Das Lenovo Yoga Book wurde zur IFA 2016 vorgestellt und ist wohl eins der derzeit interessantesten Tablet-Modelle auf dem Markt. Besonders das spezielle "Yoga-Design" mit dem umklappbaren Bildschirm und dem einzigartigen Scharnier ist beeindruckend. Wir haben die Android-Variante zum Testen bekommen und wollen euch zeigen, was man mit dem Gerät alles anstellen kann und ob es auch für alltägliche Arbeiten nutzbar ist. Mehr in diesem Testbericht.
Für den Testbericht wurde das Modell mit Android 6.0 Marshmallow, 64GB Speicher, LTE und der Farbe Gunmetal Grey zur Verfügung gestellt. Mit im Paket waren auch ein Notizblock und ein Stift, die genau auf das Tablet abgestimmt sind - dazu später Mehr. Angeboten wird das LTE-Modell für 599 EUR (UVP), verfügbar ist auch eine Wifi-Variante für 499 EUR (UVP) sowie bald eine Version mit Windows 10 Pro.
Lieferumfang
Das Tablet kommt in einer länglichen und flachen Verpackung daher, die wie ein Buch aufgemacht ist. Im Inneren finden wir neben dem Tablet noch ein Netzteil inkl. Micro-USB Ladekabel, ein Notizblock mit Stift, drei Austausch-Minen für den Stift, ein Sim-Slot-Pin sowie diverse Handbücher und Anleitungen.
Das Lenovo Yoga Book im Überblick | |
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Typ | Tablet |
Modell | YB1-X90FL |
Hersteller | Lenovo |
Preis | 599 EUR |
Hersteller-Homepage | www.lenovo.com |
Wichtige Eigenschaften | |
Abmessungen | 256,6 x 170,8 x 9,6 mm |
Gewicht | ca. 690 g |
Display | 10,1" Full HD IPS (kapazitiver Touchscreen) |
Display-Auflösung | 1920 x 1200 Pixel |
Kamera hinten | 8 MP mit Autofokus |
Kamera vorne | 2 MP Festbrennweite |
Blitz | - |
Prozessor | Intel Atom x5-Z8550 |
Anzahl Kerne | 4x 2.4 GHz, 2 MB Cache |
Grafikeinheit | integriert |
RAM | 4 GB LPDDR3 |
Akkugröße | 8500 mAh |
Interner Speicher | 64 GB |
SD-Karten Slot | Ja, max. 128 GB |
Sim-Karten Slot | Nano-SIM |
Android-Version | 6.0 - Marshmallow |
Wifi | 802.11 a/b/g/n/ac |
Farben | Gunmetal Grey (weitere: Champagne Gold, Carbon Black) |
Besonderheiten | AnyPen-Technologie mit touchsensitiver Tastatur- und Stift-Eingabe YOGA-Funktionalität mit drehbarem Bildschirm |
Design & Haptik
Das Yoga Book besitzt ein ganz besonderes Design, denn durch den speziellen Mechanismus zwischen dem Display und der Tastatur, kann man das Gerät in mehreren Varianten nutzen. Entweder als Tablet, als Laptop oder auch im "Tent"- oder "Stand"-Mode. In der Branche wird dies auch als Convertible bezeichnet, also ein Gerät, das mit einem leichten Handgriff anpassbar ist.
Für den Test stand die graue Variante zur Verfügung, daneben gibt es noch eine schwarze und goldene Version. Farblich ändert sich dabei nur die Gehäuse-Außenseite während die Front-Partien weiterhin schwarz bleiben. Das Yoga Book bekommt dadurch einen schönen Kontrast und bestätigt zudem den Beinamen "Book", da ein Buch das Äußere Cover besitzt und im Inneren die Seiten. So ist hier das Cover aus Aluminium und die Innenseite aus schwarzem Glas oder auch dem Notizblock.
Das Tablet ist insgesamt sehr dünn gehalten, mit 9,6 mm würde es in der Notebook-Branche sogar als Ultrabook durchgehen. Mit unter 700 Gramm ist es zudem nicht sonderlich schwer und somit gut für unterwegs geeignet. Der Hersteller möchte das Yoga Book primär auch für den mobilen Nutzer ausrichten. Auch deswegen sind ein Stift und der Block mit dabei, was sich besonders an Studenten/Schüler richtet.
Als Anschlüsse bietet das Yoga Book neben einem Micro-USB Port zum Laden, noch einen Klinkenstecker und ein Mini-HDMI-Port. Für die Sim-Karte und die MicroSD gibt es einen separaten Einschub, der mit einem Pin-Tool geöffnet wird. Für den Klang sorgen zwei Lautsprecher an den Seiten der Tastatur-Partie, ein Stereo-Betrieb ist dadurch also machbar. Durch integriertes Dolby Audio Premium wird der Klang zudem nochmal "verfeinert".
Der Power-Button befindet sich zusammen mit der Lautstärke-Wippe auf der rechten Seite. Der Druckpunkt ist dabei sehr fest und ordentlich. Durch das ständige Wechseln und Drehen des Bildschirms verwechselt man jedoch die beiden Tasten des Öfteren.
Display
Das Yoga Book hat einen 10,1 Zoll Bildschirm mit einer Full-HD Auflösung von 1920 x 1200 Pixeln verbaut. Lenovo setzt dabei auf ein IPS-Panel, dass durch einen hohen Blickwinkel punkten kann. Die Farbenintensität kommt zwar nicht an ein AMOLED-Panel heran, das Display zeigt jedoch recht kräftige Farben und eine gute Helligkeit. An dem Display-to-Body-Ratio von diversen Smartphones, wie dem Huawei Mate 9, kommt man nicht heran, aber übermäßig breit sind die schwarzen Ränder auch wieder nicht. Wir freuen uns dennoch auf eine Zukunft mit randlosen Tablets, wer weiß was da die nächsten Jahre so auf den Markt kommt.
Die Helligkeitssteuerung funktioniert gut und passt das Level immer schon nach wenigen Sekunden an. Auch das Herausspringen aus dem Standby klappt schnell und ohne Probleme. Etwas mehr Zeit dagegen braucht die beleuchtete Touch-Tastatur. Der Wechsel in den "Stift"-Modus durch langes Drücken auf den dafür vorgesehenen Touch-Button läuft schnell. Der größte Vorteil ist wohl das 360-Grad-Scharnier, mit dem man das Display einmal komplett herumdrehen kann. Das 2-in-1 oder Convertible ist somit sowohl als Notebook, Tablet oder auch Standbildschirm gut geeignet. Eine nette Funktion: mit AnyPen kann das Display neben Fingern auch durch Gegenstände gesteuert werden, die leitfähig sind.
Software
Lenovo setzt beim Yoga Book auf Android 6.0 Marshmallow und verzichtet dabei auf eine eigene Oberfläche. Das reine Vanilla-Android bietet also keine optischen Anpassungen und findet sich hier in seiner reinsten Form wieder. Auch bei Bloatware hat sich Lenovo lediglich auf hauseigene Apps konzentriert, beispielsweise ein Dateimanager, die Lenovo Yoga-App zur Beschreibung der Tablet-Features, eine Anleitung, die App SHAREit und SYNCit HD, sowie ein zusätzliches Handbuch. Nicht fehlen darf natürlich auch der "Note Saver" zum schnellen Speichern von Notizen. Man kann dort aber auch künstlerisch tätig werden und seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Wem dieser schlichte Look nicht gefällt, der kann einen Launcher installieren und das System auf seine Ansprüche anpassen. Eine genauere Betrachtung der Vor- und Nachteile von Android findet ihr in unserem Artikel über die verschiedenen Smartphone-Betriebssysteme.
Einrichtung
Die Einrichtung des Lenovo Yoga Book verläuft wie bei auch anderen Android-Geräten - als Erstes wird die Sprache ausgewählt, gegebenenfalls mit einem WLAN-Netz verbunden, mit dem Google-Konto angemeldet und dann kann es schon losgehen. Durch die Anmeldung bei Google gibt es die Möglichkeit Daten vom vorherigen Gerät zu übertragen, Voraussetzung dafür ist die Sicherung der Daten vor dem Wechsel in die Cloud. Auch bestimmte Apps können automatisch installiert werden. Insgesamt läuft die Konfiguration einfach von Statten, es gibt keine umständlichen Einrichtungsschritte - es sollte sich so gut wie jeder zurechtfinden.
Audio und Video Wiedergabe
Durch den großen Bildschirm und die FullHD-Auflösung sind besonders Videos ein Augenschmaus. Egal ob YouTube-Videos oder Spielfilme bei Amazon Prime Video, beides macht Spaß und ist vor allem durch die Flexibilität der Bildschirmeinstellung eine tolle Sache. Die Wiedergabe von Videos stellt leistungstechnisch kein Problem dar, der SoC leistet eine gute Arbeit und liefert die Dateien flüssig.
Der Sound kommt aus zwei Lautsprechern an der Seite, die in Verbindung mit Dolby Audio Premium für einen tollen Stereo-Effekt sorgen. Der Klang ist klar, verständlich und klingt in keinster Weise blechern. Sollte man sich entscheiden doch lieber Kopfhörer zu verwenden, kann man diese neben Bluetooth auch durch einen 3,5mm-Klinkenstecker anschließen.
Akkulaufzeit
Lenovo hat dem Yoga Book einen 8500 mAh großen Li-Ionen-Polymer-Akku verbaut, was für die Größe des Gehäuses durchaus beachtlich ist. Laut Hersteller soll das Gerät bis zu 13 Stunden "Allgemeine Verwendung" und mehr als 70 Tage Laufzeit im Ruhemodus schaffen. Wir konnten bei intensiver Nutzung mit YouTube-Videos, Dokument-Bearbeitung und Surfen ca. 8 Stunden Laufzeit erreichen. Bei etwas moderaterer Nutzung sind dann schon über 10 Stunden drin. Die vom Hersteller angegebene Akkulaufzeit konnten wir aber nie wirklich erreichen. Im Standby bei ausgeschaltetem WLAN und Mobilfunk hält der Akku aber ausgesprochen gut durch, mehrere Tage sind möglich.
Geladen wird das Yoga Book mit einem Micro-USB Netzteil, das mit bis zu 2 Ampere lädt. Je nachdem kann es dabei zwischen 5,2V, 7V, 9V oder 12V in das Gerät pumpen. Zum Energiesparen gibt es einen dedizierten Energiesparmodus, der den Akku schont, die Leistung reduziert und einige Hintergrundaktivitäten beschränkt. Auch eine Leistungsoptimierung des Akkus ist integriert und soll diverse Apps besser anpassen.
Leistung
Für ordentlich Leistung sorgt ein Intel Atom x5-Z8550 Prozessor mit 2 MB Cache, vier Kernen und bis zu 2,4 GHz Taktrate. Dieser SoC wurde zwar bereits im Frühjahr 2015 vorgestellt, ist aber besonders durch seine Effizienz sehr passend für das Yoga Book. Zusammen mit 4 GB LPDDR3 arbeitet der Vierkerner sehr leistungsstark und bewältigt alle Aufgaben gut. Das Laden von Apps dauert zwar etwas länger als üblich, dafür bleiben die Anwendungen länger im "Memory" und können anschließend schnell aufgerufen werden.
Hier nun einige Benchmarks, die die Leistung des Tablets besser einordnen können. Im Endeffekt sind das nur Zahlen zum Vergleich, mit diesen Werten kann man allerdings recht gut beurteilen, wie sich das Gerät im Alltag schlägt und schlagen kann.
Insgesamt zeigt sich eine recht gute Leistung des Tablets, zwar spielt das Yoga Book bei den Benchmarks nicht wirklich oben mit, aber dafür reicht die Leistung für ein schnelles und doch effizientes System. Allerdings sind solche Benchmark-Werte natürlich, wie bereits erwähnt, nur Richtwerte.
Kamera
Lenovo verbaut hinten eine 8 MP starke Autofokus-Kamera, vorne hat man eine 2MP-Kamera installiert. Die Qualität von beiden ist in Ordnung, vor allem für Videotelefonie sind sie mehr als ausreichend und erfüllen ihren Zweck. Auch für Schnappschüsse ist besonders die hintere Kamera gut geeignet. Für etwas hochauflösendere und bessere Bilder sollte man allerdings lieber wieder zum Smartphone, oder noch besser, der richtigen Kamera greifen. Kommen wir nun zu unserer abschließenden Meinung.
Fazit
Lenovo hat mit dem Yoga Book ein sehr innovatives Tablet im Portfolio, das mit einer tollen Verarbeitung sowie einem eleganten Design beeindrucken kann. Die Bauweise ist dünn und leicht, dennoch robust. Durch das Yoga-Scharnier ist das Tablet in der Lage, sich in mehrere Positionen zu wandeln. Ob als richtiges Tablet, als Notebook oder auf dem Kopf stehend - es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für das Gerät. Passend dazu hat man ein Display mit scharfer FullHD-Auflösung verbaut, dass sich besonders durch eine gute Farbwiedergabe und Helligkeit hervorhebt. Eine weitere Besonderheit ist die Halo-Tastatur und die einzigartige Stifteingabe. Neben der beleuchteten "Touch"-Tastatur mitsamt Mousepad dient die Oberfläche auch als Digitizer. Man kann also neben den Tasten auch Eingaben mit dem Stift vornehmen. Zusätzlich gibt es einen Block im Lieferumfang, auf dem der Nutzer Notizen notiert die dann wiederum direkt auf dem Bildschirm in digitaler Form erscheinen. Der Block lässt sich übrigens magnetisch auf der Halo-Oberfläche befestigen. Leider ist das Arbeitstempo nicht immer gut genug, um viele Apps gleichzeitig und schnell nutzen zu können, ein etwas besserer Prozessor wäre da wohl von Vorteil gewesen. Auch die Akkulaufzeit kann nicht mit den Angaben von Lenovo mithalten, dafür gibt es eben eine dünne und leichte Bauweise. Unser dritter Kritikpunkt liegt darin, dass sich das Tablet nur schwer hat aufklappen lassen, die Magneten halten hier beachtlich gut dagegen.
Insgesamt ist das Lenovo Yoga Book ein schickes Tablet mit dem speziellen Yoga-Modus, es ist also sowohl für den Alltags-Nutzer als auch den Studenten oder für die mobile Büroarbeit recht sinnvoll. Der Preis liegt bei diesem Modell mit LTE und 64GB bei aktuell 580 EUR. Günstig ist das nicht unbedingt, aber aus unserer Sicht den Preis wert für ein derart innovatives und hochwertiges Convertible/2-in-1-Modell.
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Pro | Contra | ![]() |
+ sehr gute Verarbeitung | - Arbeitstempo vergleichsweise gering |
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