HDR-Funktionionalität
LG stattet den 27UK850 mit einem 10 Bit AH-IPS Panel und bietet somit eine erweiterte Farbdarstellung von 1,073 Mrd. Farben dar (8Bit+FRC). Damit bietet das Panel neben einen 99% abgedeckten sRGB Farbraum auch HDR10 Unterstützung, was im Hinblick auf Games und der Videowiedergabe ein interessantes Features darstellt oder eher nur ein Gimmick? Jedenfalls liest es sich schon mal gut auf dem Datenblatt. Aber natürlich wollen wir uns dem Thema auch widmen und fragen uns: Wo ist der Nutzen bei Monitoren gegeben? Aktuell stellt die HDR-Technik im TV-Bereich die aktuelle State-of-the-Art Ausstattung dar und ist in diesem Segment auch dort nicht mehr wegzudenken.
Hier bietet sich der erweiterte Farbraum auch an und kann für Filme, Serien oder sogar Sportübertragungen als echter Mehrwert dienlich sein, wenn auch die Medien noch wirklich rar gesät sind. Im PC-Bereich sieht das etwas anderes aus, liegt hier doch der Großteil der Nutzung auf Browser, Bildbearbeitungsprogramme oder die Textverarbeitung mittels Office Tools. In diesem Bereich ist eine HDR-Funktion nicht wirklich sinnvoll nutzbar, außer vielleicht für ein paar Spezialisten im Bildbearbeitungsbereich, aber die bevorzugen dann auch eher andere Panels.

Im Computerbetrieb bietet sich eine HDR-Unterstützung eher für den Gaming- oder Filmbereich an, da diese von einem höheren Farbraum durchaus profitieren können und seit beispielsweise Youtube und Netflix auch auf diesem Zug aufgesprungen sind, nicht ganz uninteressant sind. Wir haben uns für den direkten Vergleich einen weiteren 27 Zoll Monitor (Iiyama ProLite 2792) besorgt. Dieser unterstützt kein HDR setzt aber auch auf ein IPS-Panel und ist mit den gleichen Helligkeits- bzw. Kontrastverhältnissen versehen worden. Für die „Gegenüberstellung“ haben wir einige Szenen aus diversen Youtube Videos gewählt und zusammen abgelichtet. Die Bilder wurden nachträglich nur geschärft, sonst hat keine Bearbeitung stattgefunden.
HDR in Videos
Betrachtet man die Bilder, erkennt man den deutlich angewachsenen Kontrastumfang auf dem linken Bildschirm. Farben werden gesättigter dargestellt, die Kontraste sind deutlich intensiver in ihrer Abbildung, aber auch die Helligkeit leidet etwas unter dem erweiterten Farbraum. Das liegt leider an der zu geringen Helligkeit im HDR-Betrieb. Die sehr hohen und niedrigen Helligkeitswerte von HDR gieren nach sehr leuchtstarken Displays.
Im TV-Bereich müssen Displays, die sich mit dem UHD-Premium-Logo schmücken wollen, eine Helligkeit von mindestens 1.000 cd/m² erreichen, aber kaum ein Monitor erreicht eine Ausleuchtung von über 400 cd/m². Die HDR10-Spezifikationen sehen als Zielwert eine Helligkeit von 4.000 cd/m² vor, als Mindestwert sind 1000 Nits für HDR10 vorgesehen.
Daher fällt der HDR-Effekt etwas mäßig aus. Dazu kommt das moderne IPS-Panels bestenfalls ein Kontrastverhältnis von um die 1.000:1 oder VA-Panels um die 3.000:1 erreichen können. Damit bewegen sie sich immer noch weit entfernt von den Wunschvorstellungen von mindestens 10.000:1 für HDR10. Somit ist die Funktion zwar vorhanden, spielt aber aufgrund der Panel-Eigenschaften seine Stärken nicht vollsten aus. Der LG Monitor bietet mit Hilfe von Windows 10 Quellen mit Standard Dynamic Range (SDR) in High Dynamic Range (HDR) abzubilden. Diese Funktion, SDR Quellen in HDR Bildqualität aufzuhübschen, ist nichts weiter als eine heftige Kontrastanhebung und Überschärfung des Quellmaterials.
HDR in Games
Aber auch Spieleentwickler haben diese Technik für sich entdeckt und so unterstützen auch einige aktuelle Spiele dieses Features. Hier mal eine kleine Liste von Spielen wo wir die HDR-Unterstützung eruieren konnten:
- Hitman
- Paragon
- No Mans Sky
- Obduction
- Redout
- Battlefield 1
- Nex Machina
- F1 2017
- Shadow Warrior 2
- Resident Evil 7
- Mass Effect Andromeda
- Agents of Mayhem
- Project Cars 2
- Forza Motorsport 7
- Destiny 2
- Assassins Creed Origins
- Star Wars Battlefront 2
- Final Fantasy XV
- Far Cry 5
Aufgrund der Aktualität haben wir uns für Far Cry 5 entschieden und die HDR-Funktion versucht festzuhalten.
Szene 1 (Bild 1 = HDR OFF - Bild 2= HDR ON)
Szene 2 (Bild 1 = HDR OFF - Bild 2= HDR ON)
Szene 3 (Bild 1 = HDR OFF - Bild 2= HDR ON)
Gerade Spielszenerien mit vielen Helligkeitsunterschieden profitieren von dem höheren Kontrastumfang. Vegetationsstrukturen werden auch in den dunklen Bereichen erkennbar und dadurch nimmt auch die Grundschärfe des Bildes deutlich zu. Das Bild ist detaillierter in den einzelnen Bereichen, farblich ist es teilweise etwas drüber mit der Sättigung. Gerade der Rotton-Anteil ist recht hoch, aber das kann man dank der möglichen Farbanpassung seinem Geschmack zuträglicher gestalten. Far Cry 5 gewinnt aber grundsätzlich durch das HDR-Panel an Atmosphäre, das Bild bekommt etwas mehr Plastizität verpasst und rundet den Open World Shooter mit einer kräftigeren Darstellung ab. Spielerisch bietet HDR10 aber keine Vorteile und beschränkt sich nur auf die qualitative Aufwertung des Bildes.
Durch die Implementierung von AMDs FreeSync macht der 27UK850 auch beim Gamen eine angenehme Figur. Ein richtiger Spielpartner für ergebnisorientierte Gamer wird er aufgrund der geringen Bildwiederholrate von nur 60Hz und der fordernden 4K-Auflösung dann aber nicht werden. Aber für das ein oder andere Spielchen ist der Monitor locker gut gerüstet und bietet für den Fall vordefinierte Game Presets an. Auch die von LG bekannte Black Stabilizer Funktion ist wieder mit an Bord.

Ein edler Bürobegleiter der sich optisch hervorhebt
Dadurch werden dunkle Bereiche aufgehellt und dem Gamer besser sichtbar gemacht. Da der Monitor aber nicht wissen kann welche dunklen Bereiche jetzt spielentscheidend aufgehellt werden müssen, „erleidet“ das komplette Bild diese Aufhellung und die Kontrastdarstellung nimmt etwas ab. Neben diversen Bildvorgaben kann der Nutzer auch die Reaktion des Panels beeinflussen. Dazu stehen drei voreingestellten Settings zur Auswahl und bietet in der „schnellsten“ Einstellung subjektiv eine reaktionsschnelle Darbietung, auch bei actionreichen Egoshootern.

















