Der sonst für Arbeitsspeicher bekannte Hersteller Corsair ist nun schon seit einiger Zeit in der Eingabegeräte-Branche tätig und bietet mit der Vengeance- und Raptor-Reihe einige interessanre Gaming-Produkte an. Mit der M65, die nun schon etwas mehr als ein Jahr im Handel erhältlich ist, wollen sich die Amerikaner von Produkten anderer Hersteller absetzen und verpassen der M65 ein außergwöhnliches Design mit geballter Leistung. Doch ob der Nager auch das einhält, was er verspricht, klärt unser nachstehender Testbericht.
Wir danken Corsair recht herzlich für das Testsample und das damit entgegengebrachte Vertrauen.
Autor: Leonardo Ziaja
Verpackung und Lieferumfang
Nicht nur die Maus ist designtechnisch außergewöhnlich gestaltet, auch die Verpackung hat es in sich. So zeigt sie sich nicht wie sonst meistens üblich in einem quadratischen Karton, sondern viel mehr in einer flachen, eckigen aus Pappe und Plastik bestehenden Hülle. Von oben draufgeschaut nimmt Sie die Form eines Dreiecks an. Durch ein großes "Fenster" in der Front kann man die M65 schon vor dem Auspacken sehen und die Form, wenn auch geschützt durch eine innere Plastikverpackung, vorab ausprobieren. Zudem gibt es auf der Rückseite eine weitere, kleine Aussparung, durch die man die Unterseite und den unteren Umriss der Maus betrachten kann. Der Lieferumfang fällt eher klein aus, dazu muss man jedoch sagen, dass es nicht viel gibt, was man dazulegen hätte können. Neben der Maus befindet sich in der Verpackung eine Gebrauchsanleitung sowie ein Garantiehinweis. Vor allem die Gebrauchsanleitung ist bildlich gut dargestellt und übersichtlich gestaltet worden.
Spezifikationen
- Abmessungen: 118x78x40mm (LxBxH)
- Gewicht: 115-130g
- Sensor: Avago ADNS 9800 Lasersensor
- DPI-Spektrum: 50 - 8200
- Kabellänge: 2m (gesleevt)
- Anzahl der Tasten: 8x
- LED-Beleuchtung: JA, unter Mausrad
- Materialien: Aluminium (Body), Kunststoff (Verkleidung)
Impressionen
Corsair bezeichnet die M65 explizit als "FPS Gaming Mouse" (FPS = First Person Shooter, z.b. Battlefield, CoD usw.), was man am Design deutlich erkennen kan. Auch die erhältlichen Farben Gunmetal Black, Arctic White und Military Green weisen darauf hin, dass diese Maus keine gewöhnliche ist. Bei unserem Test kommt die schwarze Variante zum Einsatz. Der matte Schwarzton ist aber nur einer der Designelemente, für die sich Corsair bei der M65 Gedanken gemacht hat. Neben der "Sniper"-Taste ist vor allem der Aluminium-Body ein Qualitätsmerkmal welches für sich spricht. Doch nicht nur das - auch die extra gewählten Aussparungen am seitlichen Rücken zeigen die Aggressivität und doch zugleich die Eleganz der M65. Dazu kommt noch die blaue Beleuchtung im Bereich des Mausrads, dass ebenfalls aus Aluminium besteht und eine Gummierung besitzt.
Quelle: corsair.com
Doch erstmal zum grundlegenden Aufbau der Maus. Corsair spendiert der Vengeance M65 einen starken Avago ADNS 9800 Lasersensor mit bis zu 8200 DPI. Dazu kommen insgesamt acht programmierbare Tasten, die man mit Hilfe des Treibers einstellen kann und dabei verschiedene Profile, beispielsweise für Spiele, anlegen kann. Einer dieser Tasten ist die sogenannte Sniper-Taste, durch die beim gedrückt halten die DPI-Rate nochmals verringert wird. Dadurch soll man vor allem in FPS-Spielen beim Zielen genauer werden, doch dazu mehr im Praxistest. Gleiches Prinzip ist im Übrigen auch bei der CM Storm Reaper zu finden. Die M65 besitzt des Weiteren oberhalb des Mausrads zwei Tasten mit einer DPI-Anzeige dazwischen. Wie man sich vielleicht schon denken kann, wird durch diese Tasten die Veränderung der DPI-Stufe "on-the-fly" ermöglicht. Nicht zu vergessen sind noch die Vor- und Zurück-Tasten auf der linken Seite. Ansonsten gibt es nur noch die zwei üblichen Maustasten und das Mausrad, das man ebenfalls eindrücken kann und als zusätzliche Taste verwenden kann.
Wie schon beschrieben kommt der Nager mit einem Aluminium-Body daher, auf dem einerseits die Technik samt Sensor und Tasten verbaut ist, andererseits natürlich die gesamte Verkleidung und die Tatstenaufsätze. Diese bestehen zum Großteil aus Kunststoff in zwei unterschiedlichen Varianten. Die Daumenablage und die gegenüberliegende Seite sind deutlich rauer als das obere Cover. Das dient hauptsächlich dem besseren Halt der Hand auf der Maus. Die obere Abdeckung ist im Vergleich dazu aus einem matten und weichen Kunststoff gefertigt, was auch als "SoftTouch" bekannt ist und man mittlerweile bei einigen Produkten wie zum Beispiel dem Bitfenix Shadow oder der CM Storm Mizar kennt.
Auf der Unterseite der M65 gibt es dann außer dem Avago Sensor und den fünf Gleitfüßen nicht mehr viel zu sehen. Nur ein weiteres, besonderes Feature zeigt sich in Form von drei Öffnungen, die durch drei Schrauben verschlossen sind. Mit Hilfe eines Münzstücks kann man sie leicht öffnen und anschließend ein Gewicht einlegen oder wieder entfernen. Durch die Möglichkeit gleich drei solcher Austauschplätze zu haben, kann man das Gewicht so anpassen, wie man es als Gamer haben möchte. Beispielsweise benötigt man beim Spielen mehr Gewicht für mehr Präzision, oder weniger für mehr Schnelligkeit. Eine Eigenschaft, die nicht jede Maus bieten kann, aber dennoch bei einigen Gamer-Mäusen vorhanden ist.
Als Topping verpasst Corsair der M65 noch eine blaue LED-Beleuchtung. Sowohl die DPI-Tasten, die DPI-Anzeige als auch der Raum unter dem Mausrad ist mit einer blauen Beleuchtung ausgestattet. Wenn es dunkel wird, sieht es aus wie ein kleiner Lichtstrahl, der zwischen den beiden Maustasten anch vorne rausstrahlt. Übrig bleibt noch das zwei Meter lange USB-Kabel, das gesleevt ist, also stoffummantel ist, und somit vor Dreck oder Schnitten besser geschützt wird. Der USB-Stecker an sich ist zwar außen herum nicht vergoldet, dafür aber die Pins innen drin. Außerdem ist dieser in einem hellblauen Ton eingefärbt worden.
Zusammen mit der Kombination aus dem schwarzmatten Gehäuse und dem silbergebürsteten Aluminium, wird die M65 mit der LED-Beleuchtung zu einem wahren Hingucker. Doch ob Sie nur gut aussieht oder doch auch im alltäglichen Gebrauch überzeugen kann, kann nur der Praxistest klären.
Praxistest
Das Grundelegendste, was eine Maus können sollte ist bei der M65 von Corsair in allen Bereichen vorhanden. Sie ist nicht zu leicht und nicht zu schwer, zusätzlich kann man das Gewicht durch drei extra Gewichte verändern. Des Weiteren ist Sie ergonomisch angepasst und bietet der Hand eine angenehme Auflagefläche. Durch die beiden etwas rauen Außenverkleidungen wird dem Daumen und den beiden äußeren Fingern eine gute Möglichkeit zum Festhalten geboten. Der Lasersensor arbeitet zudem sehr präzise und gibt die Bewegungen deutlich und flüssig am PC wieder. Lediglich im Bereich der unteren DPI-Raten, v.a. ab 600 DPI, fängt der AVAGO ADNS 9800 an leicht unpräzise zu werden und stockt einige Male. Bemerkbar hat sich das beispielsweise beim Zielen in einem FPS-Spiel gemacht, da das Signal der Maus trotz flüssiger Bewegung auf dem Mauspad nicht immer korrekt beim Computer angekommen ist und somit "Lags" entstanden sind. Bei unserem Sample hat sich das jedoch nach einiger Nutzungsszeit schnell wieder erholt, zudem werden die unteren DPI-Werte nur selten genutzt.
Die Vor- und Zurück-Tasten sind in einer gut erreichbaren Position und geben einen angenehmen Druckpunkt wieder. Dadurch, dass Sie sich leicht zwischen der oberen und der linken Verkleidung herausheben, kann man Sie leicht ertasten und nur schwer verfehlen. Die darunterliegende Sniper-Taste ist ein sehr nettes Gimmick und bietet sich vor allem als Scharfschütze bei First Person Shootern an. Im alltäglichen Gebrauch ist diese Taste aber eher nicht von Gebrauch. Da die M65 jedoch eine, selbst von Corsair beschriebene, FPS Gaming-Maus ist, ist solch ein Feature eine durchdachte und gut umgesetzte Idee. Die blaue Beleuchtung unter dem Mausrad verleiht der M65 in Kombination mit dem Aluminium-Body einen edlen Touch. Die ebenfalls blau beleuchteten DPI-Tasten und -Anzeige sind eine praktische Eigenschaft. Das mit Gummi überzogene Mausrad lässt sich mit wenig Kraft drehen und bietet ein gut spürbares Feedback beim "Einrasten" nach einem kurzen Dreh.
Eines der wichtigsten Dinge bei einer Maus sind die Gummifüße. Bei der M65 sind es fünf Stück, die ihre Arbeit sehr flüssig verrichten und über das Mauspad gleiten, als gäbe es keinen Widerstand. Das zwei Meter lange Kabel ist im Vergleich zu manch anderen Eingabegeräten mehr als ausreichend lang dimensioniert und ist durch die Stoffummantelung nicht nur schick, sondern auch gut vor scharfen Kanten geschützt. Im Vergleich zu gummierten Kabeln lassen sich so Kabelsalate besser lösen.
Treiber / Software
Der Treiber ist übersichtlich gestaltet und Einstellungen lassen sich schnell und unkompliziert einrichten. Das Layout ist unterteilt in "Tasten Zuweisen", hier sind die Macro-Einstellungen untergebracht, in "Grundeinstellungen" können die verschiedenen DPI-Stufen eingestellt und schließlich in der "Profilverwaltung", Profile für die fest definierte Titel angelegt und bearbeitet werden.
Vor allem für Laien oder Unerfahrene sollte man jedoch Beschreibungen für zum Beispiel die Macro-Wiedergabeart oder Ähnliches einfügen. Damit müsste man nicht unnötig im Handbuch nachlesen oder im Internet nach einer Lösung suchen.
Fazit
Corsair hat mit der Vengeance-Reihe eine Sparte geschaffen, die vor allem Gamer-Herzen höher schlagen lässt. Ein Bestandteil davon ist auch die M65, die vor allem durch ihre qualitativ sehr hochwertige Verarbeitung glänzen kann. Durch den Aluminium-Body und die zwei unterschiedlichen Kunststoff-Varianten bietet Corsair eine perfekte Kombination aus Eleganz, Wertigkeit und Funktion. Die blauen LED-Akzente sind zudem ein Hingucker schlecht hin. Auch die Sniper-Taste ist ein einzigartiges Merkmal, dass nicht jede Maus bieten kann. Der intergrierte Avago ADNS 9800 Lasersensor mit bis zu 8200 DPI ist sehr präzise und arbeitet größtenteils auf jeder Oberfläche und ohne große Probleme. Lediglich im niedrigen DPI-Bereich fängt er an etwas unpräziser zu werden, doch da dieser Bereiche nur selten genutzt werden ist sowas kaum von Bedeutung. Die fünf angebrachten Füße auf der Unterseite sind gut platziert und lassen den Nager ohne Mühe bewegen. Ein nettes Features, was man schon von einigen Gaming-Mäusen kennt, ist das Einlegen von kleinen Gewichten durch die man die Balance der Maus verändern kann. Somit kann der Nutzer zwischen mehr Kontrolle oder mehr Geschwindigkeit entscheiden. Die insgesamt acht programmierbaren Tasten kann man im zusätzlich erhältlichen Treiber einstellen, der sehr übersichtlich gestaltet ist aber noch eine gewisse Hilfe für Leien nötig hätte. Außerdem wäre es sinnvoll, einen "Anwenden"-Button einzuführen, damit die Einstellungen beispielsweise bei der DPI-Anzahl nicht direkt umgesetzt werden.
Im Gesamten ist die M65 eine sehr gute Maus zum Zocken, schlägt sich aber auch im Alltag ohne Mühe durch. Das Klickgefühl ist angenehm und die Tasten sind gut positioniert. Auch die Hand hat einen guten Halt auf der Maus und liegt gut auf dem Mausrücken auf. Natürlich hängt sowas von der Größe einer Hand ab, dennoch sind die Proportionen gut gestaltet worden. Im Endeffekt bietet Corsair mit der M65 nicht nur eine verbesserte M60 an sondern einen wahren Gaming-Koloss, der ein paar kleinen Macken hat, die das Spielerlebnis dennoch nicht einschränken. Momentan liegt die Vengeance M65 preislich bei 57 Euro, was für solch eine Ausstatung und Qualität ein guter Preis ist. Alternativ ist der Nager auch bei Amazon erhältlich.
Corsair Vengeance M65 High-End Nager mit dem optisches Etwas, 28.04.2014 | ||
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Pro | Contra | ![]() |
+ sehr gute Verarbeitung | - bei niedriger DPI-Rate leicht unpräzise | |
Da die M65 von Corsair in fast allen Bereichen mehr als überzeugen kann und ein tolles Gesamtbild abliefert überreichen wir der Maus den begehrten HW-Journal Gold-Award. Dazu gibt es zwecks der guten Ausstattung und der Qualität verbunden mit einem guten Preis den HW-Journal Preis/Leistungs-Award.

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