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Creative Tactic 3D Wrath

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Veröffentlicht: 12. Dezember 2012

newsbildneuNahezu jeder Audio-Liebhaber kennt natürlich Creative – der Hersteller ist für mehr als ordentliche Headsets, Boxensysteme und Soundkarten bekannt. Mit dem  Sound Blaster Tactic 3D Wrath haben wir eine der neuesten Kreationen aus dem Hause Creative erhalten. Doch wie schlägt sich das Wireless-Headsets im Gegensatz zur Konkurrenz? Schickt Creative hier ein gutes Headset ins Rennen oder steckt nur heiße Luft hinter einem großen Namen? Dies und viele weitere Sachen klären wir im nachfolgenden Testbericht.

 

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Wir bedanken uns bei Creative für die Bereitstellung des Testmusters und das entgegengebrachte Vertrauen.

 


 

Lieferumfang

Das Headset wird in einem optisch recht aggressiven Look verschickt, welche zu den hitzigen Gefechten am PC passen soll. Der Lieferumfang besteht aus dem Headset selbst, dem Wireless-Adapter welcher über den USB-Port an den PC angeschlossen wird, einem Ladekabel sowie ein paar Beipackzettel. Der Treiber lässt sich nur im Internet herunterladen, was im Übrigen recht lange dauert, da die Creative-Server nicht die schnellsten sind. Über die Treiber-Politik seitens Creative wurde aber schon mehr als genügend in der Community diskutiert.

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Technische Daten *Klicken zum Anzeigen*

  • Kopfhörer
    • Treiber: 50-mm-Neodym-Magnettreiber
    • Frequenzumfang: 20 Hz - 20 kHz
    • Impedanz: 40 Ohm
    • Empfindlichkeit: 102 dB/mW
  • Mikrofon
    • Mikrofontyp: Kondensatormikrofon mit Geräuschunterdrückung
    • Frequenzumfang: 100 Hz - 7 kHz
    • Impedanz: < 2,2 kOhm
    • Empfindlichkeit: -40 dBV/Pa
  • Schnittstelle
    • Unkomprimierte kabellose Übertragung über das 2,4-GHz-Band

Impressionen

Der Recht aggressive Look der Verpackung geht nahtlos beim Headset weiter. Die schwarze Grundfarbe wird durch rote Akzente aufgelockert. Die Ohrmuscheln leuchten im angeschaltetem Zustand an der Außenseite rot. An der Innenseite befinden sich die Lederpolster mitsamt dem roten Stoff, welcher den Treiber schützt. Ob die Polster nun ohrenaufliegend oder umschließend seien sollen, wird uns nicht so ganz klar. Sie sind zwar groß genug, um das Ohr zu umschließen, jedoch viel zu flach. So berühren die Ohren immer die Innenseite der Ohrmuscheln. Inwiefern dies problematisch für den Tragekomfort ist wird im Bereich Praxistest beschrieben. 

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Vorbildlich ist hingegen das System zum Anpassen des Headsets an die individuellen Kopfgrößen. Die Rasterung ist ausreichend stark um nicht unabsichtlich bewegt zu werden, jedoch auch nicht zu schwergängig um mit unnötiger "Gewalt" am Bügel agieren zu müssen. Die Verarbeitungsqualität ist auf einem hohen Niveau. Der Kopfbügel wirkt sehr stabil und die Führung ist aus Metall. Durch die sehr gute Kunststoffverkleidung wirkt alles sehr hochwertig und steigert dadurch die Wertigkeit des gesamten Headsets. Auch die drehbaren Ohrmuscheln machen einen guten Eindruck, lediglich die quietschenden Gelenke trüben den ansonsten sehr guten Eindruck.

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An der linken Ohrmuscheln befinden sich die wichtigsten Funktionen bzw. Bedienelemente des Headsets. Unter anderem wird an dieser Stelle das modulare Mikrofon angebracht, welches mit einem beweglichen Arm frei justierbar ist. Ebenfalls platzierte der Hersteller die "Sound lauter, Sound leiser, Mikrofon stumm" Tasten. Aif der Unterseite der linken Ohrmuschel befindet sich ein Gummiabdeckung, die den Micro-USB-Anschluss für die Verbindung zum PC versteckt hält. Der Kopfhörer selbst kann über den an dieser Steller platzierten Ein-Aus-Schalter außer Betrieb gesetzt werden.

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Alles in Allem hinterlässt das Tactic 3D Wrath von Creative einen sehr soliden Eindruck. Allein optisch betrachtet handelt es sich hierbei um einen Hochgenuss, wobei diese Einschätzung sehr subjektiv einzuordnen ist. Ob sich all die Features auch klanglich positiv umsetzen lassen, klären wir auf der nächsten Seite.


 

Praxistest

Kommen wir gleich zu einem der wichtigsten Punkte eines Headsets, dem Tragekomfort. Hier hält Creative leider nicht was versprochen wird. Aufgrund der schon weiter vorne angesprochenen und viel zu flachen Ohrmuscheln, hat man bereits nach 1-2 Stunden ein unangenehmes Gefühl, was bei großen Ohren auch schnell mal schmerzhaft wird. Dieses Problem hätte man durch tiefere Ohrmuscheln leicht lösen können. Es sei an dieser Stelle aber noch einmal erwähnt, dass diese Einschätzung durchaus sehr subjektiv sein kann und von anderen deutlich anders aufgenommen wird. Der Kopfbügel hingegen präsentiert sich immer gemütlich und angenehm. Sitzt das Headset erst einmal auf dem Kopf, kann das Spielerlebnis beginnen. Zwar "isolieren" die Ohrmuscheln bei weitem nicht so gut wie es z. B. beim Beyerdynamic Custom One Pro der Fall ist, spielen dafür aber auch in einer ganz anderen Liga. Das Mikrofon lässt keine Wünsche offen und klingt zu jedem Zeitpunkt mehr als ordentlich. Die Stimme wird klar übertragen, Störgeräusche sind keine vorhanden und auch ein Rauschen ist nur minimal zu hören.

Software

Die schick aufgemachte und funktionsreiche Software bietet einige Funktionen; wie zum Beispiel die 7.1-Surround-Simulation oder den von Creative bekannten Crystalizer. Des Weiteren gibt es noch vorgegebene sowie anpassbare Profile, einen EQ, Voice FX (hier kann man die Stimme verändern) sowie mehrere Farben zum einstellen des Designs (nur Treiber). Leider sind die meisten Funktionen, abgesehen von der Surround-Simulation, nicht wirklich mehr als nette Spielereien. Der Crystalizer soll den Sound natürlicher und lebensechter machen, ist aber nichts anderes als ein Badewannen-EQ (Höhen und Tiefen angehoben), welcher den Klang deutlich verfälscht. Die Funktion „Bass“ ist eigentlich auch nichts anderes als eine künstliche Anhebung des Tieftons, welche auch einfacher und sogar präziser über den EQ geregelt werden kann. Wirklich witzig und als nettes Gimmick anzusehen ist der "Voice FX". Auf Wunsch kann man im TeamSpeak seine eigenen Ork-Gespräche abhalten...

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„Dialog Plus“ soll Stimmen verstärken, welches vor allem Filmen zu gute kommen soll. Allerdings merkt man davon nicht viel, im Gegenteil die Stimmen werden teils noch undeutlicher. „Smart Volume“ soll plötzliche Lautstärkeschwankungen minimieren. Dies funktionierte in unserem Test sogar erstaunlich gut und plötzliche Schwankungen konnten von der Software recht gut aufgefangen werden. Kommen wir nun zum wichtigsten Feature, der Surround-Simulation.  Hiermit lassen sich die Gegner tatsächlich sehr gut orten, allerdings klappt dies auch im Stereo-Modus schon mehr als ausreichend. Leider wird der Klang durch einen sehr starken Hall verfälscht. Ob dies störend ist oder nicht muss jeder für sich herausfinden.

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Klangverhalten

Für den Test wird das System per USB-Port an den PC angeschlossen. Alle Klangverfälscher bleiben, wenn nicht anders beschrieben, ausgeschaltet. Als Testmusik kommen Lieder von bekannten Bands und Künstlern aus verschiedenen Musikrichtungen zum Einsatz (z.B. Marteria, Metallica, Skrillex uvm). Des Weiteren wurden Counter Strike Global Offensive, Race Driver Grid sowie Battlefield 3 als Spiele und Transformers 2, Crank und Death Race als Filme verwendet.

Test

Nach mehreren Tagen im Test sind wir durchaus positiv überrascht vom Creative Tactic 3D Wrath. Doch erst einmal von vorne. Der Klang ist über das komplette Frequenzspektrum sehr neutral, lediglich im Oberbass gibt es eine recht deutliche Betonung. So klingt das Headset niemals unnötig langweilig und bringt ein wenig Leben in die Aufnahme, auch wenn der Bass manchmal zum wummern neigt. Im Mittelton wird alles unverfälscht wiedergegeben, auch wenn Instrumente und Stimmen leider nicht so viel Raum haben sich zu entfalten. Dies wäre von einem Headset im unteren Mittelklasse-Segment aber auch einfach zu viel erwartet. Der Hochton wirkt nie störend, allerdings auch nicht wirklich luftig, insgesamt klingt das Headset jedoch etwas dumpf.

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Die Bühne ist zwar recht klein für ein Headset aus dieser Preisklasse, aber trotz der geschlossenen Bauweise immer noch mehr als ausreichend groß und gleiches gilt für die Detailauflösung. Insgesamt klingt das Headset, sofern man nach dem Preis/Leistungs-Verhältnis, sehr gut. In Computerspielen lassen sich die Gegner, begünstigt durch die gute Detailauflösung und Bühne, sehr einfach orten. Mit der Surround-Simulation wird das sogar noch besser. Insgesamt wirkt die Atmosphäre der Spiele gut eingefangen, weshalb Spielen mit dem Headset sehr viel Spaß macht.

 


Fazit

Mit dem Creative Tactic 3D Wrath hat Creative ein definitiv interessantes Headset auf den Markt gebracht, welches sich auch im Test sehr gut schlägt. Der Klang ist mehr als ordentlich, die Akkulaufzeit sehr gut, die Verarbeitung ist ebenfalls gut und auch die Surround-Simulation funktioniert zuverlässig. Wer viel spielt und ein gutes Wireless-Surround-Headset sucht, ist mit dem Creative Tactic 3D Wrath bestens beraten. Für Musikliebhaber sollte aber eher ein kabelgebundenes Stereo-Headset oder gar ein Kopfhörer her, hier bekommt man einfach mehr (Musik)-Klang fürs Geld. Das Creative Tactic 3D Wrath ist aktuell für circa 79 EUR (Preisvergleich) erhältich oder kann direkt bei Amazon https://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=hardwarejourn-21&l=ur2&o=3erworben werden.

 

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Pro

+ Klang

+ Verarbeitung

+ Akkulaufzeit

+ Surruond

+ viele Features...

 

Contra

- die größenteils unausgereift sind


 

 

 

 

Aufgrund der grundsoliden Leistung verleihen wir dem Creative Tactic 3D Wrath den begehrten Hardware-Journal Gold-Award. Im Forum kann Kritik, Lob oder Feedback zum Artikel geäußert werden.

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