Das KI-Unternehmen Anthropic baut ein eigenes Team für die Entwicklung maßgeschneiderter Prozessoren auf. Ziel ist es, zukünftige Versionen des Sprachmodells Claude effizienter und leistungsfähiger zu betreiben. Das Unternehmen bestätigte damit frühere Berichte, wonach die Entwicklung eigener KI-Chips bereits geprüft wurde.
Nach Angaben von Anthropic werden derzeit Ingenieure gesucht, die sowohl Erfahrung im Hardwarebereich als auch in der Softwareentwicklung mitbringen. Gemeinsam sollen sie Prozessoren und KI-Modelle entwickeln, die optimal aufeinander abgestimmt sind. Dadurch soll Claude schneller arbeiten und gleichzeitig den steigenden Anforderungen von Unternehmenskunden gerecht werden.
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Der Schritt folgt einem branchenweiten Trend. Immer mehr KI-Unternehmen setzen auf spezialisierte Hardware, da moderne Sprachmodelle enorme Rechenleistung benötigen. Individuell entwickelte Chips können die Energieeffizienz verbessern, Latenzen reduzieren und die Betriebskosten großer Rechenzentren senken. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von Standard-GPUs verringert werden, deren Verfügbarkeit in den vergangenen Jahren aufgrund der weltweit hohen Nachfrage mehrfach zum Engpass wurde.
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Anthropic betont jedoch, dass eigene Prozessoren lediglich ein Bestandteil einer breiteren Hardwarestrategie sind. Das Unternehmen will weiterhin auf eine Kombination verschiedener Plattformen setzen. Dazu gehören Technologien von Amazon Web Services, Google, Nvidia und AMD. Amazon zählt zudem zu den größten Investoren des Unternehmens und integriert Claude bereits in seine Cloud-Plattform AWS. Auch Google unterstützt Anthropic finanziell und stellt Rechenkapazitäten für das Training der KI-Modelle bereit.
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Einen Zeitplan für die ersten eigenen Chips nannte Anthropic bislang nicht. Ebenfalls offen bleibt, ob die Prozessoren später in Eigenregie gefertigt oder von einem externen Auftragsfertiger produziert werden. In der Halbleiterbranche übernehmen diese Aufgabe in der Regel Unternehmen wie TSMC oder Samsung Foundry.
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Branchenexperten gehen davon aus, dass die Entwicklung moderner KI-Beschleuniger erhebliche Investitionen erfordert. Allein die Entwicklungskosten eines leistungsfähigen KI-Chips können nach Schätzungen aus der Industrie rund 500 Millionen US-Dollar erreichen. Dazu kommen Ausgaben für Entwicklung, Validierung und die spätere Fertigung der komplexen Halbleiter.
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