o. Ä. Geräte lassen sich daher nicht laden und auch kein Display-Signal übertragen. Die beiden USB 3.0 Ports sind mit 5 Gb/s als Downstream konzipiert.
Das Panel selbst ist wieder sehr gut und zugleich rahmenlos eingefasst. Es bietet bauartbedingt nur einen schmalen Rahmen innerhalb des Gehäuses. Das sieht nicht nur schick aus und vermittelt Wertigkeit, sondern nutzt den verwendeten „Raum“ möglichst effektiv aus. Zudem hat man hier eine „Anti-Glare-Beschichtung“ aufgetragen, was Spiegelungen entgegenwirken oder besser gesagt, in hellen Räumen für deutlich mehr Nutzbarkeit sorgen soll. Helle Lichteinstrahlung wird sichtbar „geschluckt“. Wenn man jetzt den Umstand von einem anderen Standpunkt aus betrachtet, verlieren die selbstleuchtenden OLED-Pixel aber ein wenig ihre Brillanz, welche eben so einzigartig ist für Panel dieser Art. Hier kann man es je nach eigenem Anspruch betrachten. Als „Alternative“ kann man ggf. zum ASUS PG27AQWP-W greifen, der in vielen Bereichen baugleich (aber auch teurer) ist.
Lichteinfall simuliert mit Punktquelle
Der Aufbau des Standfußes ist ein Kinderspiel, wie gehabt wird dieser in die Halterung eingeklickt. Der untere Sockel wird dann final mit einer Handschraube ohne Werkzeug festgedreht – einfacher geht es nicht. Am Fuß selbst gibt keine Durchführungen oder Ähnliches für Kabel. Ein kleiner Halteclip kann hier flexibel angebracht werden, an dem dann die Anschlusskabel geführt werden können.
Wertige Metallfuß sorgt für sicheren Stand
Halteclip für Kabelstränge
Beim Thema Ergonomie ist der Monitor auch wieder gut aufgestellt. So lässt sich das Gerät dank des flexiblen Standfußes vielfältig verstellen. Er kann 120 mm in der Höhe verstellt werden und kann auch einen Neigungswinkel von 10° nach vorn bzw. 15° nach hinten darbieten. Der Aufbau selbst ist ein Kinderspiel, wie gehabt wird dieser in die Halterung eingeklickt. Zusätzlich lässt sich das Display um seine eigene Achse nach links und rechts drehen sowie auch nach hinten kippen. Exakte Angaben bleibt uns LG allerdings schuldig. Eine Pivot-Funktion ist ebenfalls nicht vorhanden, was konstruktionsbedingt auch gar nicht möglich wäre.
Flexibel in der Ausrichtung dank eigenem Drehgelenk am Monitorfuß
Das Anschlusspanel ist in diesem Fall nach hinten ausgerichtet, was das Anstecken der Kabel etwas erleichtert. Eine Abdeckung gibt es allerdings nicht. Wichtig zu erwähnen: Der Monitor kommt ohne interne Lautsprecher daher. Eine Tonausgabe kann nur über den Klinkenstecker erfolgen.
Auf der nächsten Seite geht es dann weiter mit der Betrachtung des Monitor-Menüs und deren Funktionsumfang.
Menüanzeige / Steuerung
Wie von vielen Iterationen zuvor auch bekannt, steuert man diesen LG Monitor ebenfalls mittels eines kleinen Joysticks an der Unterseite. Die grundlegende Handhabung hat sich auch schon bei vielen anderen Herstellern etabliert. Allerdings hat die Menüstruktur eine Fülle erhalten, dass sich mittlerweile wirklich eine Fernbedienung anbieten würde.
Die Menüstruktur an sich ist wirklich sehr gut und verständlich aufgemacht. Die optische Gestaltung des Menüs ist ganz klar als Gaming-Monitor-Ausführung zu erkennen. Sie beinhaltete alle Informationen, die man als Schnellanzeige, sowie zum Umstellen von Funktionen benötigt.

Speziell im Falle unseres OLED-Testgerätes gibt es im Bereich der Bildeinstellungen auch einen Reiter für „Peak-Helligkeit“, der in drei Unterstufen aufgeteilt ist. Wie sich das in der Praxis auswirkt, findet sich auf den nächsten Seiten ausführlich dokumentiert bzw. wurde analysiert. In Kombination mit dem Profil „Gamer 1“ soll man laut LG auch das beste Bildergebnis beim Gaming erlangen. Dahinter hängt zudem auch eine Vesa HDR500-Zertifizierung.
Da wir zudem ein Display mit selbstleuchtenden Pixeln vor uns haben, hat LG natürlich auch die „Sicherheitsmechanismen“ eingebaut, die wir seit Jahren aus dem TV-Bereich kennen. Die Rede ist von einem Bildschirmschoner, der u. a. einem statischen Einbrennen entgegenwirken will, sowie aber auch die „OLED Image Cleaning“ Funktion. Ähnlich wie im TV-Segment, werden nach dem Ausschalten des Panels, die Pixel „neu geordnet“. Es ist daher dringend zu empfehlen, nicht mit einem Kippschalter zu arbeiten und den Monitor eben nicht "hart" vom Strom zu nehmen. Ein entsprechender Hinweis erfolgt dann, für den Nutzer ohnehin noch mal.
Wie schon von früheren Modellen bekannt, lassen sich kleine „Spielerein“ wie ein Fadenkreuz fest als Overlay einblenden. Der sogenannte Black Stabilizer will die Kontrastwerte justieren, sodass dunkle Bereiche besser ausgeleuchtet werden. Alles keine Neuheiten im LG-Universum, aber mitunter recht nützlich. In Summe alles super aufgebaut und nicht überladen.
Im Desktop-Betrieb mit anliegendem Bildsignal werden dann auch die wichtigsten Parameter angezeigt. Hier wären zum einen die aktuelle Bildwiederholrate zu nennen und ob VRR oder HDR aktiviert sind.
Selbstredend lassen sich auch die Beleuchtungs-Modi des „Hexagon-Lighting“ ausführlich definieren, oder gar abschalten. Auf der nächsten Seite starten wir mit den Messwerten.
Monitortestsystem
Unser Monitortestsystem besteht aus einem Intel Core i9-12900K- auf einem MSI Z690 Uni-Fi und einer MSI RTX 3080 Ti Suprim X. Beim RAM setzen wir auf die Corsair Dominator Platinum DDR5.
Messequipment
Natürlich möchten wir unsere Aussagen auch mit Messwerten untermauern und greifen auf eine verlässliche und transparente Bewertungsgrundlage bei den Messungen zurück. Bei allen Messungen kamen der VideoForge Pro Pattern Generator und der C6 HDR 2000 Colorimeter von Portrait Displays zum Einsatz. Damit ist es möglich, den Monitor zu kalibrieren, zusätzlich können auch unter präzise definierten Angaben verlässliche Vergleichsbasen geschaffen werden, um zum Beispiel Kontrast- oder Helligkeitswerte ermitteln zu können. Als Analyse-Tool wird Calman Ultimate verwendet.
SDR-Messungen
Die Helligkeitswerte wurden in Calman Ultimate gemessen und dokumentiert. In der Vergangenheit war ein immer wiederkehrendes Muster zu erkennen: Fast alle OLED-Monitore konnten überschaubare SDR-Helligkeit vorweisen, mit aktiviertem HDR wurde dann der Turbo gezündet. Der 27GX790B macht dies komplett anders und liefert sehr solide Werte. Im Bereich der OLED-Gaming-Monitore ist das Gerät mit im Spitzenfeld anzutreffen.
SDR ColourChecker (sRGB Profil) - 50% Helligkeit - Peak Brightness "Low"
Die SDR-Messwerte sind bereits als überdurchschnittlich gut einzustufen. Das ermittelte Delta E von 1,57 ist für einen Gaming-Monitor extrem gut. Zudem unterbietet es den Wert den wir beim LG 39GX950B vor kurzem gemessen haben. Grundlegend zur Einordnung dieser Werte: Absolute Spitzen-OLED-TVs erreichen Werte im Bereich von 1,0, was zugleich aber schon extrem nahe an der Farbreferenz ist. Gemessen wurde auch hier mit dem sRGB-Profil bei 30% Helligkeit – ähnlich verfährt man auch im TV-Bereich. Wichtig zu wissen ist darüber hinaus auch, dass dieses und im Allgemeinen betrachtet, die "Gamer-Profile" von Monitoren immer farblich überzeichnet sind. Auf den folgenden Seiten haben wir auch eine ICC-Visualisierung des Farbprofils dargestellt. Mit einem sRGB-Farbprofil ist man hier sehr nahe an der Referenz unterwegs.
SDR Greyscale - Multi - ebenfalls sehr gute Werte
Wie eine Seite zuvor aufgezeigt, bietet der Modi drei Abstufungen bei der Spitzenhelligkeit. High ist klar, Low ebenfalls und bei Uniform, wird der Max-Wert gedeckelt, sodass eine immer gleichbleibende Spitzenhelligkeit anzutreffen ist.
SDR Brightness High
SDR Brightness Low
SDR Brightness Uniform
Die Abweichungen bei der Panel-Ausleuchtung sind ebenfalls messbar. Zwischen „High“ und „Low“ bei der Peak-Brightness liegen hier im Test-Pattern von 1 bis 10% Ausschnitt rund 100 nits. Fullframe ist die Helligkeit identisch. Wer es „homologiert“ mag, der bekommt konstant ~250 nits mit dem „Uniform“ Setting geboten.
Auf der nächsten Seite geht es dann weiter mit den HDR-Messungen.
HDR-Messungen
Die Helligkeitswerte wurden in Calman Ultimate gemessen und dokumentiert. Wie nachfolgend zu sehen, verfolgen fast alle OLED-Monitore ein gleiches Muster: überschaubare SDR-Helligkeit, mit aktiviertem HDR wird dann der Turbo gezündet.
Messequipment
Natürlich möchten wir unsere Aussagen auch mit Messwerten untermauern und greifen auf eine verlässliche und transparente Bewertungsgrundlage bei den Messungen zurück. Bei allen Messungen kamen der VideoForge Pro Pattern Generator und der C6 HDR 2000 Colorimeter von Portrait Displays zum Einsatz. Damit ist es möglich, den Monitor zu kalibrieren. Zusätzlich können auch unter präzise definierten Angaben verlässliche Vergleichsbasen geschaffen werden, um zum Beispiel Kontrast- oder Helligkeitswerte ermitteln zu können. Als Analyse-Tool wird Calman Ultimate verwendet.
Die HDR-Darstellung ist, wie bereits schon angekündigt, ebenfalls auf einem sehr hohen Niveau einzuordnen. Wir erinnern uns: Die Messungen erfolgen im Gamer-1-Profil – jenes ist für ein leicht und bewusst übersättigtes Farbsetting bekannt. Wie auch die Messskala erkennen lässt, hätte die Präzision etwas höher sein können. Die Messkurven untermauern entsprechendes mit vergleichsweise geringen Abweichungen, was auch für die EOTF-Skala zugleich gilt. Gemessen wurde mit „Gamer 1“ und Peak Helligkeit auf „max“ was letztlich diese Werte erzeugt.
HDR-Greyscale - Gamer 1 Profil - "Max Helligkeit - hell"
HDR-Greyscale - Gamer 1 Profil - "Max Helligkeit - low"
HDR Greyscale "Max Helligkeit - uniform"
Variiert man hier und setzt den Reiter der Spitzenhelligkeit auf Low, wird die Farbdarstellung, selbst im Gamer 1 Profil, messbar präziser und überzeichnet weniger. Im ColourChecker ließ sich ein sehr guter Wert von 1,38 (AVG) ermitteln.
Die P3- und BT2020-Farbräume werden ebenfalls auf einem sehr hohen Skalenwert präsentiert, wie man sich momentan auch in aktuellen OLED-TV-Modellen vorfindet. Mehr geht aktuell in diesem Segment kaum.
DCI-P3-Farbraum wird zu 99,9% abgedeckt - besser geht es nicht
BT2020 Farbraum zu 84,1 % abgedeckt
HDR-Spitzenhelligkeit
Bis hierhin ist dauernd die Rede von „Low, High und Uniform“. In Abhängigkeit von den Gaming-Profilen und einigen anderen, lässt sich ein weiterer Reiter ansteuern, der nochmals die Spitzenhelligkeit des Panels regelt. Die daraus resultierenden Ergebnisse sind teilweise schon dokumentiert worden. Im Uniform Setting ist der Wert auf rund 250 nits gedeckelt. In der HDR-Darstellung sind es circa 310 nits. Die High- und Low-Reiter unterscheiden sich in den Ergebnissen dahingehend, dass hier das maximal Mögliche herausgeholt wird.

Drei Modi für Spitzenhelligkeit zur Verfügung
Hat man alle Reiter auf max. gestellt, lässt sich dem Display ein Peak-Wert von 1408 nits (1% Fenster) entlocken. Im „gewöhnlichen“ 10%-Ausschnitt sind es dann immer noch sehr stattliche 744 nits. Im Vollbild (weiß) erreicht der Monitor dann 309 nits.
HDR Brightness High
HDR Brightness Low
HDR Brightness Uniform
Nachfolgend finden sich noch einmal die gemessenen Abschnitte – mit Profil "Gamer 1" und alle Helligkeitsregler aufs Maximum gestellt.
| Peak Luminance | ||
| Peak Luminance Window | 1% | 1408 nits |
| Peak Luminance Window | 2% | 1298 nits |
| Peak Luminance Window | 5% | 870 nits |
| Peak Luminance Window | 10% | 744 nits |
| Peak Luminance Window | 25% | 401 nits |
| Peak Luminance Window | 50% | 339 nits |
| Peak Luminance Window | 75% | 320 nits |
| Peak Luminance Window | 100% | 309 nits |
Im Vergleich zu bisher getesteten Modellen setzt sich der LG 27GX790B natürlich an die Spitze unserer Übersicht:
Blickwinkel
Das Panel selbst ist matt und bietet eine gewohnt erstklassige Blickwinkelstabilität, wie man es von OLED-Derivaten nicht anders erwartet bzw. kennt.
Desktop-Betrieb
Der Monitor ist natürlich auch für Office-Tätigkeiten zu gebrauchen und dank der sehr guten Farbdarstellung, durchaus auch für Bild- und Videobearbeitung. Dank der sehr guten Farbdarstellung dürfte auch der Bild- oder Videobearbeitung nichts im Wege stehen. Aber auch Webanwendungen werden zu keiner Qual. Die 109 ppi sind auf dieser Displaygröße immer noch sehr gut und lassen das Bild knackscharf erscheinen. Allerdings muss man sagen, dass in manchen Teilbereichen der Windows-Darstellung die Schriftarten ein wenig unsauber und ausgefranst erscheinen. Im Menü gibt es dazu ein „Schärfe-Setting“ – damit sollte man versuchen einen guten Kompromiss zu finden. Leider ist im Allgemeinen geurteilt, die Desktop-Schriftdarstellung nicht so gut, wie beim LG 39GX950B der ja bekanntlich mit dem selben Panel ausgestattet ist.
Kleiner subjektiver Eindruck: Dank der knalligen Farben sehen speziell Videos oder besser gesagt, generell Video-Inhalte wunderbar knackig aus. Auf der nächsten Seite geht es dann weiter mit der Darstellung der Feldhomogenität.
Eine der absoluten Spitzendisziplinen des Panels, oder besser gesagt der selbstleuchtenden OLED-Pixel, ist die Farbdarstellung von Bewegtmaterial. Schwarz oder schwarz, ohne Bleeding oder sonstiges. Die Farben und die Bewegungsdarstellung sind punktgenau und einfach überzeugend.
Wie schneidet das Gerät in der Homogenitätsdarstellung ab? Dieser Frage gehen wir auf der nächsten Seite auf den Grund.
Farbraumabdeckung - visualisiert
Das Gaming-Profil hatten wir bereits thematisiert, aber wie sieht das Ganze dann letztlich visualisiert aus? Das kann von unseren 3D-Grafiken abgelesen werden. Die Messergebnisse werden dazu in einem sogenannten ICC-Profil abgespeichert, sodass wir mit einem entsprechenden Viewer (ICC-View) ein Modell dazu erstellen können. Es kommt wieder das bereits o.g. genannte Normlicht-Profil CIE Lichtart D65 bei 160cd/m² sowie eine Leuchtdichte nach ISO 3664 condition P2 zum Einsatz. Die Tonwertkorrektur wird mit dem 2.2 Gamma-Standardprofil versehen. Nachfolgend die Messung mit dem Monitor-Setting „Gamer 1“ erstellt wurde.
sRGB-Profil
Deutliche Bending-Probleme
Jetzt aber zu einem wirklichen Problem. Der Monitor hat eine „merkwürdige“ Art und Weise der GreyScale-Darstellung, die an erste Mini-LED-Monitore erinnert. Wäre es diese Panelart, könnte man meinen, hier werden die einzelnen Dimming-Zonen sichtbar. Fakt ist aber, dass in den besagten dunklen! Grautonbereichen, Querbereichen und einzelnen Karosegmenten über den gesamten Monitor sichtbar werden – siehe dazu auch letztes Bild nachstehend.
Dieser Umstand kann entweder massiv stören oder man gehört zu der Kategorie Anwender, die sich aufs Gaming fokussiert. Wer nämlich mit knalligen Farben agiert, der bekommt davon kaum bis gar nichts mit. Wer allerdings auch viel im Betriebssystem agiert, denjenigen könnte das stören. Ein probates Mittel dagegen wäre die Einstellung einer hellen Menüoberfläche zu wählen.
Ab circa 70% Grautondarstellung werden die "Segmente" sichtbar
Querstreifen und Leuchtsegmente deutlich sichtbar
Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf die Ausleuchtungsgüte des Displays.
Bildhomogenität
Die Bildhomogenität wird in drei Abstufungen (Weiß – 255, Grau- 128 und Dunkel-63) bei maximaler Helligkeit geprüft. Im Ergebnis werden dann etwaige Farbabweichungen in den jeweiligen Bereichen sichtbar. Hier kann aufgezeigt werden, ob das Panel gleichmäßig ausgeleuchtet wird.
Die Ausleuchtungswerte sind als ausgezeichnet zu bezeichnen und es gibt subjektiv empfunden, sowie messbar kaum Unterschiede in den verschiedenen Messtönen zu dokumentieren. Diese Disziplin absolviert der Monitor mit Bravour!
Leuchtdichte-Weiß
Leuchtdichte-Grau
Leuchtdichte-Dunkelgrau
Auf der nächsten Seite gehen wir umfangreich auf das Thema Gaming ein.
Gaming
Die absolute Paradedisziplin dieses Monitors liegt ganz klar im Gaming-Bereich. Kurz und direkt gesagt: Jeder Titel und die Darstellung dessen sind ein absoluter Augenschmaus, der gestochen scharf dargestellt wird. Rein aus dem Bauchgefühl heraus formuliert, gibt es hier keinerlei Anlass zur Kritik. Die 540 Hz in der Bilddarstellung (am PC) versüßen den bisherigen Gesamteindruck. Gerade Rennspiele profitieren von der flüssigen respektive empfundenen Darstellung enorm. Forza 6 sieht einfach grandios aus – Nachtszenen in HDR könnten beispielsweise nicht besser ausgeleuchtet sein. Gleiches gilt aber auch für viele weitere Spieletitel, die man hier aufzählen könnte.
Forza Horizon 6 - perfekte Bilddarstellung
Den krassen Gegenvergleich sieht man dann mit der angeschlossenen XBOX, die trotz der nativ passenden Auflösung, nicht das Qualitätslevel eines potenten Gaming PCs bieten kann. Dennoch ist das Matchup vorhanden und man kann den Monitor perfekt mit einer aktuellen Gaming-Konsole verwenden – beispielsweise für GTA 6 im kommenden November. Selbstverständlich ist die Bildwiederholrate von der Konsole abhängig und somit auf 120 Hz gedeckelt.
XBOX bietet alle Modi - allerdings nicht die native Skalierung
Inputlag (Eingangsverzögerung - BtW)
Mit dem 4K HDMI Video Signal Lag Tester von Leo Bodnar wird die Verzögerung gemessen, die ein Videosignal benötigt, bis es vom Eingang auf dem Monitor angezeigt wird. Diese Verzögerung wird allgemein als Eingangsverzögerung bezeichnet. Die Eingangsverzögerung (Input Lag) ist ein Nebeneffekt der Signalverarbeitung durch den Skalierer im Monitor sowie der internen Elektronik des Bildschirms.
Mit unseren gemessenen 3,5ms (BtW) in 4K rangiert sich der LG 27GX790B immer noch vorn mit ein. Auch wenn die Messung am HDMI-Eingang vollzogen wurde, ist diese auch auf den DisplayPort übertragbar. Diese Messung folgt auch keinem Standard oder ist in irgendeiner Weise mit anderen Messungen (Hochgeschwindigkeitskameras) vergleichbar. Im Alltag ist eine merkbare Verzögerung während des Spielbetriebs, wie die Messungen es unterstreichen, nicht spürbar. Ehrlicherweise aber nicht messen konnten, da entsprechendes Equipment nicht vorhanden ist.
Leistungsaufnahme
Auch den Verbrauch des Monitors möchten wir unter die Lupe nehmen und die nachfolgend dokumentiert ausfallen. Gemessen wurde dabei im Vollbildmodus und mit einer Weißdarstellung.
Neben dem Standby-Verbrauch wird der maximale Verbrauch (max. Helligkeit, FreeSync bzw. G-Sync an) ermittelt. Des Weiteren loggen wir die Leistungsaufnahme in einer üblichen Arbeitsumgebung (Helligkeit bei 160cd/m²) und auch eventuelle Sonderfunktionen, wie zum Beispiel eine zusätzliche Beleuchtung oder eine vorhandene Quick-Charge-Funktion werden, falls vorhanden, mit in die Ergebnisse einfließen.
Kostenauflistung
| Kostenaufstellung - LG 27GX790B | |
| Monitor mit einem Verbrauch von: | 38 Watt |
| Dauer: | 4 Stunden am Tag |
| Dieser Verbrauch findet an: | 5 Tagen in der Woche statt |
| Strompreis: | 0,33 € pro kWh |
| Zeitperiode | Stromverbrauch | Stromkosten |
| pro Tag: | 0,14 kWh | 0,05€ |
| in der Woche: | 0,70 kWh | 0,25€ |
| in 4 Wochen: | 2,80 kWh | 1,00 € |
| im Jahr: | 36,40 kWh | 13,04€ |
| in 5 Jahren: | 182,00 kWh | 65,21€ |
Fazit
Der LG 27GX790B-B aus 2026 stellt die konsequente Weiterentwicklung im OLED-Monitor-Segment dar. Mittlerweile hat der Hersteller seit etlichen Jahren entsprechende Produkte im Portfolio, die mit jeder jährliche Iteration verbessert wurden.
Die aktuellste Panel-Generation, auch Primary RGB Tandem OLED Panel genannt, ist hier maßgeblich für die Bildqualität verantwortlich. Jene Technologie, welche LG schon lange im TV-Bereich verwendet, hat man nun auch in den Monitor-Bereich gebracht und mit weiteren positiven Attitüden versehen. Selbiges Konzept verfolgt man auch mit dem größeren 39-Zoll-Ableger 39GX950B und seinem „5K2K-Ansatz“. Wem das zu teuer und oder zu groß ist, der greift zum 27GX790B-B – so jedenfalls LGs Denkansatz.
Unser Testgerät „kann“ bildtechnisch den aktuellen Olymp im Gaming-Segment darstellen, ganz kritikfrei kommt der Monitor allerdings nicht davon. Wer das Gerät forciert für den Gaming-Einsatz vorsieht, der wird mit einer Augenweide an Bildqualität, Farbtreue, Brillanz und den bekannten OLED-Eigenschaften belohnt, wovon vor Jahren nur zu träumen gewesen wäre. Unterscheiden muss man hier allerdings noch ein wenig zwischen den PC- und Konsolennutzern. Der Zuspieler von Sony oder Microsoft stellen hier aktuell das qualitative Bottleneck dar – der LG Monitor kann auf jeden Fall mehr präsentieren. Ein angeschlossener Gaming-PC offenbart dann das o.g. Qualitätspensum. Die entsprechenden Messwerte im Bereich der Farbwiedergabe und Farbtreue, sowie auch der möglichen Maximalhelligkeit sprechen aktuell für sich.
Etwas eigenartig ist das Darstellungsverhalten im dunklen Grauton, was mitunter störend sein kann. Merkwürdig dabei, dass beim ähnlichen Gerät (LG 39GX950B), welches das vermeintlich gleiche Panel verwendet, eben nicht dieses Verhalten zutage kam. Hier muss man sich klar sein, ob dieser Umstand für einen persönlich erträglich oder eher störend ist. Wie gesagt, der Monitor bringt fantastische Bildeigenschaften mit, hat aber eben diese kleine, aber sehr markante Schwachstelle vorzuweisen. Ein paar Abstriche muss man ggf. auch bei der Textdarstellung im Betriebssystem in Kauf nehmen, die eben nicht immer so knackscharf ist, wie man es von anderen Geräten kennt.
Wer mit diesem Umstand leben kann, der bekommt ein grandioses Gaming-Gerät an die Hand, das mit vielen Vorzügen glänzen kann.
Preislich muss man immer noch mit stolzen 750 Euro kalkulieren, die LG dafür haben möchte. Empfehlung: Man sollte öfter direkt beim Hersteller in den Online-Shop schauen, hier gibt es den Monitor auch zum Angebots-Preis.
LG UltraGear 27GX790B-B - OLED
- hohe Verarbeitungsqualität
- Standfuß bietet einige flexible Einstellungen
- schicke, moderne Optik
- Hervorragende Bildpräzision / Farbtreue
- grandioses Bild für Gaming-Darstellung (PC)
- sehr hohe Helligkeitswerte
- Farbwiedergabe / sRGB-Farbräume
- schickes Menü / Umfang
- Nvidia G-Sync / AMD FreeSync
- Dual-Mode: 520 Hz / 720 Hz
- Pivot-Funktion
- Deutlich sichtbare Bending-Probleme bei Dunkelgrau
- in Windows vereinzelt unscharfe Textdarstellung
- externes Netzteil
- USB-C nur mit 5 Watt PD
- leichte Schwächen bei Textdarstellung




























