Gefühlt hat es von der ersten Vorstellung bis zur offiziellen Ankündigung der Cooler Master SK600 Serie eine Ewigkeit gedauert. Der Marktstart wurde nun vor kurzem vollzogen und der Hersteller konnte uns ein seriennahes Sample zukommen lassen. Die Cooler Master SK630 setzt auf das Ten Key Less Format und ist durch den Einsatz der Cherry MX Low Profile RGB Red Switches auch in der Bauhöhe kompakt. Was die Tastatur zu bieten hat und wie sich sich schlägt, klärt unser Artikel dazu.
Der Hersteller hat die SK600 Serie nicht mit dem Fokus Gaming oder Office entwickelt, sondern nennt als eigentliche Zielgruppe "Creator". Gemeint ist damit, dass man dem Design einen besonders hohen Stellenwert einräumt. Insgesamt ergibt sich bei der Cooler Master SK630 durch den Einsatz der Cherry MX Low Profile RGB Red ein Notebook-Flair, jedoch in sehr hochwertiger Optik.
Grundsätzlich kann man sagen, dass die SK630 ohne verspieltes Gaming-Gehabe daherkommt, sondern eher einen edlen Look präsentiert. Der Einsatz von Metall, oder wie hier Aluminium, ist zwar bei mechanischen Tastaturen nichts neues, jedoch soll das Material bei der SK630 eben nicht nur der Stabilität dienlich sein. Neben der SK630 als TKL Modell, gibt es mit der SK650 auch eine Variante mit Full-Layout und 104 Tasten. Zusatztasten sind bei dieser also ebenso wenig vorhanden.
Lieferumfang und Verpackung
Öffnet man die Verpackung, erwartet einen zunächst einmal ein weiterer Karton. In diesem lagert die SK630 sicher in einem festen Beutel. Dieser dient nicht nur als Verpakungsmaterial, sondern kann auch für den weiteren Transport eingesetzt werden. Theoretisch wäre auch er auch als Staubschutz einsetzbar, jedoch müsste man dazu immer das Kabel abziehen. Dies ist eins der weiteren Inhalte. Das 1,8m Lange Kabel ist mit USB Typ-C und -A Steckern versehen sowie stoffummantelt. Ein Tastenabzieher sowie eine Anleitung mit On-the-fly-Befehlen runden das Paket ab. Man sieht also, dass Cooler Master auf eine Handballenablage verzichtet. Ob sich dies rächen wird, muss sich im Praxistest zeigen.
| Das Keyboard im Überblick | |
|---|---|
| Tastatur-Typ | Produktivität, Mechanisch |
| Bezeichnung | Cooler Master SK630 |
| Switch | Cherry MX Low Profile RGB Red |
| Preis | ca. 140 EUR |
| Hersteller-Homepage | www.coolermaster.de |
| Wichtige Features | |
| Interface | USB 2.0 |
| Beleuchtung | Ja, RGB-LEDs |
| Material | Kunststoff, Aluminium |
| Abtastrate | 1000 Hz |
| Kabel | 1,8 m lang, Typ-C, Abnehmbar |
| Abmessungen | 353,5 × 125,5 × 29,8 mm |
| Gewicht | 552 g |
| Weitere Eigenschaften |
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Die Tastatur im Detail
Während Corsair die K70 MK.2 Low Profile als flache Variante des vorhandenen Modells herausbrachte, geht Cooler Master bei der SK600 Serie einen anderen Weg. Der Hersteller spricht von einem Design, dass "zu den Schaltern passt". Gerade bei der kompakten SK630 im Ten Key Less Format kann dies auf den ersten Blick so bestätigt werden. Das Gehäuseunterteil besteht aus Kunststoff, oben kommt Aluminium zum Einsatz. Durch Bürstung der Oberfläche und Polierung der Kanten wirkt sie sehr edel. Auch wenn es uns nicht negativ aufgefallen ist, so wurde uns mitgeteilt, dass bei der finalen Version weniger Schrauben verwendet werden. Zwischen den beiden Gehäusehälften ist übrigens eine Beleuchtungsebene eingearbeitet, welche in viele Zonen unterteilt ist.
Die Tastatur ist am höchsten Punkt 29,8mm hoch bzw. flach. Im Vergleich zur Corsair K63 Wireless, ebenfalls eine TKL Tastatur, ist das ein Unterschied von 11mm. Auch eine Sharkoon Pure Writer TKL RGB mit flachen Schaltern ist mit 35mm noch ein wenig höher. Auch was den Rahmen angeht, gehört die SK630 tatsächlich zu den kompakteren Modellen, auch wenn die Unterschiede gering sind. Insgesamt sorgt sie auf dem Schreibtisch für für Platz bzw. eine dezente Optik.
Zum Opfer fallen der Tastatur, durch das geringe Platzaufkommen, dedizierte Sondertasten. Komplett verzichten muss man auf Zusatzfunktionen deshalb aber nicht. Die on-the-fly Bedienung der Beleuchtung und der Makros ist ziemlich ähnlich zur Cooler Master MK750 umgesetzt. Das heißt, dass die Konfiguration zum Großteil auf die Funtionstasten gelegt wurde. Zusätzlich hat man auch noch die Pfeiltasten belegt. Multimediatasten sind auch über die Funktionstaste umgesetzt und liegen oberhalb der Pfeiltasten. Anzutreffen sind Play/Pause, Stopp, Skipp (vorwärts, rückwärts) sowie lauter und leiser. Eine Stumm-Taste ist also nicht vorhanden.
Die Rückseite ist zwar eigentich immer etwas unspektakulär, jeodoch trifft das auf die SK630 im besonderen Maße zu. Das flache Gehäuse weist nämlich lediglich vier Gummi-Füße auf. Aufsteller bleiben einem also verwehrt, weshalb man selbst an der getroffenen Anstellung der Tastatur nicht mehr rütteln kann - ein gewagter Schritt. Der Typ-C Anschluss ist an der Rückseite zu finden, wie man ein paar Bilder weiter oben bereits sehen konnte. Eine zusätzliche Arretierung, wie bspw. bei der MasterKeys Pro L RGB, gibt es nicht, der Stecker hält aber auch so ordentlich.
Die Tastenkappen passen optisch gut zum Notebook-Look. Die flachen Quader sind je nach Einsatz leicht verschieden. Alphabet und Zahlen sind mit einer geringen Mulde versehen, während die Funktions- und Pfeiltasten komplett eben sind. Die Beschichtung der ABS Kappen beim vorliegenden Sample ist noch stark Fingerabdruck empfindlich. Es wurde vom Hersteller jedoch zugesichert, dass diese beim finalen Produkt gegen eine "bessere" ersetzt wird. Unter den Kappen erwarten einen die Cherry MX Low Profile RGB Red Schalter. Die Unterschiede zu den "normalen" Cherry MX Red kann man der folgenden Tabelle entnehmen. Grundsätzlich geht mit der kürzeren Bauweise auch ein kürze Auslösung einher.
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Bis auf die Farbe ist der Unterschied zwischen den Low Profile RGB Red und den Corsair exklusiven Low Profile RGB Speed nicht ersichtlich. Der Vorlaufweg fällt bei bei den Silbernen Schaltern jedoch um 0,2mm geringer aus. Deutlich größer ist der Unterschied zu normalen MX Switches (hier Drevo Klone). Der Stempel sowie das Gehäuse sind kaum vergleichbar. Die Kreuzaufnahme ist zwar ebenso vorhanden, jedoch funktionieren die flachen Schalter nicht mit regulären Kappen. Andersherum ist eine Funktion jedoch möglich. Im vergleich zu den Corsair Kappen, sind die Cooler Master Derivate deutlich weniger akzentuiert, bieten jedoch etwas mehr Fläche zum Treffen.
Haben wir Anfangs von der besoners flachen Bauweise gesprochen, erfährt sie im Vergleich zur Corsair K70 MK.2 RGB Low Profile einen leichten Dämpfer. Denn obwohl es ein Full-Layout ist, bleibt die Corsair minimal flacher (29mm vs 29,8mm). Dies liegt daran, dass die Topplate weniger steil ansteigt. Ohne den hinteren Aufbau, wäre die Corsair jedoch noch einmal deutlich weniger hoch. Im Vergleich mit der Drevo Calibur, eine TKL Tastatur mit Cherry MX Klonen, fällt der Höhenunterschied zugunsten der SK630 aus, jedoch nicht mit großem Abstand. Kritisch gesehen, hat der Hersteller also etwas Potential verschenkt, auch wenn man die 15mm einer Cherry KC 6000 Slim nie erreichen wird.
Die Software
Die Software der Cooler Master SK630 kommt im typischen Look des Herstellers daher. Über vier Reiter sind alle Einstellungen erreichbar. Im ersten findet man alle Möglichkeiten der Beleuchtung wieder. Man findet eine große Auswahl an vordefinierten Effekten wieder, kann aber auch selbst noch einmal Hand anlegen. Dazu wählt man eine Farbe und anschließend einzelne oder mehrere Tasten oder Rahmenzonen aus. Die Farbe kann mit Farbreglern oder der Farbtafel getroffen werden. Pro Profil können mehrere Effekte hinzugefügt werden, sodass man auch innerhalb eines noch Wechseln kann.
Das Aufnehmen von Makros ist wirklich sehr intuitiv und benutzerfreundlich umgesetzt. Zunächst legt man ein neues Makro an, zeichnet anschließend die Befehlsfolge auf und legt anschließend eine oder mehrere Tasten zur Ausführung fest. Bei der Aufzeichnug können einzelne Eingaben auch im Nachgang noch korrigiert werden.
Auch lässt sich die Tastenbeleung schnell und einfach ändern. Man wählt die jeweilige Taste aus und weist ihr eine neue zu. Das ist alles.
Insgesamt lassen sich vier Profile anlegen und auf den Speicher der Tastatur ablegen. Man kann sie also auch ohne die Software weiterhin komplett weiter benutzen. Des Weiteren lassen sich die Profile auch im- und exportieren. Die Einfachheit der Software ist insgesamt also kein Nachteil. Es kann eher so angesehen werden, dass auch wenig erfahrene Nutzer gut zurechtkommen sollten.
Die Beleuchtung
Die SK630 kann mehrfach individualisiert werden. Neben den Tasten, kann auch ein Streifen im Rahmen beleuchtet werden. Da die Tastenkappen sehr flach sind und die Switches freistehend montiert sind, treten auch die Gehäuse glühend in Erscheinung. Insgesamt also ein ähnliches Spektakel wie bei der Cooler Master MK750 oder der bald erscheinenden MK730. Die Farbwiedergabe ist gut und auch die Leuchtkraft kann sich sehen lassen.
Neben einfarbiger Beleuchtung, beherrscht sie natürlich auch viele Effekte mit verschiedenen Farben sowie fließende Übergängen. Somit lassen sich zum Beispiel auch einzelne Tasten besonders hervorheben. Ingesamt zeigt sie sich sehr eindrucksvoll, jedoch ist der äußere Leuchtring dabei eher zurückhaltend.
Die Ausleuchtung der Kappen ist eigentlich wie gewohnt. Da die Diode oberhalb des Stößels sitzt, sind die Kappen im unteren Bereich schwächer ausgeleuchtet. Der Unterschied hält sich aber in Grenzen. Weniger gut ist der Weißwert. Die Wiedergabe ist kalt bzw. weißt einen starken Blaustich auf. Das zweite Bild gibt das zwar etwas übertrieben wieder, aber auch auf dem ersten sieht man es bereits gut. Was zudem auffällt ist, dass sich die einzelnen Dioden untereinander mehr oder weniger beeinflussen.
Der Praxistest
Die Konfiguration der Cooler Master SK630 kann wie erwähnt, auf zwei Arten erfolgen. Zum einen kann man alle Einstellungen ohne Software über Tastenkombinationen auf der Tastatur direkt vornehmen, zum anderen aber auch die dazu Software nutzen. Da diese wirklich sehr gut strukturiert ist und der Onboard Speicher vier Profile aufnehmen kann, erscheint derr Weg über die on-the-fly-Bedienung in manchen Belangen umständlich. Für diejenigen, die Zusatzsoftware generell ablehnen bleibt es natürlich ein "fairer" Zug, dass Cooler Master die beide Bedienungen anbietet.
Der hohe Umfang der Zusatzfunktionen rächt sich allerdings auch ein wenig, zumindest aus subjektiver Sicht. Denn es sind zwar Multimedia-Funktionen hinterlegt, eine wichtige fehlt dort allerdings - die Mute-Taste. Diese hat man bei der MasterKeys Pro L und MK750 auch schon verweigert. Der Hersteller sieht also scheinbar keinen hohen Stellenwert für die Funktion. Da die Funktionstaste in der Nähe liegt, kann man die Medienbedienung auch mit einer Hand vornehmen.
Die Ergonomie der SK630 ist ok, und das obwohl weder Verstellung noch eine Ablage vorhanden sind. Um die Hände vor der Tastatur abzulegen, bleibt sie aber noch etwas zu hoch. Die Ballen müssen also mehr der weniger etwas schweben. Hier muss man für sich selber entscheiden, ob man damit zurecht kommt. Eine schmale Ablage im Stile der MK750 hätte unserer Meinung nach nicht geschadet bzw. der Tastatur sogar gut getan. So ganz kommt das Notebook-Feeling also nicht auf. Dazu müssten die Ballen auf der selben Höhe wie die Kappen abgelegt werden.
Das Schreibgefühl der Cherry MX Low Profile RGB Red ist wiederrum wirklich sehr gut. Der kürzere Hubweg lässt Eingaben wirklich flink von der Hand bzw. den Händen gleiten. DIe Lautstärke hält sich dabei in Grenzen. Ingesamt bleibt es bei einem typischen Klackern der Kapen auf das Metall, ähnlich wie bei den klassischen Cherry MX Red. Eine wirkliche Einsatzvorgabe nennt der Hersteller nicht, jedoch zeigt sie sich in zwei Bereichen von der starken Seite. Für das reine Schreiben sind die größflächigen Tastenkappen der SK630 sehr gut ausgelegt und auch der kurze Tastenhub lässt eine schnelle Eingabe zu. Für das Arbeiten mit Photoshop, Excel und Co könnte der Zehnerblock fehlen. Hier sollte man schon eher zu SK650 greifen. Des Weiteren muss man sich aber auch vor einem Gaming-Einsatz nicht scheuen. Auch hier profitiert man von der hohen Eingabegeschwindigkeit.
Fazit
Das Design der Cooler Master SK630 bzw. Tastatur-Serie kann sich wirklich sehen lassen. Man hebt sich deutlich vom typischen Gaming-Gehabe ab, was durch die geradlinigen Formen und die gebürstete Aluminium-Topplatte erreicht wird. Was die Verarbeitungsqualität angeht, konnten wir aufgrud des Vorserienmodells nur schwer ein Bild machen. Zwar ist das Niveau bereits sehr hoch, kleine Fehler waren aber noch vorhanden, welche laut Hersteller noch ausgemerzt werden bzw. worden sind. Die Konstruktion ist trotz des geringen Gewichts recht steif und auch der Halt auf dem Schreibtisch leidet nicht darunter.
Ergonomisch hätte man die TKL Tastatur gerne mit einer Verstellung ausrüsten können, einfach weil man dem Nutzer ohne die eine Auslegung aufdrückt. Auch eine Handballenauflage würde ihr gut stehen. So bleiben die Hände meist in der Schwebe, was nach längerer Nutzung schon ermüden kann. Schreiben und auch Daddeln liegen den Cherry MX Low Profile RGB Red beidermaßen. Das Schreibgefühl ist super und Eingaben erfolgen schnell und präzise, was auch an den flächigen Kappen liegt.
Des Weiteren liefert man mit der umfangreichen Beleuchtung sozusagen noch ein Bonbon. Ob man das für den Produktiveinsatz wirklich braucht sei dahingestellt, alleine mit den Einstellungen rumzuspielen macht aber schon spaß. Die Software ist aber auch für die Einstellung der Tastatur wirklich nützlich und einfach zu bedienen. Dass man die Tastatur on-the-fly bedienen kann, ist auch hier ein weiteres Goodie.
Kommen wir zum Preispunkt. Mit ~130€ ist sie aktuell die günstigste Tastatur mit Cherry MX Low Profile Schaltern am Markt, was aber auch einfach daran liegt, dass bisher nur zwei Modelle überhaupt mit diesen existieren. Im Vergleich mit anderen mechanischen TKL Tastaturen könnte der Preis allerdings recht hoch gesteckt sein, vor allem in Anbetracht des Lieferumfangs und der Tastenauswahl. Die Cooler Master MK730 mit Handballenauflage und Cherry MX Switches soll bspw. ~130€ kosten. Ob die flachen Schalter den Aufpreis rechtfertigen, können wir vom Material ausgehend nicht beurteilen. Andere TKL Tastaturen mit Cherry MX Schaltern ohne RGB Beleuchtung sind bereits für 80€ (Corsair K63), mit RGB Beleuchtung für 100€ (MSI Vigor GK70) und als Wireless mit Ablage ohne RGB für ~117€ (Corsair K63 Wireless). Vor Augen führen muss man sich auch, dass eine Sharkoon PureWriter RGB mit Kailh Low Profile Schalter nur die Hälfte kostet. Die Konkurrenz kann zwar nicht den Stil der SK630 auffahren, aber dennoch gibt es günstigere, ebenfalls hochwertige Konkurrenzprodukte.
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+ edle Optik | - keine Höhenverstellung | |

































