Microsoft treibt die Entwicklung eigener KI-Beschleuniger offenbar deutlich stärker voran. Das Unternehmen soll bereits im September den Maia 300 vorstellen und mit dem neuen Chip einen größeren Teil seiner Recheninfrastruktur für künstliche Intelligenz selbst abdecken. Das berichtet Reuters unter Berufung auf Informationen von The Information.
Für die Fertigung verhandelt Microsoft demnach mit TSMC über Kapazitäten für mehr als 300.000 Maia-300-Chips, die 2027 ausgeliefert werden könnten. Langfristig soll sogar eine Produktionskapazität von mehr als einer Million Exemplaren angestrebt werden. Die konkreten Stückzahlen wurden vom Unternehmen allerdings infrage gestellt. Andrew Wall, verantwortlich für Azure Maia, erklärte gegenüber Reuters, die genannten Zahlen spiegelten „nicht den Umfang unseres Programms“ wider.
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Microsoft verfolgt mit der Maia-Familie bereits seit 2023 eigene Beschleuniger. Bisher blieb der Konzern bei KI-Rechenleistung jedoch stark auf Nvidia-Hardware angewiesen. Auch Amazon und Google entwickeln eigene Chips für ihre Cloud-Plattformen und sind mit diesen Bestrebungen bereits weiter fortgeschritten. Mit dem im Januar 2026 vorgestellten Maia 200 hat der Hersteller den nächsten Schritt gemacht. Der auf TSMCs 3-Nanometer-Technik gefertigte Beschleuniger besitzt 216 GiByte HBM3e mit einer Speicherbandbreite von 7 TByte/s sowie 272 MiByte On-Chip-SRAM. Microsoft gibt für das System eine um 30 Prozent höhere Leistung pro Dollar gegenüber der bislang eingesetzten Hardware an.
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Der Maia 200 ist für KI-Inferenz ausgelegt und wird bereits in Microsofts Rechenzentren eingesetzt. Der Konzern betont zugleich, dass eigene Beschleuniger Nvidia- und AMD-Hardware nicht vollständig ersetzen sollen. Stattdessen soll eine heterogene Infrastruktur entstehen, in der unterschiedliche Chips je nach Aufgabe eingesetzt werden.
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Hinter dem Ausbau stehen auch die steigenden Anforderungen an Azure, denn das Cloud-Geschäft wächst weiter, während KI-Anwendungen immer mehr Rechenleistung benötigen. Eigene Beschleuniger könnten dem Unternehmen langfristig mehr Kontrolle über Kosten, Verfügbarkeit und Kapazitäten verschaffen. Mit dem Maia 300 soll diese Strategie nun deutlich größer skaliert werden. Des Weiteren versucht der Konzern, externe Cloud-Kunden für die eigenen Chips zu gewinnen. Zu den möglichen Abnehmern zählt laut dem Bericht auch das KI-Unternehmen Anthropic.
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