Der Markt für PC-Mainboards soll sich laut einem Bericht von Digitimes aktuell in einer schwierigen Lage befinden. Demnach kämpfen mehrere Hersteller mit rückläufigen Verkaufszahlen, während steigende Hardware-Preise und eine geringere Upgrade-Bereitschaft den DIY-PC-Markt ausbremsen.
Betroffen seien unter anderem MSI, Gigabyte und ASRock. Für das Jahr 2026 erwartet der Bericht sinkende Mainboard-Auslieferungen. Offizielle Verkaufszahlen liegen bislang noch nicht vor. Als Ursache werden mehrere Faktoren genannt, darunter vor allem steigende Kosten bei Speicherkomponenten. Besonders DRAM-Produkte haben sich in den vergangenen Monaten deutlich verteuert. Hintergrund ist laut Bericht die hohe Nachfrage aus dem KI-Sektor, der große Mengen an Speicherchips benötigt. Die Entwicklung betrifft nicht nur Arbeitsspeicher, sondern auch weitere PC-Komponenten wie SSDs und Grafikkarten. Dadurch steigen die Gesamtkosten für neue Systeme spürbar an.
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Auch Jese Martinez vom PC-Systemintegrator PowerGPU äußerte sich zu den Preisentwicklungen. Nach seiner Einschätzung verteuern sich derzeit mehrere Hardware-Bereiche gleichzeitig. Genannt werden Speicher, Massenspeicher und weitere Komponenten, deren Preise sich teils verdoppelt oder sogar verdreifacht hätten. Die steigenden Hardware-Kosten wirken sich laut Bericht direkt auf den Mainboard-Markt aus. Viele Nutzer verschieben ihre geplanten PC-Upgrades oder verzichten vorerst komplett auf neue Systeme. Ohne neue CPU, Grafikkarte oder Arbeitsspeicher entfällt häufig auch der Bedarf an einem neuen Mainboard.
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Zusätzlich wird von einer schwächeren Nachfrage nach Nvidias RTX-50-Serie berichtet. Wie Digitimes vermeldet fehlen derzeit technische Neuerungen, die viele Nutzer zu einem Wechsel motivieren würden. Auch die bislang nicht angekündigte RTX-50-Super-Serie wird in diesem Zusammenhang erwähnt. Vor allem im Mittelklasse- und High-End-Segment fehle es aktuell an Hardware-Neuheiten mit größerem Upgrade-Anreiz. Das wirke sich ebenfalls negativ auf den DIY-PC-Markt aus.
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Als Marktführer im Mainboard-Segment wird Asus genannt. Nach Angaben soll das Unternehmen im Jahr 2025 rund 15 Millionen Mainboards verkauft haben. Für das erste Halbjahr 2026 werden jedoch nur noch etwa fünf Millionen ausgelieferte Einheiten genannt. Für das Gesamtjahr peile Asus demnach rund zehn Millionen Mainboards an. Das wäre nach Angaben der Digitimes der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren. Die Hersteller versuchen parallel, neue Geschäftsfelder im KI-Bereich auszubauen. Asus verwies laut Bericht bei einer Investorenkonferenz auf die eigene Premium-Positionierung und KI-Produkte. Auch Gigabyte und ASRock sollen verstärkt auf KI-Hardware und entsprechende Infrastruktur setzen.
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