Gehäuse

Cooler Master Elite 120 Advanced

Drucken
Details
Geschrieben von Sebastian Wochnik
Veröffentlicht: 29. April 2013

newsbildneuEin Mini-ITX Board und darauf eine Dual-GPU Grafikkarte verbauen? Mit dem Cooler Master Elite 120 Advanced ist genau diese Kombination möglich. Etliche Festplatten, ein ATX-Netzteil und ein 5,25 Zoll Laufwerk finden auch noch Platz. Das Ganze schick verpackt bietet Cooler Master für unter 40 Euro an. Doch aber bietet solch ein Gehäuse wirklich noch mehr Vorteile als den Preis oder ist es tatsächlich das perfekte ITX-Gehäuse? Ob sich wirklich versteckte Haken bei diesem Preiskracher finden lassen, klären wir im folgenden Test.

 

 

 

Einleitungsbild

 

Einen Dank an Cooler Master für die Bereitstellung des Testmusters und das entgegengebrachte Vertrauen.

 


 

Lieferumfang / Technische Details

Das Gehäuse kommt in einem gewöhnlichen braunen Karton beim Käufer an, der mit zahlreichen Informationen rund um das Gehäuse bedruckt ist. Um Transportschäden zu vermeiden, wird das Elite 120 Advanced in diesem von zwei Styroporelementen sicher gehalten. Als Lieferumfang hinterlegt der Hersteller dort auch zahlreiche Schrauben, ein Speaker, Laufwerksschienen und einen Satz Kabelbinder.

37  02

 

Technische Daten
Länge: 401.4 mm
Breite: 240 mm
Höhe: 207.4 mm
Modellname: Elite 120 Advanced
Typ: ITX Tower
Netzteil: nicht vorhanden
Farbe: schwarz
Einschübe: 1x 5.25 Zoll, 3x 3.5 Zoll (intern)
Installierte Lüfter: 1x 120mm, 1x 80mm
Erweiterbare Lüfter: 1x 120mm
Formfaktor: mITX, mDTX
Erweiterungsslots: 2x
Frontanschlüsse: 2x Audio, 1x USB 3.0, 2x USB 2.0
Fenster: Nein
Dämmung: Nein
Besonderheiten: Festplattenentkoppelung

 

 


 

Impressionen Außen

Cooler Master setzt beim Design auf klare Linien und lässt verspielte, runde Formen außen vor. Auch bei der Farbwahl bleibt das Elite 120 unspektakülär und so findet man schwarze und graue Elemente, eingebettet in einem konservativen Formstil. Die schwarze Kunststoffront wurde mittig mit gebürstetem Aluminium verziert. Auf diesem ist zusätzlich noch das Cooler Master Logo zu finden. Der obere Teil dient als Abdeckung für den 5,25 Zoll Schacht, in welchem unter anderem ein optisches Laufwerk verbaut werden kann. Je rechts und links des Inlays, befinden sich die Frontanschlüsse sowie der analoge Start- und Reset-Knopf. In diese eingearbeitet sind noch die Power- und HDD-LED.

10  01  12

 09  08

Die Seitenabdeckung des Gehäuses ist zusammen mit dem Deckel aus einem Stück gefertigt und besteht aus schwarz gepulvertem Blechstahl. Für eine bessere Luftzirkulation sorgen die in dem Seitenteil eingefrästen länglichen Luftöffnungen, welche leider ohne Staubfilter versehen wurden. Einzig an der oberen Öffnung wurde an der Innenseite ein Filter befestigt. Als richtiger Staubschutz kann dies jedoch nicht wirklich angesehen werden.

14  13 

Etwas ungewöhnlich ist die Rückseite des Gehäuses. Auf dieser ragt nämlich die Halterung für das Netzteil hervor. Grund dafür ist, dass im Innenraum ansonsten Netzteile mit einer Länge von 16cm nicht genug Platz finden würden. Mit diesem kleinen Trick verschafft sich Cooler Master die fehlenden Zentimeter. Ansonsten befinden sich auf der Rückseite noch zwei Erweiterungssteckplätze und die Aussparung für das I/O-Shield des Mainboards.

11  06

Komisch kam uns vor, dass auf der Rückseite eine Schlauchdurchführung platziert wurde. Für ihren eigentlichen Zweck kann sie nicht gedacht sein, da bei einer externen Wasserkühlung noch eine Durchführung für den zweiten Schlauch fehlt. Damit ist sie möglicherweise für Kabel gedacht, welche aus dem Gehäuseinneren nach außen (oder umgekehrt) führen sollen. Bei der Verarbeitung hat sich Cooler Master keine Fehler geleistet. Alle Kanten sind sauber verarbeitet und auch die Pulverbeschichtung ist gut sowie nasenfrei aufgetragen.

 

Impressionen Innen

Wie schon das Äußere, ist auch der Innenraum des Cooler Master Elite 120 Advanced schwarz gestaltet. Dabei wurde vor allem auf die Funktionalität und nicht direkt auf das Aussehen geachtet. Im vorderen Teil befindet sich die Festplattenkäfig, in welchem drei 3,5 oder 2,5 Zoll Datenträger untergebracht werden können. Über diesen befindet sich der Schacht für das 5,25 Zoll Laufwerk. Ansonsten lässt sich natürlich noch ein Mini-ITX-Board und eine Grafikkarte, die zwei Erweiterungssteckplätze einnimmt, im Gehäuse unterbringen.

15  16  17 

Die Front lässt sich einfach abnehmen, da sie schraubenlos montiert wird. Direkt dahinter versteckt sich ein 120mm Lüfter aus dem eigenen Hause. Rechts und Links davon befindet sich die I/O-Panel. Ein weiterer 80mm großer Lüfter ist seitlich neben dem Mainboard verbaut und sorgt dafür, dass der CPU-Kühler mit genügend frischer Luft versorgt wird. Ein dritter Lüfter, der 120mm groß sein darf, lässt sich am Festplattenkäfig montieren. 

20  22
23
  19

Über dem Mainboard wird das ATX-Netzteil in einer speziellen Halterung montiert. Insgesamt ist auch der Innenraum gut verarbeitet. Keine scharfen Kanten oder Lackplatzer sind zu finden.

 

 


 

Hardware-Einbau

Der Einbau der Hardware geht schnell und einfach von der Hand, natürlich im Vergleich zu anderen Mini-ITX Gehäusen. Erleichtert wird dies durch die schraubenlose Montage einiger Komponenten, wie dem optischen Laufwerk und den Festplatten. Auch beim optionalen Lüfter wurde Wert auf eine schraubenlose Montage gelegt. An 3,5 Zoll Festplatten müssen zur Montage im Festplattenkäfig seitlich zwei Schienen angesteckt werden. Danach lässt sich diese einfach einschieben. SSDs oder andere 2,5 Zoll Datenträger werden an einer Kunststoffhalterung fixiert, welche wie die größeren Festplatten wieder nur eingeschoben werden.

24  25  26

27  28

Zu beachten ist, dass beim Einbau zuerst das Mainboard (mit Grafikkarte) und die Datenträger montiert werden müssen. CPU-Kühler dürfen bei diesem Gehäuse nur 70mm groß sein. Dies schließt große Tower Kühler aus und es kommen eigentlich nur Kühlkörper infrage, die genau für dieses Einsatzgebiet entwickelt wurden. Eine gute Übersicht dazu bietet unser HTPC-Kühler Bericht. Grafikkarten hingegen dürfen dagegen ein ordentliches Stück größer sein und mit einer maximalen Länge von 305mm daherkommen. Platz ist also mehr als ausreichend vorhanden.

29  30  31

Das Netzteil wird bei diesem Gehäuse anders befestigt, als man von den meisten Midi-Towern gewohnt ist. So wird dieses erstmal an einer speziellen Blende befestigt, welche später am Gehäuse befestigt wird. Der Lüfter des Netzteils darf hierbei entweder zum Gehäusedeckel oder zum CPU-Kühler zeigen, inwiefern ein Temperaturunterschied vorhanden sein wird, sehen wir bei den Temperaturmessungen.

32  33  34


35  36

Von Vorteil ist, wenn auf ein optisches Laufwerk verzichtet wird. Denn in diesem Schacht lassen sich die Kabel vom Netzteil, die nicht benötigt werden oder einfach zu lang sind unterbringen. Notfalls kann man diese auch im Festplattenkäfig unterbringen, doch ist die erstgenannte Variante komfortabler.

 

Praxistest

Unsere Gehäusetests werden nach einem standardisierten Prinzip durchgeführt. Wie wir testen, kann in einem Mini-ITX-Gehäuse-Setup nachgelesen werden. Auf diese Art und Weise ist eine Vergleichsmöglichkeit aller Testberichte im Bereich von Gehäusen gegeben. Einen umfangreichen Überblick bietet dazu der separate Artikel zum ITX-Testsystem.

 

 

Intel Z77-Mini-ITX Testsystem

testsystem-overview1

testsystem-overview2  testsystem-overview3 testsystem-overview4

Prozessor: Intel Core i3-3225 (Retail)
Mainboard: ASUS P8Z77-I Deluxe
Kühlung: Noctua NH-L9i
HDD: Western Digital 7200 U/min
SSD: -
RAM: 2x 2GB Kingston HyperX T1 DDR3-2133MHz
Netzteil: Seasonic G-550
Grafikkarte:  AMD HD7770 1GB
Betriebssystem: Windows 8 x64
Grafiktreiber: CCC 12.8

 

Um unser Testsystem auf Temperatur zu bringen, kommen die Programme AIDA 64, Furmark und Prime95 zum Einsatz. Prime95 läuft im Maximum Heat- und der Furmark 1.9.5 im Xtreme Burning Modus gleichzeitig 30 Minuten lang. Anschließend werden die Werte mittels AIDA 64 notiert.

Temperaturmessung:

{fusionchart id="28" Mini-ITX-Gehäuse CPU}

{fusionchart id="29" Mini-ITX-Gehäuse GPU}

{fusionchart id="30" Mini-ITX-Gehäuse HDD}

Kaum Unterschiede zum Fractal Design Node 304 (HW-Journal Testbericht) sind bei den Temperaturmessungen festzustellen. Kein Wunder, da die Gehäuse von den Abmaßen fast identisch sind. Einzig bei den Temperaturen der HDD sind größere Unterschiede auszumachen. Dennoch sind slle Temperaturen sind im grünen Bereich. Auch haben wir beim Testen festgestellt, dass die Position des Netzteillüfters kaum eine Rolle spielt. Die Temperaturunterschiede von drei Grad Celsius sind noch zu verachten.

 

Praxisbeobachtungen

Schnell wurde in der Praxis deutlich, dass sich das Gehäuse ziemlich gut schlägt. Das Seitenteil und die Front des Gehäuses sind relativ resistent gegen Fingerabdrücke und Kratzer. Nicht ganz so gut ist der Staubschutz gestaltet, der eigentlich gar nicht vorhanden ist, sodass das Case regelmäßig gereinigt werden muss.

Die Lüfter sind bei 12 Volt deutlich hörbar und auch gedrosselt nichts für Silent-Fanatiker. Diese sollten damit gegen bessere ausgetauscht werden. Auf den 80mm Lüfter, der durch eine höhere Umdrehungszahl lauter ist als der 120mm Lüfter, kann je nach System sogar komplett verzichtet werden. Dies sollte aber bei jedem individuell geprüft werden.

 


 

Fazit

Als gut und günstig kann man das Cooler Master Elite 120 Advanced bezeichnen. Im Test konnte es nämlich überzeugen. Einmal trägt dazu die gute Verarbeitung des Gehäuses bei. Auch das schlichte Design weis zu gefallen. Die Kunststoffelemente fallen kaum auf und wirken keinesfalls billig. Nicht zu verachten ist die Möglichkeit ein optisches Laufwerk im 5,25 Zoll Format verbauen zu können, dies ist nicht bei jedem Mini-ITX Gehäuse üblich. Nutzer von potenten Systemen wissen zu schätzen, dass eine große Grafikkarte platz findet. Nicht ganz so gut hingegen ist, dass nur kleine CPU-Kühler Platz finden. Dennoch lassen sich gute Werte bei der Temperatur erzielen, wie unser Praxistest zeigte.

Schade ist, dass die mitgelieferten Lüfter deutlich hörbar sind und am besten ausgetauscht werden sollten, denn nicht nur Silent-Fanatikern werden sie negativ auffallen. Der günstige Preis kann das aber wettmachen, sodass das Cooler Master Elite 120 Advanced ein sehr gutes Preis-Leistungsverhälltnis bietet. Wer ein wenig mehr bezahlen möchte und auf ein optisches Laufwerk verzichten kann, sollte sich aber das Fractal Design Node 304 (HW-Journal Testbericht) anschauen. Das Gehäuse ist unter anderem bei Amazonhttps://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3erhältlich.

Cooler Master Elite 120 Advanced
Mini-ITX-Gehäuse, 28.04.2013

Gehäuse Testberichte Hersteller-Homepage Im Geizhals-Preisvergleich ab: 39,00 EUR
Pro Contra fazit-mini

+ sehr gutes P/L-Verhältnis
+ gute Verarbeitung und Desing
+ Platz für große Grafikkarte
+ ATX-Netzteil kann verbaut werden

- Lüfter relativ laut
- max. CPU-Kühler Höhe

 

 

 

Zählt man nun alles zusammen stellt sich das Elite 120 Advanced als sehr gutes und günstiges Gehäuse heraus. Wir verleihen ihm deswegen unseren Hardware-Journal Preis-Leistung-Award und Gold-Award. Anregungen, Kritik oder einfaches Feedback, können gern im Forum geäußert werden.

 

preis-leistung  preis-leistung

 

 

 

  

An dieser Diskussion teilnehmen.
Anmelden
Diskutiert diesen Artikel im Forum (0 Antworten).