Microsoft richtet seine Xbox-Strategie offenbar grundlegend neu aus. Wie Bloomberg berichtet (Paywall), soll der Xbox Game Pass die ursprünglich gesteckten Wachstumsziele deutlich verfehlt haben. Als Reaktion plant das Unternehmen demnach Veränderungen beim Vertrieb neuer Spiele. Vor allem Einzelspieler-Titel sollen künftig wieder regulär verkauft werden, anstatt direkt im Abo zu erscheinen.
Dem Bericht zufolge hatte Microsoft für das Jahr 2026 mit rund 77 Millionen Game-Pass-Abonnenten gerechnet. Tatsächlich soll der Dienst aktuell lediglich auf etwa 30 Millionen Nutzer kommen. Das wären sogar rund vier Millionen weniger als bei der letzten offiziell kommunizierten Zahl aus dem Jahr 2024.Als Ursache nennen mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Bloomberg eine Fehleinschätzung des Nutzungsverhaltens. Intern sei man davon ausgegangen, dass sich Spiele ähnlich konsumieren lassen wie Filme oder Serien bei Streaming-Diensten. Tatsächlich investieren viele Spieler jedoch über Monate oder sogar Jahre in einzelne Titel. Hinzu kommt, dass zahlreiche Live-Service-Spiele langfristig an sich binden. In den USA kaufen viele Spieler außerdem nur ein oder zwei neue Spiele pro Jahr, ein erheblicher Teil sogar gar keines.
Bildquelle: Erstellt mit getimg.ai
Ursprünglich war der Game Pass laut Bloomberg vor allem dafür gedacht, ältere Spiele mit sinkender Nachfrage erneut zu vermarkten. Später erschienen jedoch auch große Neuveröffentlichungen direkt im Abo. Als Beispiel nennt der Bericht Call of Duty: Black Ops 6, dessen Aufnahme in den Game Pass laut Microsoft intern mit rund 300 Millionen US-Dollar an entgangenem Umsatz kalkuliert worden sein soll. Gleichzeitig sollen rund 82 Prozent der Verkäufe des Spiels auf die Playstation entfallen sein.
Bildquelle: Erstellt mit getimg.ai
Im Zuge der Neuausrichtung soll Microsoft laut Bloomberg künftig stärker zwischen Einzelspieler- und Multiplayer-Spielen unterscheiden. Einzelspieler-Titel sollen wieder regulär verkauft und zunächst exklusiv innerhalb des Xbox-Ökosystems erscheinen. Ob damit ausschließlich die Konsole oder auch Windows-PCs gemeint sind, geht aus dem Bericht nicht hervor.Multiplayer-Spiele sollen dagegen weiterhin plattformübergreifend veröffentlicht werden. Die Änderungen stehen im Zusammenhang mit der umfassenden Neustrukturierung der Xbox-Sparte, die Microsoft in den vergangenen Wochen eingeleitet hat. Erst vor kurzem hat das Unternehmen angekündigt die Preise für die aktuellen Xbox-Konsolen ab August 2026 erneut anzuheben, um den Preissteigerungen bei diversen Komponenten Rechnung zu tragen.
Ebenfalls interessant:
Playstation 5: Patent enthüllt Sonys Pläne für KI-Werbung
Xbox Games Showcase 2026: 17 Spiele landen direkt im Abo
NVIDIA: Keine Hardware mehr für Endkunden?

