Netzteile

Test: Xilence Performance A Series 630W

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Geschrieben von Marcel Büttner
Veröffentlicht: 28. Oktober 2014

xilence-performance-a-newsWie sicher einigen nicht entgangen sein sollte, wird Xilence seit einiger Zeit von der gleichen Geschäftsleitung verwaltet wie auch be quiet. Dem zur Folge richtet sich auch die gewollte Platzierung der Produkte etwas anders, als es zum Beispiel bei be quiet der Fall ist. Die Performance A Serie soll für gute Leistung zum attraktiven Preis erhältlich sein und so auch ein noch breiteres Publikum ansprechen.

Die Performance A Serie kommt ausschließlich als Single-Rail-Ausführung daher und staffelt sich mit den Modellen 430, 530, 630 und 730W. Wir haben dazu das 630W Modell für den Test zur Verfügung, welches mit einer Nennleistung auf der +12V Schiene von 45 Amperre daherkommt. Die verbauten Schutzschaltungen sollen für ausreichend Sicherheit während des Betriebes sorgen. Unverschämt (gut) und günstig ist auch der Verkaufspreis. Das uns vorliegenden Muster ist bereits ab 43 EUR im Handel erhältlich. Ob sich das Netzteil als Böller oder Preis-Leistungs-Kracher herausstellt, wollen wir im Folgenden klären.

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Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstüzung von Xilence.

 


 

Lieferumfang / Technische Daten

Bei der Verpackung und dem darin enthaltenen Netzteil, finden sich keine weiteren großen Beigaben. Wie schon eingangs erwähnt, handelt es sich bei diesem Xilence-Ableger um ein Single Rail Model. Auf der +12V- stehen insgesamt bis zu 45 Ampere, auf der +3,3V- 24 Ampere und auf der +5V-Schiene 20 Ampere zur Verfügung. Als Schutzmechanismen gibt der Hersteller an, die gängigen Standards zu verbauen:

  • OVP (Überspannungsschutz)
  • UVP (Unterspannunsschutz)
  • OCP (Überstromschutz)
  • OTP (Übertemperaturschutz)
  • SCP (Kurzschlussschutz)
  • OLP (Überlastungsschutz)

 

Detailansicht

Das Netzteil selbst gibt sich in einer auffälligen Schwarz-Rot-Farbkombination und zieht so bereits erste Aufmerksam an sich. Xilence verbaut bei der Performance A Serie übergreifend knallroten 120mm Lüfter. Das Chassis selbst kommt mit sehr kompakten Ausmaßen daher. Auf ein Kabelmanagement hat der Hersteller verzichtet, was bei diesem Kampfpreis allerdings auch zu erwarten war. Der günstige Preis macht sich auch bei den Kabeln bemerkbar. Ein Sleeve fehlt bei den Anschlusskabeln gänzlich, lediglich der ATX-Strang hat eine Ummantelung erfahren.

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Das Chassis besteht aus einem recht widerstandsfähigem Material und sollte es ermöglichen, dass nicht beider jeder Berührung oder einem kleinen Stoß eine Spur davon übrig bleibt - ob Fingerabdruck oder Kratzer. Das Lüftergitter ist in Top kein einfaches Mesh-Gitter, sondern von innen mit dem Lüfter und dem Chassis verbschraubt. Auf der Rückseite kommt dann wieder das oft bei Budget-Lösungen verwendete Wabengitter zum Einsatz.

 


 

Testsystem vorgestellt

Wie schon in unserem separaten Artikel vorgestellt, erfolgt der Test im Form eines offenen Aufbaus auf einem Benchtable. Um auch "große" Netzteile entsprechend auslasten zu können viel die Wahl zwar nicht mehr auf die aktuellsten Komponenten, jedoch auf solche, welche ein Netzteil ordentlich ins Schwitzen bringen können. Nachfolgend haben wir das gesamte System noch einmal aufgelistet, dass beim Test zum Einsatz kam. Die komplette Testmethodik und Kriterien haben wir in der separaten Netzteil-Testsystemvorstellung aufgelistet.

 

 

Intel X58 (S.1366) Netzteil Testsystem

Testsystem-small

testsystem-Netzteil-Mainboa PSU-Setup-Grafikkarten-small NT-System-Benchtable
Prozessor:
Intel Core i7-975 Extreme Edition
Mainboard: Sapphire Pure Black X58
Kühlung: Prolimatech Megahalems + beQuiet Silentwings
HDD: Western Digital WD5003ABYX Enterprise
RAM:
3x4GB Kingston HyperX Genesis @ 1866MHz
Grafikkarte:
3x ATI HD 4870 / 3x ATI HD 4870X2
Betriebssystem: Windows 7 Ultimate SP1 (x64)
Grafiktreiber: Catalyst 14.4

 

Die Messtechnik

Die Spannungen werden mittels Multimeter direkt am ATX-Strang bzw. dem Hauptstromkabel des Netzteils abgelesen. Die Toleranzschwankungen bei den Werten werden gemäß mathematischen Vorgehens auf- bzw. abgerundet. Beim Multimeter handelt es sich um ein Modell der Firma Luxx-Tools. Die aktuellen Verbrauchswerte, welche auch wirklich aus der Steckdose gezogen werden, ermitteln wir mit einem PSGI EG 1000 Strommessgerät.

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Praxistest

Zum Auslasten des Netzteils nutzen wir folgende Programme:
Coredamage, 3DMark Vantage 1.0.1, sowie Furmark. Um eine maximale Auslastung zu erzielen, wird in OCCT der Power Supply Test und Furmark parallel laufen gelassen. Wie weiter oben angesprochen, lesen wir die Werte nicht im Betriebssystem aus, sondern mittels Multimeter direkt an den +3,3V, +5,0V, +12V Leitungen des ATX-Strangs.

**Es wird der Adobe Flash-Player benötigt, um die Werte ansehen zu können**

 

Leistungsaufnahme

Die Toleranzen liegen in folgenden Bereichen bei PC-Netzteilen nach ATX Norm: 

- +3,3 Volt: +/- 4% (3,17V bis 3,43V)
- +5,0 Volt: +/- 5% (4,75V bis 5,25V)
- +12 Volt: +/- 5% (11,4V bis 12,6V)

 

Leistungsaufnahme Stand by / set off

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Leistungsaufnahme Leerlauf (idle)

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Leistungsaufnahme Last (load)

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Leistungsaufnahme Peak-load

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Im Praxischeck zeichnet sich dann aber das erwartete Bild ab, was keinesfalls schlecht sein und auch entsprechend interpretiert werden muss. Zwar liegt das Xilence-Netzteil in fast allen Test auf den hinteren Rängen, kann sich aber unter anderem beim „Peak-Test“ sehr positiv zeigen. Es muss an dieser Stelle nochmal erwähnt werden, dass das Performance A Serie Netzteil lediglich eine „normale“ 80Plus Zertifizierung mitbringt und deshalb auch keine Wunder in Punkto Effizienz erwartet werden sollten.

 

Spannungsstabilität

Auch an dieser Stelle können wir die Vorgaben und die erreichten Ziele nur noch untermauern. Vorher muss aber gesagt werden, dass es uns durchaus bewusst ist, dass wir weder eine Chroma noch eine Sunmoon Teststation zur Verfügung haben. Daher stellen die ermittelten Werte eher eine Tendenz dar mit denen wir versuchen, an Hand unserer (subjektiven) Erfahrungswerte ein Praxisverhalten zu interpretieren. Die Grafiken dienen als Indiz für die (Spannungs-) Stabilität eines Netzteils, mehr aber auch nicht. Von daher gehen wir nochmals in Textform darauf ein.

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Sehr positiv zeigte sich die Messung der Spannungen. Besagte waren zu jeder Zeit sehr stabil und zeigten keinerlei Anzeichen von Einfällen oder dergleichen, wenn ein Lastzustand auf die Spannungsschienen gelegt wurde. Die belasteten +12V-Schienen des Single-Rail-Netzteils machten aus unserer Sicht einen perfekten Job. Gleiches Bild zeichnet sich auch für die 5V- und 3,3V-Leitungen. Sehr gute Ergebnisse!

 

Lautstärke im Betrieb

An dieser Stelle kommt einmal mehr unsere subjektive Einschätzung zum Tragen. Im Normalbetrieb war das Netzteil angenehm leise, aber immer noch hörbar. Der verbaute YLTC (Young Lin Tech) kommt laut Hersteller mit einem maximalen Schalldruck von 34 db(A) daher. In der Praxis ist es natürlich immer schwierig einen Messwert zu erzielen, da selten ein schalltoter Raum oder gar Messequipment vorhanden ist.

 


 

Fazit

Was gibt es nun in der Summe zu sagen. Das Xilence Performance A Series, in unserem Falle in der 630 Watt Ausführung, weiß mehrerer Hinsicht zu gefallen und zu überzeugen. Wer sich für das genannte Netzteil entscheidet, begründet diesen Kauf vermutlich in erster Hinsicht preislicher Natur. Die gerade einmal 43,- EUR (Preisvergleich Okt. 2014) gibt es so schnell keinen Vergleichskandidaten am Markt, der auch mit den technischen Aspekten so überzeugen kann. Sicherlich darf man kein Kabelmanagement, gesleevte Anschlusskabel oder gar eine 80Plus-Gold-Zertifizierung erwarten, jedoch bekommt der Kunde extrem günstiges und solides Produkt vorgehalten. Für Sparfüchse absolut einen Blick wert. Verfügbar ist dieses Netzteil unter anderem bei Mindfactory.

 

Xilence Performance A Serie - 630W
Preisleistungshammer mit stabilen Spannungswerten, 28.10.2014

Testberichte Netzteile Hersteller-Homepage Bei Amazon kaufenhttps://ir-de.amazon-adsystem.com/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3
Pro Contra fazit-small

+ extrem gutes P/L-Verhältnis
+ ungewohnte Farbgestaltung
+ stabile Spannungswerte im Betrieb
+ recht leise im Normalbetrieb

- kein Kabel-Ummantelung
- nur 80Plus Zertifizierung

 

Xilence geht mit der Performance A Serie ganz klar an den sehr preisbewussten Käufer heran. Mit dem fast schon unschlagbar guten Preisangebot bleiben im direkten Verlgeich kaum noch Alternativen. Es muss aber auch klar sein, das diesem Netzteil Abstriche in Kauf genommen werden müssen. In der Summe stimmt aber das Gesamtpaket,  weshalb wir ihr unseren begehrten Silber-Award verleihen.

preis-leistung

 

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