Netzwerk-Konfigurationen und Testsysteme
Um den Netgear Nighthawk AX6000 AX12 (RAX120) zu testen, wurden zwei Notebooks genutzt, welche jeweils über eine Intel AX200 WLAN-Karte sowie per Adapter einen 2.5 Gbit-Anschluss vorweisen können. Wichtig ist dieser vor allem beim Notebook 1, welches per Kabel am Router angeschlossen wurde und sozusagen als Server fungierte.
Die Übertragungsraten wurden mittels iPerf3 ermittelt, wobei jeder Durchgang 60 Sekunden andauerte und dreimal wiederholt wurde, um Messfehler zu verringern. Zudem wurde mittels Robocopy eine ISO Datein (2,8GB) und ein Ordner mit MP3 Datein (550MB) übertragen. Um den Einsatz lebensecht zu gestalten, wurden verschiedene Standorte mit dem Notebook 2 eingenommen. Zunächst wurde das Gerät 5 Meter entfernt aufgestellt ohne Hindernis. Im zweiten Test wurde die Distanz aufrecht erhalten, jedoch eine Tür in die Funkstrecke "eingebracht". Danach ging es in den benachbarten Raum, sodass eine massive Wand und Regale zwischen Sender und Empfänger lagen. Im letzten Test musste durch drei Decken gefunkt werden, was sozusagen den Härtetest darstellt.
Der Test in unmittelbarer Nähe des Routers sollte die maximale Geschwindigkeit zu Tage bringen. Das war hier allerdings nicht der Fall. Von den theoretisch erreichbaren 2,4Gbit/s wurden beim Übertragen der ISO Datei ~1,6Gbit/s erreicht. Der Wert an sich ist dennoch sehr hoch. Interessant ist, dass bei kleineren Datenpaketen die Geschwindigkeit nur noch halb so hoch ausfällt. Im 2,4 GHz Band konnte in der Spitze eine Geschwindigkeit von 18MB/s bzw. 144 Mbit/s erreicht. Erwähnt werden muss hierbei, dass Router und Client in diesem Band zwei Streams, 40Hz und 1024-QAM unterstützen, was bei älteren Wi-Fi-Adaptern nicht der Fall ist, also evtl. mit einer geringeren Geschwindigkeit zu rechnen ist.
Die Vergrößerung der Geschwindigkeit sorgt im 2,4 GHz Band im Grunde für keine Veränderung in der gemessen Geschwindigkeit. Im 5 GHz Band sieht es etwas anders aus. Hier sinkt die Geschwindigkeit um ~10%. Mit ~175MB/s liegt aber immer noch ein hoher Wert vor.
Bringt man in die direkte Luftlinie ein leichtes Hindernis ein, hier eine Tür, sinkt die Geschwindigkeit noch einmal etwas. Das Niveau bleibt jedoch hoch. Im 2,4 GHz Band ändert sich hingegen kaum etwas.
Deutlicher wird der Unterschied erst, wenn das Hindernis massiver wird. ~20% Verlust sind in der Spitze im 5 GHz Band zu verbuchen.
Wird der abzudeckende Bereich größer und es sind mehrere Hindernisse zu überwinden, kann Wi-Fi 6 nicht mehr seine Stärken richtig ausspielen. Die erreichten Werte liegen unterhalb der Geschwindigkeit im 2,4 GHz in direkter Nähe zum Router. Interessanterweise bleibt das Netzwerk jedoch noch immer stärker als im 2,4 GHz Band, obwohl mit der geringeren Frequenz leichter Hindernisse überwunden werden können.
Wie man sieht, können die beworbenen Werte nicht wirklich erreicht werden. Die benutzte Intel AX200 sollte eigentlich zumindest 2,4 Gbit/s stemmen können, scheint dies aber nicht auf dem 5 GHz Band alleine bewerkstelligen zu können. Denn erreicht werden maximal 1,6 Gbit/s, wobei es hier auch Stellenweise Ausreißer nach oben gab. Eine Erhöhung der Streams zwischen Sender und Empfänger brachte dabei keinen entscheidenden Vorteil. Die Datenraten im 5 GHz an sich sind aber schon enorm. Verglichen mit den WLAN-AC Routern unserer vorherigen Tests ist die Geschwindigkeit zum Teil mehr als doppelt so hoch. Mit den in der Spitze gemessenen 200 MB/s kann eine NAS also auch tatsächlich per Funk schnell angesprochen werden. Insgesamt könnte man schon sagen, dass WiFi 6 neue Möglichkeiten bietet, da man eventuell immer weniger darauf angewiesen ist Kabel zu verlegen.
USB Geschwindigkeit
Auch die Geschwindigkeit der USB-Anschlüsse haben wir einem kurzen Test unterzogen. Dazu wurde ein Port mit der Sandisk Extreme 900 Portable belegt und diese via Readyshare im Netzwerk freigegeben. Dies geschieht eigentlich schon direkt ohne zutun. Über den 2.5 Gbit Anschluss konnte ein Windows 10 ISO-Datei mit ~170 MB/s geschrieben und mit ~226 MB/s gelesen werden. Mittels CrystalDiskMark ergaben sich leicht andere Ergebnisse. Hier wurden ~100 MB/s beim Schreiben und ~250 MB/s beim Lesen ermittelt. Per WiFi 6 auf 5 Meter Entfernung spuckte der Benchmark gerade einmal ~12,5 MB/s lesend, dafür aber auch ~145 MB/s schreiben aus. Zugegebenermaßen etwas kurios.
Leistungsaufnahme
Der Netgear AX6100 AX12 RAX120 zeigt sozusagen im Idle eine Leistungsaufnahme von ~12,9W an, wenn ein Client per 1G und ~13,2W an, wenn ein Client per 2,5G angeschlossen ist. Beim schicken von Daten über das 5GHz Band stieg die Leistungsaufnahme auf maximal 15,5W.





