Die Software
Als Software kommt Thermaltakes iTake zum Einsatz. Diese stellt sozusagen die Ausgangsbasis für TT Sync dar, mit dessen Hilfe man auch die weiteren Thermaltake Produkte (z. B. das Thermaltake Level 20 GT RGB Plus) ansteuern bzw. synchronisieren kann. Auch die Steuerung mittels AI Voice oder Amazon Alexa kann man hier einläuten. Man sieht direkt sechs Profile, welche man auf der Tastatur ablegen kann. Pro Profil lässt sich die Tastatur vollständig programmieren. Bis auf die dedizierten Medientasten, ist einer Neubelegung aller weiteren Tasten möglich und somit lassen sich hier Macros, Medienfunktionen und Programmstarts zuteilen.
Unter dem Reiter Lightning lässt sich die umfassende Beleuchtung der Tastatur konfigurieren. Diese ist sozusagen in zwei Bereiche gesplittet: Tasten und Rand. Neben der statischen Farbe, lassen sich die Zonen auch mit vielen Effekten belegen. Ganz so umfangreich wie in Corsairs iCUE ist die Ansteuerung allerdings nicht. Wie bereits angemerkt, könnte man die Zonen der Licht-Trennlinie auch als Profil-Anzeige nutzen, insofern man diese nicht durch die Beleuchtung an sich noch nicht unterscheiden kann.
Über den Macro-Reiter lassen sich diese global aufzeichnen und definieren. Anschließen kann man sie dann in jedem Profil einfach einfügen. Eine Belegung mittels Tastenkombination konnten wir dabei allerdings nicht bestimmen. Insgesamt ist das Vorgehen recht simpel gehalten, allerdings gefällt uns die Umsetzung bei der Cooler Master SK630 minimal besser.
Die Beleuchtung
Wie bereits erwähnt, ist die Thermaltake Level 20 RGB von der Beleuchtung und dessen Variationen sehr gut aufgestellt. Neben jeder Taste, kann auch das große Front-Logo, sowie der Streifen zwischen den alphanumerischen Tasten und den Zusatztasten beleuchtet werden.
Natürlich lassen sich einige Effekte einstellen, welche man als Bild schlecht bzw. gar nicht einfangen kann. Neben Regenbogeneffekten, gibt es auch eine zufällige Beleuchtung, verschiedene Farbübergänge sowie durch Auslösung aktivierte Effekte. Statische Farben kann man natürlich ebenfalls auswählen. Auf der Tastatur selbst kann man pro Farbkanal 11 Stufen auswählen, sodass theoretisch 113=1331 Farben gemischt werden können.
Nicht so gut lässt sich die Beleuchtung des Logos und des Streifens in der Front einfangen, da beide sehr hell leuchten im Vergleich zum Rest. Beide leuchten nicht nur hell, sondern auch sehr gleichmäßig.
Der beleuchtete Rahmen steigert die Leuchteffekte noch einmal deutlich. Die Zonen werden gleichmäßig geflutet und füllen den Bereich selbst sehr gut mit Farbe. Im Hellen reicht die Leuchtkraft allerdings nicht aus, dass der Tisch ebenfalls von der Beleuchtung profitiert. Da die Zonen seitlich und hinten vorhanden sind, bekommt man vom Leuchtrahmen also nicht sehr viel mit, außer das Zimmer ist stark abgedunkelt.
Die Bewertung der Beleuchtung ist aber nicht nur von positiven Eindrücken geprägt. Wieder einmal ist die Ausleuchtung der Kappen nicht sehr gut. Während die obere Beschriftung, welche direkt oberhalb der Diode sitzt noch gut ausgeleuchtet wird, ist dies bei der Zweitbelegung nicht mehr der Fall. Gerade die großen Beschriftungen zur Lichtsteuerung und Profilwahl fallen in der Leuchtkraft deutlich hinter der anderen Beschriftung zurück.
Der Praxistest
Die tolle Beleuchtung des Rahmens zollt in einem Punkt etwas ihren Tribut. Die Thermaltake Level 20 ist wirklich hoch. Die vorderen Tastenkappen liegen mit ~40mm bereits auf einem sehr hohen Niveau und die von Thermaltake angegebenen 44mm Höhe, lassen sich durch die zwei Stufen auf ~50mm und ~55mm steigern. Gerade deshalb macht sich das Fehlen einer Handballenauflage negativ bemerkbar. Es bräuchte schon sehr große Hände bzw. lange Finger, dass mit abgelegter Hand eine angenehme Stellung erreicht werden kann. Eine Handablage hätte dem Design-Konzept sicherlich auch gut gestanden, da an der Front keine Beleuchtungszone vorhanden ist. Aus ergonomischer Sicht hat die Level 20 RGB also keinen leichten Stand. Das führt direkt zum nächsten Punkt. Mit etwas über 1,5kg ist die Tastatur wahrlich kein Leichtgewicht. Dafür liegt sie wirklich satt auf dem Tisch und lässt sich kaum aus der Ruhelage bewegen.
Und das ist wirklich schade. Denn die verbauten Cherry MX Speed Silver offenbaren wie immer einen wahren Genuss, wenn es um das schnelle Tippen oder Zocken geht. Beim Schreiben füllen sich die Zeilen enorm schnell, jedoch braucht es ein kurze Eingewöhnungszeit, da beinahe das "Angucken" der Tasten einen Anschlag auslöst. Im direkten Vergleich gefallen für die reine Schreibarbeit die breiten Tastenkappen der Cooler Master SK630, mit ähnlich schnellen Cherry MX Low Profile RGB Red, besser. Die Unterbrechung durch den Leuchtstreifen und Spalt hat übrigens keinen Einfluss auf das Arbeitsverhalten. Positv kann man noch die Zweitbelegung der Funktionstasten für einen schnellen Zugriff auf u. a. Mail-, Rechner- und Musik-Programme hervorheben. Ob diese wirklich zu einer Gaming-Tastatur passen, sei dahingestellt. In uns erzeugten sie eher ein Retro-Flashback und dazu erfüllen die dedizierten Medientasten ihren Zweck sehr gut.
Für das Zocken fällt die Einarbeitung deutlich kürzer aus. Hier sollte sich die Tastatur mit vordefinierten Leuchtprofilen und Zusatztastenkappen auch deutlich wohler fühlen. Zur Verbesserung des Aims führt die Tastatur zwar nicht direkt, aber man bildet sich schon ein, dass mit den kürzeren Anschlag auch eine Beschleunigung der Reaktion einhergeht. Für den Spielbetrieb sind die sechs ablegbaren Profile ebenfalls als positiv einzustufen. Das Programmieren von Macros direkt auf der Tastatur gestaltete sich jedoch etwas schwerer, denn die Anleitung beschreibt leider gar nicht, wie dies erfolgt. Einfacher geht es mit der Software.
Nicht nur das Fehlen einer ausführlichen Beschreibung der Zusatzfunktionen hat einen bitteren Beigeschmack, auch die eigentlich praktischen Zusatzanschlüsse auf der Rückseite erfüllen ihren Zweck eher suboptimal. Der Headset Anschluss kann nicht ollständig genutzt werden, da der Anschlussstecker 4-polig ist, was eine reguläre Soundkarte, egal ob Mainboard oder dediziert, eher selten bedienen kann. Somit hat man am Backpanel angeschlossen, lediglich einen Kopfhörer-Anschluss zur Verfügung. Und auch der USB-Port hat ein Handicap, nämlich den Datendurchsatz. Selbst an einem USB 3.1 Gen2 Port angeschlossen, schafft es mit dem Corsair Voyager GTX auf lediglich 40 MB/s lesend und schreiben, was deutlich hinter seiner eigentlichen Leistung zurückfällt (~400/180 MB/s).

















