Die Viper V770 rangiert sozusagen eine Klasse oberhalb der Viper V765 und bildet damit aktuell das Top-Modell des Herstellers. Was eine Tastatur der Oberklasse alles beherbergen kann, zeigt die V770 ziemlich deutlich. Eigentlich ist alles vertreten, was es bei der Konkurrenz auch gibt. In einem Punkt setzt man aber auch noch einen drauf: Die Handballenauflage ist ebenfalls RGB-beleuchtet.
Sprechen wir von Viper, ist damit immer der Gaming-Brand von Patriot gemeint. Die Marke ist hier zu lande immer noch nicht sehr stark vertreten, bietet aber interessante Produkte. So zum Beispiel auch die Viper V770. Die Gaming-Tastatur setzt auf ein eigenständiges Design und ist dabei eigentlich mit beinahe allem vollgepackt, was der Markt aktuell zu bieten hat. Damit fordert sie bspw. die Corsair K95 RGB Platinum heraus.
Von Interesse war natürlich auch, wie sich die Tastatur von der V765 absetzen kann bzw. welche zusätzlichen Features vorhanden sind und wie diese umgesetzt werden.
Lieferumfang und Verpackung
Dem Lieferumfang liegen an zusätzlichen Equipment ein Tastenabzieher und ein Audio-Adapter bei. Zweitgenanntes benötigt man, wenn man die Audio-Passthrough-Funktion an einem vierpoligen Stecker nutzen will. Den Abzieher braucht es, wenn man die Serie-Kappen auswechseln möchte oder aber die Tastatur einfach nur gründlich reinigen will. Sticker und eine kurze Anleitung sind wie bei der V765 auch hier in einem Umschlag enthalten.
Die technischen Aspekte sollen nur kurz angerissen werden, um der Detailbetrachtung nicht zu viel vorwegzunehmen. Erhältlich ist sie ausschließlich mit Kailh Red Switches und im vorliegenden Farbschema. Zudem ist sie mit dedizierten Media- sowie Makro-Tasten bestückt und verfügt über eine magnetische Handballenauflage. RGB-Beleuchtung und Tasten sind natürlich programmierbar.
| Das Keyboard im Überblick | |
|---|---|
| Tastatur-Typ | Gaming, Mechanisch |
| Bezeichnung | Viper V770 |
| Switch | Kailh Red |
| Preis | ~ 130 EUR |
| Hersteller-Homepage | www.viper.de |
| Wichtige Features | |
| Interface | USB |
| Beleuchtung | Ja, RGB-LEDs |
| Material | Kunststoff, Aluminium |
| Abtastrate | 1000 Hz |
| Kabel | 1,8 m lang (vier Kabel; rotes Sleeve) |
| Abmessungen | 229 x 495 x 39 mm |
| Gewicht | 1398 g |
| Weitere Eigenschaften |
|
Die Tastatur im Detail
Die Viper V770 geht was das Design angeht, einen komplett eigenen Weg. Die Haupt-Tasten sitzen etwas tiefer und werden ringsherum sozusagen eingerahmt. Dennoch handelt es sich um freistehende Keycaps. Beim Material kommt hauptsächlich Kunststoff zum Einsatz, obwohl wie bei der Viper V765 von einem Aluminium-Gehäuse die Rede ist. Das leichte Metall ist allerdings nur unter den Haupttasten vorzufinden. Es soll sich dabei um "Aircraft-Grade" Material handeln, wobei der Unterschied zu 0815-Alu nicht spürbar ist. Von der massiven Platte einer Corsair K70 RGB Mk.2 ist man allerdings weit entfernt. Die Verarbeitung ist insgesamt aber gut.
Neben den Haupttasten gibt es einige Zusatz-Tasten. Von links beginnend begegnen einen zunächst die fünf dedizierten Makro-Tasten. Diese sind, wie auch beinahe alle anderen Tasten, mittels Software programmierbar. Die Tasten am oberen linken Rand dienen der Beleuchtung. Hier kann man Effekte und Helligkeit wählen bzw. einstellen. Das erfolgt also nicht wie sonst oft per Doppelbelegung (z. B. Cooler Master SK630). Die Medientasen sind auch eher unüblich umgesetzt. Statt Tasten, handelt es sich um Hebel, welche in zwei Richtungen bewegt werden können. Somit realisiert man auf kleiner Fläche gleich sechs Befehle. Die Lautstärke kann mittels Walze verstellt werden. Zum Stummschalten drückt man diese.
Die Unterseite ist nicht weniger uninteressant. Man erkennt relativ große Gummi-Flächen an der hinteren Kante, vor allem in der Mitte. Auch die Aufsteller sind an der Spitze gummiert. Wirklich interessant ist aber, dass man das mittlere Element nach hinten raus schieben kann. Was es damit auf sich hat, verrät der Hersteller nicht. Man erhält auf der Vorderseite dadurch einen variablen Spalt, in dem man bspw. sein Smartphone abstellen kann. Ob das so gedacht ist, wissen wir wie gesagt nicht.
Die Zuleitung ist auch bei der V770 nicht entfernbar, was aber auch bspw. bei der Thermaltake Level 20 RGB der Fall ist. Das dürfte daran liegen, dass man gleich mehrere Kabel durch ein Sleeve führt, wodurch es an der Tastatur mehrere Verbinder hätte geben müssen. Am ende des rot ummantelten, 1,8m langen Kabels befinden sich zwei USB Typ-A sowie zwei 3,5mm Klinke Stecker. Während einer der USB-Stecker für die Tastatur selbst benötigt wird, werden die anderen drei durchgeschliffen. Die Audio-Anschlüsse werden in eine vierpolige Buchse zusammengeführt. Benutzt man selbige als Quelle, kann der beiliegende Adapter genutzt werden.
Als speziell könnte man auch die Handballenauflage bezeichnen. Sie lässt sich mittels Magneten anheften, was hier auch erforderlich ist. Denn in der Mitte sitzen Pins zur Stromversorgung. Diesen braucht sie, da über die gesamte Breite eine RGB-Beleuchtung verbaut ist. Die Oberfläche ist Soft-Touch ähnlich und insgesamt größer als bei der V765.
Bei den Schaltern greift Viper erneut zu Kailh. Ausgewählt werden können lediglich die linearen, roten Schalter. Welche es konkret sind, nennt der Hersteller nicht. Wir gehen von den Kailh KT Switch Red aus. Den Unterschied zu den neuen Kailh Box (V765) und Cherry MX Red kann man der Tabelle entnehmen.
Die Software
Die Software ist beinahe identisch zu der der Viper V765. Es gibt lediglich Änderungen was die Beleuchtung betrifft, da bei der V770 natürlich auch die Handballenauflage separat konfiguriert werden kann. Zudem lassen sich natürlich die fünf Makro-Tasten programmieren, was jedoch an der Software nicht den großen Unterschied bildet. Insgesamt wirkt die Software nicht ganz so gut strukturiert wie bspw. die von Cooler Master oder Corsair. Aber auch hier findet man sich eigentlich recht schnell zurecht. Aufgrund der Vergleichbarkeit kann bei mehr Interesse in den Test der V765 geschaut werden. Übrigens hat uns hier als erstes ein Firmware-Update begrüßt.
Die Beleuchtung
Die Beleuchtung der Patriot Viper V770 befindet sich unter den Tastenkappen, den Seiten sowie in der Handballenauflage. Die Farben der Tasten lassen sich einzeln festlegen und auch fließende Effekte sind wählbar. Zum Beispiel kann man die übliche Regenbogenwelle einstellen.
Auf der Oberseite kommt die Beleuchtung besonders gut zur Geltung, da die Silberne Top-Plate das licht schön gleichmäßig streut. Vor allem im Dunkel sieht die Tastatur dadurch besonders cool aus. Neben den Tasten kann man auch den Streifen in der Ablage einstellen. Hier ist man aber eingeschränkter. So lassen sich die dort verbauten LEDs nicht einzeln belegen. Hier kann man nur zwischen einer statischen Farbe und Übergangseffekten wählen. Sie macht aber dennoch was her. Hier ist die Wirkung im Dunkeln größer, da die Leichtkraft nicht so hoch ist.
Die Mediatasten sind auch beleuchtet, allerdings statisch weiß, was sich auch nicht ändern lässt. Ein kleiner Kritikpunkt, denn zumindest hat man überhaupt an eine Beleuchtung gedacht. Wie immer muss aber auch bei der V770 wieder erwähnt werden, dass die Beleuchtung in den Kappen nicht sehr gleichmäßig ist. Wie immer ist der untere Bereich der Caps weniger kräftig ausgeleuchtet, als der obere. Das liegt einfach an der Konstruktion der mechanischen Schalter liegt. Will man es gleichmäßig und hell, ist die Corsair K57 RGB Wireless einen Blick wert.
Der Praxistest
Die Viper V770 musste natürlich mehrere Tage Gaming und Arbeit über sich ergehen lassen. Insgesamt hat sie sich dabei hervorragend geschlagen. Im Gegensatz zur V765 erfüllt die Handballenauflage bspw. ihre Funktion wie sie soll. Die Hände nehmen also vor den Tasten bequem ab, wobei sich eine angenehme Höhe einstellt. Das Tippgefühl der Kailh Red ist gut bzw. nicht wirklich zu unterschieden von Cherry MX Red. Interessant war, dass man sich an die ungewöhnliche Bedienung der Mediatasten recht schnell gewöhnen konnte. Das Schreiben und Arbeiten gelang nach einer Eingewöhnung an das US-Layout auch ohne Probleme. Mit QWERTZ-Layout dürfte nur der Versatz durch die Marko-Tasten eine Eingewöhnungszeit erfordern.
Dass die Tastatur auch über Pass-Through-Anschlüsse verfügt, ein wirklich positiver Aspekt. ABER, unserer Meinung nach hat der Hersteller die Anschlüsse seitenverkehrt verbaut. Der USB Anschluss würde bspw. für ein Wireless-Maus auf der rechten Seite mehr Sinn ergeben. Vor allem könnte das Audio-Kabel auf der rechten Seite etwas im Weg bei der Bedienung der Maus sein. Wie gesagt, unserer Meinung nach nicht ganz zu Ende gedacht. Eine Führung für das Kabel würde dieses Problem schon etwas verringern.
Fazit
Die Patriot Viper V770 soll eine Enthusiasten-Tastatur sein. Das unterstreicht der Hersteller mit einem Haufen an Features. Vergleicht man sie mit anderen Topmodellen, kommt eigentlich nur die Corsair K95 RGB Platinum und die Cooler Master MK850 mit. Aufzählen kann man dedizierte Media-Tasten mit besonderer Umsetzung, USB- und Audio-Passthroug, Makrotasten und natürlich die Beleuchtung. Hier werden dabei nicht nur die Kappen einzeln beleuchtet, sondern auch die Handballenauflage ist über die gesamte Breite mit einem Leuchtstreifen sowie dem Logo versehen. In dieser Form einzigartig. Das Licht ist hier zwar nicht sehr hell, das wird aber durch die Lichtstreuung an der silbernen Top-Platte wieder etwas kompensiert.
Bei der Bedienung schlägt sich die mechanische Tastatur mit Kailh Red Schaltern sehr gut. Das Konzept der Wipp-Schalter zur Multimediabedienung geht auf und alle Tasten sind sinnvol positioniert. Dass man die Beleuchtung mit eigenen Tasten verstellen kann, ist ebenfalls eine gute Idee. Die Software wird damit etwas weniger Wichtig. Das tut ihr gut, denn rein optisch ist sie nicht der Knaller. Insgesamt erfüllt sie ihren Zweck aber ganz gut. Alle Tasten inklusive der Makro-Tasten sind hier programmierbar.
Kritik kann an der Positionierung der Anschlüsse geübt werden, zumindest aus unserer Sicht, da ein eingestecktes Audio-Kabel der Maus im Weg sein könnte. Und auch die Materialwahl passt nicht ganz zur Ausrichtung. So gibt es an der Verarbeitung nichts zu beanstanden, aber das Aluminium fühlt sich bspw. deutlich dünner als bei der Konkurrenz an und auch das Kunststoff wirkt stellenweise günstiger.
Erhätlich ist die Patriot Viper V770 ab ~129€, womit sie die genannte Konkurrenz deutlich unterbietet. Einzig die G.Skill RipJaws KM780 RGB und Kingston HyperX Alloy Elite können hier mit ähnlicher Ausstattung einen ähnlichen Preis bieten. Somit gibt es für uns keinen Grund der V770 den Preis-Leistungs-Award zu verwehren.
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+ gelungenes Layout | - Material etwas einfach | |



























