Praxistest
Kommen wir gleich zu einem der wichtigsten Punkte eines Headsets, dem Tragekomfort. Hier hält Creative leider nicht was versprochen wird. Aufgrund der schon weiter vorne angesprochenen und viel zu flachen Ohrmuscheln, hat man bereits nach 1-2 Stunden ein unangenehmes Gefühl, was bei großen Ohren auch schnell mal schmerzhaft wird. Dieses Problem hätte man durch tiefere Ohrmuscheln leicht lösen können. Es sei an dieser Stelle aber noch einmal erwähnt, dass diese Einschätzung durchaus sehr subjektiv sein kann und von anderen deutlich anders aufgenommen wird. Der Kopfbügel hingegen präsentiert sich immer gemütlich und angenehm. Sitzt das Headset erst einmal auf dem Kopf, kann das Spielerlebnis beginnen. Zwar "isolieren" die Ohrmuscheln bei weitem nicht so gut wie es z. B. beim Beyerdynamic Custom One Pro der Fall ist, spielen dafür aber auch in einer ganz anderen Liga. Das Mikrofon lässt keine Wünsche offen und klingt zu jedem Zeitpunkt mehr als ordentlich. Die Stimme wird klar übertragen, Störgeräusche sind keine vorhanden und auch ein Rauschen ist nur minimal zu hören.
Software
Die schick aufgemachte und funktionsreiche Software bietet einige Funktionen; wie zum Beispiel die 7.1-Surround-Simulation oder den von Creative bekannten Crystalizer. Des Weiteren gibt es noch vorgegebene sowie anpassbare Profile, einen EQ, Voice FX (hier kann man die Stimme verändern) sowie mehrere Farben zum einstellen des Designs (nur Treiber). Leider sind die meisten Funktionen, abgesehen von der Surround-Simulation, nicht wirklich mehr als nette Spielereien. Der Crystalizer soll den Sound natürlicher und lebensechter machen, ist aber nichts anderes als ein Badewannen-EQ (Höhen und Tiefen angehoben), welcher den Klang deutlich verfälscht. Die Funktion „Bass“ ist eigentlich auch nichts anderes als eine künstliche Anhebung des Tieftons, welche auch einfacher und sogar präziser über den EQ geregelt werden kann. Wirklich witzig und als nettes Gimmick anzusehen ist der "Voice FX". Auf Wunsch kann man im TeamSpeak seine eigenen Ork-Gespräche abhalten...
„Dialog Plus“ soll Stimmen verstärken, welches vor allem Filmen zu gute kommen soll. Allerdings merkt man davon nicht viel, im Gegenteil die Stimmen werden teils noch undeutlicher. „Smart Volume“ soll plötzliche Lautstärkeschwankungen minimieren. Dies funktionierte in unserem Test sogar erstaunlich gut und plötzliche Schwankungen konnten von der Software recht gut aufgefangen werden. Kommen wir nun zum wichtigsten Feature, der Surround-Simulation. Hiermit lassen sich die Gegner tatsächlich sehr gut orten, allerdings klappt dies auch im Stereo-Modus schon mehr als ausreichend. Leider wird der Klang durch einen sehr starken Hall verfälscht. Ob dies störend ist oder nicht muss jeder für sich herausfinden.
Klangverhalten
Für den Test wird das System per USB-Port an den PC angeschlossen. Alle Klangverfälscher bleiben, wenn nicht anders beschrieben, ausgeschaltet. Als Testmusik kommen Lieder von bekannten Bands und Künstlern aus verschiedenen Musikrichtungen zum Einsatz (z.B. Marteria, Metallica, Skrillex uvm). Des Weiteren wurden Counter Strike Global Offensive, Race Driver Grid sowie Battlefield 3 als Spiele und Transformers 2, Crank und Death Race als Filme verwendet.

Nach mehreren Tagen im Test sind wir durchaus positiv überrascht vom Creative Tactic 3D Wrath. Doch erst einmal von vorne. Der Klang ist über das komplette Frequenzspektrum sehr neutral, lediglich im Oberbass gibt es eine recht deutliche Betonung. So klingt das Headset niemals unnötig langweilig und bringt ein wenig Leben in die Aufnahme, auch wenn der Bass manchmal zum wummern neigt. Im Mittelton wird alles unverfälscht wiedergegeben, auch wenn Instrumente und Stimmen leider nicht so viel Raum haben sich zu entfalten. Dies wäre von einem Headset im unteren Mittelklasse-Segment aber auch einfach zu viel erwartet. Der Hochton wirkt nie störend, allerdings auch nicht wirklich luftig, insgesamt klingt das Headset jedoch etwas dumpf.
Die Bühne ist zwar recht klein für ein Headset aus dieser Preisklasse, aber trotz der geschlossenen Bauweise immer noch mehr als ausreichend groß und gleiches gilt für die Detailauflösung. Insgesamt klingt das Headset, sofern man nach dem Preis/Leistungs-Verhältnis, sehr gut. In Computerspielen lassen sich die Gegner, begünstigt durch die gute Detailauflösung und Bühne, sehr einfach orten. Mit der Surround-Simulation wird das sogar noch besser. Insgesamt wirkt die Atmosphäre der Spiele gut eingefangen, weshalb Spielen mit dem Headset sehr viel Spaß macht.





