Der südkoreanische Speicherhersteller SK Hynix erwartet, dass sich die angespannte Lage auf dem Speichermarkt in den kommenden Jahren weiter verschärft. Nach Einschätzung des Unternehmens soll 2027 aus Sicht der Versorgung sogar das schwierigste Jahr der Branche werden. Gleichzeitig geht SK Hynix davon aus, dass die Nachfrage das verfügbare Angebot noch bis mindestens 2030 übersteigen wird.
Die Aussagen stammen von Unternehmenschef Kwak Noh Jung, der sich im Gespräch mit Reuters am Rande des Nasdaq-Börsengangs von SK Hynix äußerte. Das Unternehmen sammelte dabei nach eigenen Angaben 26,5 Milliarden US-Dollar ein und erzielte damit den bislang größten Börsengang eines ausländischen Unternehmens in den USA.
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Kwak Noh Jung erklärte die Lage mit deutlichen Worten. "Wir gehen davon aus, dass das kommende Jahr aus Sicht der Versorgung das schwierigste Jahr in der Geschichte der Branche wird. Gleichzeitig erwarten wir, dass die Nachfrage unserer Kunden selbst über das Jahr 2030 hinaus höher bleibt als unsere Produktionskapazitäten. Dennoch arbeiten wir mit Hochdruck daran, dieses Problem zu lösen."
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Als Hauptursache gilt der anhaltende Boom rund um Künstliche Intelligenz. Vor allem HBM-Speicher für KI-Beschleuniger benötigt deutlich aufwendigere Fertigungs und Verpackungsprozesse als klassischer DDR5-Arbeitsspeicher. Gleichzeitig bindet die Produktion dieser Speicherchips einen erheblichen Teil der verfügbaren Wafer Kapazitäten. Große Hersteller verlagern ihre Fertigung deshalb zunehmend auf HBM Produkte, wodurch die Versorgung mit anderen Speicherarten zusätzlich unter Druck gerät.
Langfristige Lieferverträge sichern Produktion
In den vergangenen Monaten haben mehrere Speicherhersteller langfristige Lieferverträge mit Großkunden abgeschlossen. Solche Vereinbarungen sichern Produktionskapazitäten über mehrere Jahre und definieren Preisgrenzen, ohne die Marktpreise direkt festzulegen. Dadurch wird ein großer Teil der verfügbaren Fertigung bereits im Voraus gebunden. Marktbeobachter verweisen allerdings darauf, dass Prognosen dieser Art mit Vorsicht zu betrachten sind. Hohe Speicherpreise liegen grundsätzlich auch im wirtschaftlichen Interesse der Hersteller. Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten, dass sich das Wachstum der DRAM-Preise zuletzt etwas abgeschwächt hat. Dennoch bleibt das Preisniveau nach Einschätzung der Branche auf absehbare Zeit deutlich erhöht.
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