Der Praxistest
Die Anschlussmöglichkeiten der Dark Core SE lassen verschiedene Szenarien zu. Im Testzeitraum hat sie sich dabei als sehr praktisch erwiesen, da ein Wechsel zwischen verschiedenen Systemen somit schnell erfolgen konnte. Denn auch ohne Software war sie stehts direkt nutzbar. Ganz frei von Problemen muss die drahtlose Nutzung aber nicht sein. Denn die Maus funkt mit 2,4GHz. Da diese Frequenz auch noch sehr häufig für das WLAN Netz genutzt wird, kann es schon zu Übertragungsproblemen kommen. So konnten wir feststellen, dass ein älterer WLAN Dongle komplett seinen Dienst quittierte, sobald man den Empfänger der Dark Core RGB SE in der Nähe betrieben hat.

Allerdings wollen wir nicht verschweigen, dass die Form der Maus eine relativ lange Eingewöhnungszeit benötigte. Der Hersteller gibt zwar an, dass die Maus mit den drei bekannten Grifftypen nutzbar ist, was auch durch den zusätzlichen Seitengriff ermöglicht werden soll, jedoch wollte der Palm-Gripp auf der Dark Core SE nicht so richtig gefallen finden. Dies liegt an dem ungewöhnlichen Rücken der Maus, welcher nach hinten nicht nur etwas zuläuft, sondern auch leicht nach links kippt. Die Folge ist, dass die Handinnenfläche etwas gekrümmt wird und für einen angenehmen Sitz die Hand insgesamt etwas gedreht auf der Maus landet. Für die verschiedenen Griff-Typen sieht der Hersteller übrigens auch eine unterschiedliche Nutzung der Tasten auf der linken Seite vor. Beim Palm- oder Claw-Grip ist ihnen die „normale“ Belegung vorgesehen.
Als Finger-Tip-Nutzer hingegen, soll der Sniper-Button die Rolle der Vorwärts-Taste übernehmen. Im Groben passt diese Empfehlung ganz gut. Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Vorwärts-Taste stets etwas versteckt hinter dem Sniper-Button wirkt. Denn dieser ist deutlich höher, während die „Richtungs-Tasten“ sogar etwas im Gehäuse verschwinden. Hier spielt wohl auch wieder die Ergonomie ein wenig die entscheidende Rolle. Denn für große Hände mit langem Daumen, ist das Gehäuse zu klein und für kleine Hände mit kurzem Daumen ist der Abstand der Tasten zu groß, so zumindest beim Palm-Grip.
Das weitere Verhalten der Maus ist aber sehr gut abgestimmt. Die Tasten haben alle einen präzisen, knackigen Druckpunkt und das Gleitverhalten ist auf dem MM1000 sehr gut. Dabei macht es jedoch einen leicht spürbaren Unterschied, ob man den zusätzlichen Seitengriff montiert oder nicht. Durch die Vergrößerung der Gleitfläche wirkt sie geringfügig träger. Zudem empfehlen wir eine Nutzung eines harten Mauspads. Natürlich funktioniert sie auch auf einem Stoff-Pad, jedoch gleitet sie dort nicht mehr ganz so schön. Auch die Oberflächenstruktur hat uns gut gefallen. Selbst mit leicht schwitzigen Händen, bleibt sie sehr griffig. Es fühlt sich sogar beinahe so an, als würde sie sogar noch mehr Grip aufbauen, sobald die Hand etwas feucht wird. Schade finden wir, dass die gummierten Auflageflächen für die Finger nicht etwas „geschmeidiger“ gestaltet wurde. Die Haptik bleibt selbst nach längerer Zeit sehr „steril“.

Der optische PixArt 3367 Sensor arbeitet wie angenommen bzw. wie gewohnt fehlerfrei. Zumindest konnten wir im Alltag keine Nachteile feststellen. Die DPI Stufen sind für einen FHD-Monitor an sich bereits gut gewählt, wurden allerdings noch etwas „feingetuned“. Danach stand dem Office, aber vor allem auch dem Gaming Einsatz nichts mehr im Wege. Der Spagat zwischen schnellen Spielszenen und ruhigen, zitterfreien Sniper-Aktionen gelingt der Dark Core RGB SE sehr gut. Hat man sich einmal an den Sniper-Button gewöhnt, will man diesen nicht mehr missen. Gerade in Spielen mit großen Karten und vielen Optionen bzgl. der Visiere, z. B. PUBG, finden wir diesen sehr nützlich. Das MM1000 trägt hier sicherlich seinen Teil dazu bei, dass die Performance der Maus als sehr gut beschrieben werden kann. Dass die Maus beim gleiten leichte Schleifgeräusche macht, mag den einen oder anderen eventuell im Office Einsatz stören. Vor allem wenn sich ein Krümel auf das Pad verirrt, werden diese Geräusche noch lauter.
Die Ladefunktion des MM1000 hat sich im Testzeitraum als besonders nützlich erwiesen. Man muss sich zwar erst dran gewöhnen, dass man die Maus bei Nichtnutzung an der richtigen Stelle parkt, jedoch gab es zu keiner Zeit einen Akku-Notstand. Wurde der Ladespot nicht mit der Maus belegt, konnten auch Smartphones effektiv geladen werden. Weder beim Nokia Lumia 930 mit integrierter QI-Funktion, noch beim Microsoft Lumia 640LTE mit QI-Dongle gab es Probleme. Die Positionierung der Ladefläche gefällt uns auch ganz gut. Lädt man sein Smartphone per Dongle, kann man es auch rechts neben dem Pad platzieren, sodass die Nutzfläche kaum verringert wird. Wir gehen davon aus, dass Corsair den Spot nicht noch weiter an den Rand gerückt hat, weil die Dark Core RGB SE sonst nicht stabil darauf platz gefunden hätte.
Natürlich haben wir geschaut, ob der Nager auch den technischen Spezifikationen des Herstellers entspricht bzw. diese erfüllt. Getestet haben wir die Verbindung via Funk und Kabel. Wirkliche Unterschiede konnten wir dabei eigentlich nicht feststellen, weshalb wir folgend auch lediglich bei der Latenz eine Gegenüberstellung aufführen. Zunächst ging es also darum, die Latenz zu ermitteln. Wir haben wir wieder auf die bewährte Methode mittels des Mouse Rate Checkers gewählt.

Latenz der Datenübertragung bei verschiedener Verbindung: Links Kabel, rechts drahtlos
Wie man sieht, kann die Maus das Versprechen des Herstellers halten. Die Übertragung liegt tatsächlich bei ~1 ms bzw. 1000 Hz. Bei den anderen Einstellungen (750Hz, 500Hz, 250Hz) zeigte sich das gleiche Bild. Einen Beweis sparen wir uns an dieser Stelle. Kommen wir zur Auflösung des Sensors. Im Gaming zeigte er sich als Herr aller Lagen. Die synthetischen Tests zeigten eigentlich nichts anderes, sondern bestätigten diesen Eindruck. Das Ausmessen der DPI zeigte, dass die eingestellten Stufen exakt umgesetzt werden, zumindest im Rahmen der Exaktheit des Messvorgangs. Jittering oder Angle-Snapping konnten wir in den üblichen DPI-Regionen nicht ausmachen. Ab den sehr hohen Stufen ist es immer etwas schwer auszumachen, da bereits leichtes Wackeln deutliche Ausschläge am PC bewirkt.
Auch im Mouse Tester konnten die einfachen Paint-Tests bestätigt werden. Aufgenommen haben wir hier mit 400DPI auch noch einen niedrigeren Wert aufgenommen, da dieser bei der Betätigung des Sniper-Buttons im Serienzustand anliegt.
Aber auch nach Oben haben wir die Messungen etwas erweitert. Bei der Hälfte der maximalen DPI und selbst bei der vollen Auflösung macht der Sensor immer noch eine gute Figur. Auch wenn man es hier nicht so eindeutig sieht, Jittering ist hier nun präsent. Ab etwa der Hälfte nimmt dies immer weiter zu. Wirkich Merklich dürfte dies jedoch nicht sein, da auch bereits leichtes Zucken in Bewegungen umgesetzt wird. Ob Ungenauigkeiten also der Hand oder des Sensors entspringen, sollte eigentlich kaum nachvollziehbar sein.














