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Test: Seagate Desktop SSHD (ST2000DX001) 2 TB

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Geschrieben von Martin Nürnberger
Veröffentlicht: 29. Januar 2014

seagate-sshd-newsbildSeagate ist seit einigen Jahren der Vorreiter, wenn es um die Entwicklung und Einführung von SSHDs geht. Diese Hybrid-Laufwerke sollen die Speicherkapazität einer herkömmlichen HDD und die Geschwindigkeit einer SSD vereinen. Nun hat Seagate seine erste Desktop SSHD im 3,5 Zoll Format veröffentlicht, was uns natürlich sehr neugierig gemacht hat. Welche Vorteile diese Hybrid-Festplatte mit sich bringt, was hinter der ausgefeilten Technik steckt und wie sich die Seagate SSHD in unseren Benchmarks schlägt wollen wir im nachstehenden Bericht zeigen.

 

 

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Seagate hat uns für diesen Bericht seine brandaktuelle Desktop SSDH mit der Modellbezeichnung ST2000DX001 zur Verfügung gestellt. Dafür und für das damit entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns ganz herzlich.

Autor: Martin Nürnberger

 


 

Vorwort

Stetig steigender Speicherbedarf in allen Bereichen treibt Festplattenhersteller dazu an immer höhere Kapazitäten auf gleichbleibend großen Medien zu realisieren. Da die Begehrlichkeiten in Sachen Geschwindigkeit gleichermaßen wachsen, sind die Entwickler geradezu gezwungen diesem Bereich ebenfalls die nötige Aufmerksamkeit entgegenzubringen.

Seit wenigen Jahren versuchen Festplattenhersteller wie Seagate, Western Digital und Toshiba mit sogenannten Solid State Hybrid Drives (SSHD) den Markt zu revolutionieren und die Vorteile einer HDD mit denen eines Halbleiter-Speichers in einem herkömmlichen Festplattengehäuse zu vereinen. Dabei nutzen sie die hohen Kapazitäten und die Langlebigkeit von Magnetscheiben von HDDs einerseits und die extrem schnellen Schreib- und Leseraten sowie Reaktionszeiten von NAND-Speicher andererseits. Beide Speichertechnologien intelligent miteinander kombiniert führen dazu, dass die Schwächen der jeweils anderen Technologie möglichst aufgehoben werden.

Seagate mit Hauptsitz in Kalifornien, nimmt bei der Entwicklung von SSHDs mächtig viele Ressourcen in die Hand, was sich anhand der Veröffentlichungen von SSHDs in den letzten Jahren zeigen lässt. So war Seagate nebst Samsung bereits 2007 mit der ersten Lösung einer eigenen HDD mit NAND-Speicher vertreten. In den Jahren 2010 bis 2014 stieß Seagate mit weiteren Modellen und SSHD-Generationen voran und macht die SSHD heute zu einer kostengünstigen und konkurrenzfähigen Speicherlösung mit Halbleiter-Technik. Unsere Grafik demonstriert das mal an Hand eines Zeitstrahls:

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Äußerlichkeiten

Wie bereits in der Einleitung erwähnt wird die Technology einer SSHD in einem gewöhnlichen Festplattengehäuse untergebracht, sodass es uns schwer fällt einen Spannungsbogen für die Beschreibung des Äußeren und des Lieferumfanges aufzubauen. Die SSHD kommt wie jede andere HDD im Retail daher, was einer durchsichtigen Kunststoffschale entspricht. Das Gehäuse ist eckig und kantig, wobei die Kanten soweit entgratet sind, dass keine Verletzungsgefahr beim Anfassen besteht. Dass dies nicht immer bei allen Herstellern und Modellen der Fall ist können und müssen wir an dieser Stelle noch einmal erwähnen.

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Auf der Oberseite (dem Deckel), welcher im gebürsteten Aluminium erstrahlt, befindet sich wie üblich das Label mit allen Angaben zum Modell samt Hersteller. Der Rest des Aluminiumguss-Gehäuses ist schwarz lackiert, was ebenfalls als üblich gilt. Die Unterseite beherbergt das PCB der SSHD, womit wir beim Kernstück dieser ausgeklügelten Technologie angelangt wären. Dieses PCB lässt sich demontieren, wodurch wir einen Einblick in die verbauten Komponenten erhalten.

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Zu erkennen ist der zentral gelegene Festplatten-Controller aus dem Hause LSI, welcher in direkter Nachbarschaft zum 64 MB großen DRAM-Cache von Samsung liegt. 2011 wurde die Festplattenspate von Samsung durch Seagate übernommen. Der Übernahme wurden unterschiedliche Bedingungen zugrunde gelegt: Unter anderem soll Samsung die Lieferung von Halbleitern an Seagate sicherstellen, welche beispielsweise bei SSDs und SSHDs zum Einsatz kommen.

In der Ecke oben rechts wurde der NAND-Flash von Toshiba verbaut, welcher auf Grund seiner Bezeichnung ein MLC (Multi-Level-Cell) Toggle NAND in 24 nm Bauweise ist und 8 GB fasst. Daneben arbeitet ein FSP (Flash Storage Processor) von eASIC, der für das Controlling des NAND-Speichers verantwortlich ist. Die Wahl eines Flash-Controllers von eASIC ist kein Zufall: Seagate unterstützte die Chip-Designer im Jahre 2013 mit einem Investment in unbekannter Höhe. Ziel war und ist es gemeinsam kostengünstige High-Performance Chips und Halbleiter für verschiedene Bereiche zu entwickeln, um die eigene Position am Markt zu stärken und zu verbessern.

Ein weiterer Controller auf dem PCB befindet sich oben links und kommt vom Hersteller SMOOTH. Der sogenannte VCM (Voice Coil Motor) Controller ist für die Steuerung des Motors sowie der Leseköpfe zuständig und ist damit der größte Stromverbraucher.

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Zum Vergleich haben wir hier ein PCB einer normalen HDD aus dem Jahre 2010 abgebildet. Der Umfang an elektronischen Bauelementen und Chipsätzen hat in den Jahren und gerade bei einer SSHD wesentlich zugenommen. Dieser Vergleich soll nur nebensächlich sein und stellt eine Randinformation dar.

 

Technische Daten

  4 TB 2 TB 1 TB
Modellbezeichnung ST4000DX001 ST2000DX001 ST1000DX001
Schnittstelle SATA mit 6 Gbit/s und NCQ SATA mit 6 Gbit/s und NCQ SATA mit 6 Gbit/s und NCQ
Leistung
NAND-Typ/Größe MLC/8 GB MLC/8 GB MLC/8 GB
DRAM-Cache (MB) 64 64 64
Unterstützte SATA-Datenübertragungsraten (Gbit/s) 6,0/3,0/1,5 6,0/3,0/1,5 6,0/3,0/1,5
Durchschnittliche Suchzeit, Lesen (ms) < 12 < 9,5 < 8,5
Durchschnittliche Suchzeit, Schreiben (ms) < 12 < 9,5 < 8,5
Durchschnittlicher Datendurchsatz, Lesen
Durchsatz für alle Zonen (MB/s)
146

156 156
Durchschnittlicher Datendurchsatz aus NAND-Medien (MB/s) 190 190 190
Maximal anhaltender Datendurchsatz, OD Lesen (MB/s) 180 210 210
Konfiguration/Anordnung
Köpfe/Scheiben 8/4 4/2 2/1
Strommanagement
Strom, Betrieb, typisch (W) 7,5 6,7 5,9
Strom, Leerlauf, typisch (W) 6,2 4,5 3,36
Strom, Standby-Modus/Ruhe-Modus 0,75 0,75 0,75
Abmessungen und Gewicht
Breite x Höhe x Tiefe (mm) 101,6 x 26,11 x 146,99 101,6 x 26,11 x 146,99 101,6 x 19,87 x 146,99
Gewicht (g) 610 535 400

 

Quelle und vollständiges Datenblatt: Seagate.com

 


 

Technischer Hintergrund einer SSHD

Die Verheiratung von SSD und HDD wurde von verschiedenen Herstellern der Festplattenindustrie auf unterschiedliche Art und Weise vorgenommen. Grundsätzlich gibt es derzeit zwei Ansätze, die gegeneinander antreten und ihr Stärken und Schwächen besitzen. Nachstehende Grafik verdeutlicht schematisch die Funktionsweise beider Technologien.

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Die Grundidee ist immer dieselbe: Es geht darum wichtige und häufig genutzte Daten (hot data) zu priorisieren und diese auf dem schnelleren NAND-Flash oder der SSD verfügbar zu machen, damit diese Daten bei Gebrauch sehr schnell wieder abgerufen werden können.

 

Kurz erklärt: Dual Drive Lösung (auf Basis von FCM)

Zwei physikalisch voneinander getrennte Geräte (HDD und SSD) werden jeweils an den SATA-Controller angeschlossen. Für die Funktion dieser Lösung kommen speziell von Intel entwickelte Controller und Treiber zum Einsatz, die unter der Bezeichnung Smart-Response-Technik (SRT) zusammengefasst werden. Diese Technik bildet ein RAID zwischen beiden Speichergeräten und stellt somit die Grundlage für den Datenaustausch zur Verfügung. Die Priorisierung der Daten wird zur Laufzeit durch (a) die Host-Software, (b) die Gerätetreiber oder (c) die Host-Software und Gerätetreiber übernommen. Dieser Ansatz wird derzeit von Apple mit seinem neuen Apple Fusion Drive sowie diversen Notebook-Hersteller verfolgt.

 

Kurz erklärt: Hybrid Drive Lösung

Ein physikalisches Gerät mit der Abmessung einer herkömmlichen Festplatte von 2,5 Zoll (bis zu 7 mm dünn) oder 3,5 Zoll wird anstelle der HDD oder SSD am selben Steckplatz angeschlossen und in Betrieb genommen. Während des Betriebes übernimmt die Firmware der Festplatte die Priorisierung der Daten und legt sie gegebenenfalls im NAND-Speicher ab. Bei Bedarf wird darauf zurückgegriffen, was eine sehr schnelle Verfügbarkeit dieser Daten zur Folge hat. Seagate nennt sein Verfahren der intelligenten Analyse von Gebrauchsdaten Adaptive Memory. Die Güte des Algorithmus ist ein entscheidendes Merkmal bei der Erkennung priorisierter Daten und trägt direkt zum Erreichen von Leistungssteigerungen bei.

 

Der Vergleich zwischen Dual Drive und Hybrid Drive

Beide Ansätze unterscheiden sich nicht von der Idee. Bei der Umsetzung jedoch werden klare Vor- und Nachteile sichtbar. Eine kurze Gegenüberstellung soll diese Punkte zusammenfassen.

 

SSHD
Solid State Hybrid Drive
Dual Drive
Flash-Cache-Modul (FCM)
Platzsparender, da nur ein Festplattenschacht nötig ist Es werden zwei Festplattenschächte (HDD + SSD) benötigt
Gesamtkosten geringer, da PCB von HDD nur um einige Bauteile erweitert werden muss Gesamtkosten höher, da zwei eigenständige Speichergeräte angeschafft werden müssen
Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse gering, da Daten zwischen HDD und NAND-Flash gehäuseintern transportiert werden Gefahr für Datenverlust durch äußere Störeinflüsse hoch, da Daten zwischen HDD und SSD über SATA-Schnittstelle transportiert werden
Unabhängig vom Betriebssystem des Host Computers, da keine Host-Software notwendig ist Abhängig vom Betriebssystem, da Host-Software bzw. Treiber kompatibel sein müssen
NAND-Flash Speicherkapazität gering und nicht erweiterbar SSD Speicherkapazität je nach Modell variabel und wesentlich größer

 

Wieviel NAND-Flash ist nötig?

Auf die Frage, ob 8 GB NAND-Flash ausreichen oder ob man besser mit einer ganzen SSD als Cache gerüstet ist, gibt uns Seagate im Falle der Desktop SSHD eine klare Antwort: Die Desktop SSHD ist dafür konzipiert das normale Nutzerverhalten zu unterstützen und dafür genügen 8 GB NAND-Flash in den häufigsten Fällen aus. Dabei profitieren in erster Linie Vorgänge wie das Booten und Herunterfahren sowie das Versetzen des Computers in den Stand-By Zustand, aber auch das häufige Starten von Anwendungen. Keinen Nutzen dagegen haben alle Arbeiten mit Daten, die eine lange und sequentielle Datenfolge besitzen bzw. durch Ihre Dateigröße einen Großteil des NAND-Speichers ausfüllen würden (Video- und Audio-Dateien, ISO-Dateien, Bearbeiten von HD-Videos, CAD-Anwendungen).

 


 

Datenträger Testsystem vorgestellt

Auf der Basis eines aktuellen Testsystems mit möglichst hohem Praxisbezug stellen wir die Messergebnisse der Seagate Desktop SSHD vor. Wir verwenden dabei bewusst das Ende Oktober 2012 erschienene Microsoft Windows 8 als Betriebssystem, da es bereits heute und auch zukünftig auf den meisten PC-Systemen zum Einsatz kommen wird. Die ausführliche Konfiguration kann im Artikel zum Datenträger Testsystem für SSDs nachgelesen werden.

 

 

Intel Z77-Datenträger-Testsystem

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Prozessor:
Intel Core i7-3770K (Retail)
Mainboard: Gigabyte Z77MX-D3H
Kühlung: EKL-Stock Kühler
SSHD: Seagate Desktop SSHD 2 TB (ST2000DX001) - Systemfestplatte
RAM:
2 x 4 GB Kingston HyperX (KHX1600C9D3/4G) @ 1600 MHz
Netzteil: beQuiet Pure Power L8-CM 430W
Grafikkarte:
Sapphire Vapor-X HD4890 1 GB
Betriebssystem: Microsoft Windows 8 Pro x64
   

 

Wir haben die SSHD von Seagate gegen eine Kingston HyperX 3K - 240 GB (SSD) und eine HDD von Samsung (HD204UI - 2 TB) antreten lassen. Wir versprechen uns durch diese Gegenüberstellung einen Vergleich zu erzielen, der gemäß Herstellerangabe die Vorteile beider Datenspeicher-Technologien im Hybriden vereint. Einen dieser Vorteile müssen wir nicht durch einen Benchmark belegen, denn die erhöhte Kapazität einer HDD ist nachweislich erreicht. Wir konzentrieren uns vielmehr auf die Transferraten, die vom intelligenten Gespann aus HDD und NAND-Flash erreicht werden.

Hier kurz die Eckdaten zur Samsung HDD:

  • Modell: Samsung HD204UI
  • Kapazität: 2 TB
  • 3 Scheibe mit je 667 GB
  • SATA II (wobei diese Schnittstelle nicht ausgereizt wird)
  • 5.400 U/Min
  • Hergestellt: 09/2010

Die SSD haben wir in einem vergangenen Testbericht (Kingston HyperX 3K 240 GB) bereits ausgiebig unter die Lupe genommen.

 


 

Benchmark: ATTO

Aus dem Hause ATTO Technology, Inc. (Amerika) stammt der gleichnamige Benchmark für Festplatten und Datenträger ATTO, mit dem wir die Leistung des Testobjekts messen wollen. Die Daten, die für diesen Test geschrieben und gelesen werden, sind gut komprimierbar. Dies hat zur Folge, dass die angezeigte Leistung der mancher SSDs stark abhängig vom verbauten Controller ist.


SandForce-Controller einer SSD beispielsweise beherrschen eine ausgezeichnete Komprimierung, was die Ergebnisse bei diesem Benchmark sehr gut aussehen lässt. Kommen allerdings nur schlecht komprimierbare Daten ins Spiel, wie das bei den meisten Anwendungen im Alltag der Fall sein dürfte, brechen die Ergebnisse ein und fallen auf ein "normales Niveau". Die Hersteller sind geneigt sich auf die Messwerte des ATTO Benchmark zu beziehen. Wie so oft spricht man an dieser Stelle von Maximalwerten oder "bis zu". Es genügt also nicht sich einzig und allein auf diese Werte zu verlassen. Der ATTO lässt als synthetischer Tests einordnen und stellt theoretische Ergebnisse bereit, die unter Idealbedingungen erreicht werden können.


Die Vorgehensweise des Benchmark ist kurz erklärt: In unserem Fall wird eine 256 MB große Datei mit einer Arbeitstiefe (gleichzeitige Anfragen an den Datenträger) von 4 geschrieben und anschließend gelesen. Die verwendeten Blockgrößen liegen dabei zwischen 0,5 und 8192 KB. Bei kleinen Blockgrößen werden erfahrungsgemäß geringere Transferraten als bei großen Blockgrößen erreicht. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

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Bei diesem Benchmark wird die Grundleistung der Magnetscheiben der SSHD angesprochen, da der Algorithmus keine regelmäßige Datennutzung zu erkennen scheint. Die exakte Funktionsweise von Adaptive Memory bleibt ein Geheimnis von Seagate, sodass wir eigentlich nur darüber spekulieren können was hier wirklich passiert. Auf Grund der Kurve, welche ähnliche Eigenschaften aufweist wie bei der Samsung HDD, lässt sich jedoch erahnen, dass der NAND-Flash seine Finger hier nicht im Spiel hat.

Die Leseleistung weist starke Einbrüche in den Bereichen der 16 KB großen Blöche auf. Wir erklären uns dies durch den großen Cache von 64 MB, welcher Probleme in den kleinen Bereichen zu haben scheint. Im Alltagsbetrieb wird der Cache optimaler ausgenutzt, sodass oben gezeigte Probleme keine Rolle spielen. Insgesamt liegt die Lese- und Schreibleistung der Seagate SSHD deutlich über die der Samsung HDD, was ihr ein gutes und performantes Fundament auch ohne NAND-Flash Unterstützung schafft.

 



Benchmark: Crystal Disk Mark

Ergänzend zum AS-SSD Benchmark setzen wir den Benchmark Crystal Disk Mark ein. Mit Crystal Disk Mark kann jede Art von Datenspeicher getestet werde. Nach Belieben kann man zwischen gut komprimierbaren Daten und zufälligen Daten wählen. Ein Unterschied zum AS-SSD Benchmark ist die wählbare Größe der Testdatei, wodurch man beispielsweise wunderbar unterschiedliche Größen bei USB Speicher Sticks bedienen kann. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

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Dank der Praxisnähe zeigt der Crystal Disk Benchmark mehr vom wahren Gesicht der Seagate Desktop SSHD, was ihr im Ergebnis eine ausgezeichnete Schreibrate einbringt. Die Schreibrate liegt sogar über der Leserate, was die Grundleistung des HDD-Anteils in ein sehr gutes Licht rückt. Der NAND-Flash trägt hier erneut nicht zum Ergebnis bei, da die Leistung von der ersten bis zur letzten Messung konstant bleibt. Ein intelligentes Eingreifen des Adaptive Memory hätte eine Verbesserung der Transferraten bewirken müssen.

 


 

Benchmark: PCMark 7 Advanced Edition

Wer kennt ihn nicht – den PCMark 7 von Futuremark. Mit ihm lassen sich praxisnahe Benchmarks durchführen und dessen Ergebnisse weltweit auf der Webseite von Futuremark mit anderen Systemen vergleichen. Für unsere Messungen verwenden wir nur einen Teil der zur Verfügung stehenden Optionen, und zwar den Bereich system storage suite. Weitere Infos zu diesem Benchmark kann man auf unserer Datenträger Testsystem Seite nachlesen.

Screenshot 1: HDD
Screenshot 2: SSHD
Screenshot 3: SSD

 

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Dank unseres letzten praxisbezogenen Benchmarks können wir der Seagate Desktop SSHD erneut beglückwünschen und ihr ein sehr gutes Ergebnis aussprechen. Zwar liegt sie weit hinter der SSD (die unfairer Weise vollständig mit NAND-Flash ausgestattet ist) doch ebenso deutlich vor der Samsung HDD.

Hier noch einmal die system storage scores zusammengefasst:

  1. SSD: 5244
  2. SSHD: 3412
  3. HDD: 1585

 


 

Benchmark SSHD Spezial: Windows Hochfahren und Herunterfahren

Neben den üblichen Benchmarks für HDD Festplatten wollen wir herausfinden, wie schnell der Algorithmus „hot data“ als solche einstuft und haben dazu einen Benchmark durchgeführt, der das Hochfahren und Herunterfahren des Betriebssystemes Windows 8 Pro x64 im Wechsel und 10 Durchläufen beinhaltet. Anhand eines Grafen wollen wir verdeutlichen, wie sich die SSHD an die immer wiederkehrende Situation anpasst und die beiden Vorgänge von Durchlauf zu Durchlauf beschleunigt.

Beim Hochfahren des Systems beginnen wir nach Verschwinden der POST-Meldung mit dem Start der Messung und stoppen die benötigte Zeit bei Erscheinen des Desktops (automatische Anmeldung des Benutzers ist aktiv). Beim Herunterfahren beginnt die Zeitmessung nach Klick auf die Schaltfläche „Herunterfahren“ und endet mit dem restlosen Ausschalten des Mainboards.

 

benchmark-hochfahren

 

benchmark-herunterfahren

Kommen wir nun zur Königsklasse der SSHD, wie sie sich bereits in den technischen Erläuterungen angekündigt hat. Wir wollten uns von der Lernfähigkeit der Seagate Desktop SSHD selbst überzeugen und haben den wahrscheinlich am besten unterstützten Fall (laut dem Hersteller Seagate) herangezogen. Eindrucksvoll erkennt man bereits nach wenigen Wiederholungen die zeitliche Verbesserung bei beiden Aktionen. Nach 10 Durchgängen hat sich die benötigte Zeit zum Hochfahren des Systems von 30 Sekunden auf gerade einmal 13 Sekunden dezimiert. Das entspricht einer Verringerung der Wartezeit von fast 57 %. Beim Herunterfahren benötigt sie eine kurze Anlaufzeit und gelangt dann auch in die Bereiche wie sie die SSD für sich beansprucht. Hier wird eine Verringerung von fast 64 % erreicht.

 


 

Benchmark SSHD Spezial: Photoshop CS 6 mit großer Datei öffnen

Unser nächster Praxistest, welcher die Fähigkeiten einer SSHD aufzeigen soll, beinhaltet das Öffnen einer 64 MB großen Photoshop-Datei, welche sehr viele Ebenen samt Ebeneneffekte besitzt und eine erhebliche Wartezeit beim Öffnen verspricht. Wir wollen herausfinden, ob die Seagate Desktop SSHD hier ihren NAND-Flash ins Spiel bringen und uns so die Wartezeit verringern kann.

Gestoppt wird ab dem Doppelklick auf die PSD-Datei bis zum Erscheinen der eingeblendeten Ebenen.

benchmark-photoshop-vorgang

benchmark-photoshop-cs6

Da wir bei diesem Benchmark leider keine Unterstützung durch die Hybrid-Technik erhalten haben vermuten wir, dass der Grund dafür in der Arbeitsweise von Photoshop zu finden ist. Bei jeder Sitzung erstellt Photoshop eine temporäre Arbeitsdatei. Da diese bei jedem Öffnen mit einem anderen Namen komplett neu erstellt wird erkennt der Algorithmus keine wiederkehrenden Muster in dieser Arbeitsdatei. Dazu kommt der Punkt, dass diese Arbeitsdatei bereits 16 GB groß ist und vom 8 GB großen NAND-Flash nicht aufgenommen werden kann.

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Doch selbst bei der Einhaltung einer Dateigröße von 5 GB der Arbeitsdatei konnten wir keine Beschleunigung messen. Photoshop scheint also nicht von SSHD Hybrid-Festplatten wie der Seagate Desktop SSHD zu profitieren.

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Benchmark SSHD Spezial: Kopier-Benchmark

Methode 1

Mit diesem Benchmark wollen wir herausfinden, in wie weit das Kopieren verschieden strukturierter Dateien durch die Technology Adaptive Memory von Seagate beschleunigt werden kann. Dazu ziehen wir unsere drei aus unserem USB 3.0 Stick 64 GB Roundup bekannten Dateimuster heran: eine 3,5 GB große ISO-Datei, ein Paket aus 380 MP3-Dateien mit der Gesamtgröße von 2 GB sowie ein Paket aus insgesamt 870 JPEG- und NEF-Dateien, welches 4 GB groß ist.

Es wird die Zeit gemessen, die ab der Eingabe "Einfügen" beginnt und mit Fertigstellung des Kopiervorganges endet. Dabei liegen die Quell-Dateien auf dem Desktop und werden nach C:\kopier-benchmark kopiert.

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Methode 1 unseres Kopier-Benchmarks wurde so durchgeführt, dass jedes Dateimuster mit 10 Durchläufen hintereinander dran war, bevor der Kopiervorgang mit dem nächsten Dateimuster startete. Bei allen Laufwerken unterstützt das Caching von Windows 8 den Kopiervorgang so stark, dass wir keine subjektive Messung der reinen Datenträgerleistung durchführen konnten. Die Statusanzeige der Kopiervorgänge ab Durchlauf 2 stellten sich durchweg wie folgt dar, was die Vergleichbarkeit schwierig macht.

benchmark-kopieren-vorgang-iso benchmark-kopieren-vorgang-mp3 benchmark-kopieren-vorgang-jpeg-nef

 

Methode 2

Um die Unterstützung durch Windows 8 möglichst zu unterbrechen haben wir die selben Datenmuster in gemischter Reihenfolge kopiert und gemessen: 1. ISO-Datei, 2. MP3-Paket, 3. Bilder-Paket, 4. ISO-Datei, 5. MP3-Paket ... und so weiter. Insgesamt haben wir somit 15 Kopiervorgänge durchgeführt, wobei jedes Datenmuster fünf Mal verwendet wurde.

benchmark-kopieren-methode2-mp3 benchmark-kopieren-methode2-iso benchmark-kopieren-methode2-jpeg-nef

Methode 2 zeigt erneut die Grundleistung der Datenträger. Im Falle der SSHD ist im Verlauf der Messung keine nennenswerte Verbesserung der Transferrate zu erkennen, was uns zu dem Entschluss kommen lässt, dass hier keine Unterstützung durch die Halbleitertechnik stattfindet. Dennoch liegt die Leistung der SSHD stehts in einem guten Bereich.

 


 

Fazit

Seagate hat mit der Einführung seiner Desktop SSHD eine weitere magische Grenze erreicht, indem die Kalifornier auf den Formfaktor 3,5 Zoll setzen und die Obergrenze der maximalen Speicherkapazität für eine SSHD damit erheblich erhöhen konnten. Für die Desktop SSHD sprechen die Verschmelzung von Halbleitertechnik und HDD-Technik in einem Gehäuse sowie die unproblematische Inbetriebnahme für jeden Anwender, da keine Installation oder Konfiguration notwendig ist.

Leider erweckt Seagate auf den eigenen Internetseiten den Eindruck man erhalte ein Produkt, was der Leistung einer SSD entspricht sowie die Speicherkapazität einer HDD enthält. Ersteres verfehlt die Realität leider komplett und zeigt in unseren Benchmarks lediglich eine Beschleunigung des Hoch- sowie Herunterfahrens von Windows 8. Einzig die Speicherkapazität wird tatsächlich eingehalten, da unter der Haube eine HDD als Grundlage dient und somit zumindest 50% der Werbeaussage zutreffend ist.

Ob die Anwender bereit sind für eine Technologie, welche sich nach unserer Ansicht derzeit in den Kinderschuhen befindet, noch einmal den halben Grundpreis einer vergleichbaren HDD (Seagate Barracuda ST2000DM001, ca. 70 Euro) mehr auszugeben wird sich zeigen. Die Erfolgsaussichten für diese Technologie sind trotz aller Negativpunkte vielversprechend. Wir dürfen auf die Veränderungen in den nächsten Jahren gespannt sein: Sollte sich eine starke Verbesserung der Verfügbarkeit und kostengünstigere Produktion von Halbleitertechnik ergeben dürfte es für den Vormarsch von Solid State Hybrid Disks schwer werden.

Preislich können die Varianten 4 TB / 2 TB / 1 TB für derzeit 167,- Euro / 96,- Euro / 68,- Euro erworben werden. Alternativ aber auch bei Amazonhttps://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3.

 

Seagate Desktop SSHD (2 TB)

Erste Desktop SSHD im 3,5 Zoll Format mit guter HDD-Leistung aber wenig SSD-Power, 29.01.2013

Datenträger Testberichte Hersteller-Homepage Im Geizhals-Preisvergleich ab: 96,00 EUR
Pro Contra finisher

+ gute Grundleistung der HDD
+ einfache Inbetriebnahme
+ spürbarer Leistungsschub
   beim Hoch-/Herunterfahren

- Ausmaß der Leistungssteigerung durch
  den NAND-Flash hält sich in Grenzen

 

Da unsere Redaktion in dieser Art von Speicherkombination noch sehr viel Potential sieht erhält die Seagate Desktop SSHD unseren Innovations-Award. Für die gezeigte Leistung, die auf dem Niveau einer guten HDD liegt, verleihen wir dem hier vorgestellten Modell unseren Silber-Award.

 

silber innovation

 

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