In letzter Zeit haben wir einige Gehäuse vor der Linse gehabt. Speziell aus dem Hause Fractal Design sogar eine ganze Menge. Nachdem zuletzt der Budget-Ableger Core 3300 überzeugen konnte, werfen wir dieses Mal den Blick in eine andere Kategorie und wollen wissen, was Fractal Design im Micro-ATX (µATX) Bereich mit der ersten Cube-Konstruktion zu bieten hat. Genaue Details und wie sich das Node 804 in der Praxis geschlagen hat, klärt der nachfolgende Testbericht.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Fractal Design.
Lieferumfang
Der Cube kommt im für Fractal Design üblichen brauen Pappkarton beim Kunden an. Zwei Styroporhalterungen fixieren und schützen das Gehäuse gut. Das Zubehör wird in einem Karton transportiert. Die nützliche Kunststoffschachtel für das Kleinteilzubehör hat scheinbar nur Phanteks bei den eigenen Gehäusen in Verwendung. Es liegen unter anderem allerlei Schrauben und Kabelbinder mit im Karton, welche für die vollständige Montage der Hardware nützlich sein können.
Technische Daten
- Micro ATX and Mini ITX motherboard compatibility
- 8 - 3.5″ HDD positions
- 2 - 2.5″ dedicated SSD unit positions
- 2 - Extra positions for either 3,5″ or 2,5″ drives
- 5 expansion slots
- 1 additional space in the front for Slot-In ODD
- 10 - Fan positions (3 x 120mm Silent Series R2 fans included)
- Filtered fan slots in front, top and bottom
- CPU coolers up to 160 mm in height
- PSU compatibility: ATX PSUs up to 260 mm deep
- Graphics card compatibility: Graphics cards up to 320mm in length. Graphics cards up to 290 mm in length may be installed if a fan is installed in the lower position in the front.
- Velcro strap for easy cable management
- Clear Window side panel included
- Colors available: Black
- Case dimensions (WxHxD): 344 x 307 x 389 mm
- Net weight: 6 kg
- Package dimensions (WxHxD): 370 x 468 x 412 mm
- Package weight: 7.7kg
Impressionen Außen
Das zweigeteilte Kammergehäuse wurde uns erstmalig auf der Cebit 2014 vorgestellt und wusste recht schnell mit den Montagemöglichkeiten zu überzeugen. Das Design ist sehr ansprechend, die Front will sich als sehr fein gebürstetes Aluminium präsentieren, wird vermutlich aber aus Kunststoff bestehen, so wie das SilverStone GD09B auch. Die Seitenteile und Chassis zeugen von guter wertiger Arbeit mit der entsprechenden Qualität. Hinsichtlich der Lackierung waren im äußeren sowie im inneren Bereich keinerlei Schwächen auszumachen.
Auf der Rückseite sieht man die farblich markanten 120mm Lüfter, sowie die weißen PCI-Slotblenden. Das deutlich zu erkennende Kammerdesign sorgt nebenbei auch für reichlich Platz, dazu aber später mehr. An der Front wird der minimalistische Grundgedanke der Schweden wieder deutlich. Ein optisches Laufwerk bekommt man nur als Slim-Version untergebracht. Für die Montage dazu muss die Front abgenommen werden. In der Praxis aber kein Problem, da man dies ganz einfach über ein paar Halteclips umgesetzt wird. An selbiger Position befinden sich noch zwei USB 3.0- und die „gewöhnlichen“ Audio-Klinkenanschlüsse. Auf einen Reset-Button verzichtet man ganz.
Um es kurz zu machen, die Haptik, Verarbeitung und auch das Design sind erstklassig. Subjektiv gesehen sicherlich nicht jedermanns Geschmack, redaktionell gesehen sprechen aber die genannten Keyfacts für das Node 804. Auf der Unterseite befinden sich leicht herausnehmbare Lüftergitter. Für die Kammer mit den Hauptkomponenten wurde eine circa 240mm große Version verbaut. Auf der anderen Seite ein Gitter mit einer 120mm Version.
Die Umsetzung hätte allerdings etwas eleganter gelöst werden können. Zum Herausnehmen des größeren Gitters muss das Gehäuse etwas an gekippt und zum Entfernen des kleineren sogar gänzlich auf die Seite gelegt werden. Was an der einen Stelle für Kritik sorgt, wird woanders wieder ausgebügelt. Das Node 804 ist durchgängig mit Rändelschrauben versehen, so das zum Öffnen erst einmal kein Werkzeug notwendig ist.
Impressionen Innen
Wie sollte es auch anders sein, der Innenraum präsentiert sich in gewohnter Fractal Design Manier. Soll heißen, der bekannte Schwarz-Weiß-Kontrast ist auch beim Node 804 gegeben. Das Öffnen des Seitenteils, begünstig durch den werkzeuglosen Umgang, geht einfach und schnell von der Hand. Der Innenraum selbst präsentiert sich bei näherem Hinsehen als sehr solide und ohne Makel verarbeitet. Durch die Verwendung von Stahlblech, erfährt das gesamte Chassis auch eine hohe Verbundsteife. Alle Anschlusskabel für das Frontpanel wurden schwarz ummantelt und treten dadurch sehr schön in den Hintergrund. Das Bodenblech der „Hauptkammer“ ist, wie wir ja bereits wissen, sehr luftig gestaltet.
Die bereits im Gehäuse verbauten Lüfter können an die interne Lüftersteuerung angeschlossen werden. Als Anschlusskabel ist ein 3-Pin-Y-Stecker bereits angeklemmt. Ab Werk verbaut sind drei 120 Millimeter Lüfter welche auf den Namen „Silent Series R2“ hören. Diese PWM-Lüfter arbeiten im Bereich von 850 bis 1200 Umdrehungen pro Minute. Zur Lautstärke kommen wir später im Praxisteil des Artikels.
Wie bereits angesprochen, fungiert der Deckel als sehr großes Lüftergitter. Gelöst werden kann dieser durch das Entfernen der beiden Rändelschrauben an der Rückseite des Gehäuses. Anschließend kann man bequem entweder weitere Lüfter im Top montieren oder Radiatoren einer Wasserkühlung dort unterbringen. Dies gilt im Übrigen für beiden Hardware-Kammern, also Links und Rechts. Hinter der Front befinden sich zwei weitere große 240 Millimeter Staubfilter. Entnehmen lassen sich dies leider wieder nur nach unten, so dass das Gehäuse umgelegt werden muss. Die Front selbst lässt sich komfortabel und einfach entnehmen.
Dann wären wir auch schon beim nächsten Aspekt. Es lassen sich werksseitig bis zu acht 3,5 Zoll und zwei 2,5 Zoll Laufwerke im Gehäuse unterbringen. Die 3,5 Zoll Laufwerke werden hängend in die variabel montierbaren Halterungen untergebracht und gleichzeitig entkoppelt. Diese Halterungen können auch komplett weggelassen werden um, wie zuvor angesprochen, weitere Lüfter oder Wasserkühlungskomponenten dort unter zu bringen. Der Innenraum als solches überzeugt vollends und weist keinerlei negativ nennbaren Punkte auf.
Hardware-Einbau
Der Einbau der Hardware gestaltete sich abermals interessant, da wir nach dem SilverStone GD09B und dem Phanteks Enthoo Evolv quasi eine dritte Gehäuse-Kategorie (Cubes) bedienen konnten. Bedingt dadurch, dass das Netzteil und auch die Datenträger auf einer gänzlich anderen Seite untergebracht sind, gestaltet sich der Einbau des Mainboards samt Grafikkarte sehr unkompliziert. In diesem Bereich ist im Allgemeinen sehr viel Platz, so dass es auch weniger zu nervigen „Fummelein“ kommen kann als in anderen Gehäusen-(Typen). Für Montage von CPU-Kühlern im Gehäuse steht eine sehr großzügige Backplate-Aussparung parrat.
Das Einzige was sich als Schwachpunkt herausstellte, waren die recht kurzen Anschlusskabel der werkseitigen 3-Stufen-Lüftersteuerung. Baut man erst die Hardware ein und will dann die Gehäuselüfter anschließen, kann sich das als recht nervige Bastelei herausstellen. Ist man vorbereitet, lassen sich alle Kabel super verstauen. Apropos verstauen, die Kabel des Netzteils lassen sich auch kosmetisch schön unterbringen. In unserem Fallbeispiel sieht es logischer Weise etwas wüst aus, da das verwendete be quiet Straight Power 10 über kein Kabelmanagement verfügt. Somit wäre also der worst case dargestellt. Das Netzteil selbst liegt auf entsprechenden Gummipuffern und wird dadurch entkoppelt.
Die 3,5 Zoll Laufwerk werden hängend in einen der beiden Datenträger-Käfige verbaut. Es findet ein gewisses Maß an Entkopplung statt, man muss die HDDs aber die Halterahmen verschrauben, wo der „Werkzeugfaktor“ wieder greift. In der Summe aber ein sehr unkomplizierter Einbau aller Komponenten. Kommen wir nun zum Praxistest.
Lautstärke- und Temperaturmessung
Wir möchten für die Leser unserer Testberichte die nötige Transparenz herstellen und beschreiben daher ganz genau, wie bei dem Test eines Micro-ATX-Gehäuse alles mit beachtet und durchgeführt wird. Nachfolgend wollen wir auf die Testmethodik und die zum Einsatz kommenden Geräte eingehen. Das Setup selbst wird bei jedem Gehäuse neu eingebaut. Abgesehen von der Grafikkarte, bleiben die Komponenten unangetastet, so dass der Anpressdruck des CPU-Kühlers sich nicht verändert und dementsprechend auch nicht die Temperaturen. Als Betriebssystem gehen wir den konservativen Weg und bleiben Windows 7 inkl. SP2 (x64) treu.
Intel Z97 µATX-Gehäuse Setup | | |
| Prozessor: | Intel Core i5-4670K (Retail) | |
| Mainboard: | ASUS Maximus VII Gene | |
| Storage: | Kingston HyperX SSD - 240GB | |
| Kühlung: | Noctua NH-L12 | |
| RAM: | 2x4GB Kingston HyperX Beast @ 2400MHz | |
| Netzteil: | be quiet! Straight Power 10 500W | |
| Grafikkarte: | ASUS GTX 760 DirectCU mini | |
| Betriebssystem: | Windows 7 x64 | |
| Grafiktreiber: | - |
Lautstärkemessung
Wie schon beim ATX-Pendant, übernimmt die Schallpegelmessung auf dem Stativ montiertes Messgerät. Wir haben uns für ein Koolertron Schallpegelmessgerät entschieden. Dieses misst die Lautstärke 50cm entfernt von der Gehäuseoberkante. Der von uns genutzte Messraum liegt unter 30 Dezibel Grundlautstärke und ist subjektiv beurteilt, mit absoluter Stille zu bezeichnen. Um die Dämmung oder Geräuschentwicklung eines Gehäuses erfassen zu können, haben wir die Grundlautstärke unseres Testsystems in einem offenen Aufbau gemessen.
{fusionchart id="53" # Micro-ATX # Lautstärkemessung}
Temperaturemessung
Um unser Testsystem auf Temperatur zu bringen, kommen die Programme AIDA 64, Furmark und Prime95 zum Einsatz. Prime95 läuft im Blend- und der Furmark 1.9.5 im Xtreme Burning Modus gleichzeitig 30 Minuten lang. Anschließend werden die Werte mittels AIDA 64 notiert. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind Schwankungen im Bereich von 0,5 Grad Celsius bei den gemessenen Temperaturen möglich.
{fusionchart id="54" # Micro-ATX # Temperatur: CPU}
{fusionchart id="55" # Micro-ATX # Temperatur: GPU}
{fusionchart id="56" # Micro-ATX # Temperatur: HDD}
{fusionchart id="57" # Micro-ATX # Temperatur: Mainboard}
Die ermittelten Werte sprechen im Grunde genommen eine klare Sprache. Dank der verbauten 3-Stufen-Lüftersteuerung schafft es das Node 804 immer ein gesundes Maß an Lautstärke und Kühlleistung dem Anwender zur Verfügung zu stellen. Wir haben jeweils low und full als Modi gewählt. In der Standardbestückung kann die Kühlleistung, sicherlich nicht als schlecht, aber durchaus als verbesserungswürdig bezeichnet werden. Verpasst man dem Gehäuse weitere Lüfter wird sich das Blatt vermutlich recht deutlich (zum Positiven) drehen. Wir müssen an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass die im Testsystem verbauten Komponenten durchaus fordern sind und eine Menge an Abwärme produzieren. In der Summe geht das Gehäuse recht positiv aus dem Praxistest heraus. Kommen wir nun abschließend zum Fazit.
Fazit
Das Fractal Design Node 804 macht sehr viel richtig. Objektiv betrachtet gibt es auch wirklich nur Kleinigkeiten zu nennen die dem Gehäuse Kritik abverlangen. Fangen wir aber erst einmal vorn an. In gewohnter „Fractal-Manier“ weis das Node 804 in fast jeder Lage zu überzeugen. Ob nun das, unserer Meinung nach, erstklassige Design sowie die damit verbundene Haptik und Verarbeitung oder die hohe Flexibilität, mit diesem Cube lassen sich ohne Ende Ideen in die Tat umsetzen. Unter Umständen lassen sich bis zu drei 240 Millimeter Radiatoren, zum Beispiel einer AiO-Lösung, im Gehäuse unterbringen. Klingt natürlich unrealistisch spiegelt aber die Möglichkeiten wieder.
Im Praxisbereich müssen die Messergebnisse differenziert betrachtet werden. Auf Grund der verbauten 3-Stufen-Lüftersteuerung (full, mid, low) kann der Anwender sein gewünschtes Maß selbst wählen. Werden die drei vorinstallierten Lüfter durch weitere oder gänzlich durch andere ersetzt, bekommt man ein Gehäuse mit erhabener Kühlleistung. Gleiches gilt dann auch für den Geräuschpegel. Kritik müssen wir an der Stelle äußern, dass die internen 3,5 Zoll Laufwerke immer noch mit einer entsprechenden Halterung verschraubt werden müssen. Zwar werden diese entkoppelt, aber bei mehrfacher Bestückung mit HDDs kann dies schon mal nervig sein. Besser macht es da z. B. ein Phanteks Enthoo Evolv.
Des Weiteren sind die Staubfilter in der Front und der kleine auf der Unterseite nur herausnehmbar, wenn das Gehäuse gekippt oder gänzlich umgelegt ist. Es mag durchaus Anwender geben die sich daran stören. In der Summe aber nur ein wirklich kleiner Ansatz von Kritik der ohne große Auswirkung bleibt. Das Fractal Design Node 804 tangiert momentan in den Online-Shop für preislich attraktive 85,- EUR. Alternativ ist das Gehäuse auch bei Amazon erhältlich.
Fractal Design Node 804 | ||
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Auf Grund durchweg überzeugenden Leistung und gelungene Gesamtpaket des Produkts, vergeben wir unseren Hardware-Journal Gold-Award. Alternativ kann das Gehäuse auch bei Amazon
erworben werden.

Weitere interessante Testberichte:
Test: SilverStone Grandia GD09B
Test: Fractal Design Core 3300



