Mit der European Serie hat Thermaltake schon seit einiger Zeit preisliche attraktive Netzteile mit überdurchschnittlich guter Ausstattung sowie einer 80 Plus Gold Zertifizierung im Angebot. Neben einem semi-modularen Kabelmanagement und den 5 Jahren Garantie, kommen die Thermaltake Modelle mit einem auffälligen Namensmuster daher. Das uns vorliegende Testobjekt kommt mit 550W und wurde auf den Namen „London“ getauft. Ob der große Name auch im Praxistest von Bestand sein kann, wird im nachfolgenden Testbericht geklärt.
Der Hersteller setzt beim Äußeren auf eine sehr dezente Gestaltung. Das Chassis kommt im dezenten Schwarzton daher und hat unter dem Deckel einen 140mm großen Lüfter verbaut. Die 5 Jahre Herstellergarantie kann man inzwischen auch schon als „Standard“ bezeichnen. Die etwaige RMA kann über den Händler oder direkt mit Thermaltake (Deutschland) abgewickelt werden. Unter der Haube sitzt ein klassischer Single-Rail-Aufbau. Zu den technischen Daten bzw. Eckpunkten gehen wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ein. Dieser Artikel entstand mit freundlicher Unterstützung von Thermaltake.
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Lieferumfang
Der im Karton befindliche Lieferumfang geht absolut in Ordnung. Die Aufmachung ist gelungen und wirkt hochwertig. Die Anschlusskabel werden in einer separaten Tasche geliefert. Zusätzlich liegen ein Kaltgerätekabel, Schrauben sowie vier Kabelbinder mit im Karton. Umrahmt wird dies alles von den „gewöhnlichen Beipackzetteln“.
Technische Details & Features
Wie eingangs schon angesprochen, handelt es sich beim London 550W um ein Single-Rail-Modell im klassischen Sinne. Die 12V-Leitung, welche u.a. für die primäre Versorgung der Grafikkarten zuständig ist, hat ausreichend dimensionierte 45,5 A spendiert bekommt, was eine Spitzenleistung von 546 Watt zur Folge haben soll. Also nahezu maximale Auslastung der Herstellerangaben.
Das Thermaltake London 550W ist mit einer 80 Plus Gold Zertifizierung spezifiziert, was dem Netzteil eine Effizienz bei 20, 50 und 100 Prozent von jeweils mindestens 88, 90 und 88 Prozent „garantiert“. Bei den Schutzschaltungen muss der Kunde ein paar Abstriche in Kauf nehmen. So fehlen dem London 550W leider ein Überstromschutz (OCP) und der Überhitzungsschutz (OTP). Wiederrum muss gesagt werden, dass diese Features meist in deutlich teureren Netzteilen oberhalb der 100 EUR Marke zu finden sind. Folgende Schutzmechanismen sind mit an Bord:
- Unterspannungsschutz (UVP)
- Überspannungsschutz (OVP)
- Kurzschlusssicherung (SCP)
- Überlastschutz (OPP)
Detailansicht
Bei der optischen Gestaltung schickt sich Thermaltake an, dem Motto „weniger ist Mehr“ zu folgen. Das unspektakulär gestaltete Chassis ist im etwas matten Schwarzton gestaltet, was es zugleich auch Fingerabdrücken schwieriger macht und in der Summe auch weniger kratzanfällig ist. Unter dem klassischen Lüftergitter sitz ein 140 Millimeter großer Lüfter. Dazu aber auf der nächsten Seite mehr.
Die Verarbeitung ist gut und solide umgesetzt. Äußerlich ziert ein markanter Sticker der Tower Bridge das Gehäuse, um der Namensgebung auch optisch gerecht zu werden.
Am rückwertigen Panel für die Anschluss-Kabel erfolgte eine farbliche Markierung, welche auch bei den Steckern selbst wiederzufinden ist. Im Grunde genommen solide „Hausmannskost“ ohne Schnick und Schnack!
Kabel im Detail
Bei der European-Serie kommen die schon oftmals gesehenen Flachbandkabel zum Einsatz. Neben Thermaltake macht dies auch Cooler Master mit dem V450S. Alle Kabel weisen eine ausreichende Dimensionierung auf. Der rund 62 Zentimeter lange ATX-Anschlussstrang wurde ebenfalls diesem „Verfahren“ unterzogen. Der Stecker ist leider nicht von 24 auf 20+4 Pins trennbar.
Wie schon weiter oben angesprochen, hat der Hersteller eine rote Markierung an den 6+2-Pin-Steckern angebracht. So sollen etwaige Unstimmigkeiten ausgeschlossen bzw. reduziert werden. Die Verarbeitung aller Kabel ist sehr gut umgesetzt und kommt gänzlich ohne farbliche „Mischpalette“ aus. Soll heißen: kein bunter Kabelstrang!
| Länge der einzelnen Kabel | ||||
|---|---|---|---|---|
| Kabel | Art | Längen | ||
| fest | ATX | 59 cm | ||
| abnehmbar | CPU EPS / 4+4 / 4-Pin | 61 cm | ||
| PCIe 2x 6+2 | 49 cm | |||
| Abnehmbar | SATA | Molex | Floppy | |
| Kabel 1 | 49 / 64 cm | 48 / 63 / 77 / 91 cm | 160 cm | |
| 2x Kabel 2 | 50 / 66 / 81 / 96 cm | |||
Verbaute Komponenten im Detail
Im Inneren findet sich solide Verarbeitungsqualität wieder: Die von Channel Well Technology (CWT) gefertigte Platine weißt mit Blick auf die Verpackung, ein paar Unstimmigkeiten auf. Zwar wird ein hochwertiger Nippon-Chemicon-105-Grad-Primärkondensator verbaut, welcher unverständlicher Weise von preiswerten 105-Grad-Modellen von CapXon und JunFu umrahmt wird.
Die beiden zuletzt genannten Bauteile „genießen“ einen eher schlechteren Ruf. So bringt der beste Marketingabdruck leider nicht so viel, wenn an anderer Stelle auf vermeintlich „schlechtere“ Bauteile zurückgegriffen wird. Dies hätte man konsequenter umsetzen können.
Das mit der DC-DC-Technologie ausgestattete Netzteil zeigt im Detail eine gute Lötqualität. Auch die Herstellerangaben hinsichtlich der Schutzschaltungen passen. Wie bereits weiter vorn im Artikel festgehalten, konnten wir auch in der Praxis festhalten, dass der Überstromschutz (OCP) und der Überhitzungsschutz (OTP) nicht vorhanden sind. Als Lüfter kommt ein 140mm Modell zum Einsatz. Thermaltake hat den eigenen Sticker drauf geklebt; der Lüfter selbst stammt aber von Yate Loon (TT-1425B) und wird als lastregulierende Ausführung mit maximal 1500 Umdrehungen pro Minute spezifiziert.
Testsystem vorgestellt
Wie schon in unserem separaten Artikel vorgestellt, erfolgt der Test im Form eines offenen Aufbaus auf einem Benchtable. Um auch "große" Netzteile entsprechend auslasten zu können viel die Wahl zwar nicht mehr auf die aktuellsten Komponenten, jedoch auf solche, welche ein Netzteil ordentlich ins Schwitzen bringen können. Nachfolgend haben wir das gesamte System noch einmal aufgelistet, dass beim Test zum Einsatz kam. Die komplette Testmethodik und Kriterien haben wir in der separaten Netzteil-Testsystemvorstellung aufgelistet.
Intel X58 (S.1366) Netzteil Testsystem | ![]() | |
| Prozessor: | Intel Core i7-975 Extreme Edition | |
| Mainboard: | Sapphire Pure Black X58 | |
| Kühlung: | Prolimatech Megahalems + beQuiet Silentwings | |
| HDD: | Western Digital WD5003ABYX Enterprise | |
| RAM: | 3x4GB Kingston HyperX Genesis @ 1866MHz | |
| Grafikkarte: | 3x ATI HD 4870 / 3x ATI HD 4870X2 | |
| Betriebssystem: | Windows 7 Ultimate SP1 (x64) | |
| Grafiktreiber: | Catalyst 14.4 |
Die Messtechnik
Die Spannungen werden mittels Multimeter direkt am ATX-Strang bzw. dem Hauptstromkabel des Netzteils abgelesen. Die Toleranzschwankungen bei den Werten werden gemäß mathematischen Vorgehens auf- bzw. abgerundet. Beim Multimeter handelt es sich um ein Modell der Firma Luxx-Tools. Die aktuellen Verbrauchswerte, welche auch wirklich aus der Steckdose gezogen werden, ermitteln wir mit einem PSGI EG 1000 Strommessgerät.
Praxistest
Zum Auslasten des Netzteils nutzen wir folgende Programme:
Coredamage, 3DMark Vantage 1.0.1, sowie Furmark. Um eine maximale Auslastung zu erzielen, wird in OCCT der Power Supply Test und Furmark parallel laufen gelassen. Wie weiter oben angesprochen, lesen wir die Werte nicht im Betriebssystem aus, sondern mittels Multimeter direkt an den +3,3V, +5,0V, +12V Leitungen des ATX-Strangs.
**Es wird der Adobe Flash-Player benötigt, um die Werte ansehen zu können**
Leistungsaufnahme
Die Toleranzen liegen in folgenden Bereichen bei PC-Netzteilen nach ATX Norm:
- +3,3 Volt: +/- 4% (3,17V bis 3,43V)
- +5,0 Volt: +/- 5% (4,75V bis 5,25V)
- +12 Volt: +/- 5% (11,4V bis 12,6V)
Leistungsaufnahme Stand by / set off
{fusionchart id="26" Netzteile 500-700W - Standby / set off *NEU*}
Leistungsaufnahme Leerlauf (idle)
{fusionchart id="27" Netzteile 500-700W - idle *NEU*}
Leistungsaufnahme Last (load)
{fusionchart id="24" Netzteile 500-700W - last *NEU*}
Leistungsaufnahme Peak-load
{fusionchart id="25" Netzteile 500-700W - Leistungsaufnahme Peak *NEU*}
Spannungsstabilität
{fusionchart id="80" Thermaltake London - 550W - 12V}
{fusionchart id="79" Thermaltake London - 550W - 5V}
{fusionchart id="78" Thermaltake London - 550W - 3V}
Lautstärke im Betrieb
In der Kategorie Lautstärke kann das Netzteil definitiv punkten. Dank der lastgesteuerten Regulierung des Lüfters, fällt die Lautstärke zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Gewicht. Also ein sehr angenehmer Betrieb, zwar nicht komplett silent, aber niemals störend. Trotz allem sei nochmal kurz erwähnt, dass es sich um eine rein subjektive Einschätzung handelt die je nach Person durchaus abweichen kann. Kommen wir abschließend nun zum Fazit.
Fazit
Das Thermaltake London 550W kann mit sehr vielen Vorzügen seine im Vorfeld anvisierte Preis-Leistungs-Berechtigung untermauern. Der Praxistest brachte Klarheit. Das für den Preis sehr angemessene Gesamtpaket weiß zu überzeugen. Auch bei der Ausstattung des Netzteils muss in dieser Preisklasse kaum ein Abstrich hingenommen werden. Ein semi-modularer Aufbau und eine beworbene 80Plus Gold Effizienz zeugen von der Qualität, mit der dieses Netzteil beworben wird. Die teilweise als subjektiv zu beurteilenden Aspekte des verwendeten Single-Rails ohne vorhandene Schutzschaltung, sowie die fragwürdige Kondensatoren-Wahl sorgen für etwas Unmut. Ein hohes Maß an „Sicherheit“ bringen dann die vom Hersteller gewährten 5 Jahre Garantie wieder zurück. Erhältlich ist Thermaltake London 550W bereits für attraktive 73 EUR (Amazon).
Thermaltake London 550W | ||
| Testberichte Netzteile | Hersteller-Homepage | Bei Amazon kaufen |
| Pro | Contra | |
+ solide Verarabeitung | - Single-Rail ohne Schutzschaltung (OCP) | |
In der Summe überzeugt das Netzteil aber und wir können diesem, gemessen an Leistung und Ausstattung, ein preislich sehr attraktives Verhältnis attestieren. So wird das Thermaltake London 550W mit unserer Hardware-Journal Redaktions-Empfehlung prämieren.
Weitere interessante Testberichte:
▪ Test: be quiet! Straight Power 10 - 700W
▪ Test: Xilence Performance Serie A - 630W
▪ Test: 500W XXL-Netzteil-Roundup
▪ Test: Seasonic X-1050W (80-Plus-Gold)
▪ Test: Netzteil-Testsystem vorgestellt





