Mit der Logitech MX Keys und MX Master 3 möchten wir uns heute eine Tastatur-Maus Kombination anschauen, die sich laut Hersteller eher an die Kreativen und Programmierer unter uns richtet. Eine schlichte Optik mit hoher Funktionalität soll dazu beitragen. Wie sich die Tastatur und Maus aus der Master-Serie von Logitech geschlagen hat, klärt das folgende Review. Viel Spaß beim Lesen!
Im Rahmen der letzten IFA in Berlin konnten wir schon einen ersten Blick auf die beiden neuen Geräte aus der Logitech Master-Serie werfen und waren dort von der Kombi schon positiv angetan, was Verarbeitung und erstes Tippgefühl betrifft. Eins lässt sich bereits vorwegnehmen, der Eindruck täuschte nicht (…)
Logitech MX Keys
Den Anfang macht die Logitech MX Keys Tastatur, die farblich wie auch optisch direkt an die Logitech Craft Tastatur erinnert. Nur hat Logitech bei der Keys die Farbgebung umgedreht und das Tastenfeld heller als den „Balken“ oben gestaltet. Der hohe Qualitätseindruck der Craft ist geblieben und auch die Keys hinterlässt mit den gewählten Materialen einen sehr positiven Eindruck. Zusätzlich verleiht sie dem Tippbrett auch eine hohe Steifigkeit, letzteres wird durch eine massive Metallplatte realisiert.
Die Oberseite ist mit einer matten Oberfläche versehen, wie auch die Tasten, welche mit einer Art Scissor-Technologie arbeiten. Logitech setzt für ein komfortables Tipp-Erlebnis auf ultraflache Tasten mit einer kreisförmigen, konkaven Oberfläche, welche auf die Fingerkuppen zugeschnitten sind. Das soll für ein angenehmes Tippgefühl sorgen, was wir an dieser Stelle schon mal bestätigen können, aber im Praxischeck dazu mehr.
Sondertasten sind auf den ersten Blick keine vorhanden, wenn man von den drei Tasten der Easy Switch-Funktion absieht, aber die umfangreiche Zweitbelegung der F-Tasten soll diesen Umstand abfedern. Begleitet werden die Tasten von einer intelligenten Hintergrundbeleuchtung, die wir in ähnlicher Form schon von der Logitech Craft kennen. Diese schaltet sich automatisch ein, sobald sich Hände über der Tastatur befinden und passt die Helligkeit den Lichtverhältnissen des Raumes an. Im Gegensatz zur Craft ist die MX Keys neben Windows und Mac OS, auch mit Linux, Chrome, Android und iOS kompatibel. Die beiden Letzteren werden durch die integrierte Bluetooth-Schnittstelle unterstützt, die man leicht über die Easy Switch Taste 2 aktivieren kann. Auch ist wieder die Flow-Technologie an Bord, sodass Anwender bis zu drei verschiedene Windows- oder Mac-Rechner gleichzeitig bedienen und zwischen diesen hin und her wechseln können.

Logitech Unifying-Empfänger - identisch bei MX Keys und Master 3
Aufgeladen wird die MX Keys über einen aktuellen USB-C-Port und soll bis zu 10 Tage mit aktivierter Hintergrundbeleuchtung durchhalten. Leider ist dieser Akku fest integriert und man kann diesen nicht selbst austauschen. Aber der täglichen Arbeit eines Redakteurs hält aktuell immer noch die Logitech Craft stand und das schon seit Mai 2018. Dabei hat der Akku hat nur minimal gelitten, somit gehen wir mal von einer Langlebigkeit aus, trotzdem wäre ein austauschbarer Akku deutlich umweltbewusster.

Vergleich - Logitech Craft mit Logitech MX Keys
Wie von aktuellen Logitech Geräten gewohnt, kommunizieren diese über den sogenannten Unifying-Empfänger. Dieser kompakte USB-Stecker ist kompatibel mit allen hauseigenen Geräten von Logitech, die einen solchen Empfänger mitbringen. Der Vorteil liegt dabei klar auf der Hand. Obwohl jedem Gerät ein eigener Empfänger beiliegt, benötigt man für alle Geräte nur einen einzelnen Empfänger und kann dort alle vorhandenen Geräte anmelden, in unserem Fall die Keys Tastatur und die Master 3 Maus. Der übrig gebliebene Empfänger kann somit mit einem weiteren PC oder Notebook verbunden werden und dort die gleichen Geräte über die Logitech Options- Software angemeldet werden. Somit reicht für mehrere Computer eine Tastatur inklusive Maus, denn per Easy Switch schaltet man einfach per Tastendruck zwischen den verbundenen Computern hin und her. Diese Funktion unterstützt bis zu drei Rechner gleichzeitig. Für den sicheren Stand sorgen unterhalb der Tastatur sechs längs angebrachte gummierte Füße. Zusammen mit dem Gewicht der Tastatur von knapp über 800 Gramm, steht sie sicher und rutschfest auf jeder Oberfläche. Mehr gibt es erstmal einmal nicht zusagen und somit schauen wir uns die Master 3 Maus einmal genauer an.
Logitech MX Master 3
Wenn man als Redakteur in den letzten Monaten größtenteils nur Peripherie für die Gaming-Gemeinde in den Händen hielt, wirkt die Logitech auf den ersten Blick langweilig. Dieser Eindruck verfliegt aber ganz schnell, sobald man sich die edle Master 3 genauer anschaut bzw. sie in die Hand nimmt. Die hohe Verarbeitungsqualität und sehr angenehme Oberfläche hinterlassen einen wertigen Eindruck der unserem Anspruch an eine „Office“ Maus entspricht. Denn diese soll nicht unbedingt schick oder extravagant aussehen, sondern mit langlebigen Materialen überzeugen und eine hohe Funktionalität mitbringen.
Bei dem Material fiel die Wahl von Logitech auf Kunststoff mit Aluminiumbauteilen. Die Hülle der Maus ist bis auf die Tasten mit einer Soft-Touch-Oberfläche belegt, die eine angenehme Haptik erzeugt und die Maus sicher in der Hand liegen lässt. Da die vorderen Tasten recht üppig dimensioniert sind, sollten kleine wie auch große Hände locker mit ihr zurechtkommen. Leider ist die aktuelle Maus nur für Rechtshänder konzipiert und Linkshänder bleiben außen vor. Neben den üblichen Tasten sitzt seitlich die erste Besonderheit der Master 3. Neben dem üblichen Scrollrad, welches übrigens auch aus Aluminium gefertigt ist, verfügt die Maus über ein seitliches Daumenrad. Mit diesem kann man z. B. horizontal scrollen oder man belegt das Rad mit einer Funktion seiner Wahl in der Logitech Options Software. Eine Rasterung besitzt das seitliche Rad nicht, sondern lässt sich mit einem leichten Widerstand in beide Richtungen frei bewegen.
Das gilt für das obere Scrollrad (Magspeed) nicht. Dieses ist mit einem Magnetschalter ausgestattet und durch Drücken der davor liegenden Tasten schaltet man durch die Freilauf- oder Raster-Scroll-Funktion. Praktisch ist der automatisch einsetzende Freilauf. Benutzt man das Scrollrad mit eingeschalteter Rasterung schnell genug, schaltet der Magnetschalter automatisch in den Freilauf um, was Logitech Smart-Shift getauft hat und sich in der Software auch in allen Parametern anpassen lässt. Zusätzlich befindet sich eine sogenannte Gestensteuerung auf der Daumenablage, die mit einem kleinen Strich gekennzeichnet ist. Drückt man diese Taste und bewegt die Maus in eine spezifische Richtung, können dadurch Aktion aktiviert bzw. eine vorher festgelegte Funktion ausgeführt werden. Auch diese nützliche Funktion lässt sich umfangreich in der Software konfigurieren und mit praktischen Funktionen belegen, aber dazu im praktischen Teil dieses Reviews auf der nächsten Seite mehr.
Auf der Unterseite sorgt der 4000dpi Darkfield Sensor der für die möglichst genaue Abtastung des Untergrunds und funktioniert sogar auf Glasoberflächen. Dieser soll laut Logitech in verschiedenen Stufen einstellbar sein, diese Funktion haben wir aber leider nicht gefunden, weder bei Logitech auf der Homepage noch in der hauseigenen Software. Solltet Ihr da eine Idee haben, einfach ins Kommentarfeld tippern. Wie schon die MX Keys, wird auch die Maus der Master-Serie über einen USB-C-Anschluss aufgeladen und verfügt neben der Konnektivität über den Unifying-Empfänger, auch über eine Bluetooth-Schnittstelle. Somit ist auch der Umgang mit einem Tablet via Android oder iOS möglich und schließt den Kreis der vielseitigen Einsetzbarkeit. Kommen wir zum praktischen Teil.
Praxistest
So wie wir es von der Logitech Craft schon kennen, ist auch die Einbindung der beiden Master-Serie Geräte ein Kinderspiel. Dafür brauchten wir nicht mal den mitgelieferten Unifying Empfänger nutzen, denn der unserer Craft funktioniert genauso gut. Das zeigt auch die Stärke dieser Technologie. Es ist spielend einfach mit weiteren Geräten seine Peripherie-Umgebung zu erweitern und organisiert das einfach über die Logitech Options.
Wo wir schon bei der Software sind. Diese wird nicht mitgeliefert, denn Logitech setzt eine Internetverbindung beim Nutzer voraus, um die Software selbst aus dem Netz zu laden. Diese wird aber nicht zwingend benötigt, die Standardfunktionen funktionieren auch so einwandfrei. Aber um das volle Potenzial der Geräte freizuschalten, sollte man Logitech Options installieren, um vom großartigen Funktionsumfang zu profitieren. Denn mittels der Software lässt sich wirklich jede Taste oder Funktion anpassen, anders definieren oder eine Aktion auferlegen. Hierbei spielen gerade die Sondertasten eine große Rolle, auf denen sich viele persönlich bevorzugte Funktionen hinterlegen lassen. Auch die Gestenfunktion an der Master 3 Maus hinterlässt einen praktischen Eindruck, da diese im Workflow, je nach Bedarf, praktische Aktionen durch einfache Gesten ermöglicht.
Screens Logitech Options MX Keys Tastatur

Gerade Freunde mit vielen unterschiedlichen Desktops unter Windows 10 oder Mac OS können so schnell zwischen ihren Oberflächen switchen. Aber auch eine Multimedia- oder 3D-Programm-Gestensteuerung ist denkbar, wo mittels drücken der Gestentaste und Bewegungen sich die Musik lauter oder leiser stellen bzw. sich das gerade zu bearbeitende Objekt schwenken lässt. Das geniale an der Software ist aber, dass diese Einstellungen nicht fest definiert sind, sondern je nach geöffneten Anwendungen unterschiedlich ausfallen können. Somit kann die Maus in Photoshop eine komplett andere Belegung nutzen, als z. B. in Word oder im Chrome Browser und welches Profil aktuell benötigt wird erkennt die Software auch automatisch. Wer viel und mit unterschiedlichen Programmen arbeitet, für den kann sich das nach einer gewissen Eingewöhnungszeit zum echten Segen entwickeln. Dabei ist man auch nicht auf die vorhandenen Profile angewiesen, sondern kann auch weitere Anwendungen selbst hinzufügen. Das mag im ersten Moment etwas überfordern und den einzelnen Programmen eine eigene Einstellungen zu verpassen dürfte etwas dauern, aber hat man seine Präferenzen gefunden, kann die Software im Zusammenspiel mit der Tastatur MX Keys und der Maus Master 3 den Alltag am Computer deutlich erleichtern.

ausgewogene Beleuchtung mit optimaler Intensität
Als wäre das noch nicht alles, müssen wir noch ein paar positive Worte über die Flow-Funktion verlieren. Sicherlich ist die Navigation auf mehreren Rechnern mit der Easy-Switch Technologie schon sehr komfortabel. Aber Logitech reichte das nicht. Denn mit der Flow-Funktion können mehrere Rechner mittels Software verbunden werden und es reicht mit dem Mauszeiger an den Bildrand zugehen, um auf dem Desktop des anderen Rechners zu landen. Aber auch Dateien lassen sich einfach teilen. Man markiert das zu kopierende Objekt einfach mittels üblichen Rechtsklick/Kopieren und geht dann auf den Desktop des anderen Rechners und Rechtsklick/Einfügen und die Datei ist auf beiden Computern vorhanden. Einfacher kann man den Umgang mit mehreren Computern nicht abbilden. Das Ganze ist übrigens nicht OS-abhängig und funktioniert unter Linux, Mac oder Windows. Einzige Voraussetzung ist jene, dass die Maus mit allen Geräten einmal gekoppelt wurde und dass alle Rechner sich im gleichen Netzwerk befinden.
Screens Logitech Options MX Master 3 Maus



Aber bei so viel Gebrabbel über die Software, dürfen wir die eigentliche Hardware nicht vergessen. Die Tastatur, mit Hilfe übrigens dieses Review auch geschrieben wurde, hinterlässt einen durchweg positiven haptischen Eindruck. Die Tasten agieren im Alltag angenehm leise, der Druckpunkt ist unserer Meinung nach treffend gewählt und gibt es gutes Feedback, um auch blind die richtigen Buchstabenfolgen zu erzeugen. Sobald es etwas dunkler wird, hilft auch die praktische Hintergrundbeleuchtung weiter, denn sie überzeugt mit einer gleichmäßigen Ausleuchtung und besitzt auch die richtige Strahlkraft. Auch die Maus aus der Master-Serie hinterlässt größtenteils einen positiven Eindruck. Sie liegt gut in der Hand, bietet eine angenehme Oberflächenhaptik, die beiden wertigen Scrollräder aus Aluminium besitzen einen hervorragenden Grip. Die zwei Haupttasten sind auch für kleinere Hände gut zu erreichen. Die Zusatztaste auf der Daumenablage lässt sich nach etwas Eingewöhnungszeit auch gut bedienen und liefert auch das benötigte Feedback.
Einzig die beiden Seitentasten sind leicht schwammig in ihrem Druckpunkt und hätten etwas knackiger ausfallen können bzw. müssen. Die Akkulaufzeiten bei beiden Produkten aus der Master-Serie orientieren sich an den Herstellerangaben bzw. so richtig können wir das nur bei der Tastatur beurteilen, denn die Maus will auch nach 14 tägiger Nutzung einfach nicht leer gehen. Die Tastatur hielt knapp acht Tage intensive Nutzung bei 8-9 Stunden täglichen Akkuzugriffs durch, bis sie nach ein wenig Strom verlangte, was in unseren Augen ein sehr guter Wert ist. Dabei war wohlgemerkt die Hintergrundbeleuchtung aktiviert. Wer nur in hellen Räumen arbeitet, kann diese einfach deaktivieren und so locker dreimal solange ohne Strom auskommen. Kommen wir somit zur abschließenden Beurteilung.
Fazit
Fasst man alle Punkte zusammen und lässt die ergebnisreiche Zeit mit den beiden Geräten Revue passieren, können wir nur zu einem positiven Fazit kommen. Die MX Keys überzeugt mit einer exzellenten Verarbeitung, smarter Hintergrundbeleuchtung mit gleichmäßiger Ausleuchtung sowie einer guten Akkuperformance. Das Tippgefühl ist optimal an das Gebiet der Vieltipper angepasst, leise Anschläge mit guter haptischer Rückmeldung sind das Ergebnis. Gleiches gilt auch für die Logitech Master 3 Maus. Auch hier gefällt die Materialwahl, dabei stechen besonders das aus Aluminium gefertigte Scroll- und Daumenrad heraus. Auch die Soft-Touch-Oberfläche wurde als sehr angenehm im täglichen Umgang wahrgenommen. Einzig die etwas schwammigen Seitentasten trüben minimal den sonst äußerst positiven Eindruck. Eigentlich könnte man das Fazit jetzt schon schließen, viel besser kann es nicht werden könnte man denken. Aber beide Produkte avancieren erst mit der exzellenten Logitech Options Software zu absoluten Liebligen der arbeiteten Gemeinschaft. Logitech hat es geschafft, eine sinnvolle und übersichtliche Software zu schaffen, die keine Wünsche bei der Personalisierung offenlässt. Gerade die anwendungsspezifischen Profile machen da besonders Spaß und können den eigenen Workflow enorm erleichtern. Aber auch die Flow-Funktion ist im Umgang mit mehreren Rechnern genial umgesetzt und gerade für Redakteure eines Hardware Onlineportals ein absoluter Segen. Mit der Master-Serie hat Logitech eine perfekte Symbiose aus wertiger Hardware und funktioneller Software geschaffen, die allen Kreativen und PC-Workaholics da draußen das Leben deutlich erleichtern kann, man muss es nur zulassen (…)
Mit einem Preis von je 109,- Euro für die Logitech MX Master 3 und MX Keys ist die Peripherie im oberen Preissegment angesiedelt, aber man bekommt absolute Premium-Produkte als Gegenwert und es fiel uns selten so leicht wie hierbei, eine klare Kaufempfehlung auszusprechen und beide Produkte mit unseren Gold-Award zu prämieren. Glückwunsch Logitech!
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