Großes Gehäuse, kleines Gehäuse, Platzwunder oder winzige Wunderzwerge, all das haben wir bereits im Test gehabt und auf diversen Messen etc. in Augenschein nehmen können. Doch wie steht es um die Kategorie Käufer, die keine "Next-Gen" Konsole ihr Eigen nennt, aber trotzdem eine Heimanlagen bzw. PC, namentlich HTPC, in ihren Zimmern unterbringen möchte? Für all diejenigen hat SilverStone einige interessante Modelle im Portfolio. Wir haben uns das Grandia GD09B einmal genauer angesehen. Wie sich der designierte HTPC-Pendant geschlagen hat, klären wir im nachfolgenden Testbericht.

Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von SilverStone.
Verpackung / Lieferumfang
Genau so unspektakulär wie das Gehäuse selbst, präsentiert sich auch der Lieferumfang, der lediglich mit dem Nötigsten daherkommt. Neben dem kleinen Benutzerhandbuch befinden sich noch ein Silverstone Produktkatalog und etliche Schrauben für die Montage der Hardware mit im Karton. Dabei bleibt es dann aber auch.
Technische Daten
Technische Daten *klicken zum Anzeigen*
| Model No. | SST-GD09B(Black) | |
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Material | Plastic front panel with faux aluminum finish, 0.8mm steel body | |
Motherboard | SSI-CEB, ATX, Micro-ATX* | |
Multimedia | -- | |
Drive Bay | External | 5.25" x 1 (compatible with 3.5” x 1 or 2.5” x 2) |
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| Internal | 3.5" x 2 (one compatible with 2.5”), 2.5” x1 | |
Cooling System | Front | -- |
| Rear | 2 x 80mm fan slot | |
| Side | Right:1 x 120mm intake fan, 900rpm, 18dBA,1 x 120mm fan slot Left:1 x 120mm fan slot, compatible with 80mm fan | |
| Top | Expansion card vent | |
| Bottom | -- | |
| Internal | -- | |
Expansion Slot | 7+1 | |
Front I/O Port | USB 3.0 x 2 audio x 1 MIC x 1 | |
Power Supply | Standard PS2(ATX) 220mm maximum, 180mm recommended | |
Operating system support | -- | |
Expansion Card | Support cards up to 12.2 inches, width restriction 5.25” | |
Limitation of CPU cooler | 138mm | |
Limitation of PSU | 220mm | |
Net Weight | 4.2kg | |
Dimension | 440mm (W) x 170mm (H) x 358mm (D), 26.8 liters | |
Extra | Support Kensington lock | |
Support VESA Mount | -- | |
Impressionen Außen
Die Grandia-Serie (GD09) steht seit jeher für stilvolles Auftreten und Understatement am Bestimmungsort. Das GD09 fügt sich nahtlos in dieser Reihe mit ein. Viele würden eher dazu neigen, dass Gehäuse als langweilig einzustufen. Wer aber klare Linien im Aluminium-Look mag, der ist hier genau richtig aufgehoben. An der Front selbst befindet sich ein 5,25‘ Schacht für ein optisches Laufwerk oder anderer Bedienelement. Des Weiteren zwei USB 3.0-Anschlüsse und die obligatorischen Audio-Frontanschlüsse.
Wenden wir uns der Rückseite des Gehäuses zu wird schnell klar, dass es sich hierbei um ein vollwertiges ATX-Gehäuse handelt und dementsprechend auch bestückt werden kann. Es wird dem Anwender auch ein gewisses Maß an „luftig“ vermittelt. Ob jetzt bei den PCI-Blenden oder im Top des Gehäuses, für ausreichend Luftzirkulation ist anscheinend gesorgt. Oberhalb der PCI-Slotblenden befindet sich eine zusätzliche Vorrichtung die es ermöglicht, einen weiteren Lüfter in Form einer Slot-Karte nachzurüsten. Ein Blick in Silverstone`s Zubehörabteilung ist bei gegebenen Interesse dann wohl Pflicht.
Schaut man sich die Seiten an, werden die o.g. ersten Eindrück weiter untermauert, denn auf jeder Seite sind zwei Vorrichtungen für zwei 120mm Lüfter, also insgesamt vier 120mm Lüfter angebracht. Für ausreichend Belüftung ist also definitiv gesorgt – sofern man diese auch Lüfter einbaut. Besagte Vorrichtungen verfügen von außen entfernbare Staubgitter, die sich nebenbei erwähnt wirklich sehr leicht abnehmen lassen und dementsprechend ohne großen Aufwand gereinigt werden können. Eine Entkopplung fehlt leider, da die Lüfter mit dem Chassis Verschraubt werden müssen.
Die von außen ersichtliche Verarbeitungsqualität geht, unter Betracht des attraktiven Kaufpreises, als absolut zufriedenstellend bis sehr gut durch. Das dünne Stahlblech erweckt zu jedem Zeitpunkt das Gefühl, dass hier Aluminium verwendet wurde. Bei genauerem Hinsehen fällt der Unterscheid dann aber schon deutlich auf. Trotzdem gut umgesetzt! Optische Akzente werden auch bei den beiden Füßen gesetzt, die mit einem schicken Chrom-Ring versehen sind. Insgesamt also ein bislang sehr überzeugender Auftritt des Silverstone GD09B. Schauen wir uns nun an, was der Innenraum zu bieten hat.
Impressionen Innen
Das Lösen des oberseitigen Deckels geht sehr einfach von Statten. Die beiden rückwertigen Schrauben lösen und schon lässt sich der Deckel entfernen. Der Einsatz von Rändelschrauben wäre an dieser Stelle nicht nur wünschenswert, sondern auch hilfreich. Besagte fehlen aber leider. Im Inneren selbst setzt sich der Trend fort, welcher dem Käufer schon von Außen suggeriert wurde. Die Verarbeitungsdetails sind sehr gut ausgeführt, keinerlei scharfe Kanten enthalten und auch die Lackierung präsentiert sich auf hohem Niveau. Schön zu sehen sind auch die vier, bereits angesprochenen Lüfterhalterungen, zwei davon blasend und zwei saugend - als ein Montagebeispiel.
Für 5,25 Zoll Laufwerke hat der Hersteller ebenfalls noch eine entsprechende Vorrichtung mit integriert. Für die Montage des Laufwerks oder sonstigen Bedienelementen muss dieses entfernt werden. Dies geht aber denkbar einfach von der Hand und erfordert keinerlei große Basteltätigkeiten. Wir mussten diesen Schacht ebenfalls entfernen, da sonst das Testsystem samt CPU-Kühler, nicht ins Gehäuse gepasst hätte. Die Frontblende lässt sich im Übrigen ebenfalls sehr einfach mittels eines Klick-System lösen oder wieder hereinstecken. Über der Backpanel-Blende kann man im übrigen noch zwei 80mm Lüfter montieren, um den Luftstrom im Gehäuse noch weiter zu optimieren.
Schön zu sehen sind auch die insgesamt sechs, bereits angesprochenen Lüfterhalterungen. Leider bleibt an den jeweiligen Seitenwänden nicht genügend Platz, dass man z. B. eine Wasserkühlung einbauen könnte. Die beiden Seitenwände sind quasi prädestiniert dazu. Mit dem Blick von oben gesehen, kommt auf der rechten Seite direkt das Mainboard samt Kühler und Anschlusseinheiten, auf der linken Seite wird das Netzteilverbaut. Mit ein bisschen Bastelarbeit ließe sich mit Sicherheit etwas Interessantes realisieren. In der Summe attestieren wir dem GD09B einen klar strukturierten Innenraum ohne Verarbeitungsmakel. Mal schauen wie sich der Einbau der Hardware gestaltet…
Hardware-Einbau & Praxistest
Wirft man einen kurzen Blick ins Gehäuse, sollte der Einbau der Hardware vermeintlich einfach von der Hand gehen, da es sich ja lediglich um eine große „Schublade“ handelt. Beginnen wir einmal direkt mit dem 5,25` HDD / Laufwerks-Tray. Dieser ist multifunktional und kann jeweils zwei 3,5‘ oder 2,5´ Laufwerke aufnehmen. Um unser Testsystem im Gehäuse unterbringen zu können, musste diese Halterung dauerhaft ausgebaut werden. Die Montage der Festplatte haben wir an der zweiten Halterung vorgenommen. Hier kann ebenfalls ein 3,5´ oder 2,5´ Laufwerk montiert werden.
Beide montierten 3,5 Zoll Laufwerke werden seitlich mit den nötigen Anschlusskabeln versehen. Eine Entkopplung der Datenträger ist zwar angedacht, kann aber auf Grund der geringen Dämmstarke vermutlich nicht den Erwartungen standhalten. Für unseren Anwendungsfall haben wir die dritte Montagemöglichkeit herbeigezogen. Die HDD wird hochkant hinter der Front montiert. Auch an dieser Stelle kommt eine dünne Schaumstoffschicht zum Einsatz. Eine effektive Entkopplung sehe jedoch anders aus. Der Einbau ist dafür aber umso einfacher und ebenfalls unkompliziert.
Kommen wir mal direkt zum Einbau: Dieser lief wirklich wie erwartet, sehr einfach und unkompliziert. Zwar musste die große Strebe dauerhaft entfernt werden, da sonst der 8-Pin-Stecker der Grafikkarte nicht angeschlossen werden könnte. Die Abstandshalter sind grundlegend schon vormontiert, es müssen lediglich diejenigen nach installiert werden, die für das verwendete Mainboard-Maß von Nöten sind. Um an dieser Stelle mal eine persönlich Note mit in den Text zu bringen; es ist sehr erfrischend mal an einem sehr leicht zugänglichen Gehäuse Hardware einzubauen. Leicht zugänglich ist eine Sache, Platz eine andere. Auf Grund des beengten Platzangebots kommt man schnell in Situationen, bei denen man sich an anderen Gehäusen die Hände buchstäblich aufgeschlitzt hätte. CPU-Kühler dürfen im Übrigen eine maximale Höhe von 138mm und Grafikkarten eine maximale Länge von 300 mm haben, um im Grandia GD09B unterkommen zu können.
Für PCI-Erweiterungskarten muss man als erstes die horizontale Abdeckung entfernen. Deren Zweck besteht eigentlich darin, noch einen zusätzlichen Lüfter zu montieren. Ist diese abgeschraubt, können auch die PCI-Blenden entfernt werden. Hinsichtlich des Kabelmanagement gibt es, wie schon zu erwarten war, keine bis kaum Möglichkeiten. Es ist also ein bisschen Geschick gefordert alles vernünftig umzusetzen. In der Summe kann man aber ein akzeptables Ergebnis erzielen. Theoretisch ließe sich neben dem Netzteil ein 140mm Radiator platzieren. Am sinnvollsten wäre auf jeden Fall eine AiO-Lösung. Auf der anderen Seite ist im Übrigen nicht genügend Platz dafür vorhanden.
In der Summe gesehen handelt es sich um ein durchdachtes Gehäuse welches mit einem recht einfachen Montagekonzept überzeugen kann. Bekanntlich ist weniger manchmal mehr! Der positive Eindruck der Verarbeitung bestätigte sich auch während des Einbaus. Keine Verletzungsgefahr, kaum bis wenige „Fummelsituationen“, sondern einbauen und loslegen. Das machen wir und schauen uns die Praxiswerte auf den nächsten Seiten genauer an.
Lautstärke- und Temperaturmessung
Wir möchten für die Leser unserer Testberichte die nötige Transparenz herstellen und beschreiben daher ganz genau, wie bei dem Test eines Micro-ATX-Gehäuse alles mit beachtet und durchgeführt wird. Nachfolgend wollen wir auf die Testmethodik und die zum Einsatz kommenden Geräte eingehen. Das Setup selbst wird bei jedem Gehäuse neu eingebaut. Abgesehen von der Grafikkarte, bleiben die Komponenten unangetastet, so dass der Anpressdruck des CPU-Kühlers sich nicht verändert und dementsprechend auch nicht die Temperaturen. Als Betriebssystem gehen wir den konservativen Weg und bleiben Windows 7 inkl. SP2 (x64) treu.
Intel Z97 µATX-Gehäuse Setup | | |
| Prozessor: | Intel Core i5-4670K (Retail) - Turbo off | |
| Mainboard: | ASUS Maximus VII Gene | |
| Storage: | Kingston HyperX SSD - 240GB | |
| Kühlung: | Noctua NH-L12 | |
| RAM: | 2x4GB Kingston HyperX Beast @ 2400MHz | |
| Netzteil: | be quiet! Straight Power 10 500W | |
| Grafikkarte: | ASUS GTX 760 DirectCU mini | |
| Betriebssystem: | Windows 7 x64 | |
| Grafiktreiber: | - |
Lautstärkemessung
Wie schon beim ATX-Pendant, übernimmt die Schallpegelmessung das auf dem Stativ montierte Messgerät. Wir haben uns für ein Koolertron Schallpegelmessgerät entschieden. Dieses misst die Lautstärke 50cm entfernt von der Gehäuseoberkante. Der von uns genutzte Messraum liegt unter 30 Dezibel Grundlautstärke und ist subjektiv beurteilt, mit absoluter Stille zu bezeichnen. Kleine Hintergrund-Info: es ist nur mit sehr teurem bzw. nur mit Laborequipment möglich, Schallpegel unterhalb von 30 dbA aufzuzeichnen. Alle gängigen Geräte beginnen erst ab diesem Schwellenwert.
{fusionchart id="53" # Micro-ATX # Lautstärkemessung}
Da das dünne Stahlblech kaum Dämmwirkung hervorrufen kann, ist das Ergebnis bei der Lautstärkemessung auch dementsprechend. Einmal mehr der Hinweis von uns, wir lassen das System Temperatur abhängig automatisch (PWM) kühlen. Da bei allen Gehäuse das gleiche Procedere zum Einsatz kommt, sind die Werte vergleichbar. Da beim Grandia weniger Luftzirkulation als im offenen Aufbau herscht, heizen sich die Komponenten logischer Weise auch mehr auf.
Temperaturemessung
Um unser Testsystem auf Temperatur zu bringen, kommen die Programme AIDA 64, Furmark und Prime95 zum Einsatz. Prime95 läuft im Blend- und der Furmark 1.9.5 im Xtreme Burning Modus gleichzeitig 30 Minuten lang. Anschließend werden die Werte mittels AIDA 64 notiert. Natürlich ist auch eine solche Datenmenge nicht vor Messtoleranzen gefeit und so sind Schwankungen im Bereich von 0,5 Grad Celsius bei den gemessenen Temperaturen möglich.
{fusionchart id="54" # Micro-ATX # Temperatur: CPU}
{fusionchart id="55" # Micro-ATX # Temperatur: GPU}
{fusionchart id="56" # Micro-ATX # Temperatur: HDD}
{fusionchart id="57" # Micro-ATX # Temperatur: Mainboard}
Ganz klar, uns war zu jedem Zeitpunkt klar, dass das GD09B von SilverStone wahrlich kein Kühlmeister ist, jedenfalls im Auslieferungszustand. Diesen haben wir gemessen und auch als Bewertungsgrundlage verwendet. Zwar ordnet sich das Gehäuse klar an letzter Stelle in unserem Ranking ein, bestückt man dieses mit weiteren vier Lüftern (3x 120mm, 2x 80mm) dann lassen sich mit Sicherheit komplett andere Werte erzielen. Wenn man die erzielten Werte und das, was theoretisch möglich ist in Relation setzt, kommt dabei sicher eine gute thermische Zirkulation zustande. Gehen wir abschließend zum Fazit über.
Fazit
Die Grandia-Serie steht seit jeher bei SilverStone für schicke HTPC-Gehäuse. Mit dem Grandia GD-09B hat der Gehäusespezialist einen wirklich sehr interessanten Vertreter dieser Kategorie bei sich im Angebot. In der Summe kann das Gehäuse vollkommen überzeugen, auch wenn die scheinbar unvermeidbaren Schwächen einer solchen Klassifizierung überseh- bzw. unvermeidbar sind. Die durchweg überzeugende Verarbeitung sowie das edel wirkende Design, die flexible Gestaltung bei der Lüfter-Bestückung samt Lüftergitter und die einfache Montage, lassen das GD09B in einem sehr positiven Licht da stehen.
Federn lässt SilverStone an ein paar Kleinigkeiten, die teilweise ein bisschen nervig sein können. Durch die Verwendung von Rändelschrauben hätte man dem GD09B eine wesentlich größere Zugänglichkeit verschaffen können. So muss der gute alte Schraubendreher wieder ran. Im Inneren vermisst man leider Ansätze von Kabelmanagement und ist zugleich mit maximal drei 3,5 Zoll Laufwerken ein wenig eingeschränkt.
In der Summe jedoch wiegen die positiven Aspekte weit mehr auf als die Negativen. Es macht Spaß mit dem Gehäuse zu arbeiten, die Hardware zu verbauen und etwaige Optimierungen mit weiteren Lüftern oder dergleichen vorzunehmen. Für einen unglaublich attraktiven Preis von circa 65 EUR (Preisvergleich 10/2014) bekommt das Grandia GD09B nur Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Erhältlich ist es unter anderem auch bei Amazon .
SilverStone Grandia GD09B | ||
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| Pro | Contra | ![]() |
+ gute und saubere Verarbeitung | - keine Schnellverschlüsse fürs Chassis | |
Wir vergeben dem SilverStone GD09 aufgrund der überwiegend überzeugenden Leistungen unseren Hardware-Journal Preis-Leistung-Award und unsere Redaktions-Empfehlung. Anregungen, Kritik oder Feedback können gerne im Forum geäußert werden.

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