Die Software
Da die Portal getaufte Software speziell in Bezug auf die Aimpad Funktion Neuerungen oder eher Zusätze im Vergleich mit bspw. der Cooler Master SK630 bereithält, soll folgend besonders auf diesen Punkt etwas genauer eingegangen werden. Wir haben uns auch dazu entschieden, da Cooler Master selbst an keiner Stelle eine ausführliche Bedienungsanleitung bereitstellt. Den Anfang der Software macht direkt die Konfiguration der analogen Tasten. Die Tastatur bleibt dabei so lange ausgegraut, bis man entweder auf der Tastatur oder der Software eines der Profile am linken Rand auswählt.
Die vorzufindenden Belegungen werden auf den Tasten selbst sowie durch kleine Pfeile symbolisiert. So bedeutet das "L" bspw. die Funktion des linken Joysticks eines Controllers und der jeweilige Pfeil die auszulösende Richtung. Im FPS-Profil sind zum Beispiel die WASD-Tasten als analoger linker Joystick belegt, während die anderen Aimpad-Tasten unbenutzt bleiben. Im "Fahren-Profil" bleiben A und D als Richtungsbestimmung via linkem Joystick und W und S sollen die Trigger-Tasten eine Controllers imitieren. Man behält dabei jedoch in jedem Profil die volle Freiheit, welche Tasten eines Controllers nachgestellt werden sollen. Im "Fahren-Profil" könnten so zum Beispiel W und S mit der Y-Achse des rechten Joysticks belegt werden. Wie stark bzw. in welchem Grad die Technik reagieren muss bzw. kann dabei auch eingestellt werden. Der Hersteller belässt in der Grundbelegung alles beim Minimum. Hier muss man sich persönlich heran tasten.
Der Punkt der Beleuchtung ist wiederum nicht unbekannt und kommt so auch bei anderen Tastaturen des Herstellers in ähnlicher Form zum Einsatz. Man kann aus einer Vielzahl von Effekten wählen und dabei zum Teil auch die Farbe des Effektes wählen. Neben den festgelegten Effekten auf allen Tasten gleichzeitig, kann man sich unter anderem auch eine Kombination aus vier verschiedenen basteln und diese bestimmten Tasten zuordnen. Was insgesamt fehlt, ist, dass man die Rahmen-Beleuchtung unabhängig bzw. überhaupt einstellen kann. Der Rahmen stellt somit sozusagen eigentlich nur eine Erweiterung des anliegenden Tasten-Beleuchtung dar. Das ist bspw. bei der Thermaltake Level 20 RGB besser gelöst, da man dort auch den Rahmen in Beleuchtungs-Zonen unabhängig einstellen kann.
Auf der nächsten Seite lassen sich beinahe alle Tasten der Tastatur neu belegen bzw. umprogrammieren. Auch die beiden Aluminium-Walzen und selbst die Medien-Tasten dürfen einen anderen Arbeits-Einsatz erhalten. Einzig die der Aimpad-Funktion zugeordneten Tasten verweigern sich hier. Das ist etwas schade. Gerade wenn man die Aimpad-Funktion mittels Taste komplett deaktiviert könnten die "M-Tasten" sehr gut für Makros genutzt werden, so wie es bspw. bei der Corsair K95 RGB Platinum umgesetzt ist.
Das Aufzeichnen von Makros gehört auch bei der MK850 zu den Stärken. Man kann diese einfach in der Software erstellen, wobei man auch Korrekturen vornehmen kann. Auch lässt sich einfach eine Zuordnung zu einer Tasten-Kombination realisieren. Einfacher als hier geht es wirklich kaum oder sogar gar nicht.
Zu guter Letzt lassen sich die vorgenommenen Veränderungen in vier Profilen ablegen. Diese kann man zudem im- oder exportieren, sodass man sich auch Kopien sichern kann.
Die Beleuchtung
Beleuchtung ist bei Cooler Master wie immer ein großes Thema. Auch die MK850 zeigt mit drei Zonen im Rahmen sowie Tastenbeleuchtung wieder das volle Spektrum von 16,7mio Farben und legt sich dabei mit ordentlichen Effekt-Umfang ins Zeug. Steuerbar ist die Beleuchtung über die oben gezeigte Software, aber auch direkt auf der Tastatur bedienbar. Hier ergeben sich theoretisch 103 Möglichkeiten zum Mischen der drei Grundfarben. Zudem sind einige Effekte direkt abgelegt worden. Auch Snake, das bekannte Handy-Spiel, kann auf der MK850 erneut gespielt werden.
Die Beleuchtung des Rahmens ist vor allem an der Front etwas kräftiger als bspw. bei der SK630. An den Seiten liegt der Lichtstreifen allerdings so tief verborgen, dass man diesen eigentlich nur beim direkten Blick von der Seite zu Gesicht bekommt. Die Ausleuchtung der Tasten ist wieder eine leichte Schwäche. Wie bei fast allen mechanischen Schaltern ist der Stößel etwas im Weg, sodass die unteren Symbole eher weniger stark mit Licht geflutet werden. Das machen andere Hersteller aber auch nicht besser.
Etwas stärkere Kritik lässt sich an anderer Stelle anbringen. Die Aimpad-Tasten sind allesamt beleuchtet, die Mediatasten allerdings nicht. Wir haben keine Ahnung, warum man darauf verzichtet hat. Auch etwas gewöhnungsbedürftig ist, dass die Status-LEDs sozusagen innerhalb der jeweiligen Taste untergebracht sind. Ist Capslock bspw. deaktiviert, bleibt die LED ebenfalls deaktiviert, was nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist. Weiterhin stellt sich das Rad zur Helligkeit als leichte Schwäche heraus. Dieses dreht super sanft, was auf das Umschalten zwischen den Helligkeitsstufen nicht zutrifft. Der Wechsel geht eher holprig über die Bühne. Viel schlimmer ist dabei, dass die Tastatur auf einmal ihre Farbvorgaben vergisst. Wurde bei unserem Sample die Regenbogenwelle eingsetellt und die Helligkeit auf null gedreht und danach wieder erhöht, läuft auf einmal nur noch eine weiße Welle durch die Dioden. Da es sich um ein Software-Problem handelt, wird hier aber bestimmt schnell nachgebessert.
Der Praxistest
Die Cooler Master MK850 musste sich natürlich auch im Praxis-Einsatz beweisen. Standesgemäß wurde dazu auch auf eine Maus des selben Herstellers umgestellt. Durch die umfassende Belecuhtung der Tastatur wurde man schnell verleitet das Setup durch weitere Beleuchtung zu erweitern. Optisch ist sie wirklich ein Blickfang und auch die Verarbeitung ist hervorragend. Schade ist nur, dass man den Bereich der Medientasten aus Kunststoff herstellt und die Alu-Platte hier nicht einfach erweitert. Kommt man zur Ergonomie, gibt es auch eigentlich nichts bzw. kaum etwas zu beanstanden.
Wie man dem oberen Bild entnehmen kann, wurde die Handballenauflage natürlich immer eingesetzt. Der Grund zeigt sich auf dem folgenden Bild recht schnell. Wie die Thermaltske Level 20 RGB hätte auch die MK850 ein Höhenproblem. Dies wird durch die Ablage eigentlich komplett beseitigt, egal ob man die Taststur aufstellt oder nicht. Weicher können die Hände zudem kaum gelagert werden. Die weiche Polsterung bietet auch eine Steigerung gegenüber der Auflage auf einem XXL-Mauspad wie bspw. dem Corsair MM350. Durch das verwendete Kunstleder als Bezug stellt sich auch Grundwärme ein. Sucht man einen Knackpunkt, so könnte man die Position der Medientasten nennen. Diese liegen tief hinter den F-Tasten verborgen. Corsair löst ds bspw. bei der K63 Wireless besser, indem man den hinteren Bereich anhebt.
Das Tippgefühl ist typisch Cherry MX Red. Die Lautstärke geht in Ordnung, auch weil die dicke Alu-Platte nicht als Resonanzkörper fungiert. Dadurch, dass man die Tastaturbeine komplett umbelegen kann (auch die Walzen), ist die MK850 nicht nur für Gamer ein heißer Kandidat. Eines der vier Profile könnte ebenso für den produktiven Einsatz angelegt werden. Schade ist dabei nur, dass die linken Aimpad-Profiltasten immer als solche arbeiten. Sie wären sonst perfekt für Makros positioniert. Wie gesagt handelt es bei diesen Tasten um vordefinierte Aimpad-Profile. Gemeint ist damit nicht die Intensität der Funktion, sondern die Belegung der QWERASDF-Tasten. Was genau, zeigte sich bereits weiter oben bei der Software. Die Effekt-Stärke wird jeweils entweder per Software eingestellt oder direkt auf der Tastatur mittels der dedizierten Tasten rechts oben. Weiterhin sollte man vor jeder Nutzung des Aimpads auf die Kalibrierung der Tasten prüfen. Bei der deutschen Tastatur hält man dazu die FN- und ß-Taste 5s gedrückt. Danach leuchten nicht die entsprechenden Tasten, sondern UIOPJKLÖ entweder grün (kalibriert) oder rot (nicht kalibriert). Die Kalibrierung erfolgt, indem man die entsprechende Taste für 4s gedrückt hält wodurch sich der Status visuell ändern sollte.

Die Nutzung der Aimpad-Funktion braucht schon etwas Eingewöhnung und vor allem auch eine Testphase um die persönliche beste Einstellung für die jeweilige Intensität zu erhalten. Danach stellt sich schon das Gefühl eines Gamepads, zumindest zum Teil, ein. Einen Joystick kann man zwar nicht ganz ersetzen, aber man kommt der Funktion schon nahe. Fingerspitzengefühl braucht es dazu allerdings schon. Die Cherry MX Red bieten mit einem maximalen Hubweg von 4mm zwar den größten, sehr viel ist das aber dennoch nicht. Den Trigger-Tasten steht man aber nicht in vielem nach. Getestet wurde die Funktion unter anderem bei CS:GO. Hier bildet man sich bereits nach kurzer Eingewöhnung ein, dass man sich flüssiger durch die Maps bewegt, was sich vor allem beim Schleichen bzw. in langsamen und ruhigen Situationen positiv bemerkbar macht. Auch bei Rennspielen wie Trackmania Nations hinterließen die analogen Schalter einen guten Eindruck. Das schnelle Spiel profitiert davon, dass man Korrekturen nicht durch einzelne Tastenanschläge umsetzt, sondern den Lenkeinschlag oder aber auch das Gas dosiert einsetzen kann. Eine Mischung konnte in Battlefield V festgestellt werden. Neben den Lauf- und Fahreigenschaften, kann man auch die Flugeinstellung hier ausprobieren. Kritik gab es auch hier nicht. Dass man die Profil-Tasten an den linken Rand gelegt hat, macht sich vor allem bei den Wechseln zwischen den verschiedenen Modi positiv bemerkbar. Hier hat der Hersteller gut mit gedacht.
















