Praxistest und Mähleistung
Fast alle aktuellen Mähroboter erzeugen inzwischen ein sehr gutes Schnittbild – nicht nur in Bezug auf Höhe und Sauberkeit des Rasens, sondern auch in Anbetracht eines (Kreuz)-Musters, sofern man dies auch mag. Das, was aber die „Dual-Teller-Geräte“ abliefern können, ist einfach hervorragend und erfreut den einen oder anderen Rasenfreund. Nachfolgend haben wir ein paar Impressionen vom Testfeld dokumentiert, was genau damit gemeint ist.
Benötigt bspw. ein Dreame A2 für knapp 1000 m² noch rund fünf Stunden, ist der Mova (im Standard Modus) bereits knapp unter drei Stunden mit der Arbeit fertig. Erhöht man die Fahrgeschwindigkeit, lässt sich dies sogar noch verkürzen, allerdings auf Kosten des Schnittbilds. Diese Zeitersparnis gepaart mit dem schickeren Schnittbild ist ein absoluter Game Changer in diesem Segment!
Dank des 4G‑Moduls, das bereits ab Werk verbaut ist, gibt es auch keine Probleme bei der Ansteuerung des Mähers aus der Ferne. Der Hersteller gibt 3 Jahre Zugang kostenlos mit dazu, danach muss man jährlich seinen Zugang als „Subscription“ erwerben. Wir sind grundsätzlich kein Freund von diesem Modell. Ein Branchenprimus wie bspw. Husqvarna preist dies direkt mit ein und fordert dieses Zahlsystem nicht ein.
Hervorragendes Mähbild mit eingestelltem Kreuzmuster - mehrmalige Durchläufe notwendig!
Aber zurück zum Arbeitsergebnis: das ist gelinde gesagt hervorragend und die Bilder sprechen vermutlich für sich. Das eingestellte Kreuzmuster wurde nach drei Mähdurchläufen erlangt. Ist der Rasen trocken, kommen erstklassige Ergebnisse zum Vorschein. Über die Dauer hinweg verbessert sich auch das Ergebnis, da etwaiges Schnittgut mehrmals durchgemulcht wird und nicht mehr sichtbar ist.
Ein wichtiger Aspekt ist die Akkuleistung: jene reicht für rund 80% der gesamten Mähfläche, bevor das Gerät wieder nachtanken muss. Hat man große freie Flächen, ist dieser Umstand aber zu verschmerzen. Für die gesamte Mähfläche von 932 m² hat das Gerät in Summe knapp 4,5 Stunden benötigt. Je nach Schnittmuster und erkannter Hindernisse kann dieser Wert nach oben oder unten variieren. Im verwendeten Testumfeld waren viele Hindernisse und Pflanzen, die umfahren werden mussten. Bei einer Freifläche agiert das Gerät nochmals deutlich schneller und effizienter.
Beim Randmähen bietet die App auch einige Einstellungsmöglichkeiten, ob der Mäher im Nachgang noch einmal final die äußere Begrenzung abfährt, oder nicht. Aber auch ein weiterer Modus bietet noch mehr Schutz. In Summe kann man aber sagen, dass hier an Hindernissen und no-go-Areas gefühlt zu viel Überstand übrig bleibt und das Gerät etwas dichter heranfahren könnte. Letztlich muss man nochmal im Detail nachmähen.
LiDAR / Hinderniserkennung
Der Mova setzt bei seiner Orientierung auf das besagte Kamera-Navigationssystem. Kernstück ist ein 360°-LiDAR-Sensor, der die Umgebung in horizontaler Vollansicht und mit einem vertikalen Winkel von 59 Grad erfasst. Mit einer Reichweite von bis zu 70 Metern wird dabei eine Punktwolke erzeugt – ein dreidimensionales Abbild des Gartens, bestehend aus Millionen von Messpunkten, kann man sich bei Gefallen ebenfalls anzeigen lassen.
Perfekt erkannt: Hindernisse - auch die Geschwindigkeit wird reduziert und gedreht
Diese Datengrundlage nutzt der Roboter, um Hindernisse wie Möbel, Pflanzen oder Spielzeug zuverlässig zu erkennen. Alle Informationen werden in Echtzeit verarbeitet und mit der hinterlegten 3D-Karte abgeglichen. Neu auftretende Strukturen außerhalb der Mähfläche werden automatisch umfahren, ohne dass manuell eingegriffen werden muss.
Über die zugehörige App lassen sich individuelle Parameter einstellen. So kann der Nutzer definieren, ab welcher Höhe Objekte als Hindernis gelten sollen – wahlweise ab 5, 10 oder 15 Zentimetern. Damit reagiert das System auch auf kleinere Gegenstände oder Tiere im Arbeitsbereich. Zusätzlich kann ein seitlicher Sicherheitsabstand zwischen 10 und 20 Zentimetern gewählt werden, um die Annäherung an Objekte gezielt zu steuern.
Der Überstand bei Pflanzen ist teilweise der sehr groß
In der Praxis bewegt sich der Roboter flüssig und sicher durch den Garten. Größere Hindernisse wie Stühle, Bäume oder Blumentöpfe erkennt er zuverlässig und umfährt sie ohne Probleme. Auch bei komplexeren Strukturen behält er die Orientierung, ganz ohne externe Systeme wie RTK oder Beacons.
Bei kleineren Objekten zeigte der Test jedoch Schwächen: Ein Gartenschlauch, ein Schwamm (20 × 10 × 5 cm) sowie ein kleiner Spielzeugigel (5 cm hoch) wurden nicht als Hindernisse erkannt und überfahren. Vor allem sehr flache oder weiche Gegenstände scheinen für die Sensorik problematisch zu sein. Durch ein eigenes Missgeschick und die Deaktivierung der „feineren“ Erkennungsmechanik, hat der Mäher zuverlässig und nachhaltig einen Gartenschlauch gefressen, aber das war meine eigene Schuld.
Bewegliche Hindernisse wie Tiere oder Personen werden sauber erkannt und der Mäher wird gestoppt bzw. die Mährichtung geändert. Im Vergleich zu den ersten Generationen hat mir hier deutlich nachbessern können. Hindernisse werden zwar im Mähreport erkannt und dokumentiert, aber nicht zweifelsfrei beim nächsten Umlauf umfahren.
Die Kombination aus LiDAR, Punktwolken und konfigurierbaren Sicherheitseinstellungen sorgt insgesamt für eine präzise Navigation. Dennoch gilt: Bei sehr kleinen oder flachen Objekten stößt das System an seine Grenzen, weshalb etwas Vorbereitung der Mähfläche weiterhin sinnvoll bleibt.
App-Steuerung
Die Mova App, welche wir ja bereits von anderen Geräten aus dem Roboter-Segment kennen, bietet dem Anwender eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten, die kein Hersteller in seinem Portfolio aufwarten kann. Wie so oft ist oftmals nicht mehr immer gleich besser, oder doch?

Aber auch das Thema der Sicherheit ist wichtig. Während der Einrichtung muss man einen vierstelligen PIN vergeben, der dann u. a. beim Notstopp abgefragt wird, sonst bleibt der Mäher gesperrt. Auch ein Alarm lässt sich einrichten, wenn man den Roboter bspw. anhebt und entwenden möchte.

Sehr umfangreich und detailliert ist der Bereich der Kartierung. Hier lassen sich beliebig viele einmessen und dann in der Ansicht auch wechseln. Jene können dann auch separat vom Mäher angefahren werden. Wichtig ist dabei, dass von der Ladestation aus, hin zum Mähbereich, eine Passage eingemessen wird. Diese kann auch schon mal 20 oder 30 Meter lang sein. Die Mähbereiche lassen sich selbst auch noch einmal unterteilen, also wenn man gezielt einen Part abmähen möchte, weil der Bewuchs höher ist als in anderen Abteilen. Die Streifen in der Karte signalisieren im Übrigen die Fahrrichtung des aktuellen Arbeitsvorgangs. Im Nachgang erhält man im Arbeitsprotokoll sogar eine detaillierte Auswertung, wo der Mower nun wirklich langgefahren ist.

Die App bietet einen enormen Funktionsumfang, der zunächst ein wenig überwältigend wirken kann. Nach einer kurzen Phase tastet man sich aber schnell voran und findet sich schnell zurecht. Dennoch bedarf es einer gewissen Feinabstimmung, um dann in jedem persönlichen Fall das bestmögliche Gesamtergebnis zu erzielen. Abschließend lässt sich sagen, dass die Software-Umsetzung wirklich gelungen ist.

Wartung des Mähers / Erfahrungswerte
Wie sehen denn nun die Erfahrungswerte aus? Der LiDAX lief bei mir etliche Wochen am Stück. Das Schnittbild ist hervorragend – dank der hohen Anzahl von Klingen wird eben jenes Ergebnis erzielt. Selbstredend ist der Wartungsaufwand deutlich höher, weil man jedes Mal gleich 12 Klingen wechseln muss – der Aufwand lohnt sich aber allemal. Auch Drittanbieterklingen können erworben und verwendet werden. Ein Blick auf die Unterseite zeigte, wie sich das Schnittgut an den Einzelbereichen festsetzt und natürlich regelmäßig entfernt werden muss. Feuchter Rasen ist dabei deutlich in der Überzahl. In Summe betrachtet kommt man aber überall gut heran und kann das Gerät reinigen.
vergleichsweise stark beanspruchte Klingen - bereit für den Wechsel
Mova spricht im Übrigen auch davon, dass man direkt mit einem Wasserschlauch agieren kann. Für Mähroboter anderer Hersteller mitunter das Todesurteil. Der LiDAX Ultra kommt mit einer IPX6-Zertifizierung daher (starkes Strahlwasser). Insgesamt kann man die Unterseite aber sehr gut und einfach reinigen. Was sich vermehrt gemeldet war, dass der Mähteller nicht mehr bewegt werden kann. Letztlich setzte sich dort nur Schnittgut fest. In Summe betrachtet und für das dargestellte Testfeld erscheint der Mäher perfekt.
Was er nicht kann, ist in engen Bereichen zu mähen oder zu navigieren. Wer also einen kleinen Bereich auf dem Hof hat, der sollte eher ein anderes Modell in Betracht ziehen.
Kommen wir noch einmal kurz zur App: Diese ist ebenfalls clever im Bereich der Wartung und hat einen internen Counter, der in Abhängigkeit zur veranschlagten Nutzungsdauer agiert und dem Anwender wichtige Informationen mitteilt. Sind die Zeiten erreicht, meldet sich die Anwendung mit einem Popup. Sollte der Service bereits vorher erfolgt sein, kann man den Intervall aber auch per Hand wieder zurücksetzen. Ein nettes Feature für alle, die ein wenig „bequemer“ agieren.





