Die Flut an RGB Produkten für den PC scheint nicht zu enden. Besonders Lüfter werden gerne als Beleuchtungselement verändert bzw. verwendet. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch immer mehr CPU-Kühler mit bunter Beleuchtung erhältlich sind. Bei Cooler Master war es eigentlich auch nur eine Frage der Zeit, da die MasterAir Pro RGB Lüfter bereits lange erhältlich sind. Nun werden beleuchtete Kühler oft mit wenig Leistung in Verbindung gebracht. Ob dies auch auf den Cooler Master MasterAir MA610 und MA620P zutrifft, haben wir für euch untersucht.
Der Hersteller hat bereits zu Ende des letzten Jahres angefangen neue Kühler mit beleuchteten Lüftern und/oder weiteren Elementen herauszubringen. Der MA610P ist beispielsweise bereits im Oktober 2017 zusammen mit dem MA410P erschienen. Der MA620P hingegen wurde erst auf der CES zu Anfang dieses Jahrs vorgestellt und ist daher auch nicht verfügbar. Entschieden haben wir uns für diese beiden Modelle, da sie sich nicht nur durch die Namensgebung sehr gleichen, sondern auch weitere Features gemeinsam haben.
So setzten beide Kühler auf je zwei beleuchtete 120mm Lüfter, besitzen je sechs 6mm Heatpipes und verfügen über die Continuous Direct Contact 2.0 Technologie. Die Auslegung ist hingegen eine unterschiedliche. Während die „1“ im Namen des MA610P für Single-Tower steht, steht die „2“ in MA620P für Dual-Tower. Auch die Lüfter und deren Befestigung ist nicht identisch, gleiches gilt für die Tops der Kühler. Wir waren sehrt gespannt, wie sich die Änderungen auf die Leistung der Kontrahenten auswirken.
Cooler Master MasterAir MA610P
Der Cooler Master MasterAir MA610P ist ein Single-Tower Kühler, was man ihm auf Grund der großzügigen Verkleidung nicht direkt ansieht. Dies liegt auch daran, dass die Verkleidung auch zugleich die Lüfterbefestigung bzw. die Lüfterrahmen beinhaltet. Da die Blenden nahezu nahtlos in einander übergehen, wirkt wie aus einem Guss.
Der Hersteller hat die Lüfterrahmen dabei so gestaltet, dass diese auch als Befestigung dienen. Bei der ersten Betrachtung könnte man meinen, dass hier ein Fehlkonstrukt vorliegt. Denn es sieht beinahe so aus, als würden beide Lüfter pustend agieren. Beim genaueren Hinsehen wird einem jedoch der „Trick“ des Herstellers bewusst.
Das Top sowie die Rahmen der Lüfter sind aus schwarzem Kunststoff gefertigt, dass einen stabilen Eindruck hinterlässt. Alle Elemente sind lediglich geklickt und können vom Tower entfernt werden. Dass dies ohne große Mühe geschieht ist von Vorteil, da man bei der Montage darauf zurückgreifen muss.
Ohne Lüfter erhält man einen besseren Blick auf den Kühlblock selber. Sechs 6mm Kupfer-Heatpipes verlaufen vom Boden zu den Aluminium-Finnen. Der Verlauf ist Punktsymmetrisch zur Bodenmitte. Insgesamt wurde damit versucht, dass verschiedene Bereiche in den Finnen erreicht werden und dabei größtmögliche Abstände zwischen den einzelnen Röhren bestehen. Bei der Ansicht von der Seite erkennt man auch die Kabel, welche zur Beleuchtung des Tops führen.
Eine Bodenpatte ist nicht vorhanden, sondern die sogenannte Continuous Direct Contact 2.0 (CDC 2.0) Technologie. In der zweiten Iteration wurden die Kupfer-Heatpipes näher aneinandergerückt, sodass die Kontaktfläche dieser um 45% größer sein soll, als noch bei der ersten Generation. Die Verarbeitung ist ganz gut gelungen. Höhenunterschiede sind nicht vorhanden und die Röhren bilden eine ebene Fläche. Zu erkennen ist hier auch die Aufnahme für die verschiedenen Montagestreben.
Der Beleuchtung und den zwei Lüftern ist es geschuldet, dass der Kühler gleich drei Kabel nach Außen führt. An sich muss das kein Problem sein, jedoch hätte man die Lüfterkabel ruhig modular und/oder kürzer ausführen können. Zumindest sind alle Kabel schwarz. Beim direkten Vergleich der Lüfter lässt sich der Kniff erkennen. Der saugende Lüfter ist nämlich gegenüber der sonst üblichen Seite montiert. Das heißt, dass die Optik außen nicht von einem Rahmen verwehrt wird. Wie man im Inneren des Rahmens sehen kann, sind die Lüfter durch Gummi-Puffer leicht entkoppelt.
Lieferumfang / Technische Daten
Der Lieferumfang der beiden Kühler fällt ziemlich ähnlich aus. Im Karton, welcher dem Cooler Master Farbschema Grau-Lila folgt, wird der Kühler durch Schaumstoff-Elemente sicher verstaut. Daneben gibt es einen Karton, welcher das weitere Zubehör enthält. Nicht nur Montagezubehör ist vorhanden, sondern ebenso eine Tube Wärmeleitpaste, ein Lüfter Y-Adapter sowie ein RGB-Inline-Controller. Bei den Montagestreben sind die Verschraubungen hier bereits vormontiert.
| Cooler Master MasterAir MA610P | ||
|---|---|---|
| Kühler-Typ | Single-Tower | |
| Abmessungen | 122,3 x 166,5 x 112,8 mm (B x H x T) - Höhe inkl. Lüfter | |
| Gewicht | 616 g (inkl. Lüfter) | |
| Sockel | Intel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066 AMD: FM1, FM2(+), AM2(+) AM3(+), AM4 | |
| Material | Bodenplatte: Continuous Direct Contact 2.0 (Kupfer) Finnen: Aluminium Heatpipes: Kupfer (6x 6mm) | |
| Lüfter | Bezeichnung | CM MasterFan 120 Air Balance RGB |
| Maße | 120 x 120 x 25 mm | |
| Drehzahl | 600 - 1.800 U/min | |
| Luftvolumen | 53,38 CFM ± 10% | |
| Luftdruck | 1,65 mm H2O ± 10% | |
| Geräuschpegel | 31dBA | |
| Anschluss | 4-Pin | |
| Garantie | 2 Jahre | |
| Homepage | www.coolermaster.de | |
| Straßenpreis | ~60€ | |
Montage
Bevor es an die Montage geht, heißt es beim MasterAir MA610P zunächst einmal, dass man das richtige Equipment zusammenlegt. Benötigt wird die Backplate, die Gewinde-Stifte inklusive Kunststoffklammern für den Intel-Sockel, Mutter-Abstandshalter sowie die beiden Intel-Brücken und zugehörige Schrauben.
Die Montage bzw. auch die Vorbereitung des Kühlers macht es notwendig, dass man die beiden Lüfter demontiert. Danach kann man die beiden Brücken bereits anbringen. Diese werden von Oben aufgelegt und von unten mit den kleinen Schrauben fixiert. Auch wenn die Schrauben einen sehr filigranen Eindruck machen, der Sitz der Halter ist fest. Weiter geht es mit der Vorbereitung der Backplate. Passend gedreht werden die Gewindestifte eingesteckt und mit den Kunststoffklammern arretiert. Die Riefen geben dabei die richtige Position für den jeweiligen Sockel an. Wichtig ist, dass man die Klammern komplett um die Stifte drückt.
Legt man die Backplate von hinten auf, kommen vorne die Gewinde zum Vorschein. Hier werden die Abstandshalter aufgeschraubt. Damit das Mainboard nicht in Mitleidenschaft gezogen wird, sind die Metall-Muttern mit Kunststoffringen versehen. Nach der Demontage haben diese leider ihre Klebekraft zum Teil verloren, sodass sie am Mainboard heften blieben. Hier sollte Cooler Master eventuell drüber nachdenken, ob einfache Kunststoff Unterlegscheiben nicht die bessere Wahl wäre. Sind die Muttern befestigt, erfolgt die Montage des Kühlers. Dank der integrierten Schrauben in den Brücken kann hierbei nichts wegfallen und durch die Federn wird immer der passende Druck ausgeübt. Beim Sockel 115X kommt man sehr leicht an die Schrauben. Für die Montage auf dem Sockel AM4 sind extra Vertiefungen im Kühler vorgesehen, sodass man die Schrauben gut erreichen kann.
Steckt man die Lüfter wieder auf, wirkt der Kühler auf dem Mainboard sehr bullig, Gerade deswegen macht die kurze Detailbetrachtung besonders Sinn. Denn Kompatibilitätsprobleme sind nicht ausgeschlossen.
Wie man sieht, wird der erste Slot nicht überragt. Jedoch ist der Abstand auch nicht sehr groß. Grafikkarten mit Backplate könnten denn Abstand noch weiter minimieren. Die Lüfterrahmen aus Kunststoff könnten zumindest als Schutz vor Kurzschlüssen dienen, sollte es zur Berührung kommen. Für Ram lässt der MA610P nicht viel Spielraum. Er überragt den ersten Slot komplett und kratzt auch noch am zweiten. Low-Profile-RAM ist also Pflicht. Eine Kombination mit RGB RAM kann also nur im Dual-Channel erfolgen.
IHS Abdeckung
Statt den Kühler auf jedem Sockel zu montieren, nutzen wir die „Folien-Methode“, welche wir auch schon beim Threadripper-Cooler-Roundup verwendet hatten. Zeigen wollen wir hiermit, inwieweit der Boden des Kühlers die jeweiligen CPUs abdeckt.
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von links nach rechts: Sockel AMD AM4, Intel 115X, Intel 2066
Wie man sieht, werden alle IHS‘ so gut wie komplett abgedeckt. Beim Ryzen und Skylake-X Deckel werden dabei nicht nur die Heatpipes, sondern auch noch der umliegende Alu-Rahmen ausgenutzt. Der IHS einer Coffee Lake CPU wird komplett abgedeckt, hat aber auch mit allen Heatpipes kontakt, wenn auch nur knapp. Was jedoch besonders auffällt, ist, dass der Ryzen Die eigentlich nur von zwei Heatpipes direkt abgedeckt wird. Man muss also auf die Güte der Verlötung der CPU hoffen, also, dass der IHS seine Arbeit korrekt verrichtet.
Beleuchtung
Den MA610P haben wir auch in einer optisch passenden Umgebung abgelichtet bzw. in Betrieb genommen. Im Cooler Master MasterCase H500P ergibt sich somit ein tolles Zusammenspiel mit den großen beleuchteten Lüftern. Die Steuerung konnte dabei das ASUS ROG Strix X370-F Gaming übernehmen. Abgerundet wurde das RGB Ensemble durch die Corsair Vengeance RGB Speicherriegel. Durch die Beleuchtung im Top des Kühlers macht er besonders bei Gehäusen mit Fenster einiges her, finden zumindest wir.

Cooler Master MasterAir MA620P
Der Cooler Master MasterAir MA620P ist optisch eigentlich nicht mit dem MA610P zu vergleichen. Nicht nur, dass es sich um einen Dual-Tower handelt, auch die Design-Sprache ist nicht ganz so fließend wie beim Single-Tower. Dies liegt auch daran, dass die Lüfter hier in eher herkömmlicher Bauform verwendet werden.
Der Dual-Tower fällt insgesamt nicht wesentlich größer aus als der Single-Tower, was auch am Fehlen der Verblendung liegt. Der Hersteller hat dies aber auch dadurch erreicht, dass die Türme nicht sehr dick ausfallen und der Abstand minimal gehalten wurde, sodass das der innere Lüfter exakt dazwischen passt.
Hingegen gleich geblieben ist die Farbgebung. Auch beim MA620P wird schwarzes Kunststoff als Design-Element verwendet. Die Beiden Tops verbergen die Heatpipe-Enden und sind gerne willkommen. Die geschlitzten Tunnel in den Tops haben dabei eher keine technische, als nur eine optische Funktion. Auch die Rahmen der Lüfter sind schwarz und ergeben ein stimmiges Bild. Sie erinnern mit der Form und den Gummi-Entkopplern dabei stark an die Lüfte der MasterLiquid 240, nur dass der Rotor hier heller ist. Dies kommt der integrierten Beleuchtung zugute und lässt das Licht besser streuen.
Die Befestigung der Lüfter erfolgt über Klammern. Diese sind im Vergleich mit anderen Modellen relativ stark und robust ausgelegt. Durch die exakte Fertigung halten sie die Lüfter sehr fest an Ort und Stelle, obwohl sie nicht sehr weit in die Bohrungen reichen. Gut gefällt uns auch, dass sie schwarz beschichtet wurden.
Wie auch beim MA610P ergibt sich durch die Doppellüfter- und Beleuchtungs-Ausstattung, dass mehrere Kabel von Nöten sind. Auch hier sind sie zwar wieder schwarz, jedoch auch sehr lang. Mit dem Lüfter Y-Adapter wird die Kabelstrecke noch länger und sehr schwer versteckbar. Auch hier würden wir uns wünschen, dass man die Kabel Modular auslegt. Bei der Beleuchtung hat man das im Ansatz bereits umgesetzt.
Ein Blick auf die Unterseite zeigt ein bekanntes Bild. Auch hier kommt die CDC 2.0 Technologie zum Einsatz. Die Führung der Heatpipes unterscheidet sich hingegen, bauartbedingt, deutlich von der des MA610P. Die sechs 6mm Heatpipes verlaufen hier symmetrisch von Turm zu Turm und bilden eng aneinandergepresst die Bodenplatte.
Nackt erkennt man, dass der Kühler an sich sehr schlicht und einfach gehalten ist. Ohne die Tops würde eine klassische Gestalt abgeben, was auch daran liegt, dass man die Heatpipes nicht beschichtet. Da man von diesen im eingebauten Zustand nichts sieht, ist der Verzicht verschmerzbar.
Lieferumfang / Technische Daten
| Cooler Master MasterAir MA620P | ||
|---|---|---|
| Kühler-Typ | Dual-Tower | |
| Abmessungen | 121,8 x 164,5 x 136,1 mm (B x H x T) - Höhe inkl. Lüfter | |
| Gewicht | 1164 g (inkl. Lüfter) | |
| Sockel | Intel: 775, 1150, 1151, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066 AMD: FM1, FM2(+), AM2(+) AM3(+), AM4 | |
| Material | Bodenplatte: Continuous Direct Contact 2.0 (Kupfer) Finnen: Aluminium Heatpipes: Kupfer (6x 6mm) | |
| Lüfter | Bezeichnung | CM MasterFan MF120R RGB |
| Maße | 120 x 120 x 25 mm | |
| Drehzahl | 600 - 1.800 U/min | |
| Luftvolumen | 53,4 CFM ± 10% | |
| Luftdruck | 1,65 mm H2O ± 10% | |
| Geräuschpegel | 31dBA | |
| Anschluss | 4-Pin | |
| Garantie | 2 Jahre | |
| Homepage | www.coolermaster.de | |
| Straßenpreis | ~60€ | |
Montage
Auch beim MasterAir MA620P heißt es zunächst einmal die passenden Teile zusammenzusuchen. Die Montage fällt ähnlich, aber nicht identisch aus. Die verwendete Backplate ist noch die identische, jedoch sind die zu befestigenden Stifte bereits anders. Denn hier werden keine Gewindestangen, sondern Gewindehülsen benötigt. Wie man auch sieht, verfügen die Streben nicht über vormontierte Schrauben.
Die Streben werden auf die selbe Art und Weise montiert, wie beim MA610P. Auch hier halten sie bombenfest, obwohl die Schrauben sehr zierlich sind. Das Befestigen der Gewindehülsen erfolgt genauso wie beim anderen Kühler zuvor.
Legt man die Backplate auf, führen auch die Hülsen durch die Löcher des Mainboards. Sie weisen dabei etwas weniger Spiel auf, als es mit den Gewindestangen der Fall ist. In die Hülsen werden dann die Abstandshalter geschraubt. Eine Orientierung haben diese nicht. Ebenfalls ist kein Schutz vorhanden. Eine Behrührung mit dem Mainboard gibt es aber auch nicht, da die Hülsen aus dem Mainboard herausragen. Um genügende Kraft aufzuwenden, kann man auch den beiliegenden Ringschlüssel zum Festziehen benutzen.
Nachdem man den Kühler aufgesetzt hat, wird dieser letztendlich mittels Muttern fixiert. Hat man diese leicht vorgedreht, kommt wieder der Ringschlüssel zum Einsatz. Hier ist er wirklich notwendig, da man nur schwer an die Muttern herankommt.
Wie man zuvor bereits sehen konnte, ragt der vordere Lüfter bis über den dritten RAM-Slot. Hier ist man also noch mehr auf flachen Arbeitsspeicher angewiesen. Low-Profile Heatspreader haben nach oben aber noch etwas Luft. Beim PCIe Slots verhält es sich ungefähr so wie beim MA610P. Auch hier wird es also eng, aber eine Behrührung sollte es dennoch nicht geben.
Der MA620P gibt insgesamt eine noch größere Erscheinung ab. Was hier auch noch einmal auffällt, ist die extreme Länge der Lüfterkabel. Wir würden es dem Hersteller wirklich nahelegen, dass man die Kabel Modular ausführt.
IHS Abdeckung
Statt den Kühler auf jedem Sockel zu montieren, nutzen wir die „Folien-Methode“, welche wir auch schon beim Threadripper-Cooler-Roundup verwendet hatten. Zeigen wollen wir hiermit, inwieweit der Boden des Kühlers die jeweiligen CPUs abdeckt.
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Von links nach rechts: Sockel AMD AM4, Intel 115X, Intel 2066
Das Bild ist hier durch den identischen Aufbau bzw. der gleichen CDC 2.0 Technologie wie beim MA610P. Was man hier allerdings sehen kann, ist, dass bei der Montage auf dem Sockel AM4 der Tower nicht nach hinten ausgerichtet wird. Nur nach oben ist also möglich. Schade Cooler Master. Daran werden sich vermutlich viele Interessenten mit Ryzen System stören.
Beleuchtung
Den MA620P haben wir nur im Testsystem verbaut. Da weder Mainboard noch Gehäuse über einen RGB Controller verfügen, musste hier zwangsläufig der beiliegende Controller genutzt werden. Wie man sieht, erfüllt er seinen Zweck sehr gut.
Die Beleuchtung des Kühlers ist insgesamt weniger Umfangreich wie beim MA610P. Denn lediglich die Lüfter verfügen über LEDs. Das Farbenspiel ist also auch relativ Richtungsgebunden bzw. wirkt er insgesamt etwas dezenter.

Testsystem vorgestellt: Hardware
Unser komplettes Testszenario haben wir im seperaten Artikel nochmals aufgelistet. Nachfolgend nochmal ein kurzer Abriss des Ganzen. Beginnen wir zuerst mit dem reinen Hardware-Part. Unsere Wahl beim Gehäuse fiel folgerichtig auf das Phanktes Enthoo Luxe, da diese eine schier unendliche Anzahl von Montagemöglichkeiten für Lüfter und Kühler bietet. Als einer der wenigen ATX-Gehäuse am Markt, kann es im Auslieferungszustand und ohne weitere Anpassung, Radiatoren mit einer Größe von bis zu 360 Millimeter aufnehmen. Also genau richtig für kommende All-in-One-Kühlungen.
Trotz der scheinbaren Größe wird mit dem Phanteks Luxe ein Gehäusetyp dargestellt, welcher als guter Richtwert für die meisten Leser angesehen werden kann. Neben all den praktikablen Funktionen, bietet das Gehäuse auch einiges fürs Auge. Im Inneren wurde alles auf maximale Flexibilität getrimmt, so dass der Kühlerwechsel ohne weiteres von Statten gehen kann. Das hervorragende Kabelmanagement tut sein Übriges dazu bei.
Die Steuerung aller Lüfter wird von einer Scythe Kazemaster übernommen. Die Lüfterumdrehungen sind ebenfalls fixiert, dazu aber später mehr. Für die erste Montage stand der Noctua NH-D15 Modell. CPU-Kühler können im Übrigen mit einer Gesamthöhe von bis zu 193 Millimeter verbaut werden – also mehr als genügend Platz. Als Gehäuselüfter verwenden wir die ab Werk verbauten Phanteks Lüfter in der Front (200mm), auf der Rückseite (140mm) und im hinteren Top-Bereich (140mm).
Intel Z77 Lukü-Hardware Setup | | |
| Prozessor: | Intel Core i5-2500K (Retail) | |
| Mainboard: | ASUS P8Z77-V LE | |
| Storage: | OCZ Vortex 240 | |
| RAM: | 8GB Kingston HyperX Genesis (KHX1866C9D3K3) | |
| Netzteil: | be quiet! Straight Power 10 - 700W | |
| Grafikkarte: | ASUS HD 7970 DirectCU II | |
| Betriebssystem: | Windows 7 x64 | |
| Grafiktreiber: | - |
Testverfahren Hardware
Die Belastung des Prozessors übernimmt Prime 95 v27.6 (In-place large FFTs), ein forderndes Belastungsprogramm, welches eine recht gleichbleibende Belastung der CPU bietet. Der Prozessor wird 20 Minuten lang belastet, am Ende der Belastungszeit wird für 5 Minuten die Durchschnittstemperatur der CPU-Kerne eins bis vier durch AIDA64 5.20.3400 ermittelt. Die Steuerung der Lüfter realisieren wir mit einem Scythe Kazemaster. Die im Gehäuse beiden im Gehäuse verbauten 140mm Lüfter werden auf 600 U/min fixiert. Die am Kühler verbauten Lüfter regeln wir ebenfalls auf einen Festwert von 1000 U/min herunter.
Aus den in den Testläufen ermittelten Daten errechnen wir dann die Temperatur der CPU in Abhängigkeit zur Umgebungstemperatur. Um realistische Werte "wie man es gewohnt ist" zu bekommen, wurden in den Tabellen jeweils 22 Grad Celsius Umgebungstemperatur hinzugerechnet. Somit sind die Angaben in den Tabellen Grad Celsius Angaben. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind Schwankungen, im Bereich von 0,5 Grad Celsius bei den gemessenen Temperaturen möglich.
Messwerte: Hardware
Wie bereits eine Seite zuvor geschrieben, wurden alle Kühler unter identischen CPU-Bedingungen getestet. Die ermittelten Testergebnisse entsprechen ausschließlich denen der Komponenten unseres Testsystems. Abweichende Konfigurationen dieser Hardware-Zusammenstellung haben unausweichliche Änderungen der von uns erzielten und dargestellten Messwerte zur Folge. Neben der Fixierung des Takts sowie der Spannung des Prozessors, wurde auch die Drehzahl der Lüfter im Gehäuse auf 600U/min und an den CPU-Kühlern auf 1.000 U/min fixiert, so ergibt sich eine ideale Vergleichsgrundlage aller Modelle.
Temperaturen: CPU - 3,40 GHz @ 1,25V

Wie man sieht, unterscheidet sich die Kühlleistung der beiden Modelle im Serienbetrieb nicht großartig. Der Dual-Tower arbeitet dabei etwas effizienter als der Single-Tower. Insgesamt ist die Leistung hier als gut zu bezeichnen. Denn andere Kühler aus dem Testfeld sind auch als Dual-Tower ausgelegt bzw. setzen auf zwei Lüfter, jedoch kommen dabei auch größere 140mm Lüfter zum Einsatz.
Temperaturen: CPU - 4,40 GHz @ 1,390V

Mit steigender Wärmeleistung trennt sich die Spreu vom Weizen. Man sieht deutlich, dass die beiden Kühler hier etwas an Boden verlieren und die größeren Kühler sich absetzen. Selbst die kleinen Single-Tower von be quiet! können sich vor die beiden Kühler setzen. Wir vermuten, dass dies auch mit der Direct Touch Technologie zusammenhängt. Denn alle anderen Kühler verwenden eine Bodenplatte. Nichts desto trotz ist die Leistung des MA610P und des MA620P mehr als ausreichend. Auch für heiße Sommertage ist genug Reserve vorhanden. Zudem können beide Kühler bei Bedarf noch ein gutes Stück höher drehen.
Messwerte: Lautstärke
Gemessen wird mit einem Schallpegelmessgerät "PCE 318" und aus 50 Centimeter Abstand zum linken Seitenteil des Gehäuses. Die im Gehäuse beiden im Gehäuse verbauten 140mm Lüfter werden auf 600 U/min fixiert. Die am Kühler verbauten Lüfter regeln wir ebenfalls auf einen Festwert von 1000 U/min herunter.

Die Lüfter der beiden Kontrahenten gehen wirklich leise zu Werke. Die Unterschiede zu den anderen Kühlern fallen wieder sehr gering aus, jedoch zeigt die Tendenz, dass sich die RGB Lüfter nicht verstecken brauchen. Im Idle kann man beide Kühler zudem bei minimaler Drehzahl laufen lassen. Damit sind sie selbst in Silent-Systemen nicht wirklich rauszuhören und bekommt noch den Bonus der Beleuchtung.
Fazit
Den RGB Luftkühlern sagt man oft nach, dass sie auf Grund einer erhöhten Priorität der Optik bei der Leistung auf der Strecke bleiben. Cooler Master versucht diesem Vorurteil beim MasterAir MA610P scheinbar durch eine doppelte Lüfterbestückung entgegenzuwirken. Der Single-Tower kann damit bei normaler Auslastung nahezu auf dem gleichen Level agieren, wie die größeren, unbeleuchteten Kontrahenten. Vor allem bei niedrigen Drehzahlen macht sich der verdoppelte Luftdurchsatz durch den zweiten Lüfter bemerkbar. Erhöht man jedoch die Last der CPU durch Übertakten deutlich, so verliert der Kühler etwas den Anschluss zur Konkurrenz, bleibt aber dennoch Herr der Lage. Wir können uns vorstellen, dass dies daran liegt, dass man auf eine Bodenplatte verzichtet. Die Geräuschkulisse ist dabei angenehm, und kann sogar von kaum hörbar bis hin zum Fön variiert werden. Die Montage fällt insgesamt einfacher aus als beim MA620P, auch wenn man die Lüfter entfernen muss.
Die Verarbeitung des Kühler ist insgesamt gut. Unser Testsmuster weist zwar eine verbogene Lamelle auf der Unterseite auf, dies soll laut dem Hersteller allerdings dem frühen Produktstatus geschuldet sein. Die Verblendung mit den integrierten Lüfterklammern könnte man als Neuheit bezeichnen und lässt den Kühler wie aus einem Guss erscheinen. Allerdings lassen sich die Lüfter somit auch nicht wechseln. Sie ist dabei so umfassend, dass man die unbeschichteten Kupfer-Heatpipes nicht zu Gesicht bekommt. Was wir wirklich cool finden, ist, dass man den hinteren Lüfter entgegengesetzt aufgehängt hat, damit die Optik nicht von Streben zerstört wird. Dass die Beleuchtung nicht nur auf die Lüfter beschränkt wurde, sagt uns auch zu. Mit den Elementen im Top hat man von der Beleuchtung vor allem bei Gehäusen mit Fenster noch mehr.
Mit einem Straßenpreis von etwa 55€ ist er etwas teurer als so mancher Kontrahent, wie bspw. der Thermalright Macho 120 Rev. B, welcher etwas performanter erscheint. Die Ausrichtung ist allerdings ja auch eine andere. Im Vergleich mit anderen RGB-Kühlern scheint der Preis okay zu sein. Es gibt günstigere, aber auch deutlich teurere. Wir verleihen dem Cooler Master MasterAir MA610P unter Vorbehalt daher den Silver-Award. Ob es zu mehr reicht, dürfte erst der Test weiterer RGB-Kühler zeigen.
Cooler Master MasterAir MA610P | ||
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| Pro | Contra | |
+ cooles Design | - bei hoher Last vergleichbar schwach | |

Beim Cooler Master MasterAir MA620P ist der Hersteller sozusagen etwas konservativer zu Werke gegangen. Die Beleuchtung wird hier einfach durch die beiden Lüfter erzeugt. Ansonsten erhält man theoretisch einen „normalen“ Dual-Tower mit Top-Blenden. Man könnte ihn daher auch als eher schlichten Vertreter dieser Zunft benennen. Die Leistung liegt bei wenig Last auf dem Level größerer Dual-Tower wobei die Geräuschkulisse auch hier als niedrig bezeichnet werden kann. Bei erhöhter Heizlast verliert aber auch er etwas den Anschluss zu den anderen Kühlern im Testfeld. Eng sollte es bei den Mainstream-CPUs aber auf keinen Fall werden, zumindest wenn man es mit OC nicht übertreibt.
Die Verarbeitung ist gut, aber auch sehr einfach gehalten. Die Kupfer-Heatpipes sind nicht beschichtet und bilden eine ebene Fläche als Kontakt zur CPU. Die Montage des Kühlers bei Intel Systemen fällt etwas fummelig aus, da die Gewinde zum Verschrauben deutlich abgedeckt werden. Fassen die Muttern, hilft der beiliegende Ringschlüssel aber zufriedenstellend. Was wir nicht so gut finden, ist, dass bei AMD Systemen nur eine vertikale Ausrichtung der Lüfter zulässig ist.
Um am Markt konkurrenzfähig zu werden, muss der Straßenpreis in unseren Augen noch deutlich fallen. Der Leistungsunterschied zum MA610P ist einfach zu gering. Vor allem sind andere Dual Tower deutlich performanter bei geringerem Preis. Die Optik macht dieses Defizit in unseren Augen nicht wieder wett. Die Leistung bleibt einfach hinter den Erwartungen zurück und der Preis ist zu hoch für das Gebotene.
Cooler Master MasterAir MA620P | ||
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| Pro | Contra | |
+ beleuchtete Lüfter | - Leistung vergleichbar schwach | |
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