Arctic ist ein bekannter und erfolgreicher Hersteller von Kühlern für nahezu jeden Anwendungszweck. Wie fast jeder Hersteller, will auch Arctic weitere Produktgenres abdecken und beginnt damit im Audio-Bereich. Und genau darauf blicken wir heute, denn wir haben den P402-Kopfhörer mit eingebautem Mikrofon bei uns im Test. Wie sich dieses Headset schlägt und die guten Leistungen der Kühlersparte abgefärbt haben, klären wir im nachfolgenden Testbericht.

Wir bedanken uns bei Arctic für die Bereitstellung des Testsamples und das entgegengebrachte Vertrauen.
Lieferumfang
Die recht kleine, weiß-blaue Verpackung zeigt dem Käufer die wichtigsten technischen Daten sowie einige erste Bilder des Produktes. Zum Lieferumfang lässt sich nicht viel sagen, ein paar Handbücher sowie ein TRRS-Adapter, damit das Mikrofon auch an älteren Handys funktioniert.
Impressionen
Der Kopfhörer sieht auf den ersten Blick sehr vielversprechend sowie hochwertig aus. Das Grundgerüst ist aus schwarzem Kunststoff gefertigt, während die Ohrmuscheln von außen mit einer silbernen Aluminiumabdeckung verkleidet und mit einem Arctic-Schriftzug versehen wurden. Diese sind jeweils per dünnem Metallbügel mit dem Kopfbügel verbunden.
Allerdings wirken diese Bügel nicht sonderlich stabil und der Kopfhörer kann den scheinbaren hochwertigen Eindruck leider nicht ganz bestätigen. Positiv hingegen ist allerdings das sehr geringen Gewicht, welches den Tragekomfort erheblich erhöht. Auf Grund des puristischen Kopfbügels wirkt dieser insgesamt aber recht instabil. Außerdem ist das Kabel, an dem sich auch das Mikrofon befindet, viel zu dünn und somit dementsprechend auch sehr anfällig für Defekte wie zum Beispiel Kabelbrüche.
Auf der Innenseite der kippbaren Ohrmuscheln befinden sich die austauschbaren und ohrenaufliegenden Polster. Selbige werden von einem angenehmen Lederüberzug geschütz. Die eigentliche Membran ist von "gewöhnlichen" Stoff überzogen. Mehr zum Tragekomfort findet sich wie immer im Praxistest auf der nächsten Seite. Die Klinkenstecker selbst wurden mit "vergoldeten" Kontakten versehen. Als externe Fernbedienung kommt lediglich ein recht simpler Lautstärkeregler zum Einsatz; weniger ist eben immer noch mehr! Weiter geht es mit dem Praxistest sowie der klanglichen Einschätzung.
Praxistest
Kommen wir gleich zu einem der wichtigsten Punkte eines Headsets, dem Tragekomfort: Diesen Abschnitt meistert das Arctic Headset mit absoluter Bravur. Durch das sehr geringe Gewicht und die weichen Ohrpolster, merkt man den Kopfhörer kaum auf dem eigenen Kopf. Daraus resultierend kann das Headset stundenlang ohne größere Probleme tragen. Allerdings trifft dies nur für kleinere Köpfe zu, denn der Kopfhörer ist in jeder Hinsicht sehr klein. Der Mechanismus zum Verstellen der Bügelgröße lässt leider keine alt zu großen Veränderungen vor; unter Betracht das man einen recht großen Kopfumfang besitzt, sind die Kopfbügel sind definitiv zu kurz geraten.
Dies äußert sich darin, dass die Ohrpolster auf dem oberen Teil des Ohres aufliegen, den unteren Teil aber gar nicht berühren. Mitunter kann es auch nach einiger Zeit Schmerzen an den Ohren herbeiführen. Es sei an dieser Stelle aber noch einmal erwähnt, dass diese Einschätzung durchaus sehr subjektiv sein kann und von anderen deutlich anders aufgenommen wird. Einen "Isolationsgrad eines Creatve Tactic3D Wrath oder eines Beyerdynamic Custom One Pro werden leider nicht erzielt. Dafür spielt das Headset aber auch in einer komplett anderen preislichen Liga.
Klangverhalten
Für den Test wird das System an die Soundkarte X-Fi HD USB von Creative angeschlossen. Diese ist aufgrund des Kopfhörerverstärkers sowie der guten Wandler sehr gut für Kopfhörer im Mittelklassebereich geeignet. Als Testmusik kommen Lieder von bekannten Bands und Künstlern aus verschiedenen Musikrichtungen zum Einsatz (z.B. Marteria, Metallica, Skrillex uvm). Des Weiteren wurden Counter Strike Global Offensive, Race Driver Grid sowie Battlefield 3 als Spiele und Transformers 2, Crank und Death Race als Filme verwendet.

Vor dem Test waren wir skeptisch was der Kopfhörer leistungstechnisch bringen kann. Ob es jetzt daran liegt, dass Arctic sich normalerweise auf Kühlerbereich spezialisiert hat oder ob den 30€ Anschaffungspreis der Leitsatz "wer billig kauf, kauf zweimal" zum Tragen kommt, wollen wir an dieser Stelle nicht festlegen. Kommen wir wieder zurück zum fachlichen Bereich bzw. zur klanglichen Abstimmung. Der Kopfhörer klingt, wie schon auf der Verpackung beworben, sehr neutral. Dies äußert sich darin, dass keine Frequenz angehoben oder abgesenkt ist. Alles klingt so, wie der Künstler es auch aufgenommen hat. Dies bringt jedoch einige Nachteil mit sich. So klingt der Kopfhörer nicht wie vergleichbare Modelle mit angehobenem Hochton luftig und klar, sondern insgesamt eher dumpf. Außerdem klingt es durch den quasi nicht vorhandenen Tiefton sehr trist und unspektakulär.

Dafür hören sich Stimmen und Instrumente im Mitteltonbereich immer realistisch und gut an. Leider wissen Bühne und Detailauflösung auch nicht zu überzeugen. Die Bühne ist sehr klein und Details gehen gerne mal im dumpfen Klangbrei unter. Dieser Eindruck setzt sich auch in Spielen fort, durch die schwache Detailauflösung gepaart mit der kleinen Bühne fällt es schwer Gegner zu orten, außerdem klingen zum Beispiel die riesigen Maps aus Battlefield 3 sehr eingeengt. Abschließend stellen wir den geringen Anschaffungspreis in den Raum und lassen das genannten dagegen wirken. 30 EUR Straßenpreis werden aktuell für das Headset vom Kunden verlangt. Kommen wir nun abschließend zum Fazit.
Fazit
Wie soll man ein solches Budget-Produkt bewerten, diese Frage stellt man sich zur Häufe. Ein lässt sich sicher sagen, dass das Arctic P402 nicht bei den Großen dieser Liga mitspielt und erst gar nicht kann, steht außer Frage. Von daher sollte man anders an diesen Umstand herangehen und sich selbst fragen, wieviel Geld man bereit ist auszugeben. Nach oben hin sind ja bekanntlich keine Grenzen gesetzt, doch beim Blicken in die günstigeren Bereiche lassen wirklich gute Produkte schnell durch das Raster fallen. Klanglich reißt das Headset sicherlich keine Wurzeln aus, leistet aber grundsolide Arbeit. Für gelegentlichen Musik(genuss) oder Spiele taugt das Produkt aber allemal.
Reichen einem die im Praxistest angesprochenen Punkte nicht aus, muss man sich definitiv nach Alternativen umschauen. Die Auswahl ist an dieser Stelle nahezu unendlich und reicht vom günstigen Gamer-Headset Sennheiser PC323D G4ME bis hin zum absoluten High-End Modell Beyerdynamic Custom One Pro. Die Kauftentscheidung obliegt trotz allem dem Kunden ganz allein. Für circa 30 EUR Straßenpreis ist das Arctic P402 eine sehr günstige und gute Alternative, die sich Sparfüchse einmal anschauen. Erhaltlich ist das Headset unter anderem bei Amazon.

Pro
+ gutes Design
+ niedriger Anschaffungspreis
+ guter Tragekomfort
Contra
- blasser und unspektakulärer Klang
- verbesserungswürdige Verarbeitung
Aufgrund der grundsoliden Leistung in Verbindung mit dem günstigen Anschaffungspreis verleihen wir dem Arctic P402 den begehrten Hardware-Journal Preis-Leistung Award. Im Forum kann Kritik, Lob oder Feedback zum Artikel geäußert werden.