Der umstrittene 12V-2x6-Stromanschluss für moderne Grafikkarten steht erneut in der Kritik. Nachdem bereits seit der Einführung der Geforce RTX 4090 zahlreiche Berichte über verschmorte Stecker und beschädigte Hardware aufgetaucht waren, meldet nun auch das britische Hardware-Magazin Club386 einen eigenen Schadensfall. Betroffen waren eine Geforce RTX 5090 Founders Edition sowie das dazugehörige Netzteil.
Nach Angaben der Redaktion war die Grafikkarte über ein einzelnes 12V-2x6-Kabel mit einem 1.000-Watt-Netzteil verbunden. Trotz fachgerechter Installation kam es zu einer starken Hitzeentwicklung, die sowohl den Anschluss der Grafikkarte als auch den Steckplatz am Netzteil beschädigte. Nvidia stellte dem Magazin zwar eine Ersatzkarte zur Verfügung, die grundsätzliche Kritik am Anschlussstandard bleibt jedoch bestehen.
Abbildung: Symbolfoto, erstellt mit getimg.ai
Der 16-polige Stromanschluss wurde ursprünglich eingeführt, um hohe Leistungsaufnahmen über ein einziges Kabel zu ermöglichen. Bereits kurz nach dem Marktstart der RTX-4000-Serie häuften sich jedoch Berichte über geschmolzene Stecker. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Ursachen diskutiert, darunter nicht vollständig eingesteckte Kabel, ungünstige Biegeradien oder ungleichmäßige Lastverteilung auf einzelne Leitungen.
Bildquelle: Club365
Besonders Aufmerksamkeit erhielt eine Untersuchung des bekannten Overclockers Roman Hartung, besser bekannt als der8auer. Mithilfe einer Wärmebildkamera dokumentierte er bei einer RTX 5090 Temperaturspitzen von bis zu 150 Grad Celsius an einzelnen Kabeladern. Die Messungen deuteten auf eine ungleichmäßige Belastung der Stromleitungen hin.
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Inzwischen haben mehrere Hersteller technische Gegenmaßnahmen vorgestellt. Dazu zählen temperaturüberwachte Kabel, Lastverteilungsadapter, Warnsysteme und intelligente Netzteile mit Schutzfunktionen. Dennoch werden weiterhin neue Schadensfälle gemeldet. Betroffen sind nicht nur Geforce-Grafikkarten. Auch einzelne Radeon-Modelle mit 12V-2x6-Anschluss wurden bereits mit ähnlichen Problemen in Verbindung gebracht.
Bildquellen: Club365
Club386 fordert deshalb eine grundlegende Überarbeitung des aktuellen Standards. Die Redaktion bezeichnet den Anschluss als ungeeignet für die dauerhaft hohen Stromstärken moderner High-End-Grafikkarten. Gleichzeitig wird an GPU- und Netzteilhersteller appelliert, gemeinsam eine neue Lösung für kommende Hardware-Generationen zu entwickeln.
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