Software-Menü
Wie schon auf der vorherigen Seite angesprochen, kommt auch bei diesem Modell wieder die bekannte Joystick-Steuerung unterhalb des Monitors zum Einsatz, sodass die Navigation in den Einstellungen sehr simpel gehalten wird. Die Hauptoberfläche des Menüs ist nicht mittig platziert, sondern befindet sich rechts des Monitors und hat gegenüber den Modellen 38WK95C und 27UK850-W leichte kosmetische Veränderungen erhalten. Damit ist es besser gewappnet für die höhere Auflösung des Monitors und ist deutlich schärfer dargestellt. Für den Schnellzugriff steht aber weiterhin ein kleines, mittig platziertes Menü zur Verfügung. Dieses enthält Abzweigungen in die einzelnen Bereiche wie Presets, gewünschter Eingang und aber auch den Zugang zu den kompletten Einstellungen des Monitors findet man hier.
Das Menü ist gewohnt umfangreich mit vielen Funktionen gespickt u.a. findet man hier Farbeinstellungen (bis hin zur 6-Achs-Farbkorrektur), Bild-Presets oder die Wahl des selbst kalibrierten und hinterlegten Farbprofils. Es gibt aber noch eine zweite Möglichkeit den Monitor zu bedienen und dafür liefert LG die Software OSC, was für OnScreen Control steht, auf einer CD mit. Die Softwarelösung ermöglicht alle Funktionen des OSD auch direkt mit der Maus zu bedienen und das funktioniert auch im Alltag problemlos.

Aber auch können Presets für bestimmte Anwendungen angelegt werden, die beim Start der Anwendung automatisch gestartet werden. Da der Arbeitsbereich recht groß ist, erweist sich die automatische Fenster-Anordnung der Software auch als sehr praktisches Tool und erleichtert das tägliche Arbeiten mit dem Gerät. Das wurde vom Hersteller auch in einem kurzem Youtube-Clip gut eingefangen und dargestellt: Link zum Youtube-Video.
Praxis
Dank der Auflösung von 5120 x 2160 Pixel und einer Bilddiagonale von 34 Zoll erreicht der Monitor eine Pixeldichte von 163,44 PPI. Das sollte jedem Adlerauge unter den Computerbenutzern genügend Arbeitsfläche bieten. Der Begriff Adlerauge passt an dieser Stelle sehr gut, denn im täglichen Umgang ist die native Auflösung ohne die Skalierungsfunktion von Windows etwas anstrengend und erscheint zu klein, wenn man die dargestellten Zeichen in Office-Anwendungen bzw. Bezeichnungen in Photoshop oder Premiere als Beispiel heranzieht.
Dafür bekommt der Nutzer eine wirklich große Arbeitsfläche geboten und der Monitor eignet sich besonders für aufwendige Videobearbeitung oder Webdesign, wo eben viele Schaltflächen und Bereiche gleichzeitig dargestellt werden müssen. Da spielt das Panel mit der hohen Auflösung seine Stärke aus. Für reine Office-Anwendungen müssen wahrscheinlich 90% der User auf die Skalierungsfunktion oder eben Zoom-Funktion in Word zurückgreifen, da die Zeichendarstellung zwar extrem scharf aber auch sehr klein ausfällt.
Auflösungsvergleich / Lesbarkeit
Unser Vergleich mit dem Iiyama ProLite XUB2792QSU, der mit einer Pixeldichte von gerade mal 108 PPI daherkommt (27 Zoll und 2560 x 1440 Pixel), zeigt den Gewinn der Arbeitsfläche ganz gut. Aber auch die darunter leidende Lesbarkeit ab einer gewissen Entfernung.
Wo der Iiyama gerade für Office-Anwendungen eine gelungene Kombination aus Größe und Auflösung bietet, aber für aufwendige kreative Anwendungen wenig Arbeitsfläche zur Verfügung stellen kann, verhält es sich bei dem LG genau andersherum. Zeigt aber auch klar, wo der südkoreanische Hersteller sein Modell platziert bzw. welche Käuferschaft man ansprechen möchte. Dafür spricht auch das Nano IPS Panel mit der guten Farb-Performance, aber dazu später mehr.
HDR-Funktion
Den 34WK95U-W stattet man natürlich auch mit einer HDR-Funktion aus, so kommt das Modell mit einer Zertifizierung nach VESA DisplayHDR 600 daher. Local Dimming mit recht grob gewählten zwölf Zonen und eine Peak-Helligkeit von 450 cd/m² sollen damit möglich sein. Somit ist das HDR-Features kein ernsthaft verfolgtes Ziel von LG für diese Modell, sondern als eine nette Beigabe zu bewerten. Aktuell stellt die HDR-Technik im Fernsehbereich die aktuelle State of the Art Ausstattung dar und ist in diesem Segment auch nicht mehr wegzudenken. Hier bietet sich der erweiterte Farbraum auch an, für Filme, Serien oder sogar Sportübertragungen kann dieses Feature als echter Mehrwert dienlich sein, auch wenn die Zuspielungen noch wirklich rar gesät sind. Im PC-Bereich sieht das etwas anderes aus, liegt hier doch der Großteil der Nutzung auf Browser, Bildbearbeitungsprogramme oder die Textverarbeitung mittels Office Tools.

Aktivierung der HDR-Funktion unter Windows 10
Im Computerbetrieb bietet sich eine HDR-Unterstützung eher für den Gaming- oder Filmbereich an, da diese von einem höheren Farbraum durchaus profitieren können. Seitdem u.a. Youtube und Netflix auch auf diesem Zug aufgesprungen sind, gewinnt dieser Aspekt immer mehr an Bedeutung. Im täglichen Umgang mit dem 34 Zoll großen Monitor erkennt man zwar den angewachsenen Kontrastumfang sowie das die Farben etwas gesättigter dargestellt werden. Mit seiner maximalen Helligkeit von 600 Nits bietet die HDR-Funktion des Monitors zwar einen sichtbare Mehrwert, aber die Helligkeitswerte sind immer noch von dem entfernt, was man aus dem TV-Bereich kennt (900-1000 nits). Somit spielt die Funktion aufgrund der Panel-Eigenschaften nicht ganz die Stärken von Helligkeit und Kontrast aus. Der LG Monitor bietet mit Hilfe von Windows 10 die Oberfläche mit Standard Dynamic Range (SDR) in High Dynamic Range (HDR) umzuwandeln.
Gaming
Auch wenn der Einsatzbereich des 34 Zöllers von LG nicht im Gaming-Segment zu finden ist, haben wir einen Versuch gestartet. Mit 60 Hz und 5ms Bedenkzeit, ist der 34WK95U nun wirklich keine Gaming-Machine und will es auch gar nicht sein.

Aber wer über ein leistungsstarkes System mit potenter Grafikkarte verfügt, sollte es in jedem Fall mal ausprobieren. Denn unterstützt das Spiel diese Auflösung, ist es schon ein Träumchen mit welcher Farbintensität und Schärfe sich die Spiele präsentieren. Dazu kommt eine exzellente Sichtfläche, die Games wie Assassins Creed Odyssey oder Titanfall 2 gleich noch imposanter wirken lassen.
Leistungsvergleich Auflösungen
Unsere doch recht potente MSI Geforce GTX 1070 TI Gaming 8G war aber mit der Auflösung auch etwas überfordert, das zeigen die beiden Benchmarks klar. Bei Assassins Creed (höchste Einstellungen) haben wir gegenüber der Auflösung 3440x1440 Pixel mal eben 38 Prozent Bildrate im Durchschnitt verloren. Somit verläuft die Anforderung an die Grafikkarte fast linear zur ca. 35% höheren Pixeldichte.
Wer also in einer kreativen Schaffenspause ein aktuelles Spielchen zur Entspannung sich zu Gemüte führen möchte, sollte über eine wirklich potenten Grafikbeschleuniger zurückgreifen können oder eben die Auflösung runtersetzen. Denn auch skaliert ist das Bild vom 35WK95U noch überzeugend, auch wenn die sonst exzellente Schärfe etwas leidet.
Betrachtungswinkel
Mit seinem AH-IPS Panel ist diese Disziplin für den 34WK95U ein Kinderspiel. Das Panel ist blickwinkelstabil und bei seitlicher Draufsicht ist keine wirkliche sichtbar. Wir haben versucht mit Hilfe der Animation die Blickwinkelqualität einzufangen.














