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Lesertest: be quiet! Silent Loop 2 - 360 mm 18 Mai 2021 22:47 #1

Mein Testbericht befasst sich mit dem 360-mm-Modell der neuen All-in-One Wasserkühlung von be quiet!, der Silent Loop 2. Neben einer hohen Leistung verspricht soll diese auch durch einen leisen Betrieb überzeugen.
Technische Daten:

Kurz zu den wichtigsten technischen Daten. Kompatibel ist die AiO mit den gängigen Intel- und AMD-Sockeln. Bei Intel wären dies LGA115x, LGA1200, LGA2011(-3) Square ILM und LGA2066, bei AMD AM4, AM3 , AM3, sTRX4 und TR4. Für letztere wird allerdings ein spezielles Mounting-Kit benötigt. In meinem Test habe ich die AiO auf dem Intel-Sockel LGA1200 montiert.
Der Radiator in 360-mm-Baugröße ist mit drei Lüftern der Baureihe „Silent Wings 3 120 mm PWM high-speed“ bestückt. Die Abmessungen des Radiators betragen inkl. Lüfter 394 x 120 x 52 mm (HBT).
Die mittels PWM regelbaren Lüfter erreichen eine maximale Drehzahl von 2.200 RPM und die mittels DC regelbare Pumpe erreicht 2.800 RPM. Dabei kann die Spannung der Pumpe zwischen 9 und 12 V geregelt werden.
Die Lautstärke wird mit 17,7 dBA bei 25 %, 23,9 dBA bei 50 % und 39,8 dBA bei 100 % der Lüfterdrehzahl angegeben.
Für eine ansprechende Optik ist in den Pumpenkopf neben dem weiß beleuchteten be quiet!-Logo eine ARGB-Beleuchtung integriert. Die Verbindung zum Radiator erfolgt über einen 400 mm langen Schlauch. Eine Besonderheit der AiO ist die Möglichkeit den mit der Zeit auftretenden Kühlmittelverlust mittels Diffusion selber nachzufüllen, dazu liegt eine gut dimensionierte Flasche mit Kühlmittel bei. Der Radiator ist aus Aluminium gefertigt und schwarz lackiert, die Basis des Kühlers bildet vernickeltes Kupfer.
Die Herstellergarantie seitens be quiet! beläuft sich auf drei Jahre.
Lieferumfang:

Der Lieferumfang der AiO besteht aus der Pumpen-Radiator-Einheit, den drei Lüftern, der Wärmeleitpaste, diversem Montagematerial, einem Lüfter-Splitter-Kabel, dem ARGB-Anschlusskabel und einer optional nutzbaren Fernbedienung. Alles wird in einer angepasst geformten Kartonage geliefert und ist so gut geschützt.
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Lesertest: be quiet! Silent Loop 2 - 360 mm 18 Mai 2021 22:49 #2

Design und Verarbeitung:

Optisch macht die AiO einen guten ersten Eindruck. Die Lackierung ist fehlerfrei aufgebracht und auch die Finnen des Radiators sind gleichmäßig ausgerichtet. Auf der Oberseite der Pumpe befindet sich ein U-förmiges ARGB-Element in Verbindung mit einer Abdeckung aus gebürstetem Metall. In diese ist noch ein weiß beleuchtetes be quiet! Logo eingebracht. Der U-förmige Spalt ist gleichmäßig ausgerichtet und in Verbindung mit der ARGB-Beleuchtung ergibt sich so eine dezente, aber dennoch wirkungsvolle Beleuchtung. Das konstant weiß leuchte Logo ist dabei auch nicht störend, sondern verbessert viel mehr die elegante Optik.
Die Anschlusskabel sind nicht mit einem Sleeve versehen. Das kann man jetzt gut oder schlecht finden, denn so lassen sich die Kabel natürlich besser verstecken, wenn sie zu sehen sind wäre die Optik aber mit Sleeve besser.
Die beiliegenden Silent Wings Lüfter verfügen über eine gleichmäßige schwarze Farbgebung, lediglich die Gummipuffer weichen etwas ab, was materialbedingt aber nicht überrascht. Der Schwarzton der Lüfter passt stimmig zu dem des Radiators. Auf der Lüfternabe findet sich das be quiet!-Logo in der üblichen weiß-orangen Farbgebung. Passend zur Pumpe wäre hier ein vollständig weißes Logo schön gewesen. Die Anschlusskabel der Lüfter sind mit einem Sleeve versehen und lassen sich gut verlegen, die Länge ist mehr als ausreichend, um die Kabel auf die Rückseite des Mainboard-Trays zu verlegen.
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Lesertest: be quiet! Silent Loop 2 - 360 mm 18 Mai 2021 22:52 #3

Montage:

Die Montage der AiO ist schnell durchgeführt. Zuerst habe ich die Lüfter mit den beiliegenden langen Schrauben am Radiator befestigt. Als nächstes habe ich die mitgelieferte Universalbackplate für den Intel Sockel LGA1200 angepasst. Die Backplate kann für diverse Intel-Sockel angepasst werden, bei AMD-Sockeln wird auf die vorhandene Backplate zurückgegriffen. Eine schöne Lösung, die die Anzahl übrigbleibender Komponenten reduziert und so immerhin etwas Material einspart. Die Backplate wird dann von hinten durch die Sockelbohrungen gesteckt und mit zwei Haltebügeln für die Pumpe auf der Vorderseite des Mainboards verschraubt. Nun kann der Radiator im Gehäuse positioniert und mit den beiliegenden kleinen Schrauben befestigt werden. Auf Grund der Größe meines Gehäuses, dem Fractal Design Meshify 2 XL, habe ich mich für einen Einbau im Deckel entschieden. Die Lüfter habe ich hierfür mit der optisch schöneren Seite nach unten, in das Gehäuse saugend, ausgerichtet. Ich hatte mich gegen einen Front-Einbau entschieden, da ich hierzu den Radiator mit den Anschlüssen nach oben hätte montieren müssen, wodurch sich etwaige enthaltene Luft nicht wie vorgesehen im Radiator hätte sammeln können.
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Lesertest: be quiet! Silent Loop 2 - 360 mm 18 Mai 2021 22:58 #4

Tests:

Das Testsystem umfasst die folgenden relevanten Komponenten:
CPU: Intel Core i7-10700K
Mainboard: MSI MPG Z490 Gaming Carbon WiFi
RAM: PNY XLR8 Gaming Epix-X RGB 2×8 GB (3.600 MHz CL18) (46,5 mm Bauhöhe)
Gehäuse: Fractal Design Meshify 2 XL
Gehäuselüfter: Fractal Design Dynamic X2 GP-14 (2 vorne, 1 hinten)

Für meine Tests habe ich die CPU mit einer Übertaktung auf 4,7 GHz allcore betrieben und mit Prime95 im Small FFTs Test (maximum power/heat/CPU stress) mit konstanter Belastung gefordert. Dabei beträgt die Leistungsaufnahme etwa 190 – 195 W, die AiO soll ja auch ein bisschen gefordert werden. Natürlich weicht diese Konstellation stark vom üblichen Alltagsbetreib ab, jedoch wollte ich mich auf die maximale Leistungsfähigkeit der AiO konzentrieren. Wenn ich so die Kühlung meines Systems auslege, kann ich mir sicher sein, dass es in keinem Betriebszustand zu übermäßiger Erwärmung kommen kann.

Zur Erprobung habe ich folgende Lüfter-Drehzahlen festgelegt:
• 25 % Steuersignal – 600 RPM
• 42 % Steuersignal – 1.000 RPM
• 50 % Steuersignal – 1.170 RPM
• 75 % Steuersignal – 1.620 RPM
• 100 % Steuersignal – 2.100 RPM

Im ersten Durchlauf habe ich die Pumpenleistung auf 100 % eingestellt und die Lüfterdrehzahl in fünf Schritten variiert.



Auf voller Drehzahl der Lüfter schafft die AiO es die CPU auf 70 °C zu kühlen, bei fast 200 W Leistungsaufnahme schon ein gutes Ergebnis. Interessant ist aber der Unterschied zu den Durchläufen mit reduzierter Drehzahl. Bei einem 75-%-Steuersignal ist die Temperatur etwa um 1,5 °C höher und liegt bei etwa 71,5 °C. Geht man auf 50 % Leistung, oder noch etwas weiter auf 42 % bzw. 1.000 RPM, runter ergibt sich eine Differenz von etwa 4 °C. In diesem Temperaturbereich kann man die 4 °C mehr problemlos in Kauf nehmen und die Lüfterdrehzahl auf 1.000 RPM begrenzen. Reduziert man noch weiter und geht auf 25 %, bzw. 600 RPM, runter merkt man, dass der Luftstrom deutlich einbricht und die Temperatur nun bei 83 °C liegt.

Im nächsten Schritt habe ich mir dann angeschaut, wie sich die Temperatur verhält, wenn man bei konstanter Lüfterdrehzahl die Pumpenleistung variiert. Hier habe ich drei Betriebspunkte genutzt:
• 100 % Steuersignal – 2.830 RPM
• 75 % Steuersignal – 2.320 RPM
• 50 % Steuersignal – 1.710 RPM
• 25 % Steuersignal – Pumpe schaltet ab (nicht aufgezeichnet)



Hier zeigen sich doch etwas größere Unterschiede bei den Temperaturen. Die Reduzierung auf 75 % führt zu einer etwa 5 °C höheren Temperatur und senkt man weiter auf 50 % steigt die Temperatur noch einmal um 4 °C an, also insgesamt um 9 °C. Man kann also auch mittels der Pumpendrehzahl einen großen Einfluss auf die CPU-Temperatur ausüben. Aufgrund der doch etwas größeren Differenzen könnte es sich hier lohnen eine möglichst hohe Drehzahl zu erreichen. Die Auswirkungen auf die Lautstärke werden Thema des nächsten Abschnitts sein.

Als dritten Test habe ich noch geschaut, welches Verhalten sich zeigt, wenn ich die Lüfterausrichtung von Push (durch den Radiator blasend von innen nach außen) auf Pull (durch den Radiator saugend von außen nach innen) ändere.



Theoretisch sollte die tendenziell geringere Außentemperatur zu einer geringen CPU-Temperatur führen. Allerdings handelt es sich beim Meshify 2 XL um ein Airflow-Gehäuse, und so ist die Innentemperatur nicht so hoch wie in vielen anderen Cases.
Bei voller Lüfterdrehzahl ist der Unterschied sehr gering und mit 1 °C prinzipiell zu vernachlässigen.

Abschließend hatte ich noch einen Vergleich mit dem Noctua NH-D15S versprochen.



Hier zeigt sich auch ein interessantes Verhalten. Der Noctua NH-D15S zählt zu den größten verfügbaren CPU-Luftkühlern, setzt aber nur auf einen 140 mm messenden Lüfter. Die Kühlleistung des Silent Loop 2 mit Begrenzung der Drehzahl auf 1.000 RPM liefert etwa eine genau so große CPU-Temperatur, wie der Luftkühler bei 100 % und ist dabei etwa um 6 °C besser, wie der NH-D15S mit einer Begrenzung auf 1.000 RPM. Beide 1.000 RPM Messungen zeigen eine Differenz von 4 °C. Es lohnt sich also eine möglichst hohe Pumpendrehzahl einzustellen.
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Lesertest: be quiet! Silent Loop 2 - 360 mm 18 Mai 2021 23:00 #5

Lautstärke:

Bei 600 RPM sind die Silent Wings 3 Lüfter nahezu unhörbar. Erhöht man die Drehzahl auf 1.000 RPM werden diese hörbar, aber im üblichen Sitzabstand ist das noch eine geringe Lautstärke. Drehen die Lüfter weiter auf sind diese ganz und gar nicht mehr Silent. Dazu möchte ich gerne meine Frau zitieren als die Lüfter bei voller Drehzahl liefen: „Hebt hier grade ein Flugzeug ab?“. Bei den hohen maximalen Drehzahlen ist die Lautstärke nicht weiter verwunderlich. Blickt man auf die Temperaturmessungen im letzten Kapitel ist hier zu empfehlen die AiO mit einer Begrenzung der Lüfterdrehzahl auf 1.000 RPM zu betreiben. Die verbaute Pumpe ist tatsächlich so leise, dass man diese auf voller Leistung selbst bei 600 RPM Lüfterdrehzahl nicht wahrnehmen kann.
Fazit:

Be quiet! bietet mit dem Silent Loop 2 eine hochwertige und leistungsstarke AiO, die durchaus auch unter Silent-Anforderungen überzeugen kann. Die Optik ist insgesamt eher schlicht gehalten und trägt so zu einem edlen Aussehen des Systems bei.
Basierend auf meinen Messungen und der subjektiven Wahrnehmung der Lautstärke empfehle ich einen Betrieb der AiO mit einer Lüfterdrehzahl von 600 bis 1.000 RPM und maximaler, bzw. automatisch geregelter Pumpendrehzahl. Die Kühlleistung in Kombination mit der bei geringen Drehzahlen geringen Lautstärke der Lüfter weiß dabei auch gegenüber großen CPU-Luftkühlern zu überzeugen.
Preislich liegt das 360-mm-Modell der Silent Loop 2 aktuell bei etwa 140 €. Für eine AiO dieser Größe und Leistung ein durchaus angemessener Preis. Somit ist der Aufpreis zu den großen CPU-Luftkühlern durchaus noch überschaubar.

Vorteile:
• Elegante Optik und hochwertige Verarbeitung
• Dezente ARGB-Beleuchtung
• Gute Kühlleistung
• Nachfüllbarkeit der AiO
Nachteile:
• Hohe maximale Lautstärke mit unverhältnismäßiger Kühlleistungserhöhung

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