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Test: Seagate Wireless Plus 2TB (STCV2000200)

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Geschrieben von Martin Nürnberger
Veröffentlicht: 22. Juli 2014

seanegate-wireless-p-newsDurch die ständig wachsende Anzahl mobiler Geräte steigt gleichzeitig der Bedarf an mobilen Datenspeichern, die im Idealfall sogar ohne nervige Kabelverbindungen für den Strom- und Datenfluss betrieben werden können. Mit diesen Lösungen können zum einen die Speichergrenzen einzelner Devices überwunden und zum anderen Daten zentralisiert werden. Seagate hält für die interessierte Käuferschicht ein Produkt bereit, dass auf den Namen Wireless Plus hört und großzügige zwei Terrabyte über WLAN an mehrere Teilnehmer streamen kann. Wir haben uns die Seagate Wireless Plus genauer angesehen und berichten über das Ergebnis im folgenden Testbericht.

Als kundenorientierter Hersteller von Festplattenlösungen hat Seagate ein Produkt entwickelt, das es dem Käufer ermöglicht kabellos und mit Akkubetrieb (und somit völlig mobil und kabelfrei) auf einen großen Datenspeicher zuzugreifen. Das Besondere daran ist, dass von der Nutzung dieser Möglichkeit theoretisch keine Geräte (außer dem Windows Phone) ausgeschlossen sind, da als Transportweg WLAN (IEEE 802.11 b/g/n im 2,4 GHz Frequenzbereich) verwendet wird. Der Name dieser Speicherlösung lautet Seagate Wireless Plus und ist in drei verschiedenen Speichergrößen erhältlich.

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Für alle gängigen Smartphones und Tablets stellt Seagate die Media-App zur Verfügung, über die der Zugriff auf die Dateien gewährleistet wird. Damit können Daten gestreamt aber auch hochgeladen werden, was acht gleichzeitig verbundenen Geräten möglich ist. Alternativ steht die auf Touch-Bildschirme ausgelegte Weboberfläche bereit, welche über jeden Browser bedient werden kann. Auf die Kompatibilität der Dateiformate sollte jeder Benutzer selber achten, da der integrierte Player nur die Formate wiedergeben kann, welche standardmäßig oder durch eine Drittsoftware (bei iOS-Geräten zum Beispiel der ACE-Player) unterstützt werden.

Dank DLNA (Digital Living Network Alliance) Unterstützung kann die Wireless Plus in die heimische Unterhaltungselektronik eingebunden werden und somit Musik, Bilder und Videos auch auf kompatiblen Fernsehern (z.B. Smart-TV) und Konsolen wiedergeben.

Die Wireless Plus ist nach eigenen Angaben nicht für den professionellen Einsatz (etwa in Büros) vorgesehen, also nicht für den Dauereinsatz und nicht für die intensive Nutzung. Der Akku soll je nach Konfiguration und Nutzung bei ununterbrochenem Streaming bis zu 10 Stunden durchhalten, im Standby sind es 25 Stunden. Laut Hersteller ist der Akku in drei bis vier Stunden am mitgelieferten Netzteil geladen (wiedersprüchliche Angaben zwischen Bedienungsanleitung und FAQ), über USB 3.0 sind es schon neun Stunden. Die Reichweite des WLAN wird mit 46 Meter festgesetzt, was durch die Hersteller häufig unter Laborbedingungen bestimmt wird. Die Nutzkapazität beträgt bei dem uns vorliegenden 2 TB Modell etwa 1,81 TB. Für Mac OS stellt Seagate einen separaten Treiber auf der Homepage bereit, damit die Wireless Plus mit seinem NTFS-Dateisystem auch dort reibungslos verwendet werden kann.

 

Für unseren Test hat uns Seagate freundlicherweise ein Exemplar der Seagate Wireless Plus mit 2TB Speicherkapazität zur Verfügung gestellt. Dafür und für das damit entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns recht herzlich.

Autor: Martin Nürnberger

 


 

Lieferung und äußere Erscheinung

Wer andere Produkte von Seagate gesehen hat wird in der Verpackung der Seagate Wireless Plus eine Linie bei der Gestaltung wiederfinden, wie sie auch bei jüngst erschienenen Speicherlösungen wie der Backup Plus Fast und der Portable Slim zu erkennen ist. Es handelt sich um einen weißen und sehr stabilen Karton mit matter Oberfläche, auf dessen Vorderseite der Produktname „Wireless Plus“ sowie die Produktabbildung als glänzende Prägung aufgedruckt sind. Rundum stehen sehr viele Informationen zum Produkt, dessen Fähigkeiten und Kompatibilitäten. Darin wiederum befindet sich eine schwarze, stabile Pappschachtel, in der die externe Festplatte samt Zubehör untergebracht ist. Alle Materialien wirken stets hochwertig und tragen so zu einem sehr positiven Ersteindruck bei.

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Als Zubehör legt Seagate ein USB-Kabel (Micro USB 3.0), ein Netzteil mit USB-Anschluss (Output: 5V 2A) und zwei Adapter für ausländische Steckdosen bei. Außerdem hilft eine Kurzanleitung im Papierformat bei der Ersteinrichtung der Seagate Wireless Plus, welche mehrsprachig ausgelegt ist.

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Das Festplatten-Gehäuse besteht rundum aus Kunststoff, wobei der Körper eine schwarze und die Oberseite (Deckel) eine graue Färbung besitzt. Alle Oberflächen sind matt, was sich aufgrund der positiven Haptik bei sehr vielen Produkten in diesem Bereich durchgesetzt hat. So auch bei der Seagate Wireless Plus, was in Kombination mit den abfallenden Kanten eine sehr angenehme Griffigkeit erzeugt. Am Boden besitzt das Gehäuse vier Gummifüße, die ihr eine sehr gute Standfestigkeit liefern. An der Oberseite deuten zwei LEDs auf unterschiedliche Situationen hin: Die WLAN-LED leuchtet im WLAN-Betrieb Blau und im USB-Betrieb Weiß. Die Power-LED leuchtet im Betrieb Grün und während der Ladevorganges Orange. Bei einer verbleibenden Akku-Laufzeit von 20 Minuten leuchtet sie Rot. Der Power-Button an der Seite nahe den LEDs dient dem Ein- und Ausschalten.

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Was wir vom Inneren wissen

Dank der „Seagate SeaTools for Windows“ konnten wir die interne Festplatte ermitteln. Demnach kommt eine Samsung Spinpoint M9T (ST2000LM006) zum Einsatz, die mit 5.400 U/Min dreht und einen 32 MB großen Cache verwendet. Wer glaubt Seagate würde dabei auf eine Festplatte eines Mitbewerbers zurückgreifen der täuscht sich. Im zweiten Quartal 2011 übernahm Seagate die Festplattensparte von Samsung für über eine Milliarde US-Dollar, was die Anzahl von Festplattenherstellern auf dem Markt weiter sinken ließ und das öffentliche Auftreten von Seagate weiter gestärkt hat.

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Technische Daten

  Seagate Wireless Plus
Modellbezeichnung STCV2000200
Schnittstelle USB 3.0, WLAN 802.11b/g/n
verfügbare Kapazitäten 500 GB / 1 TB / 2 TB
Eigenschaften
Enthaltene HDD Samsung Spinpoint M9T (ST2000LM006)
Formfaktor
2,5 Zoll
Konnektivität WLAN max. 72 Mbit/s bei WLAN 802.11n (20MHz)
Garantiezeit
2 Jahre beschränkte Garantie
Kompatibilität

Windows ab XP, Mac OS X ab 10.6, iOS ab 4.3, AirPlay, Android ab 2.3, Kindle Fire
und alle Geräte mit Wi-Fi Schnittstelle und Webbrowser
Abmessungen und Gewicht
Breite x Höhe x Länge (mm) 89 x 21 x 126,5
Gewicht
276 g

 

 



Installation und Konfiguration

Anhand der Kurzanleitung wird dank wenig Text und dafür aussagekräftiger Abbildungen schnell deutlich, welche Möglichkeiten zur Inbetriebnahme und Erstbenutzung bestehen. Das ist (A) die Verbindung über jedes beliebige und WLAN-fähige Endgerät oder (B) über eine App namens „Seagate Media App“ für Smartphone und Tablet. Theoretisch könnte man natürlich auch mit einem Tablet oder Smartphone ohne App über Möglichkeit (A) vorgehen, schließt aber die Möglichkeit des Hochladens von Dateien auf den Speicher aus.

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Sowohl über die „Seagate Media App“ als auch über das Webinterface der Wireless Plus erhält man die Möglichkeit sehr viele Einstellungen vorzunehmen. Durch die Vielfältigkeit der Möglichkeiten die Wireless Plus in ein Netzwerk zu integrieren entstehen neben der sehr guten Flexibilität für Fortgeschrittene unter Umständen erste Verständnisschwierigkeiten für Einsteiger die nicht direkt erkennen, welches Setup das optimale für sie ist. Als kleinen Leitfaden möchten wir daher die beiden wohl häufigsten Szenarien nachbilden und die nötigen Schritte zeigen. Es handelt sich dabei natürlich nur um eine Empfehlung.

 

Szenario 1: Wireless Plus mit vollem Zugriff einbinden

 

  • Verbindung zur Seagate Wireless Plus über die App oder das Webinterface herstellen
  • Einstellungen > General > Language auf "Deutsch" ändern
  • Einstellungen > Netzwerk > Kennwort aktivieren
    • Möglichst WPA2-PSK[AES] wählen. Falls ältere WLAN-Geräte vorhanden sind, die nur WPA unterstützen den Mixed-Modus WPA-PSK[TKIP]+WPA2-PSK[AES] wählen. Möglichst sicheres Kennwort aus Buchstaben und Zahlen angeben (mind. 8 Zeichen)
  • Verbinden mit Netzwerk > SSID eures Routers wählen > Kenntwort eingeben
    • Häkchen bei „Mit diesem Netzwerk automatisch verbinden“ setzen
    • Kein Häkchen bei „Netzwerk sichern“ setzen

Jetzt ist die Seagate Wireless Plus als Client im WLAN-Router angemeldet. Egal, ob ein Tablet, Smartphone, PC oder Notebook nun mit dem Heim-WLAN (meist der Internet Router vom Provider) oder mit der Wireless Plus verbunden ist – die Verbindung zu den Daten und zum Internet sind in jedem Fall möglich.

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass jeder Teilnehmer im heimischen WLAN vollen Zugriff auf die Daten der Wireless Plus hat, da keine weitere Anmeldung stattfindet, wie das zum Beispiel bei vollwertigen NAS-Systemen durch entsprechende Rechtevergabe der Fall wäre. Ist das nicht gewünscht bleibt als Alternative nur das folgende Szenario 2 mit Zugriffssperre.

 

 Szenario 2: Wireless Plus ohne Zugriff durch Dritte einbinden

 

  • Verbindung zur Seagate Wireless Plus über die App oder das Webinterface herstellen
  • Einstellungen > General > Language auf "Deutsch" ändern
  • Einstellungen > Netzwerk > Kennwort aktivieren
    • Möglichst WPA2-PSK[AES] wählen. Falls ältere WLAN-Geräte vorhanden sind, die nur WPA unterstützen den Mixed-Modus WPA-PSK[TKIP]+WPA2-PSK[AES] wählen. Möglichst sicheres Kennwort aus Buchstaben und Zahlen angeben (mind. 8 Zeichen)
  • Verbinden mit Netzwerk > SSID mit Internetzugriff wählen > Kenntwort eingeben
    • Häkchen bei „Mit diesem Netzwerk automatisch verbinden“ setzen
    • Häkchen bei „Netzwerk sichern“ setzen

Wie in Szenario 1 ist die Wireless Plus nun ein Client am WLAN-Router. Allerdings unterscheidet sich Szenario 2 dahingehend, dass kein Zugriff von anderen WLAN-Teilnehmern auf die Wireless Plus erlaubt ist. Möchte man nun also auf die Daten und gleichzeitig auf das Internet (über das fremde WLAN wo auch immer) zugreifen muss am Endgerät als Zugangspunkt die SSID des Wireless Plus gewählt werden.

 

Weitere Anmerkungen

 

Die Geräte, auf denen Inhalte wiedergegeben werden sollen, sollten möglichst direkt mit der Wireless Plus über WLAN verbunden sein, um die bestmögliche Performance zu erhalten. Müssen die Daten nämlich erst über den Internet-Router zur Wireless Plus übermittelt werden, stellt dieser eine Netzwerkbrücke dar, was eine Verringerung der Sende- und Empfangsleistung mit sich bringt und die Wiedergabe verzögern könnte.

Da die Wireless Plus als Client in eurem Netzwerk angemeldet ist besteht natürlich immer die Möglichkeit über die IP, welche sie vom DHCP-Server (meist der Internet-Router des Providers) zugewiesen bekommen hat, im Explorer zuzugreifen und direkt Dateien zu verändern (z.B. vom PC, der per LAN-Kabel am Router betrieben wird). Voraussetzung: der Zugriff aus dem Netzwerk wurde nicht unterbunden (Szenario 1 würde diesem Fall entsprechen). Bei direkter Verbindung ist die Wireless Plus über die IP-Adresse 172.25.0.1 (oder über den DNS-Namen "seagatewireless.com") erreichbar.

Wenn bei der Vergabe des WLAN-Kennwortes auf der Wireless Plus als Verschlüsselung WPA+WPA2 gewählt wurde sollte am Endgerät geprüft werden, ob dort idealerweise WPA2 als Verschlüsselung für die Verbindung gewählt werden kann. Wenn ja, empfielt es sich diese auch zu verwenden, denn per WPA-Verschlüsselung kommt keine WLAN 802.11n Verbindung zustande, sondern nur WLAN 802.11g. Die maximale Transferrate liegt hier bei 54 Mbit/s, was eine geringere Übertragungsgeschwindigkeit bedeutet.

Ist die Seagate Wireless Plus über USB mit einem PC oder Notebook verbunden steht die Verbindung über WLAN nicht mehr zur Verfügung. Die WLAN LED am Gehäuse verändert sich von Blau in Weiß und zeigt damit zuvor beschriebenen Zustand an.

Bei Misslingen der Konfiguration oder Vergessen der Kennwörter können durch einen gezielten Druck (mit Hifle einer Büroklammer) der Reset Taste an der Unterseite des Gehäuses die Werkseinstellungen geladen werden. Davon betroffen sind nicht die Dateien, die sich auf dem Speicher befinden, sondern nur die Einstellungen des WLAN und der Kennwörter.

Um die Störung durch umliegende WLAN-Netze zu verringern wäre eine automatische wahl des Kanals sehr hilfreich. Stattdessen scheint sich die Wireless Plus immer auf Kanal 1 breit zu machen, was zu Problemen bei der Verbindung führen kann, falls bereits ein anderes WLAN auf diesem Kanal funkt.

 


 

Unser Datenträger Testsystem für die Messungen

Auf der Basis eines aktuellen Testsystems mit möglichst hohem Praxisbezug stellen wir die Messergebnisse der Seagate Wireless Plus vor. Wir verwenden dabei bewusst das Ende Oktober 2012 erschienene Microsoft Windows 8 mit Update auf 8.1 als Betriebssystem, da es zukünftig auf den meisten PC-Systemen zum Einsatz kommen wird. Die ausführliche Konfiguration kann im Artikel zum Datenträger Testsystem nachgelesen werden.

 

 

Intel Z77-Datenträger-Testsystem

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Prozessor:
Intel Core i7-3770K (Retail)
Mainboard: Gigabyte Z77MX-D3H
Kühlung: EKL-Stock Kühler
SSD: Kingston HyperX 3K - 240 GB
RAM:
4 x 4 GB Kingston HyperX (KHX1600C9D3/4G) @ 1600 MHz
Netzteil: beQuiet Pure Power L8-CM 430W
Grafikkarte:
Intel HD Graphics 4000 (onboard)
WLAN-Modul:
FRITZ!WLAN USB Stick N v2 (20002571)
Betriebssystem: Microsoft Windows 8.1 Pro x64
   

 

Als WLAN-Modul haben wir uns für den FRITZ!WLAN USB Stick N v2 entschieden. Dieser kann dank WLAN 802.11n Verbindungen über mehrere Datenströme aufbauen und somit Übertragungsraten von brutto 300 Mbit/s erreichen.

 


 

Benchmark im WLAN- und USB-Betrieb

Kopier-Benchmark über USB 3.0

 

Wie bei unseren anderen Tests von externen Festplatten (etwa der Seagate Backup Plus Fast oder der Seagate Portable Slim) verwenden wir auch bei der Wireless Plus die Methode mit robocopy. Dieses nützliche Programm, welches eine Komponente von Windows darstellt, ermöglicht uns sehr präzise Auswertungen der Kopiervorgänge. Neben der benötigten Dauer wird außerdem die Transferrate sehr genau ausgegeben, sodass wir am Ende zumindest die menschlichen Messfehler ausschließen können. Für den Test haben wir das command "robocopy C:\Quelle E:\Ziel /e /copyall" angewendet. Da robocopy inkrementelle Kopien anfertigt muss nach jedem Durchlauf das Ziel gelöscht werden, damit es anschließend ganz neu erstellt wird.

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Im USB-Betrieb an einer USB 3.0 Schnittstelle platziert sich die Wireless Plus wie erwartet zwischen der kleineren Portable Slim und der Backup Plus Fast, welche aufgrund ihres RAID 0 Verbundes nicht einzuholen gewesen wäre.

 

Kopier-Benchmark über WLAN

 

Für die Messung über WLAN haben wir den altbewährten Weg gewählt und die Menge der Daten durch die Dauer des Kopiervorganges geteilt. Die Kopiervorgänge wurden allesamt vorzeitig durch uns beendet, da eine Einschätzung ziemlich zeitnah möglich war. Die Transferraten über die WLAN-Schnittstelle der Wireless Plus waren etwas unterirdisch. Bei direkter Verbindung blieben wir bei allen Durchgängen zwischen 3 und 4 MB/s, egal ob die Quelle ein Smartphone, ein PC oder ein Notebook war.

Entsprechend lange dauerte das Hochladen von Inhalten und führte über kurz oder lang zu Unmut. Den Flaschenhals bildet dabei ganz klar die WLAN-Verbindung, die dank nur eines Datenstromes bei WLAN 802.11n leider nicht mehr hergibt. Seagate wäre gut damit beraten bei zukünftigen Modellen mehrere Datenströme zu bündeln, um die Leistung des WLAN-Durchsatzes zu verbessern. Schließlich besteht die Besonderheit von WLAN 802.11n darin dies tun zu können, wovon bei der Wireless Plus allerdings kein Gebraucht gemacht wird. Seagate empfielt bei zu langsamen Transferraten die Daten per USB 3.0 auf die Festplatte zu kopieren, was leider einigen Endgeräten vorenthalten ist.

 


 

Praxistest

Die Seagate Wireless Plus soll bis zu acht gleichzeitige Teilnehmer zulassen, die von ihr streamen dürfen. Neben einfachen Prüfungen wie beispielsweise der Reichweite und dem Abspielen von Videos wollen wir wissen, wie gut die Seagate Wireless Plus folgenden drei Endgeräten zusammenarbeitet: einem iPhone 4S mit iOS 7, einem Huawai P6 Smartphone mit Android 4.4 und einem Ultrabook UX31A von ASUS mit Windows 7. Die Geräte sind während des Tests direkt mit dem WLAN der Wireless Plus verbunden, um die bestmögliche Übertragungsleistung zu erreichen. Die Geräte sind durchweg mit der höchsten Bitrate verbunden (WLAN 802.11n) und zeigen alle eine Verbindungsgeschwindigkeit von 60 bis 72 Mbit/s. Wir gehen also zu diesem Zeitpunkt von der maximal möglichen Leistung aus. Die Geräte befinden sich  im selben Raum. Es sind maximal drei weitere WLAN-Router und drei DECT-Telefone in unmittelbarer Umgebung aufgestellt, sodass die Summe der Störer als normal bezeichnet werden kann.

 

Wiedergabe von Musik, Bildern und Videos

 

Bei der Wiedergabe von Inhalten verwenden wir für jedes Smartphone die entsprechende App, auf dem Ultrabook das Webinterface. Für den Test haben wir uns zunächst an die Beispieldateien gehalten, welche im Auslieferungszustand bereits auf dem Speicher liegen. Bilder und Musikdateien werden problemlos dargestellt und zügig aufgerufen. Auch das beiliegende HD-Video „Fire“ läuft auf allen drei Geräten parallel und ohne Unterbrechungen.

Den Genuss von Full-HD Videos mit 1080p sollte man gleich von der Wunschliste streichen, da die dafür erforderlichen Übertragungsraten durch die Wireless Plus schlichtweg nicht erreicht werden können. Liegen Videos also in entsprechend hoher Qualität vor kommt man um eine Konvertierung selbiger nicht rum, um sie konsumieren zu können. Dabei sollte man sich an folgende Werte als Obergrenze halten, wenn man die vorliegenden Beispieldateien als Referenz betrachtet: HD-Auflösung  (1280x760), Gesamtbitrate 3.000 Kbit/s, 30 fps, Audiobitrate 160 kBit/s. In den FAQ finden wir den Hinweis, dass die Wireless Pro HD-Videos mit bis zu 10 Mbit/s streamen kann. Ebenfalls finden wir den Hinweis, dass es maximal möglich ist HD-Videos auf drei Endgeräten gleichzeitig zu streamen, was wir mit unserem Test bestätigen können. Damit dürften die Grenzen für dieses Vergnügen klar definiert sein.

 

Akkulaufzeit

 

Wie lange die Wireless Plus beim Abspielen von HD-Videos und Musik-MP3s durchhält haben wir in der Praxis geprüft. Der Hersteller gibt eine Dauer von 10 Stunden an, wobei diese Angabe natürlich vom gestreamten Inhalt abhängig ist. Videos verwenden üblicherweise höhere Bitraten, was ein höheres Sendevolumen mit sich zieht. Unser Endgerät/Teilnehmer (Smartphone) war direkt mit der Wireless Plus verbunden und hat in einem ersten Durchlauf ununterbrochen ein HD-Video abgespielt. In einem zweiten Durchlauf wurden MP3-Dateien in einer Dauerschleife wiedergegeben.

Das Ergebnis zeigt, dass die Wireless Plus in der Lage ist für etwa 3 Stunden 30 Minuten mit HD-Video Unterhaltung zu sorgen. Hinsichtlich der Wiedergabe von Musik im MP3-Format übersteht sie eine Abspieldauer von etwa 6 Stunden 30 Minuten. Damit liegt sie leider großzügig unter der Angabe des Herstellers, was allerdings auch keine große Überraschung ist. Schließlich entsprechen unser Testaufbau und die Bedingungen nicht denen von Seagate.

 

WLAN: Reichweite und Stabilität

 

Um die Reichweite zwischen der Seagate Wireless Plus und einem Endgerät (in diesem Fall das eingangs erwähnte Notebook) auszuloten haben wir unter Zuhilfenahme der Freeware Vistumbler unsere Position innerhalb einer gewöhnlichen Erdgeschosswohnung verändert und die Abnahme der Signalstärke beobachtet. Seagate gibt die maximale Reichweite mit 46 Meter an. Über eine Entfernung von etwa acht Metern und durch zwei Zimmerwände aus Gasbetonsteinen zeigte unsere Messung eine restliche Signalstärke von 40 Prozent, das WLAN-Symbol in der Taskleiste sank von fünf auf zwei Balken herab.

Das anschließende Abspielen des HD-Videos „Fire“ auf dem Notebook (zu diesem Zeitpunkt als einziger Nutzer des Streams) wurde durch mehrere Puffervorgänge unterbrochen, was den Genuss etwas schmälerte. Keine Probleme auf dieser Entfernung sind Bilder und Musikdateien von üblicher Größe. Deshalb lautet unsere Empfehlung die Wireless Plus besser immer im selben Raum zu betreiben, in dem auch das Endgerät platziert ist, auf das gestreamt werden soll.

Ist die Signalstärke gut genug läuft der Stream auch ohne Unterbrechung durch. Dafür haben wir einen längeren Film (1 Stunde 43 Minuten) in HD-Auflösung (Bitraten in etwa wie beim Demo-Video „Fire“) auf dem Android Smartphone durchlaufen lassen und waren am Ende sehr zufrieden.

 


 

Fazit

Seagate wird mit der Wireless Plus all denjenigen eine Freude machen, die von den Speichergrenzen ihrer mobilen Endgeräte genervt sind. Auf der externen Festplatte mit zwei Terrabyte, WLAN und Akku-Betrieb ist genügend Platz für stundenlangen Film- und Musikgenuss – bis schlussendlich der Akku zur Neige geht. Für den Fall helfen dann nur noch Akku-Packs mit USB-Anschluss, um das Vergnügen aufrecht zu erhalten.

Die Leistung der Wiedergabe auch auf mehrere Geräte gleichzeitig unterliegt maßgeblich dem Datendurchsatz der WLAN-Verbindung. Entsprechend empfiehlt es sich die Reichweite möglichst gering zu halten und die Direktverbindung vom Gerät zur Wireless Plus vorzuziehen, auch wenn der Zugriff über andere Netzpläne funktionieren würde.

Der schwerste Negativpunkt der Wireless Plus ist die mangelnde Übertragungsgeschwindigkeit der WLAN-Schnittstelle. Hier erreichen wir nur selten die Marke von 4MB/s. Das genügt, um einen HD-Film auf drei Endgeräte zu streamen, wie wir im Test zeigen konnten. Danach ist aber auch schon Schluss, denn Kopiervorgänge über WLAN egal in welche Richtung werden zur absoluten Geduldsprobe. Videos mit höherer Auflösung und Bitrate müssen auf jeden Fall konvertiert werden, damit sie flüssig zu den Abspielgeräten gestreamt werden können. Andere kleinere Dateiformate wie Bilder, Musik und Dokumente machen da weniger Probleme und öffnen (je nach Dateigröße) mehr oder minder zügig.

Insgesamt halten wir das Konzept für sehr gelungen und die Gerätekompatibilität für sehr großzügig. Die große Aufgabe von Seagate dürfte es nun sein mehr WLAN-Performance in diese doch recht kompakte Bauform zu zaubern. Erhältlich ist die Festplatte u.a. bei Amazonhttps://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3.

 

Seagate Wireless Plus STCV2000200 (2TB)
Mobiler Datenspeicher mit hoher Kapazität und maximaler Kompatibilität, leider mit geringem WLAN-Durchsatz, 22.07.2014

Datenträger Testberichte Hersteller-Homepage Im Geizhals-Preisvergleich ab ca. 175,- EUR
Pro Contra finisher

+ gute Leistungswerte über USB 3.0
+ sehr gute Gerätekompatibilität
+ Konzept erlaubt hohe Flexibilität

- WLAN Übertragungsraten gering


 

Insgesamt halten wir das Konzept für sehr gelungen und die Gerätekompatibilität für sehr großzügig. In Anbetracht der beschnittenen Leistung der WLAN-Schnittstelle wird der Genuss allerdings eingeschränkt, sodass wir der Seagate Wireless Plus unseren begehrten Silber-Award verleihen möchten.

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