Gehäuse

Fractal Design Array R2

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Details
Geschrieben von Marcel Büttner
Veröffentlicht: 31. Oktober 2012

newsbildITX ist inn, ITX ist klein und vor allem genauso leistungsstark wie "gewöhnliche" PC-Formate; wenn man den Formfaktor an den Ausmaßen und Leistung in wenigen Worten beschreiben will. Das dieser Bereich schon lange nicht mehr nur Thin-Clients und Mini-PCs vorbehalten bleibt, steht schon ebenfalls schon lange außer Frage. Doch wie gestaltet sich das Ganze nun? Wir haben uns dazu das Fractal Array R2 einmal genauer angesehen. Das Gehäuse wird zwar als NAS-Träger deklariert, muss es aber nicht unbedingt auch sein. Mehr dazu im nachfolgenden Testbericht.

 

 

 

einleitung

Einen Dank an Fractal Design für die Bereitstellung des Testmusters und das entgegengebrachte Vertrauen.


Lieferumfang / Technische Details

Das Gehäuse selbst kommt in einem kompakten Karton mit den notwendigsten Schrauben für die Montage daher. Ebenfalls im Karton, liegt ein Kaltgerätestecker zum Anschluss des bereits vorinstallierten Netzteils. Der Schutz des Gehäuses ist mehr als ausreichend und sollte keinerlei Einwirkungen von außen nach drinnen vordringen lassen.

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Technische Daten

Länge: 350 mm
Breite: 250 mm
Höhe: 200 mm
Modellname: Array R2
Typ: ITX Tower
Netzteil: 300 Watt
Farbe: schwarz
Einschübe: 1x 2.5 Zoll (intern), 6x 3.5 Zoll (intern)
Installierte Lüfter: 1x 140mm
Erweiterbare Lüfter: nicht vorhanden
Formfaktor: mITX, mDTX
Erweiterungsslots: 2x
Frontanschlüsse: nicht vorhanden
Fenster: Nein
Dämmung: Nein
Besonderheiten: Festplattenentkoppelung, Netzteil mit 80PLUS Zertifizierung, entfernbarer Festplattenkäfig

 

 

 


 

Impressionen Außen

Der erste Anblick auf das smarte Gehäuse lässt den Betrachter verzücken. Voraussetzung dafür ist aber, dass dieser auch Anhänger von klaren Linien ohne viel Schick und Schnack ist. All dies vereinbart das Array R2 mehr als ausreichend. Die klare Linie an der Front geht leider auf Kosten des fehlenden Laufwerkschachtes. Sollen die darin verbauten Komponenten über ein ODD gefüttert werden, muss zu einer externen Laufwerkslösung gegriffen werden. Ansonsten findet sich an der Front lediglich noch der graue Startknopf, welcher im Betrieb mit einer blauen Hintergrundbeleuchtung in Szene gesetzt wird. Der Blick richtig sich hier ganz klar auf das Wesentliche.

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Auf der Rückseite setzt sich die klare und pragmatische Linienführung fort. Die Verkleidungen, welche seitlich um das Gehäuse verlaufen, sind gebogen und aus einem „Guss“. Die beiden Slotblenden die als Ausbuchtung für die Grafikkarte gedacht sind, wurden ebenfalls sehr sauber mit implementiert. Über der Auskerbung für die Backpanel-Blende verpasst der Hersteller dem Gehäuse noch ein gelöchertes Abluftgitter. Direkt dort drüber, befindet sich das in unserem Muster bereits verbaute, 300W starke Netzteil. Selbstverständlich kann dieses auch mit mittels des Netzschalters auch gänzlich „vom Netz“ genommen werden.

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Die Verarbeitungsqualität präsentiert sich an allen Ecken exzellent und steht derer, bekannter Aluminium-Gehäuse-Hersteller in nichts nach. Das gesamte Design und die verarbeitete Oberfläche aus poliertem Aluminium, werten das Gehäuse immens auf.

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Auf der Unterseite finden sich nur vier, relativ kleine Standfüßchen, welche eher für sicheren Stand sorgen sollen, als das Gehäuse komplett vom Untergrund zu entkoppeln. Diese wurden dezent mit ins Gesamtbild integriert, so dass diese im normalen „Zustand“ nicht mal gesehen werden können. Kommen wir nun zum Inneren des Gehäuses.

 

Impressionen Innen

Das Gehäuseinnere wird relativ einfach erreicht. Dazu wird lediglich der mit sechs kleinen Schrauben befestigte Deckel entfernt und man hat vollen Zugriff auf den kompakten Innenraum des Array R2. Nach dem Öffnen fallen sofort das kleine 300W starke Netzteil, sowie der recht große Festplattenkäfig ins Auge. Der Käfig selbst lässt sich sehr leicht lösen. Einfach die vier montierten Schrauben entfernen und man kann das Konstrukt aus dem Gehäuse entfernen.

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Ist dieser einmal aus dem Gehäuse entfernt, wird deutlich wie groß das Array R2 doch eigentlich ist. An der Front hat der Hersteller bereits einen 140mm Lüfter der eigenen Lüfter-Serie vormontiert. Markant: auch an dieser Stelle wurde Wert auf das firmeneigene Kontrastbild gelegt, weiß und schwarz im Innenraum – das Markenzeichen von Fractal Design von Beginn an.

 


 

Hardware-Einbau

Der Einbau der präferierten Hardware lief bis auf ein paar Kleinigkeiten recht reibungslos ab. Entfernt erst einmal alle vorinstallierten Bauteilen wie das Netzteil oder den Festplattenkäfig, bleibt einem auch mehr als genügend Spielraum zum Arbeiten. Die möglichen ITX-Kombinationen die im Array R2 Platz finden, sollten keine Probleme mit dem Gehäuse bekommen. Möchte man „ein Bisschen mehr“, so muss man dem Fractal Gehäuse Tribut zollen. Dazu aber später mehr. In dem vorhandenen Käfig lassen sich bis zu sechs Festplatten verbauen, die gleichzeitig auch noch über die Befestigung entkoppelt werden. Alle HDDs stehen hochkant und werden frontal vom bereits vormontierten, 140mm großen Lüfter aus dem eigenen Werk kühl gehalten.

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Die Halterung für den angesprochenen Lüfter kann ohne weiteres aus dem Gehäuse entfernt werden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass der verbaute durch ein Wunschmodell gewechselt werden kann. Die Montage des Lüfters erfolgt mittels einfacher Lüfterschrauben direkt an der Halterung – Entkopplung leider Fehlanzeige.

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Das bereits vorinstallierte Netzteil entstammt dem Hause FSP. Der als OEM und Eigenlabel bekannte Hersteller wuchtet in das SFX-Netzteil 300W Leistung. Hinweise über eine Effizienz des Gerätes waren ohne weiteres nicht in Erfahrung zu bringen. Die am Gerät vorhandenen Kabelstränge wurden exakt so dimensioniert, wie sie auch für den Vollausbau mit sechs Festplatten benötigt wird.

 

Praxistest

In Anbetracht dessen, dass es sich beim Fractal Design Array R2 um kein herkömmliches ITX-Gehäuse handelt, haben wir unseren ITX-Testsystem und den Versuch Vergleichswerte zu erfassen, Abstand genommen. Viel mehr wollen wir die Möglichkeiten aufzeigen, welche man mit dem Gehäuse hat. Unser ITX-Testsystem, bestehend aus einem ASRock H67M-ITX/HT und einem Intel Core i7-3770K.

praxis

Der geplante Aufbau mit einem Noctua NH-L12 passt prinzipiell in das Array R2, jedoch ließ sich ohne weitere Anpassung der Festplattenkäfig nicht mehr im Gehäuse unterbringen. Der Kühlblock bzw. der verbaute Lüfter waren an dieser Stelle zu hoch. Alternative Kühler gegenüber des Intel Boxed-Kühler, sollten höchstens 80mm hoch sein, um im Array R2 auch wirklich unterkommen zu können. Möglichkeiten gibt es ja an dieser Stelle genügend, welche man ohne Probleme im Gehäuse unterbringen kann.

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Praxisbeobachtungen

Der Aufbau und die Haptik des Gehäuses sind erstklassig. Das Äußere verleiht dem Konstrukt aus poliertem Aluminium ein hohes Maß an Wertigkeit, was den Platz an dem sich das Gehäuse befindet, erheblich aufwertet. Die Handhabung bzw. die Montage gestaltet sich wirklich einfach und beinhaltet keine großen Handlungsschritte die beachtet werden müssen.

Auf Grund der geringen Materialstärke, was Aluminium ja nun so an sich hat, sind die Lautstärkegeräusche der Festplatten teils in beachtlicher Lautstärke zu vernehmen. Abhilfe schaffen an dieser Stelle nur dicke Dämm- oder Bitumenmatten, oder einfach nur leisere Festplatten. Hinsichtlich der Vibrationen fällt das Ergebnis schon wieder positiver aus, diese werden kaum an den Rahmen bzw. den Tisch unter dem Gehäuse weiter gegeben. Wer also das Array R2 voll bestücken möchte, sollte den Punkt der Dämmung auf jeden Fall mal ins Auge fassen. Das Ergebnis wird ein flüsterleises System mit massigem Speicherplatz sein.

Der verbaute 140mm große Frontlüfter verrichtet ebenfalls seine Dienste, die aber nicht unbedingt unhörbar sind. Der erzeugte Luftstrom ist schon hörbar und erhöht insgesamt den Schallpegel. Alternativ kann der Lüfter auch über eine mögliche Lüftersteuerung auf dem Mainboard ruhig gestellt werden. Mit unserem P8H67-I klappte dies wunderbar und ohne Probleme. Kommen wir nun zu Fazit.

 


 

Fazit

Das Array R2 ist definitiv anders und versucht auch gar kein ITX-Allrounder zu sein, wie wir es zum Beispiel schon beim Bitfenix Prodigy gesehen haben. Als reines NAS System wird es angepriesen und auch verkauft. Die dem Käufer gebotene Leistung ist mehr als nur überzeugend. Punkten kann das Gehäuse ganz klar bei der Verarbeitung, der vermittelten Wertigkeit und beim Design. Bei Inneren Aufbau muss man an dieser Stelle ganz klar definieren zwischen einem „gewöhnlichen“ und einem „speziellem“ Gehäuse, welches das Array R2 definitiv ist. Das Platzangebot für sechs Festplatten ist mehr als ausreichend einzustufen, kann aber natürlich immer noch größer sein. Dafür würden die Maße aber mit Sicherheit nicht gehalten werden können.

Das geringere Platzangebot (bei Vollausstattung) schränkt natürlich die Wahl der Komponenten schon im Vorfeld immer ein, dessen man sich immer vor dem Kauf eines ITX-Gehäuses bewusst sein sollte. So kommen in die engere Auswahl lediglich low-profile-Kühler oder eben die Boxed-Varianten. Das kleine 300 Watt starke SFX-Netzteil verrichtet ebenfalls zuverlässig und leise seine Dienste. Informationen über mögliche Effizienzgrade waren nicht in Erfahrung zu bringen. Insgesamt gesehen kann das Fractal Design Array R2 mehr als überzeugen und erhält von uns den begehrten Gold-Award. Das Gehäuse ist unter anderem bei Amazonhttps://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3 erhältlich.  

 

einleitung


Pro

+ erstklassig Verarbeitung und Design
+ hochwertig poliertes Aluminium
+ großer vorinstallierter 140mm Lüfter
+ 300W Pico-Netzteil
+ Platz für sechs Festplatten

Contra
- Geräusche werden nicht "gedämmt"

 

Zählt man die erbrachte Leistung der Karte zusammen, kommt dabei ein durchweg überzeugendes Bild bei raus. Wir verleihen dem Fractal Design Array R2 unseren Hardware-Journal Gold Award. Anregungen, Kritik oder einfaches Feedback, können gern im Forum geäußert werden.

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