Als weiteren Ableger aus dem aktuellen Produkt-Lineup stellt sich von Biostar das Hi-Fi Z97Z7 vor. Wie der Produktname es schon suggeriert, will der Hersteller einmal mehr mit „besseren“ Hi-Fi-Bauteilen überzeugen. Des Weiteren zielt die Platine klar auf die preisbewussten Käufer ab, welche auch bereit sind für den einen sehr guten Preis, einigen Ausstattungs-Features zu "opfern". Ob das vom Hersteller gesteckte Unterfangen als geglückt angesehen werden kann, wird im nachfolgenden Testbericht klargestellt.

Die Spezifikationen
Der von Biostar schon fast gewohnt schmale Lieferumfang, sticht sicher nicht aus der Masse heraus und bringt lediglich das Nötigste mit. Neben vier SATA-Kabel mit Nasenhalterungen, befinden sich lediglich noch eine einfache Backpanel-Blende, die Treiber-DVD und die üblichen Beipackzettel samt Handbuch mit im Karton.
| Biostar Hi-Fi Z97Z7 im Überblick | |
|---|---|
| Mainboard-Format | ATX |
| Bezeichnung | Biostar H-Fi Z97Z7 |
| Sockel | Sockel 1150 (LGA1150) |
| Preis | 110,00 EUR |
| Hersteller-Homepage | http://www.biostar.com.tw |
| Chipsatz-Eckdaten | |
| Chipsatz | Intel Z97 Express-Chipsatz |
| Speicherbänke und Typ | 4x DDR3 (Dual-Channel) |
| Arbeitsspeicher (RAM) | max. 32 GB |
| SLI / CrossFire | AMD-CrossFireX (2-Way) |
| Features-Keyfacts | |
| PCI-Express | 1x PCIe 3.0 x16 (x16, x8/x8,) 1x PCIe 2.0 x16 (x4) 2x PCIe 2.0 x1 |
| PCI | 2x PCI Slot |
| Serial-ATA-, SAS- und ATA-Controller | 6x SATA 6G (RAID 0/1/5/10) 1x SATA Express 10GBit/s (belegt 2x SATA 6G -Z97) 1x M.2 bis zu 10 GBit/s |
| USB | 6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Front-Header) 6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Front-Header) |
| Grafikschnittstellen | 1x DVI 1x VGA 1x HDMI |
| WLAN / Bluetooth | - |
| Thunderbolt | - |
| LAN | Realtek RTL8111GR - 10/100/1000 GBit Controller |
| Audio | 7-Channel Realtek ALC892 Audio Codec |
Detailansicht / Features
Anders als beim Hi-Fi Z97WE, welches sich noch in einem knalligen Gelbton zeigte, geht man mit dem Z97Z7 wieder einen großen konservativen Schritt ein. Der grundlegende Aufbau ist im Vergleich zum Hi-Fi Z97WE ziemlich identisch. Die zwei PCI-Express-Stecker werden von zwei weiteren PCI-Express (x1) Ports umrahmt. Hinzu kommen noch zwei weitere PCI-Slots. Sound-, WLAN- oder Bluetooth-Karten sollten also problemlos unterzubringen sein. Neben dem ATX-Stromstecker befindet sich der nicht gewinkelte USB 3.0-Frontheader.
Einige weitere interessante Features lassen sich wieder am unteren Ende der Platine ausmachen. Dazu zählt unter anderem der vom Hersteller benannte Audio-Bereich, welcher mit hochwertigen Audio-Wandlern, extra Verstärkerchips und einer sogenannten Isolation Line versehen ist. Diese wird während des Betriebs optisch ansehlich in Szene gesetzt bzw. beleuchtet. Unter der rot leuchtenden Abdeckung des verbirgt sich im Übrigen ein Realtek ALC892 Audio-Chip. Direkt daneben befindet sich die Fülle an Front-Header-Anschlüssen, welche mit kleinen „Rahmen“ versehen sind. So soll der Anschluss erleichtert werden.
Zwischen den beiden PCI-Express-Slots hat auch wieder eine M.2-Schnittstelle Platz gefunden. Wie mitunter bekannt sein sollte, ist der Z97-Chipsatz im Bereich des Datendurchsatzes auf 10 GBit limitiert. Wir gehen im Verlaufe des Praxistests aber noch einmal genauer auf diesen Bereich ein. Die aus der Vergangenheit bekannten Start- und Reset-Button hat der Hersteller wieder mit verbaut.
Der Chipsatz-Kühler hinterlässt einen wertigen Eindruck, ist aber nur per Clips mit der Platine verbunden. Die sechs SATA 6G Anschluss-Ports sind allesamt abgewinkelt, zwei davon münden im SATA-Express-Stecker. Den USB-3.0-Frontheader hat man hingegen nicht abgewinkelt.
Beim Blick auf das Backpanel fällt einmal mehr auf, dass sich Biostar wieder selbst ins Fleisch geschnitten hat. An der „Hi-Fi-Platine“ fehlt jegliche Form des digitalen Lautsprecherausgangs. Dies müssen abermals die sechs 3,5 Klinkenstecker übernehmen.
Des Weiteren finden sich vier USB 3.0 Anschlüsse und zwei USB 2.0 Schnittstellen auf der Rückseite des Mainboards. Auch einen PS2-Anschluss hat man mit aufgelötet. Für die Bildausgabe stehen ein HDMI-, DVI- und VGA-Port zur Verfügung.
Testsystem im Überblick
Das gesamte Testsystem wird als offener Aufbau realisiert und durch die zu testenden Mainboards immer ergänzt. Bei der Stromversorgung wird auf ein Seasonic X-1050 gesetzt. Für ausreichenden Leistungspuffer ist also gesorgt. Als zentrale Recheneinheit fungiert ein Intel Core i5-4670K mit einem Retail-Stepping. Als Datenträger setzen wir auf eine solide Kingston SSDNow V+ 200 240GB. Nachfolgend haben wir das Setup noch einmal komplett in der Übersicht aufgelistet.
Intel (S. 1150)Haswell-Testsystem | | |
| Prozessor: | Intel Core i5-4670K (Retail) | |
| Mainboard: | Biostar Hi-Fi Z97Z7 | |
| Kühlung: | Noctua NH-D15 | |
| RAM: | 2x4GB Kingston HyperX Fury @ 1866MHz | |
| Netzteil: | Seasonix X-1050W | |
| Grafikkarte: | Club 3D HD 7870 Royal Queen | |
| Betriebssystem: | Windows 7 x64 | |
| Grafiktreiber: | CCC 14.1 |
Kühlermontage
Bei der Kühlermontage haben wir auf ein bewährtes Modell aus dem Hause Prolimatech zurückgegriffen. Trotz des Alters hat der Megahalems genügend Leistungsreserven, um einen reibungslosen Betrieb zu ermöglichen. Die Montage erfolgte ohne jegliche Probleme. Die Kühler um den CPU-Sockel herum sind gut platziert und stören keineswegs. Jedoch sollte vor dem Kauf eines entsprechenden Kühlers auf jeden Fall ein Blick in die jeweilige Kompatibilitätsliste geworfen werden. Für den Praxistest selbst, mussten wir aus organisatorischen Gründen auf einen Noctua NH-D15 zurückgreifen.
Overclocking / Monitoring-Software (Lüftersteuerung)
Wie wir es vor kurzem schon beim Hi-Fi Z97WE gesehen haben, präsentiert sich das Z97Z7 mit absolut identischen und altbackenen Software. Dem zur Folge fehlt auch eine komfortable und zugängliche Lüftersteuerung, die im Betriebssystem bedient werden kann. Zwar kann man Menüpunkte (auf die Lüftersteuerung bezogen) im Programm „TOverclocker“ erkennen, jedoch nicht wirkliche deren Funktion entschlüsseln. Die einzige Möglichkeit, die am Mainboard angeschlossenen Lüfter zu steuern, bieten sehr umfangreiche, aber nicht leicht verständliche Menüpunkte im UEFI-BIOS, an denen u.a. die Drehgeschwindigkeit und das Verhalten angepasst werden können. Dazu aber auf der nächsten Seite mehr. Hinsichtlich der Overclocking-Einstellung findet das bereits aus der Vergangenheit bekannte und triste Bild vor.
Das UEFI-BIOS
Bei der grafischen Gestaltung des BIOS kann Biostar nicht mehr mit den aufgemotzten Modi anderen Hersteller mithalten. Die gesamte GUI wirkt inzwischen altbacken und wenig zugänglich. Auch die Steuerung ist nicht ganz so gut, wie es dem Anwender suggeriert wird. Wirft man den Blick weg von der optischen Blende, so stellt man schnell fest, dass doch so ziemlich jedes Feature angepasst werden kann.
Die fünf Hauptmenüpunkte „Main, Advandced, Chipset, Boot, Security und O.N.E.“ bieten dem geneigten Tüftler mehr als genügend Entfaltungsmöglichkeiten. Kurz gesagt, seit drei Generationen hat sich nichts geändert.
Das Biostar Hi-Fi Z97Z7 auch mit den entsprechenden Möglichkeiten daher, die notwendig sind um das System zu übertakten. Der Umfang ist gut bis sehr gut, jedoch muss man sich die Zeit zum Einarbeiten nehmen. User welche ASUS oder MSI gewohnt sind, werden sich anfangs etwas schwer tun einen Einstieg zu finden. Die individuellen Anpassungen können in einem der fünf Profil-Slots abgespeichert und jeder Zeit wieder abgerufen werden.
Wie eine Seite zuvor schon angedeutet, kann im BIOS eine Fülle an Einstellungen vorgenommen werden, welche die Lüfter betreffen. Eine reine Steuerung von 0 bis 100 Prozent ist nicht vorgesehen. Es können jedoch fixe Werte definiert werden. Zum Beispiel kann der PWM-Anschluss mit 50 % Laufleistung des angeschlossenen Lüfters betrieben werden. Sicher ganz nett gemeint, aber in der Praxis ein wenig nervig. Verbesserung wäre an dieser Stelle ratsam.
Benchmarks
3DMark (2013)
Der aktuelle Benchmark Futuremark 3DMark (2013) benötigt DX11. In den umfangreichen Tests werden Mehrkernprozessoren und Multi-GPU-Systeme unterstützt. Als ein synthetischer Referenztest dient dieser Benchmark zur Leistungsandeutung.

PCMark Vantage
Der Nachfolger des beliebten PCMark 2005 testet das System in insgesamt acht Disziplinen. Der Benchmark unterstützt ausschließlich Betriebssysteme ab Windows Vista. Insgesamt ein sehr nützliches Tool, um die Leistungsfähigkeit aller verbauten Komponenten zu kontrollieren.

SuperPi Mod
Alternatives Programm SuperPi Mod

Cinebench R15
Der Nachfolger vom beliebten Cinebench R11.5 Das Programm eignet sich wunderbar dazu, um die eigene Leistung der verbauten CPU und GPU zu messen. Auch erhält der Anwender einen vergleichbaren Richtwert, der mit anderen Systemen / Komponenten gemessen werden kann.

M.2 Performance
Wird ein Chipsatz-Refresh auf den Markt gebracht und preist neue Features an, so sollte man diese auch messen und miteinander vergleichen. Spätestens nach der CES 2015 scheint die M.2-Schnittstelle die letzte Hürde genommen zu haben und befindet sich auf dem Weg in den Massenmarkt.
Wir haben für die Z97-Modelle eine Samsung XP941 128GB aufgebaut und die Performance gemessen. Die besagte SSD kommt mit einem maximalen Datendurchsatz von 16GBit daher, wird aber in der Theorie vom Z97-Chip auf 10GBit limitiert. In der "Praxis" wird dieser Wert nicht erreicht. Als synthetischer Benchmark stand uns AS-SSD zur Verfügung. Die Ergebnisse sollen an dieser Stelle lediglich als Anhaltspunkt dienen.
Die ermittelten Werte liegen im Rahmen des möglichen bzw. was die SSD im Stande ist zu leisten. Einen weiteren Performance-Schub werden erst die neueste Generation der 16 GBit M.2-Karten bringen. Fazit: alles im grünen Bereich.
USB-3.0-Performance
Wir wollen natürlich auch die Performance der verbauten USB 3.0 Chips bzw. Anschlüsse messen. Dazu griffen wir auf Corsair`s neuestes USB-Schmuckstück zurück, den Corsair Voyager GTX (Rev. 2) in der 128GB Version. Diesen ließen wir durch den CrystalDiskmark rennen. In diesem Abschnitt waren also auch keine negativen Ausbrüche zu dokumentieren. Die starke Performance des USB-Sticks konnte ebenfalls bestätigt werden.
Green Power Utility
Mit dem “Green Power Utility” kann der Anwender einstellen, inwiefern die Spannungsversorgung der CPU angesprochen wird, bzw. in welchem Modus sie agieren soll. In der Summe soll alles darauf hinauslaufen, dass man Strom einsparen kann / soll.
Smart Speed LAN
Beim “Smart Speed LAN” Tool wird es dem Anwender gewährt, die Bandbreite zu steuern, zu kontrollieren und sogar zu sehen, welche Anwendungen wieviel Traffic verursachen. Ebenso kann auch der Up- und Down-Stream fixiert werden.
Leistungsaufnahme
Die ermittelten Werte beziehen sich auf das gesamte Testsystem. Wir haben dabei den Stock-Zustand, also so wie der Kunde die neuen Komponenten verbaut, getestet und die Verbrauchsdaten ermittelt. Die protokollierten Werte verstehen sich als Durchschnittswerte, die via 3DMark (2013) ermittelt wurden. Die Werte wurden mit einem Voltcraft Energy Checker 3000 Strommessgerät direkt an der Steckdose abgelesen. Je nach Mainboard können diese Ergebnisse stark variieren, da jeder Hersteller unterschiedliche Komponenten verbauen kann.


Fazit
Das Biostar Hi-Fi Z97Z7 hat sicherlich keinen leichten Stand, tut leider Gottes aber auch einiges dafür. Die angestaubte Software hat eine dringende Jungzellenkur nötig genauso wie die Tatsache, dass eine als „Hi-Fi“ deklarierte Platine zwingend einen digitalen Audio-Ausgang mitbringen sollte. Der fehlende SLI-Support bringt weitere Negativpunkte mit sich.
Geht man als potentieller Käufer aber anders an die Tatsache heran, spiegeln sich schnell andere vorteilhafte Details heraus. Mit Intels Z-Chipsatz kommt der Käufer in den vollen „Genuss“ der Features: M.2- sowie SATA-Express-Schnittstelle wirft der Hersteller mit in die Waagschale. Eine recht ansehnliche Optik sowie sauber gestaltetes Board-Layout sprechen für das getestete Mainboard. Halten sich die eigenen Ansprüche relativ in Grenzen, so kann man das aktuell günstigste (full-ATX) Mainboard mit Z97-Chipsatz bei Biostar erhalten. Vergleichsportale spucken einen Straßenpreis von 110 EUR aus, was aktuell unschlagbar ist und sogar das MSI Z97S SLI Plus nochmals unterbietet. Alle potentiellen Käufer ohne großen Geldbeutel, aber mit Wunsch nach einem Z97-Mainboard, können sich das Biostar Z97Z7 einmal ansehen.
Biostar Hi-Fi Z97Z7 | ||
| Mainboard Testberichte | Hersteller-Homepage | Z97-Mainboards bei Amazon |
| Pro | Contra | |
+ faires Preis-Leistungsverhältnis | - altbackene Software (im Vergleich) | |

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