Die Software
Nachdem die Tt eSPORTS Nemesis RGB am PC angeschlossen wurde, können wir sie anschließend mit dem optionalen Tt eSPORTS Command Center Pro steuern, individualisieren und auf unsere Bedürfnisse zuschneiden. Die Software ist auf der Produktseite beim Hersteller zu finden. Innerhalb der Software gibt es verschiedene Reiter für unterschiedliche Funktionen. Im Customize Reiter kann die Tastenbelegung der Nemesis RGB angepasst werden. Je nach Auswahl der Ansicht, stehen die jeweiligen, sichtbaren Tasten, zur Personalisierung zur Verfügung. Die Möglichkeit Aktionen an ein Programm zu binden, ist sehr praktisch und sollte auch von anderen Herstellern übernommen werden. Sind die Änderungen abgeschlossen, können diese in einem von fünf Profilen gespeichert werden.
Der Lightning Reiter beinhaltet alle Möglichkeiten für die RGB Beleuchtung der Maus. Hier kann aus verschiedenen Effekten, Bereichen die beleuchtet werden sollen, Effektstärken sowie Farben gewählt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit die Beleuchtung der Maus nach einer festgelegten Anzahl von Minuten zu deaktivieren. Natürlich kann auch die eingestellte Beleuchtung wieder gespeichert und an ein Programm gebunden werden. So wird es möglich, je nach Spiel eine passende Beleuchtung zu haben.
Im Reiter Performance dreht sich alles um den verbauten Pixart PMW 3360 Sensor. Hier kann für vier DPI Stufen der DPI Wert definiert, die Polling Rate festgelegt oder die Zeit bis die Tasten reagieren ausgewählt werden. Auch die Intensität des Angle Snappings kann hier eingestellt werden.
Der letzte Reiter der Maus Optionen ist der Calibration Reiter. Wie der Name schon sagt, kann die Tt eSPORTS Nemesis RGB hier auf den jeweiligen Untergrund kalibriert werden. Wir haben zwei Durchläufe vorgenommen, einmal für das Steelseries QcK Mauspad und einmal für die Oberfläche des Schreibtisches. Nachdem der Sensor kalibriert wurde, funktionierte er auf beiden Oberflächen Problemlos. Ein richtiger Unterschied konnte jedoch nicht festgestellt werden. Bei besonders spiegelnden Tischen oder gar Glas, könnte diese Funktion jedoch hilfreich sein.
Nach den Mausoptionen, gibt es noch die Möglichkeit Makros aufzuzeichnen, sie zu ex- oder importieren und natürlich auch sie an ein Programm zu binden und im Profil zu speichern. Der Makro-Editor ist sehr umfangreich und bietet eine Option für jede Situation. So kann er ganz oben mitspielen.
Die Beleuchtung
Welche Einstellmöglichkeiten es für die Beleuchtung der Maus gibt, haben wir ja bereits abgedeckt. Wir wollen es uns aber nicht nehmen die verschiedenen Farben und auch Effekte der Nemesis RGB, zu zeigen. Die Effekte haben wir in Gifs zusammengefasst. Sie umfassen den Wave Effekt, den Spektrum Effekt, den Snake Marquee Effekt, den Blink Effekt und den Pulse Effekt. Leider ist die Farbgebung der jeweiligen Zonen nicht komplett identisch mit den anderen. So erscheint die Beleuchtung der Zusatztasten meist in einer etwas anderen Farbe als das Mausrad, welches wiederum etwas anders aussieht als das Tt eSPORTS Logo. Sind alle Bereiche individuell beleuchtet, fällt dies nicht auf, benutzt man eine gemeinsame Farbe jedoch schon. Hier besteht Verbesserungsbedarf.
Der Praxistest
Nachdem wir nun die Software und auch die Beleuchtung ausgiebig begutachtet haben, kommen wir zum Einsatz der Maus in verschiedenen Situationen. Hierbei sollen die Leistung, die Handhabung und die Alltagstauglichkeit auf die Probe gestellt werden. Um die Leistungswerte des Optischen Sensor zu messen, haben wir zunächst die Polling Rate überprüft. Diese kann in der Software in mehreren Schritten eingestellt werden. Für die Werte bis zu 1000Hz werden die eingestellten Werte perfekt bestätigt. 1500Hz und 2000Hz, konnten wir allerdings nicht bestätigen. Ob es am verwendeten Mouse Rate Checker oder aber der Maus lag, konnten wir nicht feststellen.

Danach überprüfen wir die Anfälligkeit für Jittering. Dafür wurde ein Testbild in drei verschiedenen DPI Stufen (Minimal, Hälfte und Maximal), in Paint „gezeichnet“. Auf der kleinst möglichen Stufe, 100 DPI, ist noch keinerlei Jittering zu erkennen. Die Linien sind sauber und konnten ohne Anstrengungen gezogen werden. Die nächste Stufe, die Hälfte der maximalen DPI, entspricht 6.000 DPI. Hier ist die Fahnenstange anderer Mäuse meist schon erreicht oder überschritten. Die Präzision war jedoch auch hier noch nach kurzer Eingewöhnungsphase gegeben. Jittering ist nur im Ansatz erkennbar und hat auf die Mausführung noch keinen Einfluss. Auf der letzten Stufe, den maximalen DPI, welche hier ganze 12.000 DPI entsprechen, ist Jittering deutlich zu sehen. Die Linien sind unsauber und sehr unpräzise. Die Handhabung ist auf dieser Stufe so schwierig, dass selbst mit einem 4K-Monitor ein Einsatzzweck Sinnlos ist.

Natürlich muss sich eine Gaming Maus auch in Spielen beweisen. Wir haben uns dazu einige Stunden in The Witcher 3, Diablo 3, Divinity Original Sin 2, Call of Duty WW2 und Counter Strike GO gestürzt. Egal ob wir in Ruhe auf dem Rücken unseres Pferdes die Landschaft genossen, unseren nächsten Zug im Kampf planten, eine Horde Elites erledigten oder einen feindlichen Sniper ausgeschaltet haben – mit der Tt eSPORTS Nemesis RGB hatten wir immer die Kontrolle über das Geschehen. Dank der ergonomischen Form gab es nach anstrengenden Stunden auch keine Ermüdungserscheinungen, sodass aus zwei Stunden, ganz schnell fünf oder mehr wurden. Die Möglichkeit, Makros und DPI Einstellungen an die Spiele zu knüpfen, machte ein Umdenken nicht Notwendig und alle Funktionen konnten ohne einen Besuch in der Software genutzt werden.
Durch ihre Form, eignet sich die Nemesis zwar nur für Rechtshänder, liegt dabei aber sehr angenehm in der Hand. Dabei ist es egal ob der Palm- oder der Claw-Grip bevorzugt wird. Auch die Größe stellt kein Problem dar. Zum Einen kommen Leute mit kleinen Händen an alle Tasten, zum anderen eignet sich die Maus auch für große Hände. Es können also im Grunde alle die Nemesis gut in der Hand halten.
Wo Licht ist, in diesem Fall sehr viel, fällt jedoch auch Schatten. Gerade die einzigartige Implementation der Seitentasten erwies sich in der Praxis als eher umständlich. Die Möglichkeit eine 8-Zusatztasten Maus für MMOs oder ähnliches und eine 2-Zusatztasten Maus für Shooter zu haben ist zwar gut, jedoch kann das Anpassen der Tasten bei häufigem Spielwechsel schon einmal nervig werden. Müsste die Maus nicht jedes mal umgedreht und könnte weiter benutzt werden, würde ein umständlicher Schritt entfallen und das Ganze wäre um einiges angenehmer. So wie es jetzt ist, sind wir aber einfach den Kompromiss eingegangen das wir die Maus immer so lassen, dass wir die für uns maximal verwendete Anzahl an Tasten immer konfiguriert haben. Das macht jedoch den Sinn der Änderbarkeit zunichte. Auf der nächsten Seite kommen wir zu unserem abschließenden Fazit.




















