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THEMA: Cryorig H7 - Solider CPU Kühler zum fairen Preis

Cryorig H7 - Solider CPU Kühler zum fairen Preis 04 Dez 2017 15:33 #1

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Junatic, 03.07.2017
CR-H7A

Zunächst möchte ich mich recht herzlich bei Cryorig und Etonix Media, für die Unterstützung und die Bereitstellung dieses Testmusters bedanken.
Ohne Sie wäre dieser Test nicht möglich gewesen, danke.






Abmessungen
B 123 x L 98 x H 145 mm

Gewicht
711g

Kompatibilität
Intel - 775 / 115x / 1366 / LGA2011(-3)
AMD - AM2(+) / AM3 (+) / AM4 (mit Upgrade-Kit) / FM1 / FM2(+)

Zubehör
Montagekit AMD/Intel, Wärmeleitpaste, 2x Lüfter klammern, Anleitung, Garantiekarte

Lüfter
1x 120mm QF120 Balance

Drehzahl
330 - 1600 U/min

Preis
ca. 35€
____________________________________________________________


Einleitung

Cryorig ist in der heutigen Hardware Szene, kein unbekannter Name mehr. Mit Kühlern wie dem C1 Ultimate oder mit dem jüngst präsentierten Gehäuse Taku, konnte man sich etablieren und zeigen was man kann. Ich habe heute einen eher zurückhaltenden Vertreter aus dem Portfolio des erst 2013 gegründeten Unternehmens.
Mit dem H7 hat man einen Kühler auf den Markt gebracht, der mit den großen seiner Zunft mithalten, im Preis aber unter ihnen liegen soll. Dazu wurden verschiedene Techniken verwendet, auf die später noch einmal genauer eingehen möchte.
Ob der Plan aufgegangen ist und der Cryorig H7 sich wirklich behaupten kann, dass wird mein Review zeigen.


Verpackung und Inhalt

Der Cryorig H7, kommt in einer vollständig bedruckten und für Cryorig typischen Verpackung.
Die Vorderseite zeigt ein großes Bild des Kühlers mit montiertem Lüfter. Dazu gibt es einen kleinen Text zum H7 und seinem Lüfter. Die weiße Seite mit dem Namen des Kühlers, finden wir, wie bei allen Cryorig Kühlern, auf der linken Seite.
Auf der Rückseite der Verpackung, finden wir die Spezifikationen des Kühlers und des Lüfters. Dazu erhält der Käufer anhand von Konstruktionszeichnungen, die genauen Abmessungen des H7. Auf der rechten Seite werden dann drei Key Features des Kühlers in einem kurzem Text erläutert.

In der Verpackung, gibt es neben dem Kühlkörper und dem Lüfter, noch eine kleine Pappschachtel, in der sich das Zubehör befindet. Dieses besteht aus einer Backplate mit Schrauben, ein wenig Wärmeleitpaste, zwei zusätzliche Lüfter Klammern, einer Anleitung und einer Garantiekarte. Das restliche Montagematerial ist bereits an der Bodenplatte des Kühlers befestigt und kann nicht abgenommen werden.

Der Lüfter, der dem H7 beigepackt ist, ist ein Hauseigener Cryorig QF120 BALANCE 120mm Lüfter. Dieser beginnt sich bereits bei 330 Umdrehungen zu drehen und besitzt eine maximale Drehzahl von 1.600 Umdrehungen. Optisch entspricht er dem, was man von Cryorig gewohnt ist, schwarzer Rahmen und weiße Lüfterblätter. Diese Kombination ist sicherlich nicht aufregend, passt aber in nahezu jedes Farbschema. In Verbindung mit einer Beleuchtung, können die weißen Lüfterblätter auch passend, farblich angestrahlt werden.
Die Rückseite liefert ein ähnliches Bild. Sehr schön ist, dass das 4-Pin PWM Kabel, bereits ab dem Verlassen des Lüfters, komplett schwarz ist. An den Ecken befinden sich dann zur Entkopplung, kleine Gummipuffer auf jeder Seite.


Detailbetrachtung des Cryorig H7

Mit seiner Länge von 98 mm, seiner Breite von 123 mm und seiner Höhe von 145 mm gehört der Cryorig H7, zu den eher kleinere CPU Kühlern und sollte in nahezu jeden normalen Midi-Tower passen.

Von der Vorderseite, fällt besonders die Wabenstruktur der Kühlfinnen auf. Diese sind typisch für die Kühler von Cryorig und sorgen dafür, dass entstehende Turbulenzen effizient reduziert werden. Dadurch das die Struktur nach hinten hin schmaler wird, soll zusätzlich die Abwärme beschleunigt abgeführt werden. Wie gut sich die Theorie in der Praxis schlägt, werden meine Temperatur Tests zeigen. Die Rückseite bietet ein ähnliches Bild, nur die Wabenstruktur fehlt hier. Von hier sehen die Finnen im Prinzip aus, wie bei jedem anderen Kühler.

In der Seitenansicht, werden das dünne Profil und die Verlagerung des Kühlkörpers nach Hinten, sehr gut deutlich. Die Kombination von beiden, ermöglicht eine garantiert 100%-ige RAM Kompatibilität, da man durch diesen Aufbau selbst mit Lüfter noch weit weg von den Arbeitsspeicher Bänken ist. Außerdem ist deutlich zu erkennen, dass die Finnen an den Seiten abgewinkelt sind. Das verleiht dem H7 eine bessere Stabilität und fühlt sich hochwertiger an als bei Kühlern ohne diese Kanten.

Ein Blick auf die Oberseite des Cryorig H7, offenbart einen optisch sehr deutlichen Unterschied zu sehr vielen anderen Kühlern, insbesondere in diesem Preissegment. Anstelle der offenen Heatpipe Enden, setzt Cryorig auf eine schwarze Abdeckung aus Kunststoff. Diese verdeckt die sechs Heatpipe Enden und beherbergt gleichzeitig auch das Logo.

Die Unterseite des Kühlers, ist von der Bodenplatte geprägt. An dieser ist das Montagematerial bereits angebracht. Die drei verbauten Heatpipes sind in die nicht komplett verspiegelte Bodenplatte eingelassen. Die Bodenplatte selbst ist frei von Beschädigungen jeglicher Art und auch frei von Schleifmustern.


Einbau des Cryorig H7

Da das Montagematerial für die verschiedenen Sockel bereits am Kühler befestigt ist, entfällt dieser Schritt bereits und es kann direkt mit dem vorbereiten des Mainboards begonnen werden.
Der erste Schritt bestehen darin, die Backplate mit der richtigen Seite von hinten an das Mainboard anzulegen. Dabei ist zu beachten, das bei einem Intel Sockel, die Intel-Beschriftung auf der Backplate, zu sehen sein muss. Wenn auf einem AMD Sockel installiert wird, muss die AMD-Beschriftung zu sehen sein. Ist die Backplate richtig angelegt, müssen die vier Schrauben aus dem Zubehör durch die passenden Bohrungen geführt werden. Diese werden dann von der Mainboard Vorderseite, mithilfe der schwarzen Plastik Stücke, befestigt.

Nun kommt der schwierigste Part beim Einbau. Nachdem, die Wärmeleitpaste aufgetragen ist, ich verwende zur besseren Vergleichbarkeit die Noctua NT-H1, muss der H7 auf den Kopf gestellt und das Mainboard umgedreht auf den Kühler gesetzt werden. Nur so kann man die vier Schrauben von der Rückseite, richtig festziehen. Diese Art und Weise den Kühler zu befestigen, erinnert stark an die Methode des Scythe Mugen 3 und war damals schon nicht beliebt. Warum Cryorig auf diese Methode setzt bleibt ein Rätsel, denn der einzige Vorteil den sie bringt ist, dass man den Lüfter von Anfang an am Kühler befestigen kann.

Nun muss nur noch das 4-Pin PWM Lüfterkabel am CPU_FAN Anschluss des Mainboards angesteckt werden und man hat einen fertig eingebauten Cryorig H7 CPU Kühler.

Der Einbau den Cryorig gewählt hat, ist etwas zwiegespalten. Einerseits ist ein Teil des Montagematerials direkt am Kühler montiert um Zeit zu sparen, andererseits greift man auf eine unglaublich umständliche und nicht mehr Zeitgemäße Art und Weise zurück, den Kühler zu befestigen.
Ich brauchte für den Einbau zwar nur knapp 5 Minuten, aber Neulinge und Erstkäufer können etwas länger brauchen. Dann würde ich einen Helfer empfehlen.


Testsystem und Testverfahren

CPU: Intel Core i5 4690K @ 3.5GHz
Mainboard: Gigabyte GA-Z97X-SLI
RAM: 2x 8GB Kingston HyperX Fury 1866
Grafikkarte: Zotac GTX 460
SSD/HDD: 250GB Samsung 840 EVO SSD
Netzteil: 700W be quiet! Straight Power 10
Gehäuse: Offener Testaufbau
Windows: 10 Pro 64-Bit

Um die Temperaturen zu ermitteln, wird das NZXT Cam in der aktuellsten Version verwendet, während die CPU mit dem Programm Prime95 in der aktuellsten Version, ausgelastet wird. Es werden 3 voneinander unabhängige Messungen durchgeführt, bei einer konstanten Raumtemperatur von 22°C.


Temperaturen und Lautstärke

Die Temperaturen bei allen Kühler-Tests werden gemessen, während die CPU mithilfe von Prime95 Vollständig ausgelastet ist. Dabei wird die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters mithilfe eines Adapters auf 5V, 7V und 12V fixiert. Gemessen wird in einem Intervall von 10 Minuten und anschließend wird der Mittelwert aus den gesammelten Werten gebildet.

Mit 5V beträgt die Temperatur des Cryorig H7: nicht messbar, da sich der Lüfter bei 5V nicht drehte
Mit 7V beträgt die Temperatur des Cryorig H7: 60,5°C
Mit 12V beträgt die Temperatur des Cryorig H7: 56°C

Für die Lautstärkenmessung wird in einem Abstand von 30cm, von der Mitte des Lüfters ausgehend, gemessen. Die Umdrehungsgeschwindigkeiten des Lüfters werden auch hier auf 5V, 7V und 12V fixiert. Es werden, für jede Geschwindigkeit drei Messungen durchgeführt und der Mittelwert gebildet. Dadurch werden im offenen Testaufbau etwas höhere Werte erreicht als wenn der Kühler in einem geschlossenen Gehäuse verbaut ist.

Das Grundrauschen im Raum beträgt 33,5dB

Mit 5V beträgt die Lautstärke beim Cryorig H7: nicht messbar, da sich der Lüfter bei 5V nicht drehte
Mit 7V beträgt die Lautstärke beim Cryorig H7: 36dB
Mit 12V beträgt die Lautstärke beim Cryorig H7: 43dB


Die Werte im Vergleich

Zum Vergleich des Cryorig H7 ziehen wir folgende Kühler heran
be quiet! Dark Rock TF (80€)
Cryorig A40 (80€)
Cryorig H5 Ultimate (45€)
EKL Alpenföhn Ben Nevis Advanced (30€)
EKL Alpenföhn Brocken ECO (30€)
Lepa Exllusion 240 (100€)
Raijintek Pallas (40€)
Scythe Ninja 4 (45€)
Scythe Mugen 4 (40€)
Scythe Mugen 5 (45€)
Scythe Fuma (45€)
Scythe Kabuto 3 (40€)
Thermalright Macho Rev. B (45€)
Thermalright Macho 120 SBM (43€)


Da sich der Lüfter des H7 bei 5V nicht drehen wollte, konnten für diese Spannung, keine Werte gesammelt werden.

Bei einer Spannung von 7V, drehte sich der Lüfter dann ohne Probleme. In Verbindung mit dem ausgelastetem Prozessor, wurden 60,5°C erreicht. Das setzt den H7 in das Mittelfeld und ist für einen Kühler seiner Größe ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Bei 12V sieht es ähnlich aus, denn mit 56°C bleibt man im Mittelfeld und kann sich leicht vor der direkten Konkurrenz in Form des EKL Alpenföhn Ben Nevis Advanced setzen. Größere Konkurrenten, wie der Hauseigene Cryorig H5 Ultimate, bleiben jedoch knapp in Führung.

Schauen wir uns als nächstes die Lautstärke an. Wir schon bei der Temperaturmessung, können auch hier keine Werte für 5V entnommen werden.

Das Bild das sich in den Temperaturmessungen zeigte, setzt sich auch bei der Lautstärke mit einer Spannung von 7V fort. Mit 36dB, platziert man sich nach wie vor im Mittelfeld der getesteten Kühler. Zu bemerken ist jedoch, dass der Abstand zur Spitze deutlich geringer ist, als zu den Schlusslichtern.

Trotz der knapp 1600 Umdrehungen, schafft es der Lüfter des Cryorig H7, sich bei 12V ein gutes Stück weiter nach vorne zu schieben. Mit 43dB verpasst man das Podium nur um Haaresbreite. Die Konkurrenz aus dem Eigenen Haus, wird dafür jedoch Meilenweit hinter sich gelassen, was den Lüfter des H7, zum bisher leisesten Lüfter von Cryorig macht.


Zusammenfassung

Cryorig bietet mit dem H7, einen kompakten und ausgewogenen CPU Kühler, der insbesondere Käufern mit kleinen Gehäusen oder Geldbörsen, ans Herz gelegt werden sollte.

Die Verarbeitung des H7 ist auf einem guten Niveau und zeigt keine Mängel auf. Die abgewinkelten Finnen sorgen für mehr Stabilität und lassen den vergleichsweise kleinen Kühler, hochwertiger erscheinen. Die Oberseiten Abdeckung aus schwarzem Kunststoff trägt ihren Teil zum edlen Erscheinungsbild des Kühlers bei. Wäre sie aus Metall gewesen, wäre es allerdings noch eine Stufe besser gewesen.

Der Einbau des Kühlers, gestaltet sich leider etwas schwierig. Grund dafür ist nicht das bereits verbaute Montagematerial, sondern die Methode mit welcher der Kühler mit der Backplate verschraubt wird. Dieses Verfahren gefiel schon bei älteren Kühlern wie dem Scythe Mugen 3 nicht, was auch hier der Fall ist. Gerade Neulinge und Erstkäufer dürfte der Einbau abschrecken.

Werfen wir jedoch einen Blick auf unsere Messwerte, so muss sich der Cryorig H7 nicht verstecken. Er bringt zwar keine Höchstleistungen, liegt dafür aber fast durchgehend im guten Mittelfeld und kann sich teilweise auch aus diesem lösen. Schade wiederum ist, dass der Lüfter bei einer Spannung von 5V noch nicht dreht. Wirkliche Silent-Enthusiasten müssen sich auf die Steuerung des Mainboards verlassen.

Insgesamt konnte der Cryorig H7 also ein gutes Bild abliefern. Höchstleistung können von ihm nicht erwartet werden, aber dafür erhält man einen soliden und relativ kompakten CPU Kühler, zu einem fairen Preis. Da der Einbau jedoch nicht für Neulinge geeignet ist, hat es nur für meinen Silber Award gereicht.


Pro
+ sehr guter Preis
+ sehr gute RAM Kompatibilität
+ gut Verarbeitung
+ gute Lautstärke- und Temperaturwerte
+ kompakte Abmessungen

Contra
- Einbau ist nicht für Neulinge geeignet und nicht mehr Zeitgemäß
- Lüfter lässt sich nicht über 5V Adapter regeln

Letzte Änderung: 04 Dez 2017 15:46 von Kay.
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