Praxistest und Mähleistung
Gleich vorne weg: Die abgelieferte Schnittbild des A2 ist erstklassig und wirklich überraschend. Das liegt mitunter aber auch an den wirklich guten Klingen, die extrem scharf ausgeführt sind, aber den an den sehr nassen Testtagen alles abverlangt wurde. Bei fortlaufendem Betrieb von rund 12 Stunden ab Tag (das ist wegen des vergleichsweise kleinen Akkus notwendig), waren die Klingen nach ca. 10 Tagen stumpf und mussten getauscht werden. Im Bereich der Wartung sind wir nochmal detailliert darauf eingegangen.
Dank des 4G-Moduls, was bereits ab Werk verbaut ist, gibt es auch keine Probleme bei der Ansteuerung des Mähers aus der Ferne. Hat der A1 Pro (zum Testbericht) ab und an mal die Verbindung verloren, navigiert der A2 tadellos und ist zu jeder Zeit „ansprechbar“ – egal ob man zuhause oder unterwegs ist. Das 4G-Modul gehört beim A2 bereits zur Serienausstattung. Wie eingangs schon formuliert, muss man nach einer gewissen Frist hier sich den Zugang neu kaufen. Wir können diese Entwicklung nicht befürworten, was viele andere Hersteller ebenfalls umsetzen. Marktriesen wie Husqvarna verfolgen diesen Weg nicht.
Im direkten Vergleich: Husqvarna 430X - Dreame A2
Aber zurück zum Arbeitsergebnis: das ist gelinde gesagt hervorragend und die Bilder sprechen vermutlich für sich. Das eingestellte Kreuzmuster wurde nach drei Mähdurchläufen erlangt. Ist der Rasen trocken, kommen erstklassige Ergebnisse zum Vorschein. Über die Dauer hinweg verbessert sich auch das Ergebnis, da etwaiges Schnittgut mehrmals durchgemulcht wird und nicht mehr sichtbar ist.
Hervorragendes Mähbild mit eingestelltem Kreuzmuster - mehrmalige Durchläufe notwendig!
Ein wichtiger Aspekt ist die Akkuleistung: jene reicht für rund 120 m² im Standardmodus und 200 m² bei der effizienten Mähweise – pro Ladung versteht sich. Die Unterschiede sind hierbei vor allem in der Hinderniserkennung ausmachen, die dann weniger präzise und intensiv agiert. Hat man große freie Flächen, ist dieser Umstand aber zu verschmerzen. Für die gesamte Mähfläche von 922 m² hat das Gerät in Summe 410 Minuten gebraucht, also knapp 15 Stunden. Bedeutet im Umkehrschluss, dass hier knapp zwei Tage notwendig sind, bis die Fläche komplett abgemäht wurde – inklusive Ladezeit versteht sich.
Aber wie sieht es aus, wenn das Wetter nicht mehr 1A ist? Hier kommt meiner Meinung nach einer der allergrößten Unterschiede im Vergleich zu einem „gestandenen Marktführer“ zum Tragen. Der LiDAR-Sensor erkennt sofort, wenn es (leicht) zu regnen beginnt und sendet eine Meldung ans Smartphone. Regen ist nicht immer Regen, auch ganz leichte Tropfen reichen schon aus, um den Dreame in die Ladestation zu schicken. Bei größeren Flächen kann das recht nervig werden, da man schlichtweg nicht fertig wird und der Mäher permanent wieder anfängt bzw. manuell neu losfahren lassen muss. Ein „Profi-Gerät“ agiert hier unbeirrt weiter. JA, das Ganze hat natürlich alles Vor- und Nachteile, jedoch sollte dieser Aspekt nicht unbeachtet bleiben. Man kann aber die Sensorik auch komplett deaktivieren. Das es deutlich besser funktioniert, haben wir bereits beim deutlich größeren Dreame A3 AWD festgestellt.
Apropos nass: Bei etwas höherem Rasen bleibt natürlich auch etwas liegen, wie nachfolgend abgebildet. Mäht man dann konsequent weiter, ggf. auch mit einem täglichen Mähplan, kommen die o. g. Ergebnisse zustande, die für jeden Rasenfreund natürlich pure Freude erzeugen werden.
Beim Randmähen bietet die App auch einige Einstellungsmöglichkeiten, ob der Mäher im Nachgang noch einmal final die äußere Begrenzung abfährt, oder nicht. Aber auch ein weiterer Modus bietet noch mehr Schutz. In Summe kann man aber sagen, dass hier an Hindernissen und no-go-Areas gefühlt zu viel Überstand übrig bleibt und das Gerät etwas dichter heranfahren könnte. Letztlich muss man nochmal im Detail nachmähen.
LiDar / Hinderniserkennung
Der A2 setzt bei seiner Orientierung auf das hauseigene OmniSense-Navigationssystem. Kernstück ist ein 360°-LiDAR-Sensor, der die Umgebung in horizontaler Vollansicht und mit einem vertikalen Winkel von 59 Grad erfasst. Mit einer Reichweite von bis zu 70 Metern wird dabei eine Punktwolke erzeugt – ein dreidimensionales Abbild des Gartens, bestehend aus Millionen von Messpunkten.
Diese Datengrundlage nutzt der Roboter, um Hindernisse wie Möbel, Pflanzen oder Spielzeug zuverlässig zu erkennen. Alle Informationen werden in Echtzeit verarbeitet und mit der hinterlegten 3D-Karte abgeglichen. Neu auftretende Strukturen außerhalb der Mähfläche werden automatisch umfahren, ohne dass manuell eingegriffen werden muss.
Perfekt erkannt: Hindernisse - auch die Geschwindigkeit wird reduziert und gedreht
Über die zugehörige App lassen sich individuelle Parameter einstellen. So kann der Nutzer definieren, ab welcher Höhe Objekte als Hindernis gelten sollen – wahlweise ab 5, 10 oder 15 Zentimetern. Damit reagiert das System auch auf kleinere Gegenstände oder Tiere im Arbeitsbereich. Zusätzlich kann ein seitlicher Sicherheitsabstand zwischen 10 und 20 Zentimetern gewählt werden, um die Annäherung an Objekte gezielt zu steuern.
In der Praxis bewegt sich der Roboter flüssig und sicher durch den Garten. Größere Hindernisse wie Stühle, Bäume oder Blumentöpfe erkennt er zuverlässig und umfährt sie ohne Probleme. Auch bei komplexeren Strukturen behält er die Orientierung, ganz ohne externe Systeme wie RTK oder Beacons.
Bei kleineren Objekten zeigte der Test jedoch Schwächen: Ein Gartenschlauch, ein Schwamm (20 × 10 × 5 cm) sowie ein kleiner Spielzeugigel (5 cm hoch) wurden nicht als Hindernisse erkannt und überfahren. Vor allem sehr flache oder weiche Gegenstände scheinen für die Sensorik problematisch zu sein.
Grenzen zeigen sich auch bei reflektierenden Oberflächen wie Glas oder Edelstahl, die das LiDAR irritieren können. Bewegliche Hindernisse wie Tiere oder Personen werden zwar erfasst, allerdings unter Umständen zu spät, wenn sie sich plötzlich in den Fahrweg bewegen. Da Hindernisse nicht dauerhaft gespeichert werden, empfiehlt es sich, Spielzeug oder Werkzeuge vor dem Start zu entfernen oder Sperrzonen in der App einzurichten.
Die Kombination aus LiDAR, Punktwolken und konfigurierbaren Sicherheitseinstellungen sorgt insgesamt für eine präzise Navigation. Dennoch gilt: Bei sehr kleinen oder flachen Objekten stößt das System an seine Grenzen, weshalb etwas Vorbereitung der Mähfläche weiterhin sinnvoll bleibt.
App-Steuerung
Die Dreame Home App, welche wir ja bereits von anderen Geräte aus dem Roboter-Segment kennen, bietet dem Anwender eine Fülle an Einstellungsmöglichkeiten, die nicht Hersteller in seinem Portfolio aufwarten kann. Wie so oft ist oftmals nicht mehr immer gleich besser, oder doch?

Aber auch das Thema der Sicherheit ist wichtig. Während der Einrichtung muss man einen vierstelligen PIN vergeben, der dann u. a. beim Notstopp abgefragt wird, sonst bleibt der Mäher gesperrt. Auch ein Alarm lässt sich einrichten, wenn man den Roboter bspw. anhebt und entwenden möchte.

Sehr umfangreich und detailliert ist der Bereich der Kartierung. Hier lassen sich beliebig viele einmessen und dann in der Ansicht auch wechseln. Jene können dann auch separat vom Mäher angefahren werden. Wichtig ist dabei, dass von der Ladestation aus, hin zum Mähbereich, eine Passage eingemessen wird. Diese kann auch schon mal 20 oder 30 Meter lang sein. Die Mähbereiche lassen sich selbst auch noch einmal unterteilen, also wenn man gezielt einen Part abmähen möchte, weil der Bewuchs höher ist als in anderen Abteilen. Die Streifen in der Karte signalisieren im Übrigen die Fahrrichtung des aktuellen Arbeitsvorgangs. Im Nachgang erhält man im Arbeitsprotokoll sogar eine detaillierte Auswertung, wo der Mower nun wirklich langgefahren ist.

Die App bietet einen enormen Funktionsumfang, der zunächst ein wenig überwältigend wirken kann. Nach einer kurzen Phase tastet man sich aber schnell voran und findet sich schnell zurecht. Dennoch bedarf es einer gewissen Feinabstimmung, um dann in jedem persönlichen Fall das bestmögliche Gesamtergebnis zu erzielen. Abschließend lässt sich sagen, dass die Software-Umsetzung wirklich gelungen ist.






