Netzwerk-Konfigurationen und Testsysteme
Da es sich beim ASUS AiMesh AX6100 um einen Verbund aus zwei RT-AX92U Routern handelt, haben wir zwei verschiedene Konfigurationen aufgestellt, um dem System bzw. dem Router auf den Zahn zu fühlen. Immer wenn in den folgenden Diagrammen oder im Text die Rede vom Mesh ist, kam die Konfiguration 1 zum Einsatz. Immer wenn ein Wi-Fi Standard verwendet wurde, kam die zweite Konfiguration zum Tragen. Durch dieses Vorgehen lässt sich die Leistungsfähigkeit des Mesh mit der Leistung einer normalen WLAN-Karte vergleichen.
Damit die Rechner keinen Flaschenhals im eigentlichen Sinne darstellen, wurden beide mit schnellen NVMe SSDs bestückt und per Gbit angeschlossen. Theoretisch wären auch ein 2,5Gbit Netzwerkanschluss vorhanden gewesen, jedoch machen hier die Router mit den maximal 1 Gbit Anschlüssen einen Strich durch die Rechnung. Bei den Tests des USB 3.2 Gen.1 Ports am Router wurde eine Sandisk Extreme 900 eingesetzt, welche durch den langsameren Standard sogar ausgebremst wird, also keinen Flaschenhals darstellt.
Die Übertragungsraten wurden mittels Robocopy ermittelt, wobei immer eine Messung in jede Richtung stattfand. Da die Werte Teilweise doch etwas streuten, wurde auf das Bilden eines Mittelwertes verzichtet. Kopiert wurden immer zwei verschiedene, aber gleichbleibende Datenpakete. Beim einen handelte es sich um eine Windows 10 ISO mit 2,8 GB Größe, beim anderen um ein Verzeichnis aus 108 MP3 Datein in 6 Ordnern (562 MB). Beide Typen wurden von relativ geringer Größe gewählt, um den SLC-Cache der SSDs nicht zu überschreiten.
WLAN-Performance (gleicher Raum 5 Meter-Entfernung)
Auf kurzer Distanz zeigen sich die Netzwerk-Anschlüsse als Flaschenhals. 118MB/s per Mesh entsprechen ~944 Mbit/s womit man nicht all zu weit von einem Gbit/s entfernt liegt. Link-Aggregation kann hier helfen die Geschwindigkeit zu verdoppeln, theoretisch. Im Vergleich mit der direkten WLAN-AX Verbindung lässt sich auch schon minimal erkennen, dass die Verbindung zwischen Router und Knoten etwas stärker ist. Im "normalen" 5 GHz Band erreicht man immerhin noch ~700Mbit/s bzw. ~80MB/s Durchsatz. Da dies die schnellste Verbindung ist, die zur Verfügung steht wenn man das AX-Band als dediziertes Backhaul nutzt, nicht unwichtig. Das 2,4 GHz Band zeigt sich jedoch eher schwach aufgestellt. Auf die kurze Distanz ohne Hinderniss sind ~10MB/s nicht sonderlich viel.
WLAN-Performance (Nebnraum ~5 Meter-Entfernung + Tür)
Eine Tür als Hindernis zum Nebenraum stellt noch keine große Hürde da. An den gemessenen Werten zeigt sich dies auch. Zumindest das Mesh-, AX- und 2,4 GHz-Band zeigen sich recht unbeeindruckt. Das 5 GHz Band knickt bei IPerf3 etwas ein, jedoch nicht bei den alltagsnäheren Tests.
WLAN-Performance (Nebenraum ~5 Meter-Entfernung + Wand)
Wechselt man den Raum und muss durch eine Wand sowie ein Bücherregal funken, bleiben beim Mesh die IPerf3 Messungen fast identisch, jedoch sinken die Geschwindigkeiten bei den Kopiertests. Man liegt hier aber immer noch auf dem Niveau des 5 GHz Bandes ohne Hindernis. Dessen Messung bricht wiederum auch bei den Robocopy-Tests etwas ein. Auch das 2,4 GHz Band lässt etwas nach, obwohl gerade dies eigentlich leichter Hindernisse überwinden sollte.
WLAN-Performance (3 Räume ~15 Meter Entfernung)
Die Härteprobe gelingt dann kaum noch einen der Bänder zufriedenstellen. Das Mesh zeigt sich hier noch am stärksten, da die Antennen der beiden Geräte deutlich stärker sein sollten, als im verwendeten Notebook. Das dürfte auch in vorherigen Disziplinen ein Grund für das gute Abschneiden sein. In den anderen beiden Bändern sinkt die Übertragungsgeschwindigkeit beinahe ins Bodenlose. Es empfiehlt sich also, dass man den Knoten näher an den Router rückt und damit evtl. etwas an Reichweite einbüßt, jedoch mit einer höheren Datenrate zu rechnen ist.
USB Geschwindigkeit
Der USB 3.2 Gen1 Port wurde, wie beschrieben auch kurz getestet. Hier konnten auf kurzer Distanz eine Lesegeschwindigkeit von ~83MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von ~50MB/s erzielt werden.
Leistungsaufnahme
Die Leistungsaufnahme der beiden Geräte unterscheidet sich im Mesh-Betrrieb nicht deutlich voneinander. Beide schwanken im Bereich von 11 bis 15W. Dabei war es auch egal, ob gerade einer der Tests durchlief oder sie sich sozusagen im Idle befanden. Summiert muss man bei diesem Mesh System also mit mindestens ~20W rechnen. Mit einer höheren Netzwerkauslastung dürfte der Verbrauch auch noch etwas nach oben gehen. Von der geringsten Energieaufnahme ausgehend, braucht das System ~175kWh im Jahr. Bei 25W sind es schon fast 220kWh. Sollte man solch ein Mesh nur dazu nutzen, um das Verlegen eines Kabels zu sparen, sollte man es sich evtl. zweimal überlegen. Denn die Leistung eines RT-AX92U ist auch schon gut und eben sparsamer.





