Es gibt Modems, Switches, WLAN aber auch dLan. Mit dem prägsamen Namen D650 triple+ bietet der Hersteller Devolo ein Paket aus zwei "Steckdosen-Routern" an. Was genau dLan überhaupt ist und ob man es einem längern Netzwerkkabel vorziehen sollte, erfahrt ihr in diesem Testbericht. Wir zeigen euch die beiden Geräte, erklären euch den Begriff dLan und untersuchen anschließend die Durchsatzraten bzw. die Geschwindigkeiten.
Dieser Testbericht entstand mit freundlicher Unterstützung von Devolo.
Autor: Leonardo Ziaja
Verpackung und Lieferumfang
Die Verpackung ist weiß gehalten und bietet einige farbliche Akzente in blau, grün und orange. Devolo setzt hier auf viele Informationen auf dem Karton und zeigt auf jeder Seite die Vorteile des Produkts. Im Lieferumfang befindet sich neben den beiden dLan-Geräten noch eine Bedienungsanleitung sowie zwei weiße CAT5e-Kabel.
Technische Daten *klicken zum Anzeigen*
| Technische Daten | |
|---|---|
| Standards | IEEE 802.3/802.3u/802.3ab/802.3x/802.3az/802.1p IEEE 1901, Auto MDI/X, HomePlug |
| Protokolle | CSMA/CA (Powerline) |
| Übertragungsgeschwindigkeiten | Ethernet 10/100/1000 mbps Powerline 200/500/600 mpbs |
| Reichweite | Powerline: 400 Meter |
| Sicherheit | 128 Bit AES |
| Material | weißer Kunststoff (glänzend) |
| Temperatur | Off: -25°C bis 70°C / On: 0°C bis 40°C |
| Größe | 142 x 72 x 41 mm |
| Garantie | 3 Jahre |
Erster Eindruck
Die Verpackung sieht sehr schick aus, bietet viele wichtige Informationen sowie Feature-Beschreibungen und zeigt Einsetzungsmöglichkeiten vom dLan-Standard im Haus oder der Wohnung. Für Laien mögen viele Begrifflichkeiten auf dem Karton für Verwirrung sorgen, meistens werden die Eigenschaften jedoch verständlich erklärt. Zusätzlich gibt es noch die Bedinungsanleitung, die farblich jede Eigenschaft erläutert. Diese erblickt übrigens als erstes das Licht, darunter sind dann die beiden D650 und unter einer schmalen Klappe verstecken sich noch die Kabel.
Nachdem alles entnommen war, ging es direkt daran sich die weißen dLan-Geräte genauer anzusehen. Von außen her zeigt sich bei Netzwerkadaptern ein weißes Gehäuse aus glänzendem Kunststoff, der die Inneren Elektronikteile komplett umhüllt. Auf der Front ist neben einem vertikalen devolo-Schriftzug noch eine 230V-"Stromsteckdose" platziert. Außerdem zeigen sich mittig unten drei LEDs, die je nach Status des Gerätes oder Netzwerk-Ports weiß oder orange leuchten. Während die linke und obere Seite komplett "leer" ist, hat der Hersteller auf der rechten Seite im unteren Bereich einen kleinen Knopf platziert. Dieser dient einerseits zum Koppeln mit dem anderen D650-Device während er andererseits auch noch ein drittes Gerät in den Verbund aufnehmen kann.
Unten befinden sich, je nach Modell variierend, die LAN-Ports, die den Übergang zwischen Internetquelle, Stromnetz und dem PC darstellen. Wie genau ein dLan funktioniert, wird auf der folgenden Seite nochmals genauer erläutert. Direkt oberhalb der Internetanschlüsse sind drei kleine Logos, die der Reihenfolge nach den drei LEDs zugeordnet sind. Eine davon ist unter anderem die Power-LED, die sich ganz links befindet. Zu guter letzt bleibt noch die Rückseite, auf der sich neben dem Stromstecker und Schrauben nur noch einige Produktinformationen finden lassen. Dort stehen die Security-ID, die dLAN-Mac-Adresse und einige wichtige Daten zum Stromanschluss.
Der Begriff "dLAN" erklärt
Das sogenannte dLAN, oder auch PowerLAN genannt, bezeichnet eine Technik, die bereits vorhandene Stromleitungen in einem Gebäude zum Aufbau eines Netzwerkes nutzt. Somit sind keine zusätzlichen Netzwerkkabel mehr nötig oder müssen extra neu verlegt werden. Die Geräte, und es müssen mindestens zwei sein, werden in zwei unterschiedliche Steckdosen unabhängig voneinander eingesteckt und können anschließend über das Stromnetz miteinander kommunizieren.
Einfach gesehen nimmt das erste Gerät das Internetsignal des Routers auf, also der Internetquelle, wandelt es um und verschlüsselt es, schickt es an das zweite Gerät im Netz. Als nächstes wird das Signal wieder umgewandelt, entschlüsselt und an die Endgeräte, also den PC, Konsole oder den TV, als "normales" Datenpaket ausgegeben.
Software
Devolo bietet mit der "Cockpit"-Software ein nützliches Tool zur Netzwerk-Überwachung an. Die Software besteht aus einer Übersicht aller vorhandenen Geräte im Netzwerk, kann neue hinzufügen, das Verschlüsselungs-Kennwort ändern und auch die Firmware der dLan-Geräte updaten. Zudem ist es möglich dem D650 einen (Netzwerk)-Namen zu geben sowie die Software auf den Werkszustand zurückzusetzen. Unserer Meinung ist das Tool eine nützliche Hilfe und bietet eine gute Übersicht aller eingesteckten D650. Außerdem wird hier die ungefähre Bandbreite angezeigt, die man im Netzwerk erreicht. Direkt nach dem Öffnen der Software wird auf ein Firmware-Upgrade hingewiesen, das sowohl schnell als auch problemlos funktionierte.
Praxistest
Damit die Geräte voll zur Geltung kommen haben wir sie in verschiedenen Steckdosen getestet, das bedeutet ein Gerät bleibt im Erdgeschoss bei der Internetausgabe am Router, dass zweite D650 wurde sowohl im Keller, dem 1.OG und dem 2.OG eingesteckt. Bei jeder Variante war die Übertragung stabil und die Verschlüsselung untereinander klappte schnell und unkompliziert. Überprüft haben wir das Ganze durch das jeweilige Einstecken und neu konfigurieren der Geräte, wasbedeutet, dass die D650 untereinander neu verschlüsselt wurden. Außerdem wurde bei jeder Möglichkeit ein kurzer Test in Form von 30 Minuten Online spielen sowie Download eines ISO-Files aus dem Internet durchgeführt.
Um die bestmögliche Bandbreite zur erhalten, ist es sehr hilfreich sich entweder vorher die Bedienungsanleitung durchzulesen oder den Guide in der Software durchzugehen. Es kann zu Einbußen kommen, wenn man dLan-Stecker beispielsweise in eine Mehrfachsteckdose setzt. Von Vorteil ist es immer die Geräte direkt in die Steckdose zu setzen und den Mehrfachstecker in das D650.
Benchmarks
Um konkrete Werte messen zu können, haben wir als Beispiel das 2. OG eines Einfamilienhauses ausgewählt, in das normalerweise eine LAN-Leitung aus dem Erdgeschoss kommt. Einerseits haben wir den Durchsatz beim direkten Kabelanschluss gemessen, andererseits auch mit eingestecktem dLAN. Hier nun die Werte, die sich sehr an denen des Herstellers orientieren. Dafür muss man sich jedoch direkt die Ethernet-Werte betrachten.
Überraschenderweise sind die d650 von Devolo etwas schneller als das LAN-Kabel. Mit dem Programm LANBench haben wir den PC im Erdgeschoss als Server markiert während der PC im Obergeschoss der Client war. Anschließend wurde eine Messung von 10 Sekunden mit einer Paketgröße von 2048 kB. Werte wurden dabei in "Receive" (Empfangen) und "Send" (Gesendet) unterteilt.

Wir haben jeweils, also mit Kabel oder dem dLAN-Verbund, drei Messungen durchgeführt und diese anschließend zu einem Durchschnittswert errechnet. Generell zeigte sich, dass die Netzwerkanschlüsse, so wie vom Herstller angepriesen, Gigabit-Ports sind und die Bandbreite bei 600 mBit/s liegt. Bei einer Datendurchsatzmessung des RJ45-Anschlusses mit Hilfe von verschiedenen Speed-Tests im Internet, u.a. bei speedtest.net, kabeldeutschland.de und "Initiative Netzqualität", zeigten sich nur geringe Schnelligkeitsvorteile gegenüber dem Kabel. In Hinsicht auf die Bandbreite merkte man jedoch einen klaren Vorteil des dLANs gegenüber der normalen LAN-Kabel-Leitung.
Im Vergleich zu einem Netzwerkkabel baut dLan auf ein "Sender und Empfänger"-Prinzip auf, dass vor allem bei einer instabilen Netzwerkverbindung zu größeren Aussetzern oder Lags führen kann. Vor allem bei Online-Spielen springt ab und zu der Ping in die Höhe, was ein starkes Ruckeln hervorruft oder sogar zu einem kurzen Freeze von 5-10 Sekunden führt. Je nach Leitung zeigt das D650 triple+ dennoch eine gute Leistung und kommt auf die vom Hersteller angegebenen 600 Mbit/s. Die Verarbeitung der Stecker ist sehr gut und das weiße Design steht den Adaptern gut. Die LEDs sind am Tag gut sichtbar, nachts leuchten sie dennoch nicht zu stark. Über das Devolo Cockpit kann man sie zudem ausschalten.Das Koppeln der Geräte klappt gut, jedoch sollte man die Geräte nach dem Abstimmen nochmals aus- und wieder einstecken. Dann entfaltet das D650 seine volle Leistung und zeigt sich als sinnvolle Alternative zum Kabel. Bei alten Häusern mit alten Netzwerkkabeln ist es durchaus eine tolle Alternative als eine Kabelneuverlegung.
Stromverbrauch
Da die Geräte in einer Steckdose stecken, benötigen sie natürlich auch etwas Strom. Gemessen haben wir genauer gesagt 2,6 bis 2,7 Watt die sowohl im Standby als auch dem Gebrauch mit angesteckten Netzwerkkabeln verbaucht werden. Dazu wurden die Werte gemessen, ohne dass ein Stecker im Gerät steckte, dass heißt es ist ausschließlich der Verbrauch eines D650+. Nachdem wir das D650 triple+ nun auf Herz und Nieren getestet haben, folgt auf der nächsten Seite unser abschließendes Fazit.
Fazit
Devolo hat mit seiner Powerline-Serie und speziell dem D650+ eine interessante Alternative zum üblichen Kabel entwickelt. Das Prinzip der Stromleitung als Internetanbindung ist zwar simpel, dennoch sehr effektiv und effizient. Die Geräte benötigen nur wenig Strom und können die verbrauchte Steckdose quasi wieder weitergeben. Die Geräte sind toll verarbeitet, sind an weißen Wänden nicht allzu auffällig, sehen modern aus und besitzen mit dem Devolo Cockpit eine einfache und übersichtliche Software. Zwar ist es immer schwer ein Produkt ohne einen fairen Vergleichswert zu bewerten, dennoch finden wir, dass das D650+ einen guten Anfang hinlegt. Vor allem bei der Bandbreite zeigen die Geräte ihre Leistung. Zwar sind die Werte nur geringfügig größer bzw. kleiner, jedoch zeigen sie auch, dass dLan einen großen Sprung gemacht hat. Natürlich kommt es immer auf die jeweilige Schnelligkeit und Bandbreite des Netzanschlusses an, generell aber kann das D650+ mit einem Cat.5e-Netzwerkkabel mithalten. Positiv ist übrigens noch der Lieferumfang, der zwei Netzwerkkabel umfasst und ein farbiges Handbuch beinhaltet.
Das D650 triple+ hat viele positive Seiten, jedoch gibt es auch einige Kritikpunkte. Erstens kommt es häufiger zu kurzen Verbindungsausfällen, was sich besonders bei Online-Spielen bemerkbar macht. Des Weiteren ist der Preis beim dLan-Standard relativ hoch angesiedelt. Natürlich ersetzt es eine eventuelle Neuverlegung der Kabel hinter der Wand oder einfach generell die Kabelverlegung im Haus, dennoch ist der Preis ab ~50€ pro Gerät schon happig, wenn man mehrere Geräte braucht.
Nichts desto trotz sind wir der Meinung, dass das D650 ein tolles Stück Technik bietet. Preislich liegt das Paket aus einem 1-Port-Gerät und einem 3-Port-Gerät bei circa 120 EUR. Einzeln kostet das 650+ etwas mehr als 50€, das Starter Kit mit zwei 650+ liegt dagegen bei 97 EUR. Wir können jedem diese Paket empfehlen, der unkompliziert eine Netzwerkverbindung von einer Steckdose im Haus oder der Wohnung zu einer anderen beliebigen "legen" möchte. Neben Devolo bieten auch TP-Link und AVM dLAN-Geräte an. TP-Link hat hier beispielsweise ein 3er Paket mit 500 Mbit Geräten und jeweils zwei Netzwerkanschlüssen für 65 EUR im Angebot. AVM bietet unter dem Namen FRITZ! Powerline ein Dual-Set aus zwei ebenfalls 500 Mbit Geräten an, die jedoch nur einen Port haben. Preislich liegt das Paket bei 76 EUR. Erhältlich sind die Adapter unter anderem bei Amazon.
Devolo dLAN D650 triple+ | ||
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+ schickes Design in weiß | - Risiko von Lags oder Freezes | |
Das D650 triple+ von Devolo hat in unserer Redaktion einen durchwegs positiven Eindruck hinterlassen. Nicht nur vom Aussehen sondern auch der Funktionalität, dem einfachen Koppeln der Geräte sowie der unkomplizierten Erweiterbarkeit innerhalb des Stromnetzes. Zwar ist der Preis für den ein oder anderen etwas zu hoch, dennoch bekommt man hier ein interessantes Stück Technik geboten, dass überzeugen kann.
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